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Mensch mit Pferd oder Pferdemensch

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QUIZ MIT PFERDETIERÄRZTIN DR. VERONIKA KLEIN

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Podcast

Cushing beim Pferd gibt es nicht!

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Die Cushing-Erkrankung

Etwas pro­vo­ka­tiv — aber wir klä­ren in die­ser Episode was Cushing ge­nau ist und war­um es die­se Erkrankung beim Pferd gar­nicht gibt.

Morbus Cushing: 85% der Fälle
Der Morbus Cushing ist ge­kenn­zeich­net durch eine Überproduktion von ACTH aus der Hirnanhangsdrüse und zwar dem vor­de­rem Teil, dem Hypophysenvorderlappen. Das ACTH (Hormon) ge­langt an die Nebennierenrinde und führt dort zu ei­ner über­mä­ßi­gen Kortison Auschüttung — in­fol­ge des­sen ent­ste­hen die kör­per­li­chen Symptome.

Cushing Syndrom: 15% der Fälle
In der Regel durch ei­nen Tumor der Nebenniere, der di­rekt Kortison pro­du­ziert — hier ist die Hirnanhangsdrüse pri­mär nicht be­tei­ligt.

Diese Erkrankungen kom­men beim Mensch und beim Hund vor!

 

PPID = Pituitary Pars intermedia Dysfunction (früher: equines Cushing Syndrom)

Aufgrund von neu­en wis­sen­schaft­li­chen Studien wur­de fest­ge­stellt, dass die Abläufe beim Pferd an­ders ver­lau­fen, da­her wur­de das frü­her “Equine Cushing Syndrom” nach dem neu­es­ten Wissenstand um­be­nannt in

PPID = Pituitary Pars Intermedia Dysfunction.
Pituitary = Hirnanhangsdrüse
Pars in­ter­me­dia = Zwischenlappen der Hypophyse
Dysfunction = Funktion ge­stört

Beim Pferd spielt die Hirnanhangsdrüse mit dem ACTH eine Rolle, da­her ist per Definition das Cushing Syndrom aus­ge­schlos­sen. Ähnlichkeiten zum Morbus Cushing lie­gen in der Überproduktion von ACTH oder bes­ser der Freisetzung von meh­re­ren POMC-Spaltprodukten aus der Hirnanhangsdrüse. Die Abgrenzung zum Morbus Cushing ist aber zum ei­nem, dass der Zwischenlappen beim Pferd be­trof­fen ist statt der Vorderlappen beim Hund und das ur­säch­lich für die Überproduktion bei PPID beim Pferd eine al­ters­be­ding­te Degeneration von Nervenzellen im Gehirn ist und nicht wie beim Hund ein Tumor der Hirnanhangsdrüse.

PPID (früher Cushing) eine neurodegenerative Erkrankung

Zu Erkrankungen, die mit vor­zei­ti­gen ster­ben von Nervenzellen im Gehirn beim Menschen ein­her­ge­hen, ge­hö­ren die Parkinson-Erkrankung und ver­schie­de­ne Demenzformen. Bei der Parkinson-Erkrankung sind bei­spiels­wei­se nur Nervenzellen be­trof­fen, die den Botenstoff Dopamin pro­du­zie­ren. Bei PPID beim Pferd ist das auch der Fall, Dopamin-pro­zie­ren­de Nervenzellen im Gehirn ge­hen al­ters­be­dingt zu­grun­de. Dopamin ist ein Botenstoff, der un­ter ge­sun­den Umständen die Hirnanhangsdrüse hemmt, da­mit we­nig ACTH aus­ge­schüt­tet wird. Dieser Botenstoff fehlt bei PPID-Patienten durch den Nervenzelluntergang und es kommt zur über­mä­ßi­gen ACTH Ausschüttung und an­de­ren Spaltprodukten, die dann im Körper die je­wei­li­gen Symptome aus­lö­sen, wie zum Beispiel die Hufrehe bei un­se­ren Pferden.

Mehr Informationen zur Hufrehe be­kommst du in der Episode #27

-> hier geht zu der Episode #27 Hufrehe

Mehr zu Hufrehe mit ei­ner schö­nen Infografik fin­dest du bei dem Pferdeliebe Magazin

-> zur Seite

Probleme beim Fellwechsel

Zur Podcastepisode: Hufrehe

Vorkommen von PPID (Cushing beim Pferd)

Insgesamt sind 3% der ge­sam­ten Pferdepopulation be­trof­fen, bei Pferden über 15 Jahren sind es 20%, das ist sta­tis­tisch ge­se­hen je­des 5. Pferd über 15 Jahre. Es kön­nen Maßnahmen er­grif­fen wer­den, je nach­dem in wel­cher Phase des 4‑Phasen-Modells sich dein Pferd be­fin­det.

 

Das 4‑Phasen-Modell für gesündere Pferde

  1. Phase: ge­sun­des Pferd
    -> Gesundheitsförderung steht im Vordergrund
  2. Phase: Risikopatient vor der Krankheit
    -> Massnahmen zur Prävention sind wich­tig!
  3. Phase: er­krank­ter Patient
    -> Früherkennung, um schlim­me­re Folgen zu ver­hin­dern und Unterstützung der Genesung
  4. Phase: Patient nach über­stan­de­ner Krankheit
    -> Rückfälle ver­mei­den und Programm zur Rehabilitation

    PPID — Risikopatient (2. Phase)
    Du soll­test dein Pferd, wenn es äl­ter als 15 Jahre alt ist, re­gel­mä­ßig un­ter­su­chen auf kli­ni­sche Hinweise:
    - Fettpolster über den Augen,
    - Verhaltensänderungen (Müdigkeit),
    - ver­min­der­te Leistung beim Reiten
    - Probleme im Fellwechsel
    - re­gio­nal lan­ge Haare
    - Muskelabbau, be­son­ders an der Rückenlinie

Dieses 4‑Phasen-Modell wer­den wir nun im­mer auf die ver­schie­de­nen Krankheiten an­wen­den, um dir ei­nen Leitfaden zu ge­ben und zu je­der Phase Massnahmen für dein Pferd er­ar­bei­ten.

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