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Mensch mit Pferd oder Pferdemensch

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QUIZ MIT PFERDETIERÄRZTIN DR. VERONIKA KLEIN

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Quiz mit Pferdetierärztin Dr. Veronika Klein

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Podcast

Entwurmung mit Plan

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Zum Jahresbeginn be­spre­chen wir etap­pen­wei­se noch­mal mein 4‑Phasen-Modell für mehr Pferdegesundheit. In der ers­ten Phase geht es um das ge­sun­de Pferd und die Gesundheitsförderung, wel­che Vorsorgemaßnahmen sind sinn­voll und soll­ten ge­plant wer­den für das Jahr? Dazu zäh­len die Impfungen, Sattelkontrollen und auch die Entwurmungsstrategie, um die es in die­ser Podcastepisode ge­hen wird. 

Die 2.Phase be­schäf­tigt sich mit dem ge­sun­den Risikopatienten und der Prävention, wie kann ich die Risikofaktoren Mensch, Pferd und Umwelt ein­schät­zen und das Risiko ei­ner Erkrankung bei be­stehen­dem Risiko mi­ni­mie­ren? Darüber wer­den wir dann im Februar spre­chen. 3. Phase – das kran­ke Pferd – Symptome er­ken­nen und Erste Hilfe Maßhnahmen ein­lei­ten und zu gu­ter Letzt die 4. Phase Rehabilitation – der ge­ne­se­ne Risikopatient – du hast das Go von Tierarzt wie­der los­le­gen zu dür­fen, aber wie ge­nau geht das? Dazu kom­men wir dann in ein paar Wochen.

Du trägst die Verantwortung für die Gesundheit dei­nes Pferdes und soll­test dich da­her am Anfang des Jahres mit Vorsorgenmaßnahmen, die im lau­fe des Jahres durch­zu­füh­ren sind aus­ein­an­der­setz­ten. 

Heute also die Entwurmungsstrategien. Welche Endoparasiten kennst du über­haupt? Gegen was ent­wur­men wir den ge­nau? Häufig lau­tet die  Antwort „na Würmer halt“ – aber so ein­fach ist die Antwort je­doch nicht. Wir schau­en uns mal die wich­tigs­ten an, dazu zäh­len

Endoparasiten des Pferdes

1) der Zwergfadenwurm – den nen­ne ich im­mer als ers­tes, denn er tritt auch als ers­tes im Pferdeleben auf – näm­lich bei den Saugfohlen, da er mit der Muttermilch über­tra­gen wird.  Empfohlen wird die Mutterstute zu ent­wur­men vor der Geburt, um eine Übertragung zu mi­ni­mie­ren. 

2) der Spulwurm – nach dem Fohlenalter, wird der Befall mit Spulwürmern re­le­vant, also bei Absetzern bis zum Jungpferd, da­nach ha­ben die meis­ten Pferde wie­der­um eine Immunität aus­ge­bil­det und da­her spielt er im spä­te­ren Leben ei­gent­lich kei­ne Rolle mehr. Bei Jungpferden kann er aber sehr gro­ße Probleme ver­ur­sa­chen und zu ei­nem Wurmileus, also ei­ner Verstopfung des Darmrohrs mit Würmern zur Folge ha­ben, die Pferde ko­li­ken stark und müs­sen meist ope­riert wer­den. Vielleicht kennst du das Video der Kolik-OP, bei der ein Stück Darm auf­ge­schnit­ten wird und jede Menge wei­ße Würmer her­aus­quil­len. Dabei kön­nen es tote Würmer sein, näm­lich nach ei­ner Wurmkur, aber auch le­ben­di­ge. Ich habe bei­des schon ge­se­hen in der OP in mei­ner Klinikzeit und es ist wirk­lich ab­scheu­lich! Bei ei­nem Nachweis von Spulwurmeiern, auch wenn es nur eins ist, wird im­mer ent­wurmt und am bes­ten auch gleich der ge­sam­te Bestand.

3) die klei­nen Strongyliden – die le­ben im Dickdarm und ihre Larven nis­ten sich in der Darmwand ein (Ruhestadium). Bei mas­sen­haf­ten aus­wan­dern aus der Darmwand im Frühjahr kann es zur lar­va­len Cyathostominose kom­men, ei­ner sehr ernst­haf­ten Durchfallerkrankung, da die Darmwand durch die Bohrlöcher mas­siv ge­schä­digt ist. Ansonsten rich­ten die­se Parasiten al­ler­dings we­nig Schaden an und ein ge­rin­ger Befall sti­mu­liert das Immunsystem und wird als po­si­tiv be­wer­tet. Daher ent­wurmt man ge­gen klei­ne Strongyliden auch nur, wenn der Schwellenwert von 200 epg er­reicht ist. Aber dazu spä­ter mehr.

