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Sind Sehnenschäden bei Pferden Zufall?

Bewegungsapparat
Dr. med. vet. Veronika Klein
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Das Wichtigste in Kürze

» Ein Sehnenschaden kommt selten durch Zufall. Meist steckt Überbelastung dahinter, der Tritt ins Loch ist nur der Auslöser.
» Sehnen sind schlecht durchblutet und heilen langsam. Zeit, Geduld und kontrollierte Bewegung zählen mehr als Wundermittel.
» Wer nach der Heilung sein Management nicht ändert, riskiert einen Rückfall. Vorbeugen heißt vor allem: viel Bewegung.

Kaum eine Diagnose löst bei Pferdemenschen so viel Sorge aus wie der Sehnenschaden. Und diese Sorge ist berechtigt, denn ein Sehnenschaden bedeutet eine lange Pause, eine oft schwierige Heilung und eine hohe Rückfallrate. Warum das so ist und vor allem, was du konkret tun kannst, damit die Heilung gut verläuft und dein Pferd danach wieder einsatzfähig ist, schauen wir uns in diesem Artikel Schritt für Schritt an.

Denn eines vorweg: Ein Sehnenschaden fällt nicht vom Himmel. Wer versteht, wie eine Sehne aufgebaut ist, warum sie so schlecht heilt und welche Ursachen wirklich dahinterstecken, kann sein Pferd deutlich besser schützen und im Ernstfall die richtigen Entscheidungen treffen.

Was ist eine Sehne und wozu dient sie?

Sehnen sind die Verbindung zwischen Muskulatur und Knochen. Sie dienen der Bewegung, indem sie die Kraft der Muskulatur auf Gelenke und Knochen übertragen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu den Bändern: Bänder verbinden Knochen mit Knochen und verhindern übermäßige Bewegung, Sehnen dagegen sorgen dafür, dass Bewegung überhaupt entsteht.

Die für uns relevanten Sehnen laufen am Pferdebein entlang. An der Vorderseite der Gliedmaße verläuft die Strecksehne, auf der Hinterseite verlaufen die Beugesehnen. Zu den Beugesehnen gehören die oberflächliche Beugesehne, häufig mit OBS abgekürzt, die tiefe Beugesehne, abgekürzt mit TBS, und der Fesselträger. Der Fesselträger ist dabei eine Besonderheit, denn er enthält im Gegensatz zu OBS und TBS noch viele Muskelfasern.

Je nach Aufgabe des Pferdes werden diese Strukturen ganz unterschiedlich belastet. Ein Springpferd belastet stärker die tiefe Beugesehne, ein Galopprennpferd eher die oberflächliche Beugesehne. Wer weiß, wie sein Pferd arbeitet, versteht also auch, welche Strukturen besonders gefordert sind.

Podcast-Titelbild Sehnenschaden beim Pferd mit anatomischen Skizzen des Sehnenverlaufs am Bein, Ultraschallbild und Fesselträger mit Muskelfasern.

Warum Sehnen so schlecht heilen

Sehnen bestehen aus straffem Bindegewebe, das sich aus elastischen Fasern zusammensetzt. Bei einer Zugbelastung kann sich eine Sehne um etwa 4 % verlängern. Einzelne Sehnenfasern bilden dann Sehnenbündel, und diese werden von einer Sehnenscheide ummantelt.

Der entscheidende Punkt für die Heilung ist die Durchblutung, und die ist bei Sehnen sehr schlecht. Genau darin liegt die Begründung, warum ein Sehnenschaden so schlecht verheilt. Reparaturstoffe können nur bedingt zur Verletzungsstelle transportiert werden, und Abfallprodukte werden nur verzögert abtransportiert. Die Sehne ist damit auf natürliche Weise im Nachteil, sobald es an die Reparatur geht. Dieses Wissen erklärt später auch, warum bestimmte Therapien wie Injektionen direkt an der „Baustelle" ansetzen.

Die wahren Ursachen: Ein Sehnenschaden ist kein Zufall

Sehnenerkrankungen sind leider eine sehr häufige Lahmheitsursache. Und hier muss einmal klar betont werden: Eine plötzliche, umfangreiche Sehnenzerreißung tritt nicht einfach so auf. Immer wieder hört man Sätze wie „Der ist ja in ein Loch getreten" oder „Der Boden war so schlecht auf dem Turnier".

