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Ein Symptom, 60 mögliche Ursachen: Headshaking verstehen

Pferdekrankheiten
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Das Wichtigste in Kürze

» Headshaking ist keine Diagnose, sondern ein Symptom. In der Literatur sind rund 60 Erkrankungen beschrieben, die es auslösen können.
» Nur 10 % der Pferde haben die symptomatische Form mit fassbarer Ursache. Bei 90 % lautet die Diagnose idiopathisch, also Ausschlussdiagnose.
» Bevor teure Diagnostik startet, lohnen die einfachen Dinge: Nasennetz, Ohrenschutz und ein Tagebuch mit Wetterangaben.

Headshaking ist ein Symptom mit sehr vielen möglichen Ursachen. Betroffene Pferde zeigen eine unkontrollierte und heftige Bewegung des Kopfes, schnauben dabei häufig und reiben sich die Nüstern, vorzugsweise an den Vordergliedmaßen. Rund ein Prozent der Pferdepopulation ist betroffen. Und der entscheidende Punkt für dich: Headshaking ist keine Diagnose, sondern ein Hinweis. Die Frage ist nie „Wie behandle ich Kopfschlagen?", sondern immer „Was steckt dahinter?".

Wir teilen es in zwei Kategorien und fünf Schweregrade ein. Beim symptomatischen Headshaking liegt eine körperliche Erkrankung zugrunde, beim idiopathischen findet man trotz gründlicher Suche nichts. Die Verteilung ist dabei unangenehm: Laut Literatur haben nur 10 % der Pferde die symptomatische Form, 90 % die idiopathische.

Podcast-Cover Kernkompetenz Pferd zum Thema Headshaking, mit Nahaufnahmen von Pferdegebiss und Pferdekopf sowie einem grasenden Pferd

Woran du Headshaking erkennst

Nicht jedes Kopfschütteln ist Headshaking. Ein Pferd, das im Sommer nach einer Bremse schlägt, wehrt Insekten ab. Beim Headshaking dagegen ist die Bewegung unkontrolliert, heftig und passt nicht zur Situation. Typisch dazu:

  • Häufiges Schnauben
  • Reiben der Nüstern, meist an den Vordergliedmaßen
  • Eine Abhängigkeit vom Wetter, oft verschlimmern Sonne, Wind oder Regen die Symptomatik
  • Manchmal ein Zucken der Gesichtsmuskulatur

Viele Besitzer bemerken das Kopfschlagen zuerst beim Reiten, weil es dort am meisten stört. Das heißt aber nicht, dass es nur dort auftritt, und es heißt vor allem nicht, dass der Reiter schuld ist.

Ein Muster, das sich lohnt zu kennen: Bei vielen Pferden ist das Headshaking saisonal. Es beginnt im Frühjahr, ist im Sommer am stärksten und wird im Winter besser oder verschwindet ganz. Andere reagieren auf einzelne Faktoren, etwa nur bei greller Sonne, nur bei Wind oder nur draußen und nicht in der Halle. Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern eine der wichtigsten Informationen für die Diagnose. Ein Pferd, das ausschließlich zwischen April und September und nur im Freien schlägt, erzählt eine andere Geschichte als eines, das ganzjährig und überall betroffen ist. Genau deshalb steht weiter unten das Tagebuch.

Die fünf Schweregrade

Die Einteilung hilft dir und deinem Tierarzt, dieselbe Sprache zu sprechen, und sie ist für die Entscheidung wichtig, wie weit die Diagnostik gehen soll:

  1. Geringgradig. Das Pferd ist noch gut reitbar.
  2. Mittelgradig. Tritt nur bei bestimmten Umständen auf, reitbar mit einigen Schwierigkeiten.
  3. Hochgradig. Reiten wird sehr schwierig, ist aber noch möglich.
  4. Unreitbar.
  5. Gefährlich und unkontrollierbar.

Symptomatisches Headshaking: Wenn eine Krankheit dahintersteckt

In der Literatur sind ungefähr 60 verschiedene Erkrankungen beschrieben, die das Symptom Headshaking auslösen können. Rückenschmerzen gehören dazu, eine Nasennebenhöhlenvereiterung, Erkrankungen der Zähne oder Probleme in der Halswirbelsäule.

