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Pferd inhalieren bei Husten: So machst du es richtig

Pferdekrankheiten
Dr. med. vet. Veronika Klein
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Grundlage dieses Artikels ist die Podcast-Folge „Pferde inhalieren" von Dr. Veronika Klein, 2026 überarbeitet und um eine Kurzanleitung sowie die häufigsten Leserfragen ergänzt. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung: Diagnose und medikamentöse Behandlung von Atemwegserkrankungen gehören in die Hand deines Tierarztes.

Das Wichtigste in Kürze

» Inhalieren löst festsitzenden Schleim und bringt Wirkstoffe gezielt in die Atemwege, ersetzt aber nie frische Luft, staubarmes Futter und Bewegung.
» Kochsalzlösung (0,9 %) eignet sich zur täglichen Pflege, Sole wirkt schleimlösend und bleibt eine Kur, Medikamente gehören in die Hand des Tierarztes.
» Ein wirksamer Inhalator erzeugt Tröpfchen von 1 bis 5 μm, arbeitet kalt und mit dichter Maske. Eigenbau und Wasserdampf erreichen die tiefen Atemwege nicht.

Dein Pferd hustet, vielleicht schon länger, vielleicht hat es sogar die Diagnose equines Asthma. Und jetzt stehst du vor der Frage: Soll ich inhalieren? Womit? Mit welchem Gerät? Und geht das auch ohne? Das Inhalieren ist eine Möglichkeit, dein Pferd bei chronischem Husten zu unterstützen. Wann und wie du es am sinnvollsten einsetzt, worauf du dabei achten solltest und welche drei Maßnahmen neben dem Inhalieren mindestens genauso wichtig sind und sich zu Hause umsetzen lassen, erfährst du in diesem Artikel.

Die kurze Antwort vorweg: Inhalieren löst festsitzenden Schleim, befeuchtet die Schleimhäute und bringt Wirkstoffe gezielt dorthin, wo sie wirken sollen, nämlich in die Atemwege. Es ist damit eine sinnvolle Ergänzung bei Husten und equinem Asthma. Was es nicht ist: ein Ersatz für frische Luft, staubarmes Futter und Bewegung. Wer nur inhaliert und die Ursache nicht anpackt, behandelt das Symptom.

Pferd inhalieren: Die Kurzanleitung

Für alle, die es eilig haben, hier die wichtigsten Regeln auf einen Blick. Die Begründung zu jedem Punkt folgt weiter unten im Text.

  1. Nur im Stand und nur kalt inhalieren. Pferde inhalieren anders als wir Menschen nicht mit heißem Dampf, es besteht Verbrennungsgefahr. Und inhaliert wird in Ruhe, nicht in der Bewegung.
  2. Die Lösung passend zum Ziel wählen. Kochsalzlösung (0,9 %) zur Pflege und Prävention, auch täglich. Sole kurweise bei Verschleimung. Medikamente wie Cortison oder Bronchienerweiterer nur bei gesicherter Diagnose und in Absprache mit deinem Tierarzt.
  3. Zeitpunkt beachten. Bronchienerweiterer und schleimlösende Lösungen vor der Bewegung, entzündungshemmende Wirkstoffe danach, wenn dein Pferd wieder den Ruhepuls erreicht hat.
  4. Das Gerät muss zum Pferd passen. Eine dicht sitzende Maske, Tröpfchen zwischen 1 und 5 μm und genug Leistung. Menschen-Inhalatoren und Eigenbau-Lösungen erreichen die tiefen Atemwege nicht.
  5. Hygiene nach jeder Anwendung. Maske und Vernebler reinigen, sonst bilden sich Pilze und Keime, die dein Pferd zusätzlich belasten.
  6. Nie im akuten Asthmaanfall. Der Atemwiderstand der Maske verstärkt dann das Gefühl der Luftnot. In diesem Fall braucht dein Pferd den Tierarzt und gegebenenfalls ein Dosieraerosol mit Pferde-Adapter.
  7. Alles dokumentieren. Was, wann, wie oft und wie dein Pferd reagiert. So erkennst du, was wirklich hilft.

