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25% Resistenzen: Warum blindes Entwurmen gefährlich ist

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Das Wichtigste in Kürze

»Resistenzen sind real: Bei ei­ni­gen Wurmarten wir­ken Wirkstoffe in über 25% der Fälle nicht mehr – eine Wirksamkeitskontrolle ist da­her für je­des Pferd (egal wel­che Strategie) un­er­läss­lich.
»Umweltbelastung re­du­zie­ren: Ausgeschiedene Wirkstoffe schä­di­gen mas­siv die Insektenwelt; eine ge­ziel­te Reduktion von Wurmkuren ist ak­ti­ver Naturschutz.
»Wissen schützt: Angst vor Koliken oder Fehlern ent­steht meist durch Halbwissen. Ein kla­rer Plan und das Verständnis der Wirkstoffe ge­ben Sicherheit und spa­ren lang­fris­tig Geld.

Warum die aktuelle Entwurmungspraxis scheitert

Alle Jahre wie­der be­ginnt mit der Weidesaison die gro­ße Diskussion in der Stallgasse und auf Social Media: Wie ent­wur­men wir rich­tig? Während die ei­nen “blind” vier­mal im Jahr zur Chemiekeule grei­fen, set­zen die an­de­ren auf Bitterkräuter bei Vollmond. Doch bei­de Extreme igno­rie­ren oft die wis­sen­schaft­li­che Realität. Das Ziel soll­te nicht der Besitz ei­nes “sau­be­ren” Pferdes durch pau­scha­le Gaben sein, son­dern die nach­hal­ti­ge Gesundheit des Tieres und sei­nes Umfelds. Pauschallösungen funk­tio­nie­ren nicht, denn je­des Pferd und je­der Bestand ist ein Unikat.

Gefahr durch Resistenzen: Wenn die Wurmkur nicht mehr wirkt

Eines der bren­nends­ten Probleme in der mo­der­nen Pferdepraxis sind zu­neh­men­de Resistenzen. Es ist ein ge­fähr­li­cher Trugschluss zu glau­ben, dass die Pharmaindustrie stän­dig neue Wirkstoffe “aus dem Hut zau­bert”. Tatsächlich ver­fü­gen wir nur über sehr we­ni­ge Wirkstoffgruppen. Wenn die­se durch un­sach­ge­mä­ßen Einsatz stumpf wer­den, brei­ten sich ge­fähr­li­che Wurmarten un­ge­hin­dert aus.

Entwurmen-Pferd-Pferdeäpfel-Würmer

Wer ohne Wirksamkeitskontrolle (Kotprobe nach der Gabe) ent­wurmt, ris­kiert nicht nur die Gesundheit sei­nes Pferdes, son­dern wirft auch buch­stäb­lich Geld aus dem Fenster. Eine Wurmkur, die auf­grund von Resistenzen nicht wirkt, be­las­tet den Organismus, ohne ei­nen Nutzen zu brin­gen. Dies be­trifft nicht nur Einzeltiere, son­dern gan­ze Bestände, da die re­sis­ten­ten Würmer im Stall ver­blei­ben. Ergänzend dazu ist es sinn­voll, die all­ge­mei­ne Darmgesundheit im Blick zu be­hal­ten, wie auch im Artikel über eine ge­sün­de­re Darmflora für das Pferd beschrieben.

Umweltschutz im Pferdestall: Insektensterben stoppen

Ein oft un­ter­schätz­ter Faktor ist der Einfluss von Wurmkuren auf un­ser Ökosystem. Die Wirkstoffe wer­den aus­ge­schie­den und tö­ten auf der Weide und im Mist Insekten. Angesichts des welt­wei­ten Insektensterbens, das un­se­re ge­sam­te Nahrungskette und Artenvielfalt be­droht, ist die Reduktion un­nö­ti­ger che­mi­scher Gaben eine ethi­sche Pflicht für Pferdehalter. Jeder, der sei­ne Strategie über­denkt und nur noch ge­zielt be­han­delt, leis­tet ei­nen Beitrag zum Erhalt un­se­rer Ökosysteme. Besonders bei emp­find­li­chen Pferden, etwa bei Hufrehe-Patienten, ist eine prä­zi­se Auswahl der Wirkstoffe und Zeitpunkte dop­pelt wichtig.

Seelenfrieden für Pferdebesitzer: Wissen statt Sorge

Stundenlange Diskussionen und die Angst vor der “ei­nen ne­ga­ti­ven Kotprobe trotz Verwurmung” kos­ten mas­siv Lebensenergie. Oft führt Halbwissen zu ei­nem Sorgenkarussell, das nachts den Schlaf raubt. Doch Fälle, in de­nen Pferde trotz Kotproben schwer er­kran­ken, las­sen sich mit Fachwissen fast im­mer er­klä­ren und ver­mei­den. Es geht dar­um, vom “kopf­lo­sen Huhn” zum “Adler” zu wer­den, der das Gesamtbild ver­steht. Wenn du ver­stehst, wie se­lek­ti­ve Entwurmung als Schlüssel für die Gesundheit funk­tio­niert, weicht die Angst der Handlungssicherheit.

Die 4 Typen der Entwurmung: Wo stehst du?

In der Pferdewelt las­sen sich oft vier Avatare beobachten:

  • Die pas­si­ve Paula: Sie macht “ein­fach wie im­mer” vier­mal im Jahr, ohne zu hin­ter­fra­gen, ob es noch wirkt.
  • Die ge­nerv­te Gisela: Sie weiß zwar um die Belastung, scheut aber den or­ga­ni­sa­to­ri­schen Aufwand von Kotproben im Pensionsstall.
  • Die ängst­li­che Agnes: Sie ist durch Horrorstorys im Internet ver­un­si­chert und traut sich nicht, von der ge­wohn­ten Routine abzuweichen.
  • Die mo­ti­vier­te Martha: Sie sucht den ro­ten Faden und möch­te ei­nen mo­der­nen Mittelweg zwi­schen Schutz und Chemie-Reduktion finden.

Egal zu wel­chem Typ du ge­hörst: Es gibt im­mer Wege, ak­tiv mit­zu­ge­stal­ten – auch als Einsteller. Eine Wirksamkeitskontrolle ist bei­spiels­wei­se im­mer mög­lich und lie­fert wert­vol­le Daten für den gan­zen Stall. Dies ist ein wich­ti­ger Teil der Vorsorge für Pferdekrankheiten.

Dein Weg zum individuellen Entwurmungsplan

Der ers­te Schritt aus dem Chaos ist Struktur. Notiere dir Wirkstoffe, Daten und Ergebnisse. Ein sys­te­ma­ti­sches Vorgehen spart nicht nur Geld, son­dern schont auch die Nerven. Es ist Zeit, das Thema Entwurmung nicht mehr als läs­ti­ges Übel, son­dern als Chance für mehr Tierwohl und Umweltschutz zu begreifen.

Dein nächster Schritt: Entwurmung mit Plan

Möchtest du end­lich weg von den emo­tio­na­len Stallgassen-Diskussionen und hin zu ei­ner fun­dier­ten Strategie?

Gratis Download: Hol dir jetzt den kos­ten­lo­sen Entwurmungspass, um den Überblick über Wirkstoffe und Termine zu behalten.

Online-Kurs: Im Kurs “Entwurmung mit Plan” (zu­sam­men mit Nana Keck von Koprolab Keck) lernst du in kur­zen Modulen al­les über mo­der­ne Entwurmung, Fallstricke und die prak­ti­sche Umsetzung – für dei­nen Seelenfrieden und die Gesundheit dei­nes Pferdes.

FAQ: Häufige Fragen zur Entwurmung

Warum reicht es nicht, ein­fach vier­mal im Jahr zu ent­wur­men?

Weil sich Resistenzen ge­bil­det ha­ben. Wenn du blind ent­wurmst, weißt du nicht, ob das Mittel über­haupt wirkt. Zudem be­las­test du das Pferd und die Umwelt un­nö­tig mit Chemie, wenn gar kein be­hand­lungs­wür­di­ger Befall vorliegt.

Kann eine Kotprobe wirk­lich alle Würmer fin­den?

Kotproben sind ein wich­ti­ges Werkzeug, ha­ben aber Grenzen (z.B. bei Larvenstadien oder be­stimm­ten Wurmarten). Deshalb braucht es eine Strategie, die Kotproben mit ge­ziel­ten Behandlungen (z.B. im Winter ge­gen Magendasseln) kombiniert.

Schadet die Wurmkur dem Darm mei­nes Pferdes?

Jede Wurmkur ist ein Medikament und greift in das Ökosystem Darm ein. Ziel der mo­der­nen Entwurmung ist es, so viel wie nö­tig, aber so we­nig wie mög­lich zu ge­ben, um die Belastung ge­ring zu halten.

Was ma­che ich, wenn mein Stallbetreiber ge­gen se­lek­ti­ve Entwurmung ist?

Du kannst trotz­dem ak­tiv wer­den! Führe zu­min­dest eine Wirksamkeitskontrolle nach der ver­ord­ne­ten Wurmkur durch. So er­fährst du, ob die Wirkstoffe in dei­nem Stall über­haupt noch funktionieren.

Sind Kräuter eine Alternative zur che­mi­schen Wurmkur?

Kräuter kön­nen das Milieu un­ter­stüt­zen, aber ei­nen ma­ni­fes­ten Wurmbefall oder ge­fähr­li­che Parasiten kön­nen sie nicht si­cher ab­tö­ten. Sie er­set­zen kei­ne me­di­zi­nisch not­wen­di­ge Behandlung.


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Dr. Veronika Klein

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