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Kotwasser beim Pferd: Warum es meist kein Darmproblem ist

Pferdekrankheiten
Dr. med. vet. Veronika Klein
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Grundlage dieses Artikels ist die Podcast-Folge von Dr. Veronika Klein zu Kotwasser und Durchfall, ergänzt um die aktuelle wissenschaftliche Studienlage. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, gerade weil hinter hartnäckigem Kotwasser oft ein abklärungsbedürftiges Magenproblem steckt.

Das Wichtigste in Kürze

» Kotwasser ist kein Durchfall: Das Pferd setzt normal geformte Äpfel ab und zusätzlich läuft eine braune Flüssigkeit ab. Es ist sonst gesund, das Problem ist funktionell, keine Darmentzündung.
» Studien zeigen zwei Hauptursachen: psychosozialer Stress (rangniedrig, Futterneid) und Magengeschwüre (bei über der Hälfte der Kotwasser-Pferde), nicht eine „gestörte Darmflora".
» Was hilft: Haltung und Fütterung optimieren und den Magen abklären (Gastroskopie). Probiotika und Kotwasser-Zusatzfutter sind laut Studien meist wirkungslos.

Ein verklebter, verschmierter Schweif, wunde Beine, ständiges Waschen: Kotwasser ist eine der lästigsten und hartnäckigsten Angelegenheiten im Stall. Und eine der missverstandensten. Kaum ein Thema wird so oft mit teuren Zusatzfuttern, Kräutern und Darmkuren behandelt, und kaum eines so selten an der Wurzel gepackt. Die aktuelle Studienlage zeichnet ein klares Bild: Kotwasser ist meist kein Darmproblem, das man wegfüttern kann, sondern ein Signal für Stress und Magen. Dieser Artikel fasst zusammen, was wirklich dahintersteckt und was wirklich hilft.

Kotwasser (fachlich Free Fecal Water Syndrome, FFWS) bezeichnet den zweiphasigen Kotabsatz beim Pferd: Das Pferd setzt normal geformte Pferdeäpfel ab und zusätzlich, davor, danach oder unabhängig davon, läuft eine bräunliche Flüssigkeit ab. Es ist kein Durchfall, denn die festen Kotballen bleiben normal geformt.

Durch Kotwasser verklebter und verschmutzter Pferdeschweif, das typische äußere Zeichen

Kotwasser oder Durchfall? Der entscheidende Unterschied

Diese Unterscheidung ist die wichtigste überhaupt, weil sie über Dringlichkeit und Ursache entscheidet:

  • Beim Kotwasser bleibt der eigentliche Kot normal geformt. Die freie Flüssigkeit kommt zusätzlich. Das Pferd ist dabei in aller Regel munter, frisst normal, hat kein Fieber und nimmt nicht ab. Das Allgemeinbefinden ist ungestört. Kotwasser ist damit systemisch nicht bedrohlich, aber ein echtes Hygiene- und Hautproblem: Der dauernasse Schweif- und Hinterbeinbereich führt zu wunder, gereizter Haut, im Winter zu Frostschäden, im Sommer zu Fliegenbelastung.
  • Beim echten Durchfall (Diarrhoe) ist die gesamte Kotkonsistenz verändert, von Kuhfladen bis wässrig. Dahinter steckt oft eine Entzündung oder Infektion im Dickdarm. Kommen Fieber, Apathie, Abmagerung, Kolikanzeichen oder Austrocknung dazu, oder sind mehrere Pferde im Stall betroffen, ist das ein Notfall und gehört sofort in tierärztliche Hand.
Normal geformte Pferdeäpfel auf dem Boden als Zeichen einer gesunden Verdauung, beim Kotwasser bleibt der feste Kot normal

Kurz: Normal geformte Äpfel plus Wasser ist Kotwasser. Veränderter, breiiger bis wässriger Kot ist Durchfall. Wie häufig Kotwasser ist, zeigt eine Studie an Schweizer Warmblutpferden mit einer Prävalenz von rund 9 Prozent. Es betrifft also fast jedes zehnte Pferd.