Theoretisch müssten alle 60 ausgeschlossen werden, bevor man die Diagnose idiopathisches Headshaking stellen darf. Du kannst dir vorstellen, dass das ein nahezu unmögliches Unterfangen ist und dazu auch noch sehr, sehr teuer. Einmal das Pferd auf den Kopf stellen, bitte. Trotzdem lohnt sich die Suche, und zwar mehr, als die 10-Prozent-Statistik vermuten lässt. Denn wenn man fündig wird, ist das Problem oft schnell gelöst.

Vier Fälle aus der Praxis

Fall 1: Der Turnierwallach mit dem dumpfen Klang. Ein 15-jähriger Wallach, Paddockbox, Turniere auf A- und L-Niveau, jahrelang unauffällig. Seit einigen Wochen verschlimmerte sich das Kopfschütteln dramatisch. Bei der allgemeinen Untersuchung fiel ein einseitig geringgradig geschwollener Lymphknoten auf, und nach der Bewegung zeigte sich einseitiger gelber Nasenausfluss. Gehustet hat er nicht, die Lunge war beim Abhören unauffällig. Einseitig geschwollene Lymphknoten weisen meist auf ein Problem in den oberen Atemwegen hin, also im Bereich des Kopfes. Die Maulhöhle war zunächst unauffällig, aber es fiel ein leichter Mundgeruch auf. Und beim Abklopfen der Nasennebenhöhlen klang es links dumpfer als rechts.

Diesen Test kannst du selbst nachvollziehen: Klopf einmal auf eine volle und dann auf eine leere Wasserflasche. Der Ton ist unterschiedlich. Genau so klingt eine Nasennebenhöhle, in der Flüssigkeit steht. Das Röntgenbild bestätigte es: Eine auffällige Zahnwurzel und ein Flüssigkeitsspiegel in der Nasennebenhöhle. Der kaputte Zahn und der Eiter wurden entfernt, und innerhalb kürzester Zeit war das Headshaking verschwunden.

Zahnbehandlung beim Pferd mit Maulgatter, Dr. Veronika Klein arbeitet mit einem Motorwerkzeug im Maul des Pferdes

Fall 2: Die junge Stute mit dem Wolfszahn. Eine dreijährige Stute, gerade angeritten, Boxenhaltung. Erst war sie nur maulig, dann verschlimmerte sich das Kopfschütteln so weit, dass das Reiten richtig schwierig wurde. Beim Check von vorne nach hinten saß der Übeltäter schon im Maul: Ein Wolfszahn, der beim Anschlagen des Gebisses Schmerzen verursachte. Wolfszahn entfernt, fertig.

Mein Appell an dich: Wenn du ein junges Pferd hast, schau bitte ins Maul, bevor du es zum Anreiten gibst. Das erspart deinem Pferd Schmerzen und eine schlechte erste Erfahrung mit dem Gebiss. Was dabei alles zu finden ist und wie Gebisse überhaupt wirken, steht ausführlich im Artikel zur Gebisskunde.

Fall 3: Der Springwallach, dem man Untugend unterstellt hat. Acht Jahre, Springpferd, und zusätzlich zum Headshaking beim Reiten buckelte er und rannte unkontrolliert los. Das wurde lange als Untugend abgetan. Als es aber auch sämtliche Bereiter nicht in den Griff bekamen und Kräuter, Globuli und Co. nichts brachten, stand endlich eine ausführliche klinische Untersuchung an.

Schritt und Trab am Halfter, harter und weicher Boden, gerade und gebogene Linie: Ohne besonderen Befund. Beugeproben unauffällig, Zähne frisch gemacht, Lunge und Herz in Ordnung. Erst beim Abtasten kam es: Eine starke Abwehrbewegung im Genick, dazu Verspannungen im Hals- und Rückenbereich. Das geröntgte Genick zeigte eine Verkalkung im Nackenband. Behandelt wurde mit Stoßwelle und Medikamenten, dazu kam eine anatomisch geformte Trense, in der Nachbehandlung Physiotherapie und Akupunktur.