4) die gro­ßen Strongyliden, sind in­zwi­schen Gott sei dank kaum noch nach­weis­bar, die frü­her stren­ge Entwurmung von al­len Pferden 4 mal im Jahr, hat die­se Wurmart stark zu­rück­ge­drängt und das ist auch gut so, denn die­se Wurmart wan­dert mun­ter durch den gan­zen Körper, schä­digt mas­siv die in­ne­ren Organe und führ­te frü­her häu­fig zum Tod der Pferde. Heute ma­chen sie aber we­ni­ger als 1% in Deutschland aus und da­her macht es auch Sinn die Entwurmungsstrategie zu wech­seln. Sollte al­ler­dings gro­ße Strongyliden ge­fun­den wer­den in der Untersuchung muss ent­wurmt wer­den, auch hier am Besten alle Pferde in der Herde. Das tü­ki­sche die Eier sind nicht zu un­ter­schei­den von klei­nen und  gro­ßen Strongyliden, möch­te man also wis­sen um wel­che Art von Strongyliden es sich han­delt muss eine Larvenanzucht durch­ge­führt wer­den und die dau­ert 14 Tage. Gerade bei Importierten Tieren aus dem Ausland ist dies ab­so­lut zu emp­feh­len, wenn eine se­lek­ti­ve Entwurmungsstrategie ge­nutzt wird im Betrieb.

5) Bandwürmer: die­se le­ben im Dünndarm di­rekt vor der Klappen in den Blinddarm und ha­ben ei­nen Zwischenwirt au­ßer­halb des Pferdekörpers, näm­lich die Mossmilbe. Die kommt eher bei feuch­ten Wetter, wie im Herbst vor und da­her schei­det der Bandwurm auch pe­ri­odisch sei­ne Eier aus – klu­ges Kerlchen – im Sommer fin­det man da­her eher kei­ne Bandwurmeier im Kot, was nicht heißt das sie nicht da sind. Bandwürmer sind sehr schwer durch eine Kotprobe zu fin­den. Findet man auch nur ein Ei bei ei­nem Pferd, müs­sen alle Pferde ent­wurmt wer­den und zwar mit ei­nem spe­zi­el­len Wirkstoff, “drau­ßen” nen­nen wir das dann die gro­ße Wurmkur. Es gibt in­zwi­schen aber auch ei­nen Speichelprobentest, der um die 30 € liegt und ihr im Internet be­zie­hen könnt.

6) Pfriemenschwänze le­ben im Dickdarm und wan­dern aus dem Anus aus und le­gen dort ihre gel­ben Eischnüre ab und kön­nen mit ei­nem Tesafilm-Abklatsch-Präparat oder mit blo­ßen Auge dia­gnos­ti­ziert wer­den. Hier wir in der Regel nur das be­trof­fe­ne Pferd be­han­delt.

6) Magendasseln – sind ei­gent­lich Fliegen und die­se le­gen ihre Eier im Fell ab, die Pferde le­cken sie ab und dann boh­ren sich die Larven durch die Maulschleimhaut und ge­lan­gen zum über­win­tern in den Magen, an dem sie sich fest­sau­gen. Im Kot sind also kei­ne Eier nach­weis­bar, son­dern es han­delt sich hier um eine Blickdiagnose (Eier im Fell) oder es wird bei ei­ner Gastroskopie fest­ge­stellt – auch hier soll­ten alle Pferde ent­wurmt wer­den, wenn bei ei­nem Pferd die Eier ge­sich­tet wor­den sind – so die Empfehlung. Die Entwurmung er­folgt ty­pi­scher­wei­se Nikolaus.

Wurmeier unter dem Mikroskop

7) Leberegel: kom­men sehr sel­ten vor bei Pferden, sie ha­ben als Zwischenwirt die Zwergschlammschnecke und brau­chen da­her Gewässer in der Nähe. Hier lau­tet dann aber auch die Empfehlung wird er bei ei­nem Pferd ent­deckt, soll­ten alle ent­wurmt wer­den.

8) Lungenwürmer: Hier ist der Esel der Hauptwirt, Pferde sind Fehlwirte, da­her ent­wi­ckeln sich aus den auf­ge­nom­me­nem Stadien nicht im­mer ei­er­le­gen­de Adulte, das be­deu­tet der Entwicklungszyklus ist un­voll­stän­dig und die Pferde schei­den kei­ne Eier mit dem Kot aus, hier hilft dem­entspre­chend lei­der auch nicht im­mer eine Kotprobe zur Diagnostik. 

Das als klei­ner Einblick in ei­ni­ge Endoparasiten des Pferdes – mehr Infos zu den Entwicklungszyklen fin­dest du im Onlinekurs, das wür­de hier jetzt den Rahmen spren­gen. Wieder ab Ende März 2020 er­hält­lich!

Entwurmungsstrategie bei Pferden

Wie ent­wur­me ich denn jetzt aber rich­tig? Eine heiß dis­ku­tier­te Frage! Es gibt un­ter­schied­li­che Strategien:

1) die stra­te­gi­sche Entwurmung: alle Pferde gleich­zei­tig 4 mal im Jahr

Nachteil: die Wirkstoffe sind sehr be­grenzt, die Resistenzen stei­gen und vie­le Pferde be­nö­ti­gen eine solch strik­te Entwurmung gar­nicht und so wird der Organismus un­nö­tig be­las­tet – ob­wohl ein ge­sun­des Pferd da­mit in der Regel kei­ne Probleme hat — da sind Fütterungsfehler, wie mas­sen­haft Zusatzfutter und Mischfuttermittel mit Konservierungsstoffen und Geruchstoffen, zu we­nig Heu so­wie schlech­te Haltung und Stress deut­lich schäd­li­cher! Insgesamt soll­te der Einsatz von Wurmkuren je­doch ge­ziel­ter und sel­te­ner er­fol­gen als in der Vergangenheit, wo die gro­ßen Strongyliden noch das Ziel wa­ren. Diese Methode ist da­her nicht mehr zu emp­feh­len!

2) die se­lek­ti­ve Entwurmung: die­se wur­de ur­sprüng­lich für Schafe ent­wi­ckelt und be­zieht sich NUR auf die klei­nen Strongyliden, an­de­re Würmer wer­den nicht er­fasst und eine Unterscheidung zwi­schen gro­ße und klei­nen Strongyliden wird auch nicht vor­ge­nom­men. Zudem hast du ja ge­hört je nach Alter ist die Wurmbelastung un­ter­schied­lich, die se­lek­ti­ve Entwurmung ist also nur für Pferde ab 3 bis 4 Jahren ge­eig­net. Krankheit, jun­ges und sehr ho­hes Alter ver­lan­gen ein ge­än­der­tes Vorgehen. Hier wer­den 4 Kotproben ge­nom­men und im Anschluss nur die be­han­delt, die über 200 egp lie­gen, nach 2 Wochen wird die Kotprobe wie­der­holt, um die Wirksamkeit der Wurmkur zu kon­trol­lie­ren.
Kritik an der Methode: Lungenwürmer, Bandwürmer, Magendasseln sind gar­nicht oder nur sehr schlecht im Kot zu fin­den, kei­ne Unterscheidung zwi­schen gro­ßen und klei­nen Strongyliden und da­mit die Gefahr, dass die gro­ßen Strongyliden wie­der vermerht auf­tre­ten und auch die Ruhestadien der klei­nen Strondyliden in der Darmwand wer­den in der Kotprobe nicht er­fasst. Bei der se­lek­ti­ven Entwurmung wird nach dem McMasterverfahren im Labor vor­ge­gan­gen, hier­bei han­delt es sich um ein Flotationsverfahren mit ei­ner ge­nau­en Kotmenge.

3) zeit­ge­mä­ße und se­lek­ti­ve Entwurmung: die­se wur­de ent­wi­ckelt, um ge­nau die­se Kritikpunkte zu be­he­ben, es wer­den alle wich­ti­gen Endoparasiten des Pferdes ab­ge­deckt. Auch hier wer­den 4 Kotproben im ers­ten Jahr ge­nom­men und un­ter­sucht al­ler­dings et­was auf­wän­di­ger Sedimentation- und Flotationsverfahren, Larvenanzucht der Strongyliden, Larvenauswanderungsverfahren, bei Jungpferden Untersuchung auf Spulwürmer und so wei­ter. 2 Wochen nach ei­ner Wurmkur wird auch hier eine Wirksamkeitsprobe durch­ge­führt. Die Summe von meh­re­ren Kotprobenuntersuchungen er­gibt ein um­fas­sen­des Bild über Niedrige Eiausscheider, die ma­chen 70 ‑80% der Pferde aus und die Hohen Eiausscheider, meist 30% der Pferde und gibt ei­nen Überblick wel­che Endoparasiten im je­wei­li­gen Bestand vor­kom­men. Würde dein Pferd zu den hoch Ausscheidern ge­hö­ren muss es hier ein Jahr stra­te­gisch ent­wurmt wer­den, also 4 mal im Jahr und dann wird die Untersuchung wie­der­holt. Werden be­stimm­te Endoparasiten fest­ge­stellt, wird ent­we­der das in­di­vi­du­el­le Pferd oder aber auch der gan­ze Bestand ent­wurmt, zum Beispiel beim Bandwurm. Das ist jetzt nur ein­mal ein gro­ber Überblick über die­se Entwurmungsstrategie, aber ich den­ke es wird klar – ein­fach Kot neh­men und dann ent­wur­men ja oder nein so ein­fach ist das eben auch nicht. Im Onlinekurs habe ich ein gan­zes Kapitel die­sem Thema ge­wid­met, da es sehr um­fas­send ist und so viel dis­ku­tiert wird und auch viel fal­sches ku­siert.

 

4) Alternative: Hier lau­tet die Empfehlung:  Grundsätzlich alle er­wach­se­nen Pferde 2 mal im Jahr zu ent­wur­men und zwar im Sommer und im Winter, um die Magendasseln, Ruhestadien der klei­nen Strongyliden, gro­ße Strongyliden und Bandwürmer oder wei­te­re mög­li­che Parasiten wie auch die Lungenwürmer zu er­wi­schen. Es soll­ten je­doch trotz­dem Kotproben ge­nom­men wer­den und auch Wirksamkeitsproben 14 Tage nach den Wurmkuren. Das heißt im Frühjahr Kotprobe und nur ent­wur­men bei Befall, Sommer Kotprobe aber im­mer ent­wur­men, Herbst Kotprobe und nur ent­wur­men bei Befall, Winter Kotprobe und im­mer ent­wur­men. Je nach dem zu wel­chem Labor man die Proben schickt, wer­den un­ter­schied­lich Untersuchungsmethoden durch­ge­führt und du hast ja heu­te ge­lernt, je nach­dem was man sucht, fin­det man auch un­ter­schied­li­che Sache – das ist also eine Labor und Kostenfrage.

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Theorie und Praxis im Stall

und wie sieht es in der Praxis aus?? Nicht so wie hier in den Strategien dar­ge­stellt – wir be­treu­en sehr we­ni­ge Ställe, die se­lek­tiv ent­wur­men und nur ei­ni­ge ent­wur­men rich­tig stra­te­gisch – sprich alle Pferde ei­nes Bestandes zur glei­chen Zeit – die meis­ten ent­wur­men ohne Plan. Ich hof­fe die­se Folge hat dir ei­nen Einblick ge­ge­ben was mög­lich ist und viel­leicht stellt ja der eine oder an­de­re um. Eine Entwurmungsstrategie ge­hört auf je­den Fall in ei­nen Vorsorgeplan für dein Pferd. Nach ei­ner Umfrage ha­ben nur 10 % an­ge­ge­ben ei­nen Vorsorgeplan für ihr Pferd aus­ge­ar­bei­tet zu ha­ben – da­her habe ich eine 3 ‑Tage-Challenge – er­ar­bei­tet mit der Aufgabe: Erstelle für dein Pferd jetzt ei­nen Vorsorgeplan. Dazu kannst du dich jetzt an­mel­den und mit­ma­chen, je­den Tag gibt es dann Input und Aufgabe zum Erstellen dei­nes in­di­viuel­len Vorsorgeplans von mir für dich– sei für die­ses Jahr gut vor­be­rei­tet und schüt­ze dein Pferd – kei­ne Impfung mehr ver­ges­sen, un­nö­ti­ge Wurmkuren ver­mei­den, Schmied, Sattel und Physiotherape im Griff – das Beste für dein Pferd er­rei­chen, das ist un­ser Ziel – also sei da­bei.

» Link zur Anmeldung fin­dest du hier – ich freu mich auf un­se­re Zusammenarbeit – und bis da­hin den­ke dar­an Pferde sind le­bens­freu­de, also ha­cken run­ter und Stimmung rauf!

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