Wenn es doch echter Durchfall ist: die häufigsten Ursachen

Echter Durchfall gehört immer abgeklärt. Beim erwachsenen Pferd liegt die Ursache fast immer im Dickdarm, dem Ort der Wasserrückgewinnung. Man unterscheidet:

  • Infektiöse (ansteckende) Ursachen: Bakterien wie Salmonellen (eine meldepflichtige Tierseuche, die als Zoonose auch auf den Menschen übergehen kann) oder Clostridien (Stichwort Colitis X), Viren sowie Parasiten. Besonders tückisch sind die kleinen Strongyliden: Ihre Larven sitzen in der Darmwand, richten beim massenhaften Ausschlüpfen großen Schaden an (larvale Cyathostominose, mit einer Sterblichkeit von teils über 50 Prozent) und sind in der normalen Kotprobe nicht nachweisbar. Sind mehrere Pferde im Stall betroffen oder kommt Fieber dazu, spricht das für eine infektiöse Ursache.
  • Nicht-infektiöse Ursachen: übermäßige Sandaufnahme (typisch: Pferde auf abgefressenem Sandpaddock ohne Heu), Medikamente (Entzündungshemmer, Antibiotika), eine paradoxe Verstopfung, bei der sich nur noch Wasser am Futterbrei vorbeidrückt, oder Fütterungsfehler.

Die wahren Ursachen: was die Wissenschaft zeigt

Kotwasser ist eine funktionelle Störung. Der Dickdarm resorbiert das Wasser nicht mehr sauber zurück, obwohl das Gewebe selbst gesund ist. Warum das passiert, hat die Forschung der letzten Jahre auf zwei Hauptpfeiler eingegrenzt, und keiner davon ist die viel beschworene „kaputte Darmflora".

1. Psychosozialer Stress und die Rangordnung

Der Zusammenhang zwischen Stress und Kotwasser ist wissenschaftlich hervorragend belegt. In einer kontrollierten Feldstudie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Kienzle et al., 2016) waren 40 Prozent der Kotwasser-Pferde die rangniedrigsten oder vorletzten Tiere in ihrer Herde, gegenüber nur 4 Prozent in der Kontrollgruppe. 62 Prozent verteidigten ihr Futter nicht aktiv gegen Herdenmitglieder. Auffällig überrepräsentiert waren Wallache und Schecken.

Der Mechanismus dahinter ist die Darm-Hirn-Achse: Anhaltender sozialer Stress, etwa durch Futterneid und Gedränge am Fressplatz in der Gruppenhaltung, beschleunigt die Darmbewegung. Der Kot wird schneller durchgeschoben, als der Enddarm das Wasser zurückholen kann, und die überschüssige Flüssigkeit läuft ab. Das erklärt auch, warum gerade unsichere, rangniedrige Pferde betroffen sind.

Ich sage das auch aus eigener Erfahrung: Mein eigener Wallach hatte immer wieder mit Kotwasser zu kämpfen, ein wirklich frustrierendes Thema. Seit er im Offenstall lebt, ist es zu über 90 Prozent verschwunden. Genau das deckt sich mit der Studienlage. Nimmt man den Druck aus der Haltung, verschwindet sehr oft auch das Kotwasser.

2. Magengeschwüre als versteckter Auslöser

Das ist die vielleicht wichtigste neue Erkenntnis. Eine Untersuchung der Freien Universität Berlin (Dissertation, 2025) hat 32 chronische Kotwasser-Pferde gastroskopiert. Das Ergebnis: 56 Prozent hatten nachweisbare Magengeschwüre, mit einem auffällig hohen Anteil der schwer behandelbaren Form der Drüsenschleimhaut (EGGD). Und noch wichtiger: Eine gezielte Magentherapie verbesserte das Kotwasser hochsignifikant.

Der Schmerz eines Magengeschwürs wirkt als Dauerstressor, der über das Nervensystem direkt die Dickdarmbewegung stört. Damit wird der Magen zum unsichtbaren Motor hinter dem Symptom am anderen Ende. Wie verbreitet und unterschätzt Magenprobleme beim Pferd sind, liest du im Artikel über Magengeschwüre beim Pferd.