Physiotherapeutin behandelt mit beiden Händen den Rücken eines angebundenen Braunen im Stallgang

Das Headshaking verbesserte sich. Ob das Pferd jemals wieder voll einsatzfähig wird, blieb offen. Und eine Anmerkung, die mir bei diesem Fall wichtig ist: Die Anwendung von Schlaufzügeln und starker Handeinwirkung ist in meinen Augen grundsätzlich inakzeptabel, bei einem Pferd mit Genickproblem aber doppelt.

Fall 4: Das Pony, bei dem alles unauffällig war. Eine zehnjährige Ponystute, das Headshaking setzte plötzlich ein, sie war nicht mehr reitbar und selbst das Aufziehen des Halfters war kaum noch möglich. Bei der Untersuchung fand sich zunächst nichts. Also: Tupferprobe aus der Gebärmutter, Rücken geröntgt, osteopathisch behandelt, Zähne gemacht, Blutbild angefertigt. Alles ohne Befund.

Dann fiel auf, dass eine schmierige Flüssigkeit aus einem Ohr lief. Probleme mit den Ohren sind beim Pferd zugegebenermaßen sehr selten, aber diesmal wurden wir fündig: Ein kleiner Ast hatte sich ins Ohr gebohrt und eiterte vor sich hin. Die Wundpflege war alles andere als einfach, aber danach war das Pony wieder wie vorher.

Vier Pferde, vier völlig verschiedene Ursachen, ein einziges Symptom. Genau deshalb führt bei Headshaking kein Weg an einer sorgfältigen Untersuchung vorbei.

Idiopathisches Headshaking und der Trigeminusnerv

Was ist, wenn dein Pferd Kopfschlagen zeigt und man nichts anderes findet? Dann sind wir bei der zweiten Kategorie. Diese Form wird oft mit der Trigeminusneuralgie des Menschen verglichen. Dabei handelt es sich um einen schmerzhaften Reizzustand des Nervus trigeminus, eines Kopfnervs, vergesellschaftet mit einem Zucken der Gesichtsmuskulatur.

Beim Menschen gilt die Trigeminusneuralgie als eine der schmerzhaftesten Erkrankungen, die die Humanmedizin kennt. Wie es unseren Pferden mit dieser Erkrankung wohl geht?

Auslöser sind oft Licht, Wind oder Stress, und besonders unter Stress verstärkt sich die Symptomatik. Die genaue Ätiologie, also die Ursache der Erkrankung, ist bis heute nicht geklärt. Die Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose: Beweisend ist, dass nach gründlicher und sorgfältiger Untersuchung nichts anderes gefunden wird.

Fuchs mit Trense senkt den Kopf auf dem Reitplatz, kleine Insekten sind in der Luft zu sehen

Wie die Ursache gefunden wird

Je mehr du über dein Pferd und sein Headshaking erzählen kannst, desto besser. Meine Empfehlung ist deshalb ganz praktisch: Schreib ein ausführliches Tagebuch über das Verhalten deines Pferdes, mit genauen Angaben zum Wetter. Das kostet dich nichts und ist oft die wertvollste Information im ganzen Termin.

Zur Anamnese gehören diese Fragen:

  • Wann tritt das Headshaking auf?
  • Ist es wetterabhängig oder generell saisonal?
  • Ist es in der Reithalle genauso stark wie auf dem Platz?
  • Wie wird das Pferd gehalten und geritten? Welcher Sattel, welche Trense, wie steht es mit Ausbindern?
  • Zeigt das Pferd bei einem Fremdreiter die gleichen Symptome?
  • Wurde schon einmal ein Nasennetz oder ein Ohrenschutz ausprobiert, und hat es geholfen?
Tierärztin hört mit dem Stethoskop den Brustkorb eines Fuchses ab

Der Tierarzt führt dann einen Gesundheitscheck durch, also eine klinische allgemeine Untersuchung, und anschließend spezielle Untersuchungen der einzelnen Organsysteme. Dazu gehört die Untersuchung unter dem Reiter und an der Longe, eine Maulhöhlenuntersuchung, das Abklopfen des Schädels und bei Verdacht weiterführende Diagnostik wie Röntgen, Endoskopie, CT oder MRT.

