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Wissenschaft vs. Gefühl: 3 Schlüssel zur echten Sprache mit deinem Pferd

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Inhaltsverzeichnis

be­en­here

Das Wichtigste in Kürze:

»Technik ist nicht al­les: Wissenschaftliche Lernpsychologie er­klärt zwar das „Wie“, aber ech­te Verbindung ent­steht erst durch Emotion und Intuition.
»Mut zur Empathie: Arien Aguilar ar­gu­men­tiert, dass eine ge­wis­se „Vermenschlichung“ (z.B. Trost spen­den) bio­lo­gisch fun­diert und für die Bindung es­sen­zi­ell sein kann.
»Gemeinschaft statt Konkurrenz: Wahres Lernen fin­det statt, wenn wir Dogmen ab­le­gen und uns auf den Austausch und das Erleben (z.B. im Rahmen von Kilumin) konzentrieren.

Vom Mechaniker zum Gesprächspartner

In der Pferdewelt be­we­gen wir uns oft in ei­nem Spannungsfeld. Auf der ei­nen Seite ha­ben wir die har­te Wissenschaft – die Lerntheorie, die Biomechanik, die Fakten. Auf der an­de­ren Seite steht das Gefühl, die Intuition und das, was wir oft als „Magie“ zwi­schen Mensch und Pferd bezeichnen. 

In die­ser Podcast-Folge spre­che ich mit Arien Aguilar, der ge­nau die­se Brücke schlägt. Von Pferdesprachen ver­ste­hen hin zum Dialog mit dei­nem Pferd.

Arien, Sohn des be­kann­ten Alfonso Aguilar, ist mit Pferden auf­ge­wach­sen, als wäre es die na­tür­lichs­te Sache der Welt. Doch sein Weg führ­te ihn zu­nächst tief in die Wissenschaft. Er stu­dier­te Ethologie und Psychologie, um zu ver­ste­hen, was ge­nau im Gehirn pas­siert, wenn wir trai­nie­ren. Doch er merk­te schnell: Die rei­ne Wissenschaft kann tro­cken sein. Sie er­klärt uns die Mechanik – den Stimulus und die Response – aber sie lässt oft die Seele au­ßen vor. (Foto links: Arien mit Pferd von @emmaemerelle)

Es ist leicht, das Pferd zu ei­nem „Bioroboter“ zu de­gra­die­ren, wenn wir uns nur auf Konditionierung kon­zen­trie­ren. Aber wol­len wir das? Oder su­chen wir nicht ei­gent­lich den Dialog? Wenn du dich fragst, wie du die­sen Dialog star­test, hilft oft erst ein­mal eine Bestandsaufnahme: Setze dich in die Ecke der Halle und ver­su­che nur mit dem Kommando “z. B. Trab” dein Pferd an­zu­tra­ben. Versteht dein Pferd dein “Wort”?

Die “Black Box”: Was wir über das Innenleben der Pferde wissen

Ein span­nen­der Punkt, den Arien im Gespräch her­vor­hebt, ist das Konzept der „Black Box“ in der Psychologie. Wir ge­ben ei­nen Reiz (Input) und er­hal­ten ein Verhalten (Output). Was aber da­zwi­schen im Kopf und im Herzen des Pferdes pas­siert, bleibt uns oft verborgen.

Viele Trainingsmethoden igno­rie­ren die­sen Zwischenraum. Sie op­ti­mie­ren nur den Input, um den ge­wünsch­ten Output zu er­hal­ten. Doch eine ech­te Sprache – eine Semantik – ent­steht erst, wenn wir uns für die „Black Box“ in­ter­es­sie­ren. Wenn wir uns fra­gen: Wie fühlt sich das Pferd da­bei? Hat es ver­stan­den, was ich mei­ne, oder re­agiert es nur auf Druck?

Hierarchien und Dominanztheorien sind oft ver­al­tet. Es geht viel­mehr um ein Miteinander. Arien be­schreibt schön, wie er sich von der rei­nen „Technik“ (wie hal­te ich die Gerte, wie tip­pe ich an) hin zu ei­ner ge­fühl­ten Kommunikation ent­wi­ckelt hat. Das er­in­nert an Ansätze wie die Trust Technique für dein Pferd & Achtsamkeit für Dich, wo es eben­falls dar­um geht, den men­ta­len Raum zwi­schen Mensch und Tier zu klären.

Darf man Pferde vermenschlichen? Ein Plädoyer für Empathie

„Du darfst dein Pferd nicht ver­mensch­li­chen!“ – die­sen Satz ha­ben wir alle schon ge­hört. Arien Aguilar hält hier je­doch ent­schie­den da­ge­gen und bringt eine er­fri­schen­de wis­sen­schaft­li­che Perspektive ein.

Er ver­gleicht un­ser Verhalten mit dem von Primaten. Schimpansen um­ar­men sich, um sich zu trös­ten oder Konflikte bei­zu­le­gen. Auch Pferde sind hoch­so­zia­le Säugetiere, die auf Berührung und emo­tio­na­le Resonanz an­ge­wie­sen sind. Wenn wir also un­ser Pferd in ei­nem stres­si­gen Moment trös­ten oder ihm Zuneigung zei­gen wol­len, ist das kei­ne „fal­sche Vermenschlichung“, son­dern bio­lo­gisch sinn­vol­le Kommunikation un­ter Säugetieren.

Gefährlich wird der Anthropomorphismus (die Vermenschlichung) nur dann, wenn wir dem Pferd mensch­li­che Rachegelüste oder kom­ple­xe mo­ra­li­sche Konzepte un­ter­stel­len („Er macht das nur, um mich zu är­gern“). Aber dem Pferd Emotionen, Schmerzempfinden und das Bedürfnis nach Trost zu­zu­spre­chen, ist der Schlüssel zu fai­rem Training.

Genau die­ser fai­re Umgang ist auch die Basis für ge­sun­de kör­per­li­che Arbeit. Wenn die emo­tio­na­le Basis stimmt, kön­nen wir uns Themen wie der Bodenarbeit als ge­sund­erhal­ten­des Pferdetraining wid­men, ohne dass das Pferd un­ter Stress steht.

Der Umgang mit dem Gefühl „nicht gut genug“ zu sein

Ein sehr ehr­li­cher Moment im Podcast ist Ariens Eingeständnis, dass auch er – trotz sei­ner Erfahrung und sei­nes Hintergrunds – Momente des Zweifels kennt. In der heu­ti­gen Social-Media-Welt se­hen wir oft nur die per­fek­ten 15-Sekunden-Clips. Wir se­hen das Endprodukt, aber nie den strugg­le, die Fehler und den Lernprozess.

Das setzt uns un­ter Druck. Wir ha­ben Angst, Fehler zu ma­chen, das Pferd „ka­putt zu ma­chen“ oder vor an­de­ren schlecht da­zu­ste­hen. Ariens Rat: Akzeptiere, dass du nie „fer­tig“ bist. Es gibt kei­nen Punkt, an dem du al­les weißt. Kommunikation ist ein le­ben­di­ger Prozess. Es ist wich­tig, Dogmen los­zu­las­sen und of­fen für ver­schie­de­ne Wege zu blei­ben. Ein Ansatz, den ich auch in mei­nem Artikel Kein Platz für Dogmen in der Pferdewelt: Tensegrales Training vertrete.

Kilumin: Lernen durch Erleben und Gemeinschaft

Zum Abschluss gibt Arien ei­nen Einblick in sein Herzensprojekt „Kilumin“. Er hat er­kannt, dass klas­si­sche Seminare oft sehr fron­tal und tro­cken sind. Menschen sit­zen da, schrei­ben mit und ver­su­chen, Technik ko­gni­tiv zu erfassen.

Kilumin hin­ge­gen soll ein Festival des „Equilumina” sein. Es geht dar­um, Wissen er­leb­bar zu ma­chen, Emotionen zu we­cken und eine Gemeinschaft zu bil­den, die sich ge­gen­sei­tig un­ter­stützt statt sich zu kri­ti­sie­ren. Die Vision ist ein Ort, an dem wir ler­nen, wie wir ler­nen – und zwar mit Freude und im Austausch. Es ist der Weg weg vom iso­lier­ten „Instruktionen be­fol­gen“ hin zum ge­mein­sa­men Erleben der Pferdewelt.

Foto oben: Arien mit Pferd von @emmaemerelle)

Fazit & Deine nächsten Schritte 

Die Entstehung ei­ner ge­mein­sa­men Sprache mit dei­nem Pferd ist kein tech­ni­scher Vorgang, den du in ei­nem Wochenende lernst. Es ist eine Reise, die Empathie, wis­sen­schaft­li­ches Verständnis und vor al­lem das Zuhören er­for­dert. Arien Aguilar zeigt uns, dass wir kei­ne Angst da­vor ha­ben müs­sen, un­se­re Gefühle in das Training ein­zu­brin­gen – im Gegenteil, sie sind das Bindeglied.

Möchtest du tie­fer in die­se Art der Kommunikation ein­tau­chen? Wenn dich sei­ne Philosophie an­ge­spro­chen hat, kann ich dir ei­nen Blick in sein Buch wärms­tens emp­feh­len oder/und neh­me an der Equilumina (16.–19. Juli 2026) teil und sei ein Teil der Vision Erlebbares lernen.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was ver­steht Arien Aguilar un­ter „Pferdesprache“?

Für Arien ist Pferdesprache mehr als nur Körpersprache oder Signale (Konditionierung). Er sieht sie als ei­nen se­man­ti­schen Dialog, bei dem Emotionen, Absichten und das ge­gen­sei­ti­ge Zuhören im Vordergrund ste­hen, statt nur me­cha­ni­sche Reaktionen abzurufen.

Ist es falsch, mein Pferd zu ver­mensch­li­chen?

Nicht pau­schal. Arien un­ter­schei­det zwi­schen schäd­li­cher Vermenschlichung (dem Pferd böse Absichten un­ter­stel­len) und nütz­li­cher Empathie (Trost, Zuneigung). Da Pferde und Menschen Säugetiere mit ähn­li­chen emo­tio­na­len Grundbedürfnissen sind, ist emo­tio­na­le Zuwendung oft der rich­ti­ge Weg.

Was ist Kilumin?

Kilumin ist ein von Arien Aguilar ins Leben ge­ru­fe­nes Veranstaltungsformat. Es ver­bin­det Lernen (Education) mit Unterhaltung (Entertainment) und setzt den Fokus auf Gemeinschaft, Erlebnis und dog­men­frei­en Austausch, statt auf tro­cke­ne Frontalunterricht-Methoden.

Wie ver­bin­det Arien Wissenschaft und Gefühl im Pferdetraining?

Er nutzt wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse (Ethologie, Lerntheorie), um zu ver­ste­hen, wie das Pferd lernt, be­tont aber, dass die Anwendung eine Kunst ist. Das Gefühl füllt die Lücke, die die rei­ne Mechanik der Wissenschaft of­fen lässt (die „Black Box“).

Wo fin­de ich mehr über Arien Aguilars Methoden?

Neben sei­nen Social-Media-Kanälen und sei­ner Website ist Arien re­gel­mä­ßig auf Tour. Aktuell be­wirbt er sein Buch und die Tour „Die Entstehung ei­ner Sprache“, wo er die­se Konzepte live vermittelt.

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Dr. Veronika Klein

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