3. Fütterung: Stärke, Fresspausen und die Heulage-Frage

Die Fütterung wirkt mit, aber anders als oft gedacht. Eine Fall-Kontroll-Studie aus Schweden und Norwegen (Lindroth et al., 2021) fand, dass Kotwasser-Pferde nicht mehr Heulage bekamen als gesunde, aber deutlich mehr stärke- und zuckerreiches Kraftfutter und weniger strukturreiche Faser. Große Stärkemengen überfordern die Verdauung, verschieben das Milieu im Dickdarm und ziehen Wasser ins Darmlumen. Auch lange Fresspausen mit leerem Magen und Darm bringen die Verdauung aus dem Takt.

Und die berüchtigte Heulage? Nicht die Konservierungsform an sich ist schuld, sondern die einzelne Charge. In Besitzerbefragungen half ein Wechsel von Heulage auf gutes Heu bei knapp 60 Prozent der Pferde, bei anderen brachte er gar nichts. Es lohnt sich also, eine schlechte Charge zu tauschen, aber Heulage ist nicht pauschal der Feind.

Was NICHT die Ursache ist: hartnäckige Mythen im Faktencheck

Genau hier verdient Kotwasser einen ehrlichen Blick, denn viele der gängigen Erklärungen sind durch Studien widerlegt:

  • „Die Darmflora ist gestört (Dysbiose)." Moderne Genanalysen des Kotmikrobioms (Schoster et al., 2020) fanden keinen bedeutsamen Unterschied in der Vielfalt und Zusammensetzung der Darmbakterien zwischen Kotwasser-Pferden und gesunden Stallgefährten. Eine echte, zerstörte Darmflora liegt beim Kotwasser nicht vor. Damit fällt die Grundlage für den Großteil der beworbenen Darmkuren weg.
  • „Die Zähne sind schuld." Eine physikalische Siebanalyse des Kots (Lindroth et al., 2022) ergab keinerlei Unterschiede in der Faserlänge zwischen betroffenen und gesunden Pferden. Ein schlechter Zahnstatus ist als primäre Ursache ausgeschlossen. Zahnpflege bleibt wichtig, löst aber kein Kotwasser.
  • „Es sind die Würmer." In den kontrollierten Studien hatten Kotwasser-Pferde keine höhere Wurmbelastung als gesunde. Eine Entwurmung half nur bei einem kleinen Teil. Sinnvoll bleibt eine gezielte Entwurmung nach Kotprobe, als Kotwasser-Therapie taugt sie nicht.
  • „Es ist der Sand im Darm." Sand ist meist Kofaktor bei schlechter Raufutterversorgung auf sandigen Ausläufen, aber kein isolierter Auslöser. Kotwasser-Pferde schieden nicht mehr Sand aus als gesunde.

Ein deutliches Warnsignal zum Schluss dieses Abschnitts: Von experimentellen Darmkuren mit scharfen Mitteln ist dringend abzuraten. Eine Studie zum früher genutzten Wirkstoff Clioquinol zeigte einen Verlust von bis zu 90 Prozent der Darmbakterien und die Ausbreitung von Salmonellen. Solche Versuche gefährden die Darmgesundheit massiv.

Diagnostik: dem Kotwasser auf den Grund gehen

Weil Kotwasser eine Ausschlussdiagnose ist, lohnt bei hartnäckigen Fällen ein strukturiertes Vorgehen mit dem Tierarzt:

  • Anamnese und Rationsanalyse: Fütterung (Stärke, Raufutter, Chargenwechsel), Fresspausen, Wasseraufnahme und vor allem die Haltung und Rangposition in der Herde.
  • Klinische Untersuchung: Vitalwerte, Hydration und die Abgrenzung zum echten Durchfall.
  • Blut und Kot: Blutbild und Entzündungswerte (unter anderem Serum-Amyloid-A) zum Ausschluss einer echten Darmentzündung, bei Pferden über 15 Jahren der ACTH-Wert zum Ausschluss von Cushing (PPID), dazu eine Kotprobe und ein Sandtest.
  • Ultraschall: Beurteilung der Dickdarmwand (bei reinem Kotwasser unauffällig).
  • Gastroskopie: Angesichts der über 50 Prozent Magengeschwüre bei Kotwasser-Pferden ist die Magenspiegelung bei chronischen Fällen der entscheidende Schritt. Sie deckt die eigentliche Ursache oft erst auf.
Fiebermessen beim Pferd mit digitalem Thermometer, wichtig zur Abgrenzung von echtem Durchfall

