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Episode #47 Kolik beim Pferd

Kolik ist eine häufige Erkrankung bei Pferde und kann tödlich enden, daher ist es wichtig Kolikanzeichen bei deinem Pferd zu erkennen. In dieser Episode lernst du was eine Kolik ist, welche Auslöser es gibt und wie du sie mit ein paar Tipps am Besten vorbeugen kannst.

Wichtig für jeden Pferdebesitzer

Kolik = Bauchschmerzen

Kolik ist ein Symptom und keine Krankheit, die Ursachen sind sehr vielfältig und können auch außerhalb des Magen-Darm-Trakts liegen. Kolik ist ein sehr weit gefasster Oberbegriff und keine Diagnose, sondern ein Symptom.

Symptom: Kolik
Diagnose: Colonobstipation (Dickdarmverstopfung)

Symptom Kolik

  • Unruhe: wälzen, scharren,
  • flehmen, Nüstern hochziehen
  • schwitzen,
  • erhöhter Puls,
  • Futterverweigerung
  • zum Bauch umsehen,
  • apathisch z.B bei Verstopfungen
  • schmeißen sich, extrem heftige Abwehr z.B. bei Strangulation

Ursachen für Kolik

Pferde weisen besondere anatomische Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes auf, die sich ungünstig auswirken – zum Beispiel können Pferde aufgrund der starken Ringmuskulatur des Magens nicht erbrechen, der Dünndarm ist im Bauchraum durch eine sehr lange Aufhängevorrichtung befestigt, sodass er sich viel bewegen kann, aber leider auch verdrehen und eingeklemmt werden.
Daneben treten noch Faktoren wie Fütterung, Haltung und das Wetter auf.

  • Fütterungsfehler: schimmeliges Heu
  • Darmparasiten
  • Sandaufnahme
  • Wetterumschwung
  • Haltungsfehler
  • (auch der Magen-DArm-Trakt profitiert von regelmäßiger Bewegung)

Die Auflistung ist natürlich nur ein Einblick in die Kolikursachen beim Pferd und nicht vollständig.

Vorsicht im Winter!

Halte dein Pferd gesund!

Hier treten häufig Verstopfungen beim Pferd auf – weniger Bewegung durch fehlende Wiese, gefrorener Boden, mehr Zeit um Stroh aufzunehmen, Pferde mögen kein kaltes Wasser und die Reiter verkürzen in der Regel die Reitzeit (kalt, nass, dunkel). Du willst hören wie du dieser Kolik vorbeugen kannst? Dann höre in die Episode rein!

Du möchtest noch mehr darüber lernen wie du deinem Pferd helfen kannst? Schau in mein Webinar rein – trag das Wissen in die Reitställe und häufe mehr davon an, damit dein Pferd nachhaltig gesund bleibt und deine Tierarztrechnung vielleicht klein 🙂

Trage dich auch gerne zu meinem Newsletter ein, um jeden Monat einmal Input zu bekommen, was du für die Gesundheit deines Pferdes tun kannst!

Hier geht es zu meinem Onlinekurs Pferdegesundheit

Episode #40 Gewichtsverlust

Episode #40 Gewichtsverlust
Episode #40 Gewichtsverlust

Abmagerung beim Pferd

Abmagerung ist ein häufiges Problem und die Ursachen sind sehr vielfältig, daher ist ein systematisches Vorgehen bei der Ursachenfindung wichtig! Das Pferd kann gesund sein und es liegt ein Managementproblem vor oder wir haben ein krankes Pferd und der Tierarzt muss hinzugezogen werden.
Diese Punkte solltes du überprüfen:

  1. Futter
  2. Futteraufnahme
  3. Futterverwertung
  4. Energieverbrauch
  5. Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Traktes

Jeder dieser einzelnen Punkte ist genau zu betrachten.

