Überbeine beim Pferd

Überbeine sind knöcherne Zubildungen an der Röhre. Sie können einseitig, aber auch an mehreren Gliedmaßen auftreten. Je nach Lokalisation am Bein werden sie in seitliche, hintere und tiefe Überbeine eingeteilt.

Ursache

Die Überbeine am Pferde entstehen durch einen einmaligen oder wiederkehrenden Reiz. Das kann zum Beispiel ein Trauma (Tritt, Streichen, Verletzung) sein oder durch eine Gliedmaßenfehlstellung oder versäumte Hufbearbeitung. Ebenfalls können Faktoren, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, wie die Fütterung oder das endokrine (hormonelle) System Auslöser für Überbeine darstellen.

Im akuten Stadium treten Schwellung, Schmerz, Wärme und meist eine Funktionseinschränkung (Lahmheit) auf. Nach dem Abklingen der akuten Entzündung ist die Schwellung augenscheinlich erstmal kleiner, allerdings muss bedacht werden, hier ist nur die Weichteilschwellung weniger geworden. Die knöcherne Zubildung bleibt meist gleich oder ist sogar größer geworden.

Die seitlichen Überbeine

Die seitlichen Überbeine befinden sich an der Vorderseite der Griffelbeine und entstehen durch die Reizung der Knochenhaut n den Ansatzstellen der Bänder (z.B. zehenweite Stellung). Die Pferde zeigen häufig eine Stützbeinlahmheit, die auch Remontenkrankheit genannt wird. Sie können aber auch durch einen Schlag entstehen.

Die hinteren Überbeine

Die hinteren Überbeine liegen an der innen Seite der Grifffelbeine, sie können die Sehnen und den Fesselträger reizen und so eine Lahmheit auslösen. Diese entstehen eher durch eine wiederkehrende Belastung.

Die tiefen Überbeine

Die tiefen Überbeine befinden sich am Ursprung des Fesselträgers – leider sind die sehr versteckt, sind schwer zu erkennen und verursachen eine chronische Lahmheit.

Weitere knöcherne Zubildungen können aufgrund eines Griffelbeinbruchs entstehen oder der Schienbeinkrankheit. Letzteres tritt häufig bei jungen Vollblütern im Rennsport auf. Durch das intensive Galopptraining wird das noch nicht fertige Skelettsystem stark belastet, dies versucht sich dieser Belastung anzupassen und so steht die Bildung dieser Zubildung im direkten Zusammenhang mit dem Training.

Diagnostik

  • Lahmheitsuntersuchung
  • Leitungsanästhesie
  • Röntgen
  • Ultraschall

Therapie

Die akute Entzündung muss behandelt werden, erst mit Kälte, Ruhe und entzündungshemmender Mittel, sei es lokal als Salbe oder Injektion an das Überbein oder systemisch als Paste ins Maul oder intravenöses Medikament. Die seitlichen Überbeine haben eine gute Prognose und nach der vollständigen Veknöcherung sind die Pferde in der Regel lahmfrei. Die hinteren und tiefen Überbeine haben eine schlechtere Prognose. Eine Möglichkeit ist sie chirurgisch intraoperativ zu entfernen, allerdings kommen viele Überbeine trotz OP zurück und sind manchmal sogar im Anschluss größer.

Rehabilitation

Das wichtigste ist die Auslöser abzustellen, das heißt Training, Management und Fütterung müssen überprüft werden! Gliedmaßenfehlstellung sollten mit einer angemessenen Hufbearbeitung korrigiert werden, Fütterungsfehler, wie Mangelzustände oder Imbalancen von Kalzium und Phosphor müssen verbessert und das Training mit einem sinnvollen Reha-Programm in Absprache mit den Therapeuten wiederaufgenommen werden.

WEBINAR 10. November 2019, 20 Uhr

Der Aufbau eines Reha-Programms muss immer individuell in Zusammenarbeit mit den Therapeuten erarbeitet werden. Da ich aber sehr häufig dazu gefragt werden, gebe ich diesen Sonntag, den 10.11.2019 dazu ein Webinar – Rehabilitation nach Krankheit beim Pferd, dort werde ich ein Fallbeispiel vorstellen, wie ein Pferd nach einer Lahmheit wieder antrainiert worden ist – wenn du dabei sein möchtest komme gerne in die Facebook-Gruppe “Projekt gesundes Pferd”, dort erhältst du kostenlos den Zugang. Wenn du nun die Podcastfolge später anhörst, kannst du trotzdem gerne in die Gruppe kommen, denn alle Aufzeichnungen von den Webinaren sind dort weiter für alle verfügbar. Weitere Informationen, Fallbeispiele, Checklisten und Maßnahmenpläne für die Rehabilitation deines Pferdes findest du im Onlinekurs, der nun endlich Ende November an den Start geht – um den Start nicht zu verpassen trage dich gerne in meinen Newsletter ein.

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