Behandlung nach Evidenz: die wichtigsten Stellschrauben

Die gute Nachricht: Wer an den richtigen Stellschrauben dreht, bekommt Kotwasser bei vielen Pferden in den Griff. Geordnet nach Wirksamkeit:

  • Haltung und Stress optimieren (starke Evidenz): Für rangniedrige Pferde entspannte Fressplätze mit ausreichend Abstand (mehr Fressplätze als Pferde), Sichtschutz und Ausweichmöglichkeiten, notfalls eine ruhigere Haltungsform mit einem harmonischen Partner. Das ist der wirksamste Hebel überhaupt. Ideen für bewegungsreiche, stressarme Haltung findest du beim Paddock Trail.
  • Fütterung anpassen (starke Evidenz): Kraftfutter und Stärke deutlich reduzieren, viel strukturreiches, sauberes Heu, bei Bedarf etwas Futterstroh für die Faser. Eine fragwürdige Heulage-Charge tauschen. Alle Umstellungen langsam über vier bis sechs Wochen. Meine Faustregel dazu ist Clean Eating fürs Pferd: Halte einmal die Nase in Heu und Stroh, verziehst du das Gesicht, gehört es nicht in den Trog. Und lies die kleinen Inhaltsangaben auf den Futtersäcken, die Mahlzeiten sollten ohne unnötige Zusatzstoffe auskommen.
  • Den Magen behandeln: Wird bei der Gastroskopie ein Geschwür gefunden, ist dessen Therapie oft der Schlüssel, der das Kotwasser mitlöst.
  • Kottransplantation bei therapieresistenten Fällen (mittlere bis hohe Evidenz): Die Übertragung von Kot eines gesunden Spenderpferds über eine Nasenschlundsonde (Laustsen et al., 2021) senkte den Schweregrad ab Tag 14 deutlich und über Monate. Sie wirkt nicht über eine dauerhafte Besiedlung, sondern über heilsame Stoffwechselprodukte der Spenderbakterien. Das gehört in die Klinik.
  • Symptomatisch und nur kurzfristig: Mineralerde vom Typ DTO-Smektit kann den Kot vorübergehend festigen (Hassel et al., 2008), bindet bei Dauergabe aber auch wichtige Nährstoffe, also höchstens für ein paar Tage zur Entlastung der Haut. Flohsamen helfen vor allem bei nachgewiesenem Sand.

Zusatzfutter gegen Kotwasser: was die Studien zu den Versprechen sagen

Der Markt ist voll von Kotwasser-Pulvern, Kräutermischungen und Darmkuren. Gemessen an der Studienlage halten die Werbeversprechen selten stand:

  • „Saniert die gestörte Darmflora": Es gibt beim Kotwasser keine gestörte Darmflora, die man sanieren müsste. Für Standard-Probiotika und Hefen fehlt bei Kotwasser jeder belastbare Wirknachweis.
  • „Entgiftet den Darm dauerhaft": Tonerden binden Wasser gut, maskieren aber nur das Symptom und entziehen bei Dauergabe Nährstoffe.
  • „Kräuter beruhigen die entzündete Schleimhaut": Die Dickdarmwand ist bei Kotwasser gar nicht entzündet, und für eine Heilwirkung der Kräuter gibt es keine Studien.

Der ehrliche Kern: Solange Stress, Haltung und Magen unbeachtet bleiben, verpufft fast jede Maßnahme aus dem Futtereimer. Haltung schlägt Zusatzfutter. Das ist die unbequeme, aber günstige Wahrheit.

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Warum Kotwasser im Winter oft schlimmer wird

Viele Besitzer beobachten, dass das Kotwasser in der kalten Jahreszeit zunimmt. Das passt gut ins Bild: Im Winter kommen mehrere Stressfaktoren zusammen. Die Pferde stehen enger zusammen, was den sozialen Druck auf rangniedrige Tiere erhöht, der Weidegang fehlt, gefüttert wird trockenes Konservierungsfutter, und oft trinken die Pferde zu wenig, weil das Wasser eiskalt ist. Wer die Haltung über den Winter entzerrt und für lauwarmes Wasser sorgt, nimmt gleich mehrere Auslöser auf einmal.

Mein Fazit

Kotwasser ist lästig, aber es ist selten das, wonach es aussieht. Es ist meist kein Darmproblem, das sich mit dem nächsten Zusatzfutter lösen lässt, sondern ein Signal. Meist steht dahinter Stress in der Herde oder ein Magengeschwür, manchmal eine zu stärkereiche Fütterung. Wer bei hartnäckigem Kotwasser den Magen abklären lässt und ehrlich auf Haltung und Fütterung schaut, kommt der Ursache viel näher als mit jeder Darmkur. Das spart Geld und, viel wichtiger, es hilft dem Pferd wirklich.

Und die Welt ist beim Kotwasser selten schwarz oder weiß: Was dem einen Pferd hilft, bringt beim nächsten nichts. Analysiere deine individuelle Situation, statt blind dem nächsten Trend aus dem Futterregal zu folgen.

Häufige Fragen

Nein. Beim Kotwasser setzt das Pferd normal geformte Pferdeäpfel ab, und zusätzlich läuft eine braune Flüssigkeit ab. Beim echten Durchfall ist die gesamte Kotkonsistenz verändert, von breiig bis wässrig. Durchfall mit Fieber, Abgeschlagenheit oder Kolikanzeichen ist ein Notfall, Kotwasser dagegen ist systemisch meist harmlos, aber ein Hygiene- und Hautproblem.

Nach aktueller Studienlage sind es zwei Hauptursachen: psychosozialer Stress (vor allem bei rangniedrigen Pferden mit Futterneid in der Gruppenhaltung) und Magengeschwüre. In einer Studie hatten über die Hälfte der chronischen Kotwasser-Pferde Magengeschwüre. Beide wirken über eine gestörte Darmbewegung. Eine „kaputte Darmflora" ist dagegen nicht die Ursache.

Am wirksamsten ist es, Stress und Haltung zu optimieren (entspannte, getrennte Fressplätze für rangniedrige Pferde), die Fütterung anzupassen (weniger Kraftfutter und Stärke, viel gutes Heu) und bei hartnäckigen Fällen den Magen per Gastroskopie abklären und ein gefundenes Geschwür behandeln zu lassen. In Kliniken kann eine Kottransplantation therapieresistenten Pferden helfen.

Meist nicht. Da die Darmflora bei Kotwasser-Pferden nachweislich nicht gestört ist, fehlt Probiotika, Hefen und Darmkuren die Grundlage, und Studien zeigen für sie keinen verlässlichen Nutzen. Mineralerde kann den Kot kurzfristig festigen, sollte aber nur wenige Tage gegeben werden. Der eigentliche Hebel ist Haltung, Fütterung und Magen, nicht der Futtereimer.

Im Winter kommen mehrere Stressfaktoren zusammen: Die Pferde stehen enger beieinander, was den Druck auf rangniedrige Tiere erhöht, der Weidegang fehlt, es wird trockenes Konservierungsfutter gefüttert und oft zu wenig getrunken, weil das Wasser sehr kalt ist. Entzerrte Haltung und lauwarmes Wasser mildern das oft.

Kotwasser selbst ist systemisch nicht bedrohlich, das Pferd bleibt meist munter und frisst normal. Problematisch ist die dauernasse Haut an Schweif und Hinterbeinen, die wund wird. Wichtig ist außerdem, echte Ursachen wie ein Magengeschwür nicht zu übersehen, deshalb gehört hartnäckiges Kotwasser abgeklärt.

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