  1. Das Futter: Qualität, Menge, Rationszusammenstellung, Fütterungsmanagement
  2. Futteraufnahme: vermindert durch mangelnden Appetit, Zahnerkrankungen, Schluckbeschwerden
  3. Futterverwertung: Magengeschwüre, Darmentzündung, Parasiten, Tumore, Lebererkrankungen
  4. Energiebedarf: erhöht durch Trächtigkeit, Laktation, Stress, chronische Schmerzen, hartes Training, Wetterbedingungen wie Kälte
  5. andere Erkrankungen: Lahmheiten, Nieren-, Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen

Schau dir die Checkliste an und drucke sie dir aus, dann kannst du bei deinem Pferd alle Punkte systematisch durcharbeiten.

Checkliste Abmagerung

Nach der Episode hast du einigen Input, um der Ursache auf den Grund zu gehen – viel Spaß beim Hören.

Deine Veronika

Episode #39 Fohlenfütterung

Episode #39 Fohlenfütterung
Episode #39 Fohlenfütterung

Fohlenfütterung jetzt im Herbst!? Bei Fohlenfütterung denken wir ans Frühjahr, wenn die meisten Fohlen mit dem Weideauftrieb geboren werden.

Frühe, im Winter geborene Fohle bedauere ich, auch wenn sie vielleicht einen Entwicklungsvorsprung zu den Fohlenschauen mitnehmen. Licht, Luft und Bewegung im Frühjahr auf der Weide ist durch nichts zu ersetzten.

Dennoch halte ich es für wichtig, bereits jetzt über Fohlenfütterung nachzudenken, denn der Einfluss der Fütterung auf eine gesunde Fohlenentwicklung beginnt schon jetzt, in der frühen Trächtigkeit der Mutterstute. Also „Dinner for two“!

Das Foto zeigt die Gewichtsentwicklung des Fötus in Mutterleib. In der Niedertracht 1. bis 7. Trächtigkeitsmonat ist eine Gewichtsentwicklung bis nur 10% des Geburtsgewichtes dargestellt. Im 8. bis 11. Trächtigkeitsmonat explodiert das Gewicht. In der Niedertracht ist einen Fötus im 4. Trächtigkeitsmonat abgebildet. Obwohl der Fötus unter 3-4% des erwarteten Geburtsgewichtes wiegt, also ca. 1 – 2 kg bei einem Geburtsgewicht von 50 kg, sieht man, dass der Fötus bereits vollständig ausdifferenziert ist. In diesen 3 bis 4 Monaten haben sich aus nur einer befruchteten Eizelle alle Gewebe aus unterschiedlichsten Zellen (Haut, Knochen, Gelenke, Muskeln usw.) klein aber vollständig entwickelt.

Episode #38 Paddock Trail

Episode #38 Paddock Trail
Episode #38 Paddock Trail

Hallo ihr Lieben, heute schauen wir uns die Haltungsform „Paddock Trail“ an – mir begegnen noch zu oft Fragezeichen in den Gesichtern, wenn ich erzähle mein Pferd steht im Trail, das hat mich zu dieser Folge inspiriert. Am Ende dieser Episode kennst du die Vorteile dieser artgerechten Haltungsform, den Aufbau der Stallanlage und auch die Schwierigkeiten, die bei der Umgestalltung von konventioneller Boxenhaltung zu einer Offenstallhaltung mit sich bringen.

Ich denke jeder informierte Pferdehalter möchte sein Pferd auf eine artgerechte Haltungsform umstellen, da die erkannten Nachteile der bisherigen Boxenhaltung immer schwieriger hinzunehmen sind. Heute fehlt es allerdings noch oft an Alternativen, weil Pferdehaltungen aufgebaut in Anlehnung an die Ethologie der Pferde (also Lauftier, Dauerfresser, Herdentier und Frischluftfanatiker) erst noch flächendeckend umgesetzt werden müssen und die vorhandenen Gruppenhaltungen oft falsch umgesetzt oder selten mit Reitmöglichkeiten sprich einer Reithalle kombiniert sind. Mir ging es da genauso – bei meinen Schwiegereltern zu Hause leben die Zuchstuten das ganze Jahr draußen, die Fohlen laufen schon nach wenigen Stunden mit auf der Wiese und leben auch das ganze Jahr draußen bis sie 3 Jahre alt sind – ja und dann?? Dann beginnen die Probleme.