Auch die Augen werden unter die Lupe genommen, denn die periodische Augenentzündung kann ebenfalls Headshaking verursachen.

Und wie an den Beinen kann man auch am Kopf die Nerven abspritzen, also eine diagnostische Anästhesie durchführen. Dabei achtet der Tierarzt auf einen deutlichen Vorher-Nachher-Effekt. Sind die Symptome nach der Betäubung weg oder deutlich vermindert, kommt als Therapieoption infrage, den Nerv chirurgisch lahmzulegen.

Was hilft: Die Therapie

Beim symptomatischen Headshaking ist die Antwort einfach, auch wenn der Weg dorthin aufwendig war: Man behandelt die auslösende Erkrankung. Der Zahn kommt raus, der Eiter wird gespült, das Nackenband wird therapiert. Wenn die Ursache verschwindet, verschwindet meist auch das Symptom.

Beim idiopathischen Headshaking ist es ehrlicherweise schwieriger. Ohne die genaue Krankheitsursache zu kennen, ist eine Therapie schwierig und nicht immer erfolgreich. Die Möglichkeiten sind begrenzt und führen teilweise zu keiner nachhaltigen Verbesserung. Was es gibt:

  • Nasennetz. Bei vielen Pferden die einfachste und wirksamste Maßnahme, und sie kostet fast nichts. Einen Versuch ist sie in jedem Fall wert.
  • Ohrenschutz. Ebenfalls simpel, hilft manchen Pferden deutlich.
  • Dunkle Kontaktlinsen für Pferde. Gibt es inzwischen und kann bei lichtgetriggertem Headshaking sinnvoll sein.
  • Medikamente. Verschiedene Wirkstoffe kommen infrage, die Ansprechrate ist unterschiedlich.
  • Chirurgie am Nerv. Als Ultima Ratio, also letzter Ausweg. Sie führt nicht in allen Fällen zum Erfolg, Rückfälle kommen sehr häufig vor, und leider gibt es auch Komplikationen.

Die gute Nachricht dabei: Vielen Pferden kann mit Nasennetz, Ohrenschutz oder dunklen Kontaktlinsen so gut geholfen werden, dass sie weiterhin ohne Probleme reitbar sind. Es lohnt sich also, die einfachen Dinge zuerst zu probieren, bevor man in die teure Diagnostik einsteigt.

Wenn Headshaking zur Frage nach dem Erlösen wird

Das ist die Frage, die im Netz oft gestellt und selten beantwortet wird, deshalb hier ehrlich: Ja, stark betroffene Pferde werden teils eingeschläfert, um sie zu erlösen. Das betrifft die Schweregrade vier und fünf, also Pferde, die unreitbar sind oder bei denen das Kopfschlagen gefährlich und unkontrollierbar wird, und bei denen die Therapieversuche ausgeschöpft sind.

Wenn du an diesem Punkt stehst, bewerte nicht die Reitbarkeit, sondern die Lebensqualität. Ein Pferd, das dauerhaft Schmerzen eines gereizten Kopfnervs aushält, leidet auch auf der Weide. Wie sich eine solche Entscheidung strukturiert treffen lässt und welche messbaren Marker dabei helfen, steht ausführlich im Artikel zum Einschläfern und zur Euthanasie. Und bevor es so weit kommt: Hol dir eine zweite Meinung in einer Klinik mit entsprechender Ausstattung. Bei 60 möglichen Ursachen ist es keine Schande, wenn beim ersten Anlauf nichts gefunden wurde.