Natürlich ist es angenehmer, die Schuld woanders zu suchen. Aber genau das ist einer der Gründe, warum die Rückfallrate so hoch ist. Man sollte sich ehrlich fragen: Warum sind hundert Pferde über denselben Boden gelaufen, ohne Schaden zu nehmen, und ein Pferd steht am nächsten Tag mit einem Sehnenschaden da? Der schlechte Boden oder der Tritt ins Loch ist meist nur der Auslöser, nicht die tiefer liegende Ursache. Warum auch Genetik und ein zu früher Trainingsstart als Ursachen überschätzt werden, hat der Orthopäde Dr. Kai Kreling im Beitrag über die drei hartnäckigsten Sehnen-Mythen auseinandergenommen.

Viel häufiger ist die eigentliche Ursache eine Überbelastung durch falsches Training, ein fehlerhafter Beschlag, massiver Bewegungsmangel, eine unzureichende Aufwärmphase oder alles zusammen. Tag für Tag kommt es so zu kleinen Zerrungen, Entzündungen und einer schleichenden Schwächung des Gewebes. Und dann kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Auch die Muskulatur spielt eine zentrale Rolle. Die Muskeln halten die Sehnen auf Spannung. Ermüden die Muskeln, kann es zur Überdehnung der Sehnen und damit zur Zerreißung einzelner Fasern kommen. Hinzu kommt die Konzentrationsfähigkeit: Lässt sie durch Ermüdung nach, schleichen sich Fehler in die Koordination der Bewegung ein, und auch das führt zu Verletzungen.

Die häufigsten Ursachen im Überblick

  • Mangelhaftes Training und fehlende Kondition
  • Eine zu kurze Aufwärmphase
  • Ermüdung durch Überbelastung
  • Fehlerhafter Beschlag oder eine Fehlstellung der Gliedmaßen
  • Übergewicht
  • Aufzuchtfehler, denn Bewegungsmangel schadet den Sehnen besonders im Fohlenalter, weil sich die Sehnen dann nicht stabil ausrichten können
  • Erbliche Komponenten und altersbedingte Schwäche
  • Zu früher, zu harter Einsatz junger Pferde
  • Die Bodenbeschaffenheit

Man erkennt schnell das Muster: Tritt ein Punkt der Liste am Montag auf, ein anderer am Mittwoch, gepaart mit Übergewicht und steigendem Alter, entsteht so nach und nach eine Schwächung des Gewebes. Tritt das Pferd dann in ein Loch, ist der Sehnenschaden da. Ohne diese Vorschädigung wäre derselbe Tritt ins Loch in der Regel folgenlos geblieben.

Und genau hier liegt auch der Schlüssel zum Thema Rückfall. Wer nach dem Auskurieren mit exakt demselben Trainingsprogramm und denselben Haltungsbedingungen weitermacht, provoziert in der Regel den nächsten Schaden, und die Sehne wird wieder dick, weil der Kern des Problems nie beseitigt wurde. Oder anders gesagt: Wenn man immer das tut, was man immer getan hat, bekommt man immer das, was man immer bekommen hat.

Erste Anzeichen früh erkennen

Wie kannst du die ersten Anzeichen einer Sehnenentzündung entdecken, um genau diesen Verlauf zu verhindern? Die Antwort ist unspektakulär, aber wirkungsvoll: Kontrolliere jeden Tag die Beine deines Pferdes. Achte dabei auf Schmerz, Wärme, Schwellung und Druckempfindlichkeit. Manchmal pulsiert auch die Mittelfußarterie etwas stärker.

Besonders auffällig ist eine vermehrte Füllung der Sehnenscheide. Das Pferd ist lahmfrei und zeigt keine Schmerzen, aber die Sehnenscheide ist praller gefüllt als sonst. Das ist ein echtes Alarmzeichen und die Zeit, um eine Pause einzulegen. Selbst wenn man im Ultraschall noch nichts sieht und das Pferd keine Bewegungsstörung zeigt, ist die vermehrte Füllung ein Zeichen für eine Entzündung, die durch die Reizung des Sehnengewebes entsteht. Also Vorsicht und lieber einmal zu früh reagieren als zu spät.