Die Boxenhaltung ist immer eine Haltungsform, welche die Bedürfnisse des Pferdes hinsichtlich der art- und verhaltensgerechte Unterbringung, Pflege, Bewegung und Ernährung massiv einschränkt – jedoch die häufigste Haltungsform darstellt. Bei uns im Umkreis definitiv die gängige Haltungsform.
Der Pferdebesitzer kommt lediglich einmal am Tag und bewegt das Pferd circa eine Stunde unter dem Sattel, dabei legen die Pferde 1 bis 2,4 km zurück. Das kann jeder gerne einmal mit einem GPS Messgerät oder dem Handy messen, in der Halle etwas schwieriger wegen dem GPS Signal, aber auf dem Platz garkein Problem. Daneben stehen den Pferden meist temporär Weideflächen zur Verfügung und bieten weitere 2 bis 4 Stunden Auslauf. Häufig stehen die Tiere einzeln auf der Wiese, aufgrund der Sorge vor Verletzungen, sodass kein Sozialkontakt möglich ist. Diese Flächen werden jedoch lediglich im Sommer genutzt, da im Frühjahr die Wiese zur Heuherstellung verwendet werden und im Herbst / Winter die Pferdehufe die Grasnarbe zerstören würden. Falls Winterausläufe vorhanden sind, verwandeln sich diese schnell in knöcheltiefe Matschlöcher auf denen der Kot untergetreten wird und kein Futterangebot mehr besteht. Die Pferde stehen bewegungslos und mit leeren Magen auf den Matschflächen. Vielleicht ist noch eine Führanlage in Gebrauch und die Tiere bekommen so eine weitere Stunde Bewegung. Insgesamt bleiben jedoch dann immer noch Stehzeiten von 18 Stunden am Tag übrig! Führe doch selber mal ein Bewegungstagebuch für dein Pferd und schreibe neben den bewegten Stunden auch immer die Boxenzeiten im Vergleich daneben, besonders jetzt im Winter eine traurige Bilanz. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen und bin vor und nach der Arbeit in den Stall sowie in der Mittagspause, um meinem Pferd soviel Auslauf wie möglich zu gewährleisten – was ein Zeitaufwand und irgendwie in der Zeitbilanz ein Tropfen auf dem heißen Stein.Weitere Probleme die sich aus der Boxenhaltung ergeben sind neben dem Bewegungsmangel (Lauftier), fehlender Sozialkontakt (Herdentier), Fütterungsprobleme durch lange Fresspausen (Dauerfresser), hoher Ammoniakgehalt in der Stallluft (hoher Bedarf an Frischluft) und ein hoher Arbeits- und Kostenaufwand durch das Einstreuen mit Stroh (kaufen, lagern, einstreuen, misten, lagern, entsorgen). Daraus entwickeln sich viele Erkrankungen, dazu zählen Verhaltensstörungen (koppen und weben), Atemwegserkrankungen (COB gibt es in Australien nicht, wo die Pferde draußen stehen), Lahmheiten, Koliken haben häufig ihre Ursache in den langen Stehzeiten

Die Alternative stellt die ganzjährige Offenstallhaltung dar. Da gibt es einmal die Wiese mit Unterstand, hier stehen die Pferde aber ebenfalls viel herum und bewegen sich erschreckenderweise kaum wesentlich mehr, da sie als Dauerfresser an ihren Fressplatz gebunden sind. Die Böden sind in der Regel nicht befestigt, sodass spätestens im Winter die Pferde durch die Matsche waten müssen und Pferde mögen keine Matsche. Durch fehlende Abwechslung entsteht Langeweile und die rangniederen Pferde werden durch die Ranghöheren gestresst, sodass die Verletzungsgefahr steigt. insgesamt gleichen die Flächen entweder abgewirtschaftete Steppen im Spätsommer oder einer Schlammwüste im Winter. Im Frühjahr und im Herbst  sind die Wiesen dann zu nährstoffreich und zuckerhaltig für das Steppentier Pferd und führen oft zu Übergewicht, Hufrehe und Stoffwechselerkrankungen (z.B. EMS). Durch fehlende Trainingsmöglichkeiten an Offenställen kann dem Übergewicht und dem Bewegungsmangel nicht entgegen gewirkt werden und so stellt sich die Frage welche Haltungsform nun die bessere ist?

