Das Wichtigste in Kürze
»Diagnostik vs. Klinik: Dank digitaler Technik finden wir mehr Befunde (z. B. Kissing Spines), doch ein Bild allein macht noch kein krankes Pferd – der klinische Zustand des Patienten ist entscheidend.
»Die 75-Prozent-Regel: Die Epigenetik zeigt, dass nur ein Viertel der Gesundheit genetisch fixiert ist; den Rest beeinflussen wir aktiv durch Haltung, Training und Fütterung.
»Ganzheitliche Vitalität: Wahre Gesundheit zeigt sich nicht nur im Fehlen von Symptomen, sondern in der harmonischen Kommunikation aller Zellen, sichtbar an Vitalität, Fellglanz und korrekten PAT-Werten.

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Themenschwerpunkte sind:
- Das (chronisch) kranke Pferd: Gibt es das gesunde Pferd überhaupt noch?
- Tabu: Wenn das Pferd zur eigenen Belastung wird
- Partnerschaft auf Augenhöhe: Ideen und Inspiration für das Zusammensein mit unseren Pferden
Ein Blick hinter die Diagnostik
In der heutigen Pferdewelt scheint es fast so, als gäbe es kaum noch ein „rundum gesundes“ Pferd. Überall begegnen uns Diagnosen wie Kissing Spines, EMS oder chronischer Husten. Doch ist die Belastung tatsächlich gestiegen oder schauen wir einfach nur genauer hin? Fachtierärztin Veronika, die ihren Weg von der klassischen Schulmedizin über Physiotherapie und Akupunktur hin zur Befähigung von Pferdebesitzern gegangen ist, gibt hierzu spannende Einblicke.
Bessere Diagnostik oder wirklich kränkere Pferde?
Ein Teil der Wahrheit liegt in der enormen technologischen Entwicklung. Wir verfügen heute über digitale Röntgengeräte und Endoskope, mit denen wir kostengünstig und schnell tief in den Körper des Pferdes blicken können. Früher gab es beispielsweise die Diagnose „Kissing Spines“ in diesem Ausmaß schlichtweg nicht, weil die Rücken der Pferde seltener geröntgt wurden.
Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass es oft keine direkte Korrelation zwischen dem Röntgenbild und der tatsächlichen Klinik gibt. Es gibt Pferde mit massiven Befunden, die völlig beschwerdefrei laufen, und solche mit minimalen Veränderungen, die große Probleme zeigen. Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, schau dir an, wie man Rückenschmerzen bei Pferden behandeln kann, ohne nur auf das Bild zu starren. Auch neue Diagnosen wie ECVM ploppen heute vermehrt auf, weil die Leistung moderner Geräte es erst möglich macht, die Halswirbelsäule präzise darzustellen.
Lebensjahre vs. Gesundheitsjahre: Der Fokus auf Qualität
Die Medizin ist heute hervorragend darin geworden, Leben zu verlängern. Doch dabei ist uns ein wichtiger Aspekt abhandengekommen: die Qualität dieser zusätzlichen Jahre. Wir haben zwar mehr Lebensjahre, verbringen davon aber oft weniger Zeit in echter Gesundheit.
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Epigenetik: Warum du 75 % der Gesundheit selbst gestaltest
Hier kommt die gute Nachricht aus der Forschung: Die Epigenetik lehrt uns, dass wir Gene wie Schalter an- und ausschalten können. Während nur etwa 25 % der gesundheitlichen Voraussetzungen genetisch vorgegeben sind, liegen satte 75 % in unserer Hand. Das bedeutet, dass wir durch unseren Lifestyle – also wie wir das Pferd halten, füttern und bewegen – einen massiven Hebel haben, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Wir sollten den Fokus also weg vom bloßen „Feuerlöschen“ hin zu einer proaktiven Gesundheitsgestaltung verschieben.
Moderne Herausforderungen: Umweltbelastung und Übergewicht
Trotz besserer Aufklärung durch Social Media und Podcasts stehen Pferde heute vor Belastungen, die es vor 30 Jahren in dieser Form nicht gab. Klimawandel, Feinstaub und Giftstoffe in der Umwelt setzen dem Organismus zu. Besonders das Thema Husten ist allgegenwärtig. Wer hier Unterstützung sucht, findet wertvolle Tipps unter Pferde inhalieren: Was tun bei Husten?.
Der schleichende Entzündungsherd Fett
Ein massiv unterschätztes Problem der heutigen Zeit ist das Übergewicht. Die Fettleibigkeit bei Pferden hat deutlich zugenommen und bringt komplexe Stoffwechselstörungen wie EMS (Equines Metabolisches Syndrom) und Insulinresistenz mit sich. Fettgewebe ist nicht einfach nur Ballast; es produziert aktiv Entzündungsmediatoren im Körper. Um das Gewicht deines Pferdes objektiv beurteilen zu können, hilft ein Blick auf den Body Condition Score: Gewicht beim Pferd. Eine Überfütterung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel führt zu einer gestörten Hormonkommunikation im Gehirn, wodurch das natürliche Sättigungsgefühl verloren geht.
Was echte Pferdegesundheit bedeutet: Mehr als nur Symptomfreiheit
Für viele bedeutet Gesundheit lediglich die Abwesenheit von Krankheit. Doch das greift zu kurz. Wahre Gesundheit bedeutet, dass der gesamte Organismus vital ist und die Zellen harmonisch miteinander kommunizieren.
Als Besitzer kannst du dies an ganz konkreten Faktoren festmachen:
- Ein glänzendes Fell und eine gute Hornqualität.
- Eine wache, aufmerksame Ausstrahlung und Freude an der Bewegung.
- Stabile Vitalwerte (Puls, Atmung, Temperatur).
Um hier Sicherheit zu gewinnen, lohnt es sich, regelmäßig einen Gesundheitscheck beim Pferd durchzuführen und sich nicht allein auf das Bauchgefühl zu verlassen. Denn am Ende ist der Körper des Pferdes der beste Kompass, um zu prüfen, ob das gesamte System im Gleichgewicht ist.

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Häufige Fragen (FAQ)
Es ist eine Mischung aus zwei Faktoren: Einerseits ermöglicht die moderne Diagnostik das Finden von Befunden, die früher unentdeckt blieben. Andererseits sind die Umweltbelastungen und Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht heute tatsächlich ausgeprägter als vor einigen Jahrzehnten.
Diese Regel aus der Epigenetik besagt, dass nur 25 % der Gesundheit durch die Gene festgelegt sind. Ganze 75 % werden durch äußere Einflüsse wie Fütterung, Haltung und Training bestimmt – wir haben also einen riesigen Einflussbereich.
Nein. Ein Röntgenbild zeigt nur eine Momentaufnahme der Struktur. Entscheidend ist die Klinik: Zeigt das Pferd Schmerzen oder Einschränkungen? Viele Pferde leben mit Kissing-Spines-Befunden völlig symptomfrei, wenn die Muskulatur und das Training stimmen.
Neben dem Fehlen von Lahmheit oder Husten sind Vitalität, ein wacher Blick, glänzendes Fell und korrekte PAT-Werte (Puls, Atmung, Temperatur) entscheidende Indikatoren für ein funktionierendes inneres System.
Übergewicht ist nicht nur ein optisches Problem. Fettgewebe produziert chronische Entzündungen im Körper, die den Stoffwechsel massiv stören und Erkrankungen wie Hufrehe oder EMS auslösen können.