Diagnose per Ultraschall: Warum der Tag 7 entscheidend ist

Gerade bei akuten Sehnenschäden sieht man im Ultraschall zu Beginn noch nicht das ganze Ausmaß. Deshalb sollte ein Ultraschall immer am Tag 7 nach dem Auftreten der Schwellung wiederholt werden. Erst dann lässt sich der Sehnenschaden vollständig beurteilen.

Tierarzt setzt einen Ultraschallkopf an das Bein eines braunen Pferdes an, um die Sehnen auf einen Sehnenschaden zu untersuchen.

Das Ausmaß kann sehr unterschiedlich ausfallen. Möglich ist ein Bluterguss zwischen den Sehnenfasern, es können Zerrungen einzelner Fasern vorliegen, aber auch Zerreißungen einzelner Sehnenfasern oder ganzer Bündel. Eine typische Bananenform hinten an der Sehne ist ein eindeutiges Zeichen für eine akute Sehnenentzündung und sollte sofort vom Tierarzt kontrolliert werden.

Ultraschallbild einer Pferdesehne auf dem Monitor mit deutlich erkennbarem Sehnenquerschnitt zur Beurteilung eines Sehnenschadens.

Je nach Ausmaß und beteiligter Struktur, also ob OBS, TBS oder Fesselträger betroffen sind, kann der Tierarzt eine Prognose abgeben und eine passende Therapie einleiten. Genau diese individuelle Beurteilung ist die Grundlage für alles Weitere, denn ein pauschaler Reha-Plan wird einem Sehnenschaden nie gerecht.

Therapie und Reha: welche Möglichkeiten es gibt

Das Therapie- und Reha-Programm muss immer individuell an die betroffene Struktur und das Ausmaß angepasst werden. Trotzdem gibt es ein paar grundsätzliche Wahrheiten, die für jeden Sehnenschaden gelten.

Drei Grundwahrheiten vorweg

  1. Es dauert. Zeit ist bei einem Sehnenschaden von größter Bedeutung, und Geduld ist keine Option, sondern Pflicht.
  2. Es gibt kein Wundermittel für Sehnenerkrankungen, auch wenn manche das gerne anders darstellen.
  3. Egal welche Therapie gewählt wird, sie beschleunigt die Heilung nicht. Das Ziel regenerativer Ansätze ist es, das Gewebe belastbarer zu machen, also eine bessere Heilung zu erreichen, aber keine schnellere.

Die Akutphase: Kühlen, Ruhe und kontrollierte Bewegung

In den ersten Tagen stehen Kühlen und Ruhe im Vordergrund, und in der Regel verabreicht der Tierarzt entzündungshemmende Medikamente. Heute geht man dann allerdings recht schnell zur kontrollierten Bewegung über, um Verklebungen zu vermeiden.

Das Zauberwort lautet dabei „kontrolliert", also an der Hand führen. Und das ist der wichtigste Satz zur Reha überhaupt: Egal welche moderne Therapie zusätzlich angewandt wird, wenn das Bewegungsprogramm missachtet wird, hat die Sehne keine Chance zu heilen. Kontrollierte Bewegung ist damit kein Beiwerk, sondern das Fundament.

Regenerative Verfahren: PRP und Hyaluronsäure

Zusätzlich zur Basistherapie gibt es regenerative Verfahren wie PRP, das mit Injektionen direkt in den Sehnenschaden eingebracht wird. Aber was ist PRP eigentlich? Im Prinzip sind das die Blutplättchen, und in ihnen stecken Stoffe, die die Gewebeheilung fördern. Dem Pferd wird eigenes Blut entnommen, die Blutplättchen werden herausgefiltert, und diese speziellen Blutzellen werden dann genau in den Sehnenschaden hineingespritzt, damit sie vor Ort ihre Arbeit leisten können. Man kann sich das als eine Art Eigenbluttherapie vorstellen. Da Sehnen so schlecht durchblutet sind, übernimmt die Injektion die Aufgabe, die hilfreichen Stoffe direkt zur Baustelle zu bringen.