Was du selbst tun kannst

  • Führ das Tagebuch. Datum, Wetter, Situation, Stärke. Nach vier Wochen siehst du Muster, die im Einzelmoment niemand erkennt.
  • Mach den Fremdreitertest. Zeigt das Pferd bei jemand anderem dieselben Symptome, ist die Reiterfrage vom Tisch.
  • Probier Nasennetz und Ohrenschutz, bevor du in die große Diagnostik gehst. Beides ist günstig und schnell beantwortet.
  • Lass ins Maul schauen, gerade bei jungen Pferden und vor dem Anreiten.
  • Prüf das Equipment. Sattel, Trense, Zäumung. Nicht als Schuldfrage, sondern als eine der 60 Möglichkeiten.
  • Nimm das Symptom ernst, auch wenn es „nur" beim Reiten auftritt. Untugend ist die bequemste und teuerste Fehldiagnose, die es gibt. Fall 3 hat Jahre gekostet.
Empfehlung
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Checke selbst den Gesundheitsstatus, lege Verbände an und sei vorbereitet für den Notfall. Durch präzise Vorbereitung wirst du in der Lage sein, gelassen und entspannt zu reagieren — bevor der Tierarzt kommt.

Sofort starten

Ein einzelnes Symptom wie Headshaking kann viele Ursachen haben, und nur eine sorgfältige Untersuchung bringt Licht ins Dunkel. Entscheidend ist am Ende nicht der einzelne Befund, sondern die Gesamtheit der Befunde.

Häufige Fragen

Headshaking ist ein plötzliches, unkontrolliertes und heftiges Kopfschütteln, das nicht zur Situation passt. Betroffene Pferde schnauben häufig und reiben sich die Nüstern, meist an den Vordergliedmaßen. Etwa ein Prozent der Pferdepopulation ist betroffen. Wichtig: Es ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom mit sehr vielen möglichen Ursachen.

In der Literatur sind rund 60 Erkrankungen beschrieben, die Headshaking auslösen können, darunter Zahnerkrankungen, eine Nasennebenhöhlenvereiterung, Rückenschmerzen und Probleme in der Halswirbelsäule. Findet man nach gründlicher Untersuchung nichts, spricht man vom idiopathischen Headshaking, das mit einem gereizten Kopfnerv, dem Nervus trigeminus, in Verbindung gebracht wird.

Die einfachen Maßnahmen zuerst: Nasennetz, Ohrenschutz und inzwischen auch dunkle Kontaktlinsen für Pferde. Vielen Pferden ist damit so gut geholfen, dass sie weiterhin problemlos reitbar sind. Dazu kommen verschiedene Medikamente. Ein chirurgischer Eingriff am Nerv ist die Ultima Ratio, führt nicht immer zum Erfolg und ist mit häufigen Rückfällen und Komplikationen verbunden.

Fünf. Grad 1 ist geringgradig und das Pferd noch gut reitbar. Grad 2 tritt nur unter bestimmten Umständen auf, reitbar mit Schwierigkeiten. Grad 3 macht das Reiten sehr schwierig, aber noch möglich. Bei Grad 4 ist das Pferd unreitbar. Grad 5 bedeutet gefährlich und unkontrollierbar.

Beim Reiten fällt es am stärksten auf, weil es dort am meisten stört, aber es beschränkt sich nicht darauf. Ein Fremdreitertest hilft bei der Einordnung: Zeigt das Pferd bei jemand anderem dieselben Symptome, ist die Reiterfrage vom Tisch. Vorschnell auf Untugend zu tippen, ist die bequemste und am Ende teuerste Fehldiagnose.

In den allermeisten Fällen nicht. Stark betroffene Pferde der Schweregrade vier und fünf, bei denen alle Therapieversuche ausgeschöpft sind, werden allerdings teils eingeschläfert, um sie zu erlösen. Maßstab dafür ist nicht die Reitbarkeit, sondern die Lebensqualität, denn ein dauerhaft gereizter Kopfnerv schmerzt auch auf der Weide.

Mit einer präzisen Anamnese, idealerweise gestützt auf dein Tagebuch mit Wetterangaben, einem allgemeinen Gesundheitscheck und anschließend gezielten Untersuchungen der Organsysteme. Dazu gehören die Untersuchung unter dem Reiter und an der Longe, eine Maulhöhlenuntersuchung, das Abklopfen des Schädels sowie bei Verdacht Röntgen, Endoskopie, CT oder MRT. Auch eine diagnostische Anästhesie der Kopfnerven ist möglich.

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