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Podcast

Buchrezension — Ergotherapie für Pferde

Anzeige (Produktempfehlung)

Ergotherapie für Pferde
- Basissinne schu­len – Koordination und Wahrnehmung ver­bes­sern — 
Ruth Katzenberger-Schmelcher und Yvonne Katzenberger
Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, 2019

Das Wetter wird käl­ter und es ist wie­der Zeit sich ge­müt­lich in den Sessel zu set­zen und ein Buch zu le­sen. Für mich be­deu­tet das Fachbücher le­sen, da­von kann ich nicht ge­nug krie­gen. Diesmal durf­te ich das neue Buch von Ruth und Yvonne le­sen über die Ergotherapie für Pferde.

Die bei­den wa­ren auch schon zu Gast im Podcast, höre ger­ne in das Interview mit den bei­den rein und er­hal­ten ei­nen ers­ten Eindruck zur Ergotherapie für Pferde.

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Inhalt la­den

Das Buch er­klärt die theo­re­ti­schen Hintergründe und gibt de­tail­lier­te Beschreibungen zum Vorgehen in der Praxis, von den Einsatzbereichen der Ergotherapie über die Untersuchung des Pferdes hin­zu der Therapieeinheit. Schon mal vor­ab mir hat das Buch sehr gut ge­fal­len, ver­ständ­lich, im­mer mit Praxisbezug, op­tisch toll be­bil­dert und sinn­voll ge­glie­dert, da­her von mir eine Empfehlung für das Buch!

Zum Erscheinungstermin im November 2019 ver­lo­sen wir auch ein Buch – mehr Infos dazu bei Facebook oder Instagram.

Nun aber zum in­halt­li­chen Teil…
Das Buch ist in 5 Kapitel ge­glie­dert:
1. Grundlagen 
2. Basissinne in der prak­ti­schen Ergotherapie
3. Gestaltung von Therapieeinheiten und Stalladaptation
4. Therapiepläne
5. Anhang

Hör dir auch gerne die Podcastfolge dazu an!

Teil 1: Grundlagen

Im ers­ten Teil wird er­klärt was die Ergotherapie ei­gent­lich ge­nau ist, da­bei blei­ben die Ausführungen kurz, knapp und gut ver­ständ­lich. Am Ende je­den Kapitels be­fin­det sich eine kur­ze Zusammenfassung der Inhalte, die ich sehr hilf­reich fand. Mir war ehr­lich ge­sagt nicht ganz klar, was ge­nau die Ergotherapie ist, jetzt bin ich schlau­er!

Weiter wer­den dann die 3 Basissinne be­schrie­ben, dazu ge­hört das tak­ti­le System (Oberflächensensibilität), das pro­prio­zep­ti­ve System (Tiefensensibilität + Stellreaktion) und das ves­ti­bu­lä­re System (Gleichgewicht), dar­auf­hin wird kurz die Anatomie/Physiologie des Nervensystems wie­der­holt (auch für den Laien ver­ständ­lich). Damit es nicht zu theo­re­tisch bleibt, wer­den die da­zu­ge­hö­ri­gen Einsatzbereiche in der Pferdepraxis be­schrie­ben. Dabei muss­te ich an so vie­le Pferde aus mei­nem Alltag in der Praxis, im Unterricht und Beritt den­ken.

Indikationen für eine ergotherapeutische Behandlung:

- häu­fig klei­ne­re, ober­fläch­li­che Schürfwunden

- Pferd geht nicht durch den Lamellenvorhang

- Unbehagen beim sat­teln und gur­ten

- Pferd lässt sich nicht an­bin­den

- Einsprühen mit Fliegenspray re­agiert das Pferd mit Angst

- beim Longieren drif­tet es über die Schulter nach au­ßen

- das Pferd stößt stän­dig an die Stangen bei der Cavaletti-Arbeit

- Anhänger/Verladeprobleme

- das Pferd bleibt beim Aufsteigen nicht ste­hen

- Pferd ist ex­trem trie­big

- Probleme beim Schmied/Hufe an­he­ben

- Fiebermessen ist nicht mög­lich

- Tierarzt löst Panik beim Pferd aus 

….

Der letz­te Teil die­ses Kapitels be­schäf­tigt sich dann mit den Grundprinzipien der Behandlung beim Pferd und ich muss zu­ge­ben, das war mein Lieblingskapitel! Lesenswert für alle Therapeuten (Tierarzt, Physiotherapeut, Chiropraktiker, usw.) da drau­ßen un­ab­hän­gig von der Fachrichtung. Die Befunderhebung und Behandlung wer­den all­um­fas­send be­leuch­tet mit sämt­li­chen Stolpersteinen und Einflüsse. Ich muss­te sehr oft schmun­zeln beim Lesen, da man sich sel­ber im Text wie­der­fin­det. 

Zur Anamnese gibt es am Anfang ei­nen Fragenkatalog, der so­fort an­ge­wen­det wer­den kann. Schön fand ich hier den Aspekt – wie viel Zeit kann/möchte der Besitzer auf­wen­den für die Genesung sei­nes Pferdes? Was ist der Besitzer be­reit zu än­dern? In der Theorie klingt das näm­lich im­mer ein­fach – Atmungserkrankungen, da ist die Therapie Haltungsoptimierung und in­iti­al Medikamente und dann steht man im ech­ten Leben drau­ßen und al­les ist ir­gend­wie kom­pli­ziert…

- Vorschlag: in den Offenstall um­stel­len 
–> Antwort: das geht mit mei­nem Pferd nicht

- Vorschlag: Pferde wäh­rend des Mistens und Einstreuens raus­stel­len 
–> Antwort: das ist hier nicht durch­führ­bar

und die Liste lässt sich un­end­lich fort­füh­ren für jeg­li­che Änderungsmöglichkeiten und da hängt es nicht un­be­dingt vom Willen ab, son­dern in vie­len Fällen las­sen die Örtlichkeiten, das Management und die Umstände eine Änderung ein­fach nicht zu. Daher sind die Möglichkeiten des Besitzers mit aus­schlag­ge­bend für den Therapieerfolg.

Die be­ob­ach­ten­den Verfahren zur Befunderhebung wer­den sehr ge­nau be­schrie­ben, so­dass man sie so­fort in der Praxis um­set­zen kann. Auch hier wird auf die äu­ße­ren Einflüsse ein­ge­gan­gen, die so wich­tig sind, aber zu sel­ten un­ter­rich­tet wer­den. Wir ha­ben im Studium lei­der kei­nen Kurs zur Kommunikation ge­habt, ge­hol­fen hät­te das aber si­cher spä­ter. Auch das Thema Sicherheit des Therapeuten und Hygiene wer­den the­ma­ti­siert. Die Befunderhebung setzt sich zu­sam­men aus der Beobachtung in der frei­en Bewegung, der Ganganalyse und der ge­ziel­ten Beobachtung. Bei der ge­ziel­ten Beobachtung wer­den pro Basissinn Übungen mit dem Pferd ab­sol­viert, die Defizite in den je­wei­li­gen Bereichen deut­lich ma­chen (sie­he auch Teil 2).

Nach der Befunderhebung wird vor­ge­schla­gen das Behandlungsziel mit der SMART-Methode zu­sam­men mit dem Besitzer klar zu de­fi­nie­ren und auch zu do­ku­men­tie­ren. Ich als gro­ßer Fan von Mental Training ken­ne die SMART-Methode in der Anwendung für die Zielsetzung im Sport und für per­sön­li­che Belange und set­ze sie dort oft und mit Erfolg ein. Nun wer­de ich das glau­be ich auch mal in der Praxis ein­set­zen- tol­le Idee! Im letz­ten Schritt wer­den dem Besitzer dann Hausaufgabe an die Hand ge­ge­ben, um die Therapie zu un­ter­stüt­zen.

Teil 2: Basissinne in der praktischen Ergotherapie

Im zwei­ten Teil wer­den sämt­li­che Übungen für die ge­ziel­te Beobachtung, zur Schulung des je­wei­li­gen Basissinn und die da­für ge­eig­ne­ten Hausaufgaben für den Besitzer vor­ge­stellt. Der je­wei­li­ge Basissinn wird noch­mal kurz zu Beginn er­läu­tert und die je­wei­li­gen Symptome des Pferdes be­schrie­ben, die auf eine Störung im Bereich des Basissinn hin­wei­sen, was ich sehr hilf­reich fand. Dann wer­den die Übungen so ge­nau auf­ge­zeich­net, dass sie im Alltag so­fort ein­ge­setzt wer­den kön­nen! Beeindruck war ich von den krea­ti­ven Lösungen für die Hausaufgaben des Besitzers. Der Ergotherapeut be­sitzt ja nun spe­zi­el­les Equipment, das ist für den Besitzer oft zu teu­er und auch nicht sinn­voll al­les an­zu­schaf­fen. Hier zei­gen die Autoren Alternativen auf, wie zum Beispiel den Einsatz von ei­ner Teigrolle, ei­nes Staubwedels oder Sofakissen — das wer­de ich si­cher­lich mal pro­bie­ren.

Teil 3: Gestaltung von Therapieeinheiten und Stalladaptation

Hier wer­den für je­den Basissinn eine Therapieeinheit vor­ge­stellt. Die vor­her be­schrie­be­nen Übungen wer­den hier sinn­voll kom­bi­niert und die Durchführung de­tail­liert auf­ge­zeigt. 

Das Kapitel über die Stalladaptation habe ich als Fan des Paddock Trails mit Freude ge­le­sen, denn wie ich fest­stel­len durf­te un­ser Paddock Trail ist die per­fek­te Ergotherapie-Einheit 🙂

Taktiles System: Bürste

Propriozeptives System: Baumstämme

Vestibuläres System: Erdhügel

Teil 4: Therapieeinheit

Der vier­te Teil skiz­ziert eine kom­plet­te Therapieeinheit von der Anamnese bis zu den Hausaufgaben, führt also al­les zu­sam­men aus den vor­he­ri­gen Kapiteln an­hand von ech­ten Fallbeispielen. So ge­lingt auch hier der di­rek­te Praxisbezug und hilft bei dem Verständnis und der Umsetzung.

Teil 5: Anhang

Im Anhang fin­det man noch­mal alle Übungen in Tabellenform zum Nachschlagen, be­son­ders hilf­reich um drau­ßen in der Praxis schnell noch­mal was nach­zu­schla­gen. Die Tabelle teilt sich auf in Übung/Material/Aufbau und die da­zu­ge­hö­ri­ge Hausaufgabe.

Insgesamt aus mei­ner Sicht ge­schrie­ben für in­ter­es­sier­te Pferdebesitzer und ins­be­son­de­re Therapeuten, die im Bereich Rittigkeitsprobleme tä­tig sind, mit vie­len prak­ti­schen Hinweisen und de­tail­lier­ten Handlungsanweisungen zur so­for­ti­gen Umsetzung in die Praxis und dem nö­ti­gen theo­re­ti­schen Hintergrundwissen.

Ich wer­de auf je­den Fall ei­ni­ges da­von ein­setz­ten in der Praxis
und bin ge­spannt auf die Ergebnisse.

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