Auch Hyaluronsäure kann eingesetzt werden. Sie ist ein Bestandteil der Sehne und wird für den Aufbau gebraucht. Hyaluronsäure kann direkt in den Sehnendefekt gespritzt, aber auch über die Vene verabreicht werden.

Chirurgie und Stoßwellentherapie

In einigen Fällen kann auch ein chirurgischer Ansatz sinnvoll sein. Ein sogenanntes Sehnensplitting im Rahmen einer Operation kann besonders bei unzureichender Narbenbildung Sinn machen, weil dann eine Aktivierung der Sehnenstruktur erforderlich ist.

Die Stoßwellentherapie kommt vor allem bei Entzündungen an den Sehnenansätzen am Knochen zum Einsatz, etwa bei einem Schaden am Ursprung des Fesselträgers. Der Fesselträger ist als teils muskuläre Struktur ein Sonderfall und reagiert auf Therapien anders als die reinen Beugesehnen.

Orthopädischer Beschlag: Chance und Risiko zugleich

Ein orthopädischer Hufbeschlag kann die Heilung sinnvoll unterstützen. Voraussetzung ist aber, dass klar bekannt ist, welche Sehne betroffen ist. Denn hier gilt eine wichtige Merkregel: Jeder orthopädische Beschlag entlastet einen Teil, führt aber zwangsläufig dazu, dass ein anderer Teil stärker belastet wird. Wird der falsche Beschlag gewählt, kann sich die Situation dadurch sogar verschlechtern. Beschlag ist also ein wirksames Werkzeug, aber nur in den richtigen Händen und auf Basis einer klaren Diagnose.

Physiotherapie, Chiropraktik und Co.

Genauso wichtig ist es, das Pferd im Ganzen zu unterstützen. Eine Lahmheit löst immer eine Kompensationshaltung aus. Und vielleicht war sogar eine Blockade die Ursache für eine Fehlhaltung und damit eine Fehlbelastung der Gliedmaße, die den Sehnenschaden mit ausgelöst hat. Lass dein Pferd deshalb nach jeder Lahmheit, und wirklich nach jeder, einmal von deinem Therapeuten kontrollieren, bevor du ins Aufbautraining einsteigst.

Darüber hinaus kann zum Beispiel die Matrixrhythmustherapie direkt an der Sehne den Heilungsverlauf unterstützen, ebenso wie die manuelle Arbeit an der Sehne durch einen guten Physiotherapeuten. Die Liste dessen, was möglich ist, ist lang. Ob alles davon nötig ist, steht auf einem anderen Blatt und ist am Ende auch eine finanzielle Frage.

Merke dir für die Therapie deshalb drei Dinge. Erstens: Zeit, Geduld und kontrollierte Bewegung sind essenziell, der Rest ist Zubrot. Zweitens: Die zusätzlichen Therapien verbessern die Belastbarkeit der Sehne, beschleunigen die Heilung aber nicht. Drittens: Überdenke dein Handeln vor dem Sehnenschaden ehrlich und selbstkritisch.

Rückfall vermeiden: Das Management ehrlich hinterfragen

Der wichtigste Schritt gegen einen erneuten Sehnenschaden findet nicht am Bein statt, sondern im Kopf. Überprüfe mit kritischem Blick alle Punkte: Management, Training, Fütterung und Haltung. Einfach wieder so weiterzumachen wie vorher führt in der Regel direkt zum nächsten Sehnenschaden.

Gerade das Aufbautraining nach der Heilung entscheidet darüber, ob die Sehne dauerhaft hält. Wer hier zu schnell, zu langsam oder ohne das tägliche Feedback des Pferdes vorgeht, riskiert den Rückfall. Welche typischen Fehler dabei immer wieder passieren, habe ich ausführlich im Beitrag über die drei größten Aufbau-Fehler beim Sehnenschaden beschrieben. Und wie eine strukturierte Rehabilitation grundsätzlich abläuft, zeigt der Beitrag zu den drei Säulen der Pferde-Reha.

Prophylaxe: Bewegung, Bewegung, Bewegung

Wenn es um die Vorbeugung geht, lautet das wichtigste Wort dreimal Bewegung. Und zwar am besten auf unterschiedlichen Böden. Dieses sogenannte Propriozeptionstraining bedeutet, das Pferd an weichen, tiefen, harten, ansteigenden und abfallenden Untergrund zu gewöhnen. Natürlich alles in einem angemessenen Maß, damit sich das Pferd nach und nach auf die verschiedenen Belastungen einstellen kann.

Genauso gehört eine angemessene Aufwärmphase dazu. Wie wichtig eine gute Lösungsphase aus medizinischer Sicht ist, habe ich in einer eigenen Episode zur Lösungsphase ausführlich erklärt, in die du gerne einmal reinhören darfst.

Hinzu kommen Konditionstraining, Muskelaufbau und Trainingspläne mit System. Ein Pferd muss auf einen Distanzritt, ein Springturnier, einen Ausritt oder eine Dressuraufgabe immer entsprechend vorbereitet werden, um Schäden zu vermeiden. Frag dich ruhig einmal ehrlich: Welches Ziel hattest du dir für dieses Jahr vorgenommen, und wie systematisch hast du darauf hingearbeitet?

Und dann ist da noch die Haltung. Auch auf die Gefahr der Wiederholung: 23 Stunden Box sind Gift für den Bewegungsapparat. Dazu kommt regelmäßiger Reitunterricht, denn Reiten soll der gesunden Erhaltung des Pferdes dienen, und wir schulden unserem Partner Pferd, selbst immer besser zu werden. Regelmäßige chiropraktische oder physiotherapeutische Kontrollen sind ideal, und zwar bevor ein Problem da ist, nicht erst danach. Passendes Equipment und eine regelmäßige Hufbearbeitung gehören selbstverständlich ebenfalls dazu.

Vorbereitet sein, bevor es ernst wird

Ich hoffe, dass du und dein Pferd euch nie mit dem Thema Sehnenschaden auseinandersetzen müsst. Und doch gilt für alle Notfälle: Wer vorbereitet ist, reagiert ruhiger und richtiger. In meinem Webinar „Erste Hilfe am Pferd, was tun, bis der Tierarzt kommt" lernst du, wie du dein Pferd selbst untersuchst und Abweichungen erkennst, was du im Notfall konkret tun kannst und was in dein Notfallset für den Spind gehört.

Ein Sehnenschaden ist eine ernste Diagnose, aber kein reines Schicksal. Wer die Anzeichen früh erkennt, geduldig und kontrolliert rehabilitiert und danach ehrlich am eigenen Management arbeitet, gibt der Sehne die bestmögliche Chance zu heilen und legt zugleich den Grundstein dafür, dass es kein zweites Mal so weit kommt.

Häufige Fragen

Sehnen sind sehr schlecht durchblutet. Dadurch gelangen Reparaturstoffe nur bedingt an die Verletzungsstelle, und Abfallprodukte werden nur verzögert abtransportiert. Genau deshalb dauert die Heilung lange und braucht vor allem Zeit und Geduld.

Kontrolliere täglich die Beine deines Pferdes auf Wärme, Schwellung, Schmerz und Druckempfindlichkeit. Ein wichtiges Alarmzeichen ist eine vermehrt gefüllte Sehnenscheide, selbst wenn das Pferd lahmfrei ist. Dann ist es Zeit für eine Pause.

Bei einem akuten Sehnenschaden zeigt der Ultraschall zu Beginn noch nicht das ganze Ausmaß. Erst rund am Tag 7 nach dem Auftreten der Schwellung lässt sich der Schaden vollständig beurteilen und eine sinnvolle Prognose stellen.

PRP nutzt die eigenen Blutplättchen des Pferdes, in denen Stoffe stecken, die die Gewebeheilung fördern. Das Blut wird entnommen, die Blutplättchen werden herausgefiltert und direkt in den Sehnenschaden gespritzt, damit sie an der schlecht durchbluteten Stelle wirken können.

Setz dich frühzeitig mit der Rehabilitation auseinander und überprüfe kritisch dein Management, Training, deine Fütterung und Haltung. Einfach wie vorher weiterzumachen führt meist zum Rückfall. Viel Bewegung auf wechselnden Böden ist die beste Prophylaxe.

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