Pferde inhalieren: Was du vorher wissen solltest

Bevor wir über das Inhalieren von Pferden sprechen, kurz zur Frage: Was bedeutet eigentlich chronischer Husten oder equines Asthma beim Pferd?

Chronischer Husten bei Pferden: Das equine Asthma

Equines Asthma ist eine chronische Erkrankung der unteren Atemwege. Ältere Bezeichnungen wie COB, COPD, RAO, IAD oder „Dämpfigkeit" sind heute unter diesem Begriff zusammengefasst. Erste Symptome sind eine erhöhte Atemfrequenz in Ruhe, Husten, Nasenausfluss und eine Atem- und Pulsfrequenz, die nicht im Verhältnis zur Anstrengung steht. Bei equinem Asthma sind die Atemwege deines Pferdes latent entzündet und gereizt. Daher reagieren die Bronchien des erkrankten Pferdes besonders stark auf Allergene in der Luft wie Staub, Pilze und Pollen. Infolgedessen schwillt die Schleimhaut in den Luftwegen an und der Durchmesser der Luftwege verringert sich. Gleichzeitig wird von den Bronchialwänden verstärkt Schleim gebildet. Dieser kann jedoch schlechter abtransportiert werden, weil die Selbstreinigungsfunktion der Lunge durch die Entzündung gestört ist. Genau hier kommt das Inhalieren als mögliche Therapie ins Spiel, dazu später mehr. Als Reaktion auf den festsitzenden Schleim fängt dein Pferd an zu husten, sozusagen als Reflex zur Reinigung der Bronchien. Die „Husten-Reizschwelle" bei Pferden ist im Übrigen eher hoch, daher ist es wichtig, bereits vereinzelten Husten als Symptom ernst zu nehmen. Denn im milden Stadium des equinen Asthmas husten nur knapp 40 Prozent der Pferde.

Es gibt drei Stadien des equinen Asthmas: geringgradig, mittelgradig und hochgradig. Im Anfangsstadium zeigen die Pferde in Ruhe keine Symptome!

Schreitet die Krankheit voran, entstehen unumkehrbare Schäden an der Lunge und im Gasaustausch. Dein Pferd leidet immer stärker unter Atemnot und wird so massiv in seiner Leistungs- und Lebensqualität eingeschränkt. Die beiden großen Gruppen der Atemwegserkrankungen und wie sie sich unterscheiden, erkläre ich ausführlich im Artikel über Atemwegserkrankungen beim Pferd.

Chronischer Husten bei Pferden: Die Ursachen

Die Ursachen für equines Asthma sind vielfältig: Genetische Veranlagungen oder nicht auskurierte Infekte können unter anderem eine Rolle spielen. Mehrheitlich ist jedoch eine ungesunde Lebensführung mit Bewegungsmangel, wenig Frischluft und schlechter Futterqualität am Krankheitsgeschehen beteiligt. Die wirksamste Prävention gegen Atemwegs- und Lungenerkrankungen liegt daher in deinen Händen! Aus diesem Grund lege ich in meinem Kursprogramm besonderen Wert auf die Gesundheitsprävention. Dazu gehört auch zu wissen, wann und wie dein Pferd hustet. Deshalb habe ich für dich und dein Pferd ein kostenfreies Lungentagebuch erstellt. Mit diesem Buch kannst du alle relevanten Informationen für deinen Tierarzt festhalten und gewinnst Sicherheit durch objektive Werte. Lade dir kostenfrei das Lungentagebuch herunter!

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Chronischer Husten bei Pferden: Was untersucht der Tierarzt?

Rufst du deinen Tierarzt zu einem hustenden Pferd, wird er als Allererstes untersuchen, ob es sich um einen fiebrigen Infekt oder um nicht-infektiösen Husten handelt. Das geschieht im ersten Schritt durch eine klinische Untersuchung in Ruhe und nach Belastung. Steht der Verdacht einer chronischen, also nicht-infektiösen Atemwegserkrankung im Raum, gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden: Endoskopie, Ultraschall und Röntgen stellen die Veränderungen der Atemwege bildlich dar und zeigen das Ausmaß. Die Art und Ursache der Entzündung klärt eine Zytologie, also die Untersuchung der Zellen aus dem Tracheobronchial-Sekret (TBS) oder der bronchoalveolären Lavage (BAL, einer Spülprobe aus der tiefen Lunge). Die tatsächliche Leistungsminderung zeigen Lungenfunktionstest und Blutgasanalyse. Bedauerlicherweise gibt es nicht DIE eine Untersuchung, die alle Fragen beantwortet. Hinzu kommt, dass gerade milde Verläufe von equinem Asthma schwieriger zu diagnostizieren sind und einen größeren Untersuchungsaufwand brauchen. Ein reines Abhören der Lunge ist bei einem geringgradigen Stadium unzureichend! Damit du weißt, in welchem Stadium welche Untersuchung sinnvoll ist und welche nicht, widme ich dem Diagnose-Weg in meinem Intensiv-Workshop für Lungenpferde ein ganzes Kapitel. So behältst du den Überblick und kannst fundierte Entscheidungen für dein Pferd treffen.

Pferde inhalieren als Behandlung bei Atemwegsproblemen

Bevor wir über das Inhalieren als Therapie für dein erkranktes Pferd sprechen, sei vorweg gesagt: Inhalieren, Medikamente und Co. helfen nur begrenzt, wenn die Ursache für den chronischen Husten nicht behoben wird. Haltungs- und Gesundheitsoptimierung ist hier also das A und O! Antworten auf die Frage, was ein Pferdeleben zu einem gesunden Pferdeleben macht, findest du in meinem Fortbildungsprogramm. Denn der Schlüssel zu einem gesunden Pferdeleben bist du!

Nun zur Frage, warum Inhalieren bei Atemwegsproblemen eine gute Unterstützung ist: Die Inhalation kann festsitzenden Schleim lösen und das Abhusten erleichtern. In Kombination mit anschließendem Lungensport wird dann auch der Selbstreinigungsprozess der Lunge unterstützt. Genau dieser Prozess ist bei equinem Asthma gestört, und hier schafft die Inhalation Abhilfe. Ein weiterer großer Vorteil für mich als Tierärztin: Medikamente können gezielt in die Atemwege gebracht werden, statt den ganzen Körper zu belasten. Aber auch eine präventive Inhalation ist möglich und eine schöne Möglichkeit, dein Pferd zum Beispiel im Winter oder bei krankheitsbedingter Boxenruhe zu unterstützen.

Frau hält einem braunen Pferd eine Inhalationsmaske vor die Nüstern, Inhalation mit Vernebler bei Atemwegserkrankungen

Mein Tipp: Halte alle Therapien und Umstellungen schriftlich in einem Lungentagebuch fest, damit du nachvollziehen kannst, was deinem Pferd wirklich hilft, und der Ursache auf die Spur kommst.

Pferde inhalieren mit Kochsalzlösung

Kommen wir zur Frage, was dein Pferd inhalieren sollte. Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) ist wohl das bekannteste Mittel der Wahl. Durch die niedrige Konzentration handelt es sich um eine isotone Lösung, sie hat also denselben Salzgehalt wie die Körperzellen. Daher ist die Inhalation für die Schleimhäute sehr reizarm, wirkt befeuchtend, und eine dauerhafte Anwendung ist möglich. Auch beim präventiven Inhalieren kannst du diese Lösung benutzen.

Vorteile: Pflegend, befeuchtend, dauerhafte Anwendung möglich.
Nachteil: Nicht deutlich schleimlösend.

Pferde inhalieren mit Sole-Inhalationslösung

Die Sole-Lösung ist im Vergleich zur Kochsalzlösung stärker konzentriert. Wir sprechen hier von einem Salzgehalt von mindestens 1,4 %. Durch die hohe Konzentration handelt es sich um eine hypertone Lösung: Die Konzentration von Mineralien in der Lösung ist höher als in der Zelle. Dadurch wird Flüssigkeit osmotisch bewegt, und die Lösung wirkt stark schleimlösend. Dein Pferd kann den Schleim dann leichter abhusten. Allerdings wirkt Sole auch austrocknend, sollte nur kurweise und nur bei einer Verschleimung angewendet werden. Die Konzentration muss angepasst werden, je nachdem, ob mit Maske (zum Beispiel 2 %) oder in der Solebox (zum Beispiel 6 %) inhaliert wird! Die (Toten-)Meersalz-Sole enthält im Vergleich zur klassischen Kochsalzlösung zusätzlich zum Natriumchlorid unter anderem Magnesiumchlorid. Dem Magnesium wird eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur zugesprochen, und es soll zusätzlich beim Abtransport des Schleims helfen.

Vorteil: Schleimlösend.
Nachteil: Reizend, nur kurweise.

Pferdeinhalation von Medikamenten

Bei einem klar diagnostizierten equinen Asthma ist die Behandlung unter anderem mit Cortison (auch Kortison geschrieben) und Bronchienerweiterern als Inhalationspräparate geeignet, natürlich immer und ausschließlich in Absprache mit deinem Tierarzt. Bronchienerweiterer stellen, wie der Name schon sagt, die Bronchien weit und lindern so die Symptome. Der beste Zeitpunkt zur Inhalation von Bronchienerweiterern ist daher VOR der Bewegung deines Pferdes oder vor der Cortison-Inhalation. Bronchienerweiterer bekämpfen jedoch NICHT die zugrunde liegende Entzündung. Daher sollte in der Regel der Bronchienerweiterer mit einem Cortison kombiniert werden, um den Teufelskreis aus Entzündung, Hyperreaktivität und Bronchokonstriktion (der Verengung der Bronchien) zu durchbrechen. Die entzündungshemmende Inhalation bietet sich NACH der Belastung an, bitte erst, wenn dein Pferd wieder den Ruhepuls erreicht hat. Dann sind die Bronchien weit gestellt und der Entzündungshemmer kann sich gut verteilen. Die Inhalation mit Medikamenten kann ausschließlich über eine Maske erfolgen!

Wie oft und wie lange sollte ein Pferd inhalieren?

Das hängt vom Wirkstoff und vom Gesundheitszustand deines Pferdes ab. Mit niedrig konzentrierter Kochsalzlösung und bei gesundheitlicher Indikation kann täglich inhaliert werden. Zur Prävention bei Asthmapferden in symptomfreien Phasen sind zwei- bis dreimal pro Woche eine gute Orientierung. Sole bleibt eine Kur bei Verschleimung, kein Dauerprogramm. Medikamente inhaliert dein Pferd genau so oft und so lange, wie dein Tierarzt es festlegt. Ein gesundes Pferd braucht grundsätzlich keine Inhalation. Die Dauer einer einzelnen Anwendung richtet sich nach Gerät und Füllmenge: Inhaliert wird, bis das Inhalat vernebelt ist, die Herstellerangabe zum Gerät gibt dir den Rahmen vor. Und noch einmal zur Reihenfolge, weil die Frage so oft kommt: Bronchienerweiterer und schleimlösende Lösungen vor dem Reiten, entzündungshemmende Wirkstoffe nach dem Reiten in Ruhe.

Das Inhalieren von Pferden mit und ohne Gerät

Nicht nur die Wahl der Lösung oder des Medikaments ist entscheidend für den Therapieerfolg, sondern auch die Wahl des Inhalationsgerätes hat einen entscheidenden Anteil. Vorab möchte ich auf drei Aspekte hinweisen:

  1. Bei einem akuten Asthmaanfall sollten Pferde niemals inhalieren, da der Atemwiderstand das Gefühl der Luftnot verstärkt. Stattdessen sollte nur ein Dosieraerosol mit Pferde-Adapter zur Medikamentengabe genutzt werden.
  2. Pferde sollten anders als beim Menschen üblich nur kalt inhalieren, da ansonsten Verbrennungsgefahr besteht!
  3. Wenn Masken benutzt werden, ist eine penible Maskenhygiene unabdingbar. Ansonsten können sich Pilze im Inhalator bilden und dein Pferd zusätzlich belasten.

Und eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: Sind ätherische Öle für die Inhalation geeignet? Meine Antwort dazu im Video.

Inhalieren mit Maske: Welcher Inhalator ist für mein Pferd geeignet?

Pferde mithilfe einer Maske zu inhalieren, ist definitiv eine sehr effektive Variante. Auf dem Markt gibt es verschiedene Arten von Maskeninhalatoren, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Damit du weißt, ob sich für dein Pferd eher ein Druckluftvernebler, ein Ultraschallvernebler oder ein Meshvernebler eignet, solltest du wissen, auf welche Merkmale der Technik du achten solltest:

Tröpfchengröße: Je kleiner die Tröpfchen der vernebelten Wirkstoffe, desto tiefer gelangen sie in die Atemwege. Entscheidend für die Wahl des Gerätes ist folglich, wie tief das Atemwegsproblem deines Pferdes sitzt. Bei Problemen der tiefen Atemwege sollte die Größe idealerweise im Bereich von 1 bis 5 μm liegen.

Leistung: Je stärker die Leistung, desto höher die Geschwindigkeit, mit der die Teilchen in die Lunge gelangen. Eine hohe Leistung verkürzt die Inhalationszeit und erhöht so bei vielen Pferden die Akzeptanz. Deswegen sind Human-Geräte für Pferde ungeeignet.

Totraum: Als Totraum wird der Weg vom Vernebler zur Nüster bezeichnet. Dieser sollte kurz sein, damit die Inhalation effektiv ist, sonst müssen größere Mengen vernebelt werden, damit die gleiche Menge ankommt.

Atemwiderstand: Die Bauart der Maske beeinflusst den Atemwiderstand deines Pferdes. Für Pferde mit sehr fortgeschrittenem Asthma kann ein zu hoher Atemwiderstand sehr unangenehm werden. Das geschlossene System hat aber den Vorteil, dass kein Inhalat entweicht, wichtig bei der Inhalation mit Medikamenten.

Dr. Veronika Klein mit einem Inhalator für Pferde in der Hand, Inhalationsmaske für die Behandlung von Husten

Passform und Material: Die Maske sollte gut abschließen und gleichzeitig nicht drücken. Außerdem sollten die Materialien weder Weichmacher noch andere Stoffe enthalten, die sich bei der Inhalation lösen können. Hast du entschieden, welche Kriterien der Inhalator erfüllen soll, kannst du dich auf die Suche nach einem Modell machen.

Inhalation des Pferdes: Welches Gerät für mein Pferd?

Verschiedene Techniken bedienen die Kriterien unterschiedlich, und es kommt ganz individuell auf dein Pferd an, was für euch die richtige Wahl ist. Die genannten Modelle sind Beispiele aus der Praxis, keine Kaufempfehlung (Werbung | Namensnennung | Verlinkung).

Kompressor- oder Druckluftvernebler
Bei dieser Technik wird das Inhalat durch Druckluft nach oben befördert. Die Tröpfchengröße wird von der Düsenöffnung und der Konstruktion der Prallplatte beeinflusst.
Vorteile: Kostengünstig in der Anschaffung.
Nachteile: Geringe Füllmenge und Leistung, lauter Geräuschpegel durch den Kompressor.
Beispiel: PARI BOY® (ein Menschen-Modell).

Ultraschallvernebler
Bei dieser Technik schwingt eine Platte und lässt durch Ultraschallwellen Aerosol entstehen. Die Tröpfchengröße wird von der Frequenz der Schwingungen beeinflusst.
Vorteile: Kein Verbrauchsmaterial, wetterbeständig, große Füllmengen möglich, hohe Leistung.
Nachteile: Technik, die eher in stationären Geräten verbaut wird, Hitzeentwicklung (bei Medikamenteneinsatz kann das zu Wirkstoffverlust führen), Apparatur meist mit Schlauch.
Beispiele: Air One Flex von neutec oder Equosonic Privat von Medizintechnik Hartwig.

Meshvernebler
Hier ist eine Membran mit sehr kleinen Löchern verbaut. Durch Vibration entstehen die Aerosole, die Tröpfchengröße wird durch die Löcher in der Membran bestimmt.
Vorteile: Technik, die in kleinen mobilen Geräten verbaut werden kann, leise, produziert das Inhalat direkt vor den Nüstern, Wirkstoffe bleiben stabil.
Nachteile: Kleinere Füllmengen, die Membran muss nach jeder Anwendung gereinigt werden, Folgekosten.
Beispiele: Flexineb von Nortev oder der SaHoMa®-II von nebutec.

Pferde im Pferdeanhänger oder in der Solekammer inhalieren

Das Inhalieren deines Pferdes in einer gut konzipierten und sauberen Solekammer mit einem geeigneten Hochleistungsvernebler ist für die präventive Inhalation eine durchaus praktikable Möglichkeit. Auch für Pferde, die mit der Maske auf Kriegsfuß stehen, ist es eine Alternative. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass für eine Inhalation mit Wirkstoffen (Medikamenten) die Verteilung im Raum zu groß ist, sodass die Inhalation weniger sinnvoll ist.

Bei der Inhalation auf einem Pferdeanhänger solltest du extrem auf die Hygiene achten, denn ansonsten kann das negative Auswirkungen haben! Bitte auf professionelle Anbieter achten.

Pferdeinhalator selber bauen?

Hier von mir ein klares: NEIN, bitte keine Marke Eigenbau verwenden! Bei selbst gebauten Inhalatoren ist weder die Sicherheit deines Pferdes gewährleistet, noch kann das Inhalieren den gewünschten therapeutischen Nutzen erzielen. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass Inhalatoren für Menschen bei Pferden aufgrund der viel größeren Lunge keine Wirkung haben. Bei gekauften Eimerinhalatoren ist zwar Materialsicherheit gegeben, jedoch entweicht bei offenen Masken einiges des Inhalats nach außen. Zudem gelangen Medikamente so in die Umgebungsluft. Ein Vorteil ist natürlich der geringe Atemwiderstand, das kann eine Möglichkeit für Pferde sein, die mit geschlossenen Masken Probleme haben.

⚠️ Achtung bei der Inhalation mit Wasserdampf über einen Beutel: Die Partikelgröße von Wasserdampf beträgt über 20 μm. Empfohlen wird jedoch eine Tröpfchengröße von unter 5 μm, um die unteren Atemwege effektiv zu befeuchten. Wasserdampf eignet sich also wenn überhaupt zur Pflege der Nüstern und der oberen Atemwege.

Pferd inhalieren ohne Gerät: Was wirklich geht

Die ehrliche Antwort: Eine Inhalation, die die tiefen Atemwege erreicht, gibt es ohne Gerät nicht. Wasserdampf kommt nur bis in die oberen Atemwege, der Eigenbau ist unsicher, und Menschen-Inhalatoren sind für die Pferdelunge zu schwach. Was ohne eigenes Gerät geht: die Solekammer oder ein professioneller Inhalations-Anhänger als präventive Anwendung. Und was ganz ohne Inhalation wirkt, und zwar mehr als jede Lösung: frische Luft rund um die Uhr, staubarmes Futter und eine staubarme Einstreu und regelmäßige Bewegung, die die Lunge belüftet. Genau diese drei Maßnahmen schauen wir uns jetzt an.

Du siehst, welchen Inhalator und vor allem welche Technik du für dein Pferd nutzen solltest, ist eine ganz individuelle Entscheidung und hängt von euren Wünschen und Bedürfnissen ab. Damit du auch hier fundiert entscheiden kannst, habe ich in meinem Kurs für Lungenpferde eine Expertin auf dem Gebiet der Inhalation von bitopEQUI® eingeladen.

Fütterung und Haltung von Pferden mit chronischem Husten

Ich hatte es weiter oben bereits erwähnt, aber gerne wiederhole ich es hier, weil es mir eine absolute Herzensangelegenheit ist, dir diese Botschaft mitzugeben: Eine gesunde Lebensführung ist die effektivste Prävention und Therapie für dein Pferd! Wie das bei der Fütterung aussieht, zeige ich dir in diesem Video.

Dazu gehört neben der Optimierung von Haltung und Fütterung auch ein durchdachtes Trainingsprogramm für dein Pferd. Körperliches Training ist die wichtigste und effektivste nicht-medikamentöse Maßnahme, die du zur Beeinflussung des Krankheitsverlaufs von equinem Asthma selbst ergreifen kannst! Ein gut durchdachtes und auf den Schweregrad der Erkrankung angepasstes Trainingskonzept lindert die Symptome, erhöht die Belastungsfähigkeit und steigert immens die Lebensqualität deines Pferdes. Wie du das Training über Atem- und Pulsfrequenz sicher steuerst, liest du im Artikel zum Lungensport für Pferde.

Schematische Darstellung der Pferdelunge, Lungenvolumen und Belüftung in Ruhe und in Bewegung

Eine Pferdelunge muss zur Gesunderhaltung belüftet werden. Der Atemapparat des Pferdes ist dabei auf lange und schnelle Bewegung eingestellt. Wer sein Lungenpferd nur schont, nimmt ihm die wichtigste Selbstreinigung.

Möchtest du tiefer in die Thematik einsteigen und deinem Pferd durch einen fundierten Trainingsplan helfen, seine Lebensqualität zu verbessern? Dann kann ich dir meinen Trainingskurs sehr ans Herz legen. Hier erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du den schmalen Grat bei Asthmatikern zwischen Über- und Unterforderung findest.

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Pferde inhalieren: Die Kosten

Die Anschaffung eines Inhalationsgerätes erscheint auf den ersten Blick teuer, je nach Technik liegen die Preise bei mehreren hundert bis über tausend Euro. Aus meiner persönlichen Praxiserfahrung kann ich aber berichten: Langfristig sparst du dir so öfter den Tierarzt und diverse Dosen an Pulver und kommst meistens doch günstiger davon. Das sind meine persönlichen Erfahrungen, garantieren kann ich das natürlich nicht. Die Kosten für die Inhalationslösungen sind überschaubar: Kochsalzlösung kostet wenige Euro pro Packung Ampullen, spezielle Inhalationslösungen wie bi-med Ectoin® von bitopEQUI® liegen bei rund 50 € für eine Monatspackung (Werbung | Namensnennung | Verlinkung). Eine Anwendung in der Solebox kannst du in der Regel für 35 bis 40 € buchen.

Die fünf besten Tipps, um chronischen Husten beim Pferd zu vermeiden

  1. Pferde sind Frischluft-Fanatiker: Habt den Mut zu offenen Haltungskonzepten!
  2. Den schnellen Galopp wagen, wenn es gesundheitlich möglich ist: Fördere die Lungengesundheit regelmäßig durch ein durchdachtes Training!
  3. Wissen schützt: Wer erste Anzeichen bei seinem Pferd erkennen kann, kann schnell und sinnvoll handeln. Achte auf die Atemfrequenz!
  4. Staubarm füttern: Heu von guter Qualität, bei Bedarf gewässert oder bedampft, und keine staubige Einstreu.
  5. Auch kleine Veränderungen tun deinem Pferd gut: nasses Fegen im Stall, keine Strohlagerung neben den Boxen, auch im Winter die Fenster offen lassen, mal ins Gelände, wenn der Hallenboden zu staubig ist. Kleine Veränderungen sind besser als gar keine und bewirken mehr, als du glaubst!

Pferde inhalieren: Mein Fazit

Das Inhalieren von Pferden mit chronischem Husten ist eine sinnvolle Ergänzung der Behandlungsstrategie. Jedoch ist es nur ein Aspekt der Behandlung und sollte eingebettet sein in eine nachhaltige Strategie gegen chronischen Husten. Dazu gehören neben der medizinischen Ursachenforschung auch eine Haltungsoptimierung und ein Konzept für den Lungensport.

Merke: Inhalation ersetzt keine Haltungs- und Bewegungsoptimierung!

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Häufige Fragen

Cortison ist eine sinnvolle Maßnahme, wenn equines Asthma sicher diagnostiziert ist, um die Entzündung in den unteren Atemwegen zu stillen, und wenn es mit deinem Tierarzt abgesprochen ist. Inhaliert wird es nach der Bewegung, sobald dein Pferd wieder den Ruhepuls erreicht hat.

Husten bei einem Pferd sollte sofort ernst genommen werden, da er Symptom einer infektiösen oder chronischen Erkrankung der Atemwege sein kann und ein Spätsymptom ist. Im milden Stadium des equinen Asthmas husten nur knapp 40 Prozent der Pferde.

Ist festsitzender Schleim die Ursache für den Husten, ist das Inhalieren sinnvoll, ebenso zur Pflege chronisch erkrankter Atemwege. Präventiv kann inhaliert werden bei Bewegungsmangel durch angeordnete Boxenruhe oder bei starkem Pollenflug und hoher Staubentwicklung.

Die Inhalation von niedrig dosierter Kochsalzlösung (0,9 %) ist zur Prävention von Atemwegserkrankungen und zur Pflege der Schleimhaut sinnvoll und kann dauerhaft erfolgen. Die höher dosierte Sole ist dagegen schleimlösend und sollte wegen ihres Reizpotentials nur kurweise bei Verschleimung angewendet werden.

Das hängt vom Wirkstoff und vom Gesundheitszustand deines Pferdes ab. Mit niedrig konzentrierter Kochsalzlösung und bei gesundheitlicher Indikation kann täglich inhaliert werden. Zur Prävention bei Asthmapferden in symptomfreien Phasen sind zwei- bis dreimal pro Woche angeraten. Für ein gesundes Pferd ist eine Inhalation grundsätzlich nicht nötig.

Bronchienerweiternde Wirkstoffe und schleimlösende Lösungen sollten vor dem Reiten inhaliert werden, entzündungshemmende Wirkstoffe wie Cortison nach dem Reiten, sobald das Pferd wieder den Ruhepuls erreicht hat.

Eine Inhalation, die die tiefen Atemwege erreicht, ist ohne geeignetes Gerät nicht möglich. Wasserdampf über einen Beutel kommt mit Partikeln über 20 μm nur bis in die oberen Atemwege, Eigenbau-Inhalatoren sind unsicher und Menschen-Geräte für die Pferdelunge zu schwach. Ohne eigenes Gerät bleiben die Solekammer oder ein professioneller Inhalations-Anhänger als präventive Option.

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