Klar das sind Extreme um das Problem etwas zu verdeutlichen, also nehmt mir diese Formulierung nicht zu übel.

Weitere Offenstallvariante sind dann der Aktivstall und der Paddocktrail, wir schauen uns heute den Trail genauer an.

Paddock Trail auf Gut Scheidt

Unser Motto ist es aber statt über die vorhandenen Gegebenheiten zu jammern, etwas an der Situation für unsere Pferde zu verbessern und naturnahe, artgerechte Pferdehaltungen umzusetzen. Erster Plan von meinem Mann und mir: einen Hof zu kaufen und diesen umzubauen, aber nach 6 Monaten Behördengängen, Frust und jede Menge Geld, das wir verbrannt haben-positiv betrachtet Lehrgeld bezahlt haben. Haben wir aufgegeben Aber wie es manchmal so ist, schließt sich eine Tür, geht eine andere auf. Ein familiengeführter Stall in unserer Gegend wollte umbauen und hat mich nach Rat gefragt – Schublade wieder auf! Die Boxen sollten abgebaut werden und ein Offenstall sollte her – aber was gibt es, was macht Sinn und ist bezahlbar. Wir haben uns für den Paddocktrail entschieden.

Was ist jetzt das besondere am Trail?

Das Paddock-Trail Konzept oder auch Wanderwege für ein gesundes Pferdeleben genannt.

Das Paddock Trail Konzept von Jaime Jackson, der Hufschmied war, wird als fortschrittlichste Haltungsform unserer Zeit angesehen. Jaime Jackson studierte 20 Jahre wildlebende Hauspferde und erkannte, dass diese jeden Tag auf genau den selben Wegen wandern, die verschiedene Ressourcen verbinden. Diese Wege werden durch das Paddock Trail Konzept nachgeahmt.

Die Pferde leben dabei auf einem befestigten Paddock in Form eines langen Rundweges um eine Weidefläche, der verschiedene Stationen wie Liegeflächen, Fressstellen, Lecksteine, Wasser und interessante Plätze verbindet. Heu wird aus Heuraufen gefüttert, die auf dem Trail großräumig und in höherer Anzahl als Pferde, verteilt sind. Dadurch wandern die Pferde von Heustation zu Heustation. Wasser und alle weiteren Stationen, sind möglichst weit voneinander entfernt. Dabei wechselt die Bodenbeschaffenheit im Verlauf mehrfach zwischen Sand, Gesteinsbrocken, Kies und Schotter, zudem erhöht sich die Reizvielfalt durch Steigungen, Holzstämme und eine Wasserfurt. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, wer sich Inspirationen holen möchte, braucht nur das Internet fragen, es ist unglaublich was die Leute für ihre Pferde gebaut und gebastelt haben! Diese speziell angelegten Laufwege bieten eine vielfältige Bewegungsmöglichkeit mit einer kontinuierlichen Futteraufnahme.

Aus dieser Haltungsform ergeben sich folgende Vorteile:

Das Bewegungsverhalten –  in der Natur geht das Pferd 16 Stunden täglich in langsamen Schritt mit gleichzeitiger Futteraufnahme

Die ständige Bewegung durch die räumliche Verteilung der Funktionsbereiche führen zu einer zurückgelegten Wegstrecke am Tag von 5 bis teilweise 20 km, obwohl der eigentliche Rundweg nur zwischen 500 und 800 m beträgt = das starke Anreizsystem führt zu konstanter und natürlicher Bewegung. Dies konnte durch GPS Messungen in verschiedenen Trails nachgewiesen werden. Ich setze euch in den Blogpost ein Bild von einer unserer GPS Messungen. Dauerhafte Bewegung bedeutet für das Lauftier Pferd körperliche und emotionale Gesundheit. Unabhängig von der Witterung ist eine Bewegung in allen drei Grundgangarten möglich und die unterschiedlichen Arten der Bodenbeschaffenheit trainieren den Bewegungsapparat optimal = Trainingsmehrwert durch Stimulus von Huf und Beinen sowie Achtsamkeit und Trittsicherheit, die Verletzungsgefahr sinkt also auf Dauer. Die Gelenke sind geschmeidig, die Muskultur durchblutet, die Sehnen stark und an wechselnde Belastung gewöhnt. Ein schlechter Boden auf einem Turnier wird diesen Pferden in der Regel nicht zum Verhängnis. Übrigens sind die Aufwärmzeiten vor dem Reiten verkürzt wenn mal Zeitmangel besteht, ist das dann nicht ganz so schlimm im Vergleich zu einem Boxenpferd. Natürlich gibt es hier und da eine Hautverletzung oder eine Schramme, sieht zwar nicht so dolle aus, aber ist mir tausendmal lieber als eine Sehnenentzündung, einer Hufgelenksentzündung, Hufrollensyndrom oder einem Arthroseschub, die halten einen länger vom Reiten oder Turnier gehen ab.

GPS Messung  

Sozialverhalten – Pferde sind in Gruppen lebende Tiere mit ausgeprägten Erkundungsverhalten

Gruppenhaltung ist völlig harmonisch, wenn alle Ressourcen wie Heu, Wasser und Bewegungsfreiraum der Natur des Pferdes entsprechend verteilt sind und die Herde mit sorgfalt zusammengestellt wird. Beim Paddock Trail stehen den Pferden mehr Heustationen zur Verfügung, als Pferde in der Gruppe leben. Die Stationen sind weit voneinander entfernt auf dem Trail. Jedes Pferd kann so unabhängig von seinem Rang absolut entspannt und in aller Ruhe fressen. Durch die, auf dem Rundweg verteilten Stationen, können sich alle Pferde auf Wunsch aus dem Weg gehen und ihren Freiraum genießen. Zudem wird durch die Reizvielfalt das Erkundungsverhalten befriedigt und es werden Verhaltensstörungen vermieden. Bei der Eingliederung von neuen Pferden ist es unruhig in der Gruppe keine Frage und die Nerven sind strapaziert von allen Beteiligten, aus diesem Grund empfehle ich nur in den Sommermonaten zu integrieren, wenn die Wiese offen ist und die Pferde deutlich mehr Platz haben sich aus dem Weg zu gehen. Zum anderen ist es schön für die Herde, wenn von September bis April kein Wechsel stattfindet – unser Herde und unsere Nerven genießen die Zeit sehr! Wir hatten auch Pferde, die wir leider nicht integriert bekommen haben, besonders wenn die Pferde alt und krank oder sehr hengstig waren-hier wurde die Integration zum Schutz für alle Beteiligten gestoppt. Das ist sehr traurig, aber sollte vorher im Einstallervertrag klar verankert sein, dass eine Integration nicht gewährleistet werden kann.

Ruheverhalten – mehrere Ruhephasen am Tag mit Sicherheits- und Komfortbedürfnis

Da sich alle Stationen nur auf dem Trail befinden, wird der Liegebereich nur zum Liegen interessant und sehr ruhig. Zudem wird der meiste Kot im Bereich der Heustationen abgesetzt, sodass die Ammoniakbelastung stark gesenkt wird im Vergleich zur Boxenhaltung mit Stroh, Atemwegserkrankungen werden also vermieden. Wir haben Pferde im Trail, die noch nie in der Box gelegen haben und nun plötzlich ständig flach auf der Seite liegen und schnarchen tagsüber und der Kumpel nebenan steht und wache hält. Ich weiß noch im ersten Sommer war das Gras sehr hoch und beim überblicken der Wiese fehlten Pferde, es brach Panik aus und alle liefen wild herum und schauten wo die Pferde ausgebrochen sein könnten, aber der Zaun war unbeschädigt und die Toren zu, schlußendlich fanden wir die fehlenden Pferde flach liegend in der hohen Wiese, das Gelächter und die Erleichterung waren groß.

Futteraufnahme – kontinuierliche, bodennahe Aufnahme von strukturierten, kargen Futter

Die Heufütterung erfolgt ad libitum aus engmaschigen Heutnetzen, sodass lange Fresspausen nicht entstehen. Der Verdauungstrakt ist auf eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme angewiesen, da das Futter im Darm durch Darmbakterien aufgeschlossen wird. Diese fangen jedoch bei Fresspausen über 4 Stunden an abzusterben, die Pferde leiden folglich unter Magengeschwüren, Kotwasser und Koliken.


Bei Sportpferden, tragenden Stuten oder alten Pferden ist eine Zufütterung von Kraftfutter manchmal nötig, um ihren Energiebedarf zu decken, die Pferde werden per Hand bei uns außerhalb des Trails gefüttert. Das ist sicherlich etwas aufwändig und es gibt andere Lösungen wie Futterautomaten oder Fressständer, aber die sind dann natürlich mit höheren Investitionskosten verbunden. Durch die Bepflanzung am Rand des Rundweges mit Büschen und Bäumen haben die Pferde zusätzlich ein abwechslungsreiches Gehölzfutter.
Die Weidefläche kann temporär (wetterabhängig) und ganz individuell (Ernährungszustand, Hufrehe) genutzt werden, dadurch wird die Aufnahme von frischen Gras eingeschränkt und die Weideflächen geschont oder kann für die Heugewinnung genutzt werden. Zudem wird der hohe Licht- und Frischluftbedarf gedeckt.

Die Pferde sollen jedoch nicht auf regelmäßiges Training verzichten, da auch diese Haltung das Bewegungserfordernis nicht komplett kompensiert und durch die ad libitum Heufütterung eine hohe Energiezufuhr entsteht. Insbesondere leichtfuttrige Pferde müssen zusätzlich bewegt werden, damit sie ihr Idealgewicht halten können. Sportpferden hingegen müssen so trainiert werden, dass sie die gestellten Aufgaben auf den Turnieren (Springen, Dressur, Vielseitigkeit) lösen können.

Kurz zu unserem Trail im speziellen – es ist ein reiner Wallachtrail, also eine Männer WG, uns wurde als Offenstall-Neulinge erstmal mit den Wallachen anzufangen, da sie ruhiger sind in der Gruppe. Wir haben Rentner, die nicht mehr geritten werden, Jungpferde, die noch nicht oder gerade angeritten werden, Freizeitspferde und Turnierpferde zusammen stehen. Bei den Turnierpferden haben wir ein M-Dressurpferd, 2-LDressurpferde, ein M-Springer und zwei die auch Vielseitigkeit gehen. Es war schon ein mumliges Gefühl als der Stalltrakt entkernt wurde, also alle Boxen raus, damit dort die Liegehalle entstehen konnte – danach gab es kein zurück mehr, waren ja keine Boxen mehr da. Die ersten Nächte haben wir wirklich schlecht bis garnicht geschlafen und letztes Jahr war es ja Wetter technisch eine Katastrophe regen, regen und nochmal regen und der super Sturm – die Pferde fanden es garnicht so schlimm, aber für uns war es schwer zu akzeptieren. Von allen Seiten haben wir Gegenwind bekommen, das könnt ihr doch nicht machen, Turnierpferde kann man nicht in den Offenstall stellen, das ist viel zu gefährlich und so weiter und dann sind uns die Herrschaften auch noch einmal abgehauen, seitdem sind alle Toren doppelt gesichert – es ist nichts passiert, aber das Gerede könnt ihr euch ja vorstellen! Das Jahr der Umstellung war aufregend und manchmal wirklich nervenaufreibend bis einen in den Wahnsinn-treibend, aber schlussendlich würden wir es immer wieder machen und die Stallbetreiber planen nun die restlichen Boxen auch abzuschaffen und noch einen Stutentrail zu bauen. = Insgesamt konnten wir beobachten das die Lebensqualität der Pferde steigt und unsere Pferde wieder in die Box zu stellen ist undenkbar für uns! Die Alten sind mobiler geworden, die nervösen ruhiger und die klemmigen gehen mit mehr Freude beim reiten – eine absolute win-win Situation, wie sagte eine Einstellerin so schön „hätte mir das vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass mein Pferd so umgänglich wird im Trail hätte ich mir und meinem Pferd viel Schweiß, Tränen und Kummer erspart!

Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich und ich hoffe sehr, dass noch mehr Reitställe umdenken und dann umbauen-es geht auch in Pensionsställen mit Einstellern. Und damit wünsche ich euch Mut zu neuen Wegen – wer sich wagt, gewinnt glückliche Pferde.

Liebe Grüße eure Veronika

Mehr Informationen zur Herdenzusammenstellung und alten Pferden im Offenstall findet ihr bei:

www.team-shettysport.com

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Episode #37 Rationsbeurteilung

Episode #37 Rationsbeurteilung
Episode #37 Rationsbeurteilung

Bedarfsermittlung – Rationsberechnung – Rationsbeurteilung

In der Episode 33 haben wir uns mit der Bedarfsermittlung, also dem Nährstoffbedarf von Pferden beschäftigt und den Bedarf des Pferdes „Musterknabe“ als Beispiel ermittelt.

Diesem Tagesbedarf haben wir in Episode 35 einer Futterration gegenübergestellt. Mit Hilfe des Rationsberechnungsformulars konnten wir so den Nährstoffbedarf und das Nährstoffangebot abwägen. Das Ergebnis dieser Rationsberechnung ist die Grundlage für unsere Rationsbeurteilung in dieser Episode.

Mit der Rationsbeurteilung wollen wir ermitteln, welchen Einfluss – Abweichungen vom Bedarf – also Mangel oder Überschuss – auf Gesundheit und Leistung haben. Und auch die Bedeutung der wichtigen Verhältnisse wollen wir besprechen. Damit können wir frühzeitig Mängel in den Futterrationen erkennen und haben die Chance ernährungsbedingte Störungen zu vermeiden. Denn häufig führen Fehler bei der Fütterung, die die Anpassungsfähigkeit des Pferdes überschreiten, zu Erkrankungen.
Dazu folgende Fragen zur Rationsbeurteilung:

1. Erfüllt die Ration die arttypischen Ansprüche des Pferdes?

2. Ist das Pferd satt und zufrieden?

3. Ist die Energie- und Eiweißversorgung bedarfsdeckend?

4. Sind Fehler in der Mineralstoffversorgung zu erkennen?

5. Welche Veränderungen im Einsatz der Futtermittel sind sinnvoll?

   

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Episode #29 Lebererkrankungen

Episode #29 Lebererkrankungen
Episode #29 Lebererkrankungen

Heute beschäftigen wir uns mit einem häufigen Befund in der Pferdepraxis
und zwar mit erhöhten Leberwerten im Blutbild.

Die Leber ist das regenerationsfähigste Organ im Körper und kann sehr viel kompensieren bevor es zu klinischen Symptomen kommt. Klar erkennbare Symptome einer Lebererkrankung treten erst auf, wenn 70 bis 80% der Funktion zerstört ist. In der Regel wird ein großes Blutbild als Kontrolluntersuchung durchgeführt oder weil das Leitsymptom Leistungsminderung und Apathie im Vordergrund steht, also sehr unspezifisch.

Dann kommt der Laborbericht und man stellt fest, die Leberwerte sind erhöht und jetzt? Dann tauchen die Fragezeichen auf, woher kann das kommen? Ist das gefährlich? Was kann ich tun, um die Werte wieder zu normalisieren? Informationen erhälst du in dieser Episode!

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Zudem stelle ich euch heute meinen Kooperationspartner wehorse vor. Wehorse ist die Lernplattform für Pferd und Reiter und mit dem Gutscheincode “kernkompetenzpferd” (alles zusammen und klein) bekommst du als Hörer des Podcast exklusiv die Mitgliedschaft bei wehorse zu einem Vorteilspreis von 9,90€ statt 14,90€/Monat. Wir möchten Fortbildung für eure Pferde fördern!

 

Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 Raufutter

Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 Raufutter

Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 Raufutter – Wie beurteile ich Heu?

„Heu oder Silage?“ Das ist aktuell ein sehr strittiges Problem. Damit müssen wir uns in den nächsten Episoden beschäftigen.

Mit dem Thema – Futtermittel für Pferde – beginnen wir ein weiteres wichtiges, aber auch sehr umfangreiches Thema. Als erstes wollen wir uns im Kapitel „Pferdefütterung Teil 11“ mit den Raufuttermitteln beschäftigen.

In Episode „Pferdefütterung Teil 1 Grundlagen“ haben wir besprochen, dass unser Ziel in der Pferdefütterung eine art– und bedarfsgerechte Versorgung sein muss. Tierarttypische Besonderheiten des Verdauungstraktes des Pferdes haben wir – von der Futteraufnahme bis hin zur Verdauung im Dickdarm – in „Pferdefütterung Teil 2 – 6“ kennengelernt.

Ein Ergebnis war: Pferde sind keine Weidetiere sondern Steppentiere, aber wo war da der Unterschied?

Ab Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 geht es um Futtermittel, heute beginnen wir damit wie man Heu beurteilt. Viel Spaß!

Episode #25 Sommerekzem

Episode #25 Sommerekzem

Episode #25 Sommerekzem

Was löst diesen Juckreiz aus? Welche Labortest gibt es und welche Aussagekraft haben sie? Was kann ich unterstützend machen, um es meinem Pferd zu erleichtern?

Schlagwörter zum Merken:
Isländer, Mückenspeichel-Allergie, starker Juckreiz, Diagnose: Vorbericht, Rasse, klinische Symptome, Hautbiospie und Allergie-Bluttest, Behandlung: Vermeidung Allergen und Symptome lindern

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Episode #24 Pferdefütterung Teil 10 Wirkstoffe

Episode #24 Pferdefütterung Teil 10 Wirkstoffe

Episode #24 Pferdefütterung Teil 10 Wirkstoffe

In dieser Episode behandeln wir Wirkstoffe (Spurenelemente, Vitamine, Minerale), diese sind lebensnotwendig. Durch die intensive Bewirtschaftung des Grünlandes und den Einsatz von bestimmten Dünger führen zur Reduzierung wichtiger mineralischer Spurenelemente im Boden und somit auch in den Futtermitteln. Das hat zur Folge, dass es zu Mangelerscheinungen kommen kann und somit zu Krankheiten. Es ist daher sinnvoll Bodenproben zu nehmen und gezielt zu düngen oder die fehlenden Mineralstoffe später zu ergänzen im Futter – wie zum Beispiel Calcium und Magnesium. Magnesium dient zur Entspannung und ist daher bei vielen Reitern beliebt.

Mehr Informationen zu Elektrolyten, die bei starken schwitzen verloren gehen, erfährst du in dieser Folge.

Episode #17 rossebedingte Rittigkeitsprobleme

Episode #17 rossebedingte Rittigkeitsprobleme

Episode #17 Rossebedingte Rittigkeitsprobleme

Heute lernst du welche Ursachen zu Rittigkeitsproblemen führen kann.
Dazu zählt zum Beispiel ein Tumor am Eierstock. Der kann diagnostisch über einen Ultraschall der Eierstöcke gefunden werden sowie über eine Blutprobe, in der das Anti-Müller-Hormon bestimmt wird.

Mehr Ursachen hier in der Episode…

Episode #16 Pferdefütterung Teil 6 Nährstoffe

Episode #16 Pferdefütterung Teil 6 Nährstoffe

Episode #16 Pferdefütterung Teil 6 Nährstoffe

Der Körper ist angewiesen auf die Nährstoffe in den Futtermitteln zum einem für den Erhaltungsbedarf und zum anderen für die erbrachte Leistung (Reiten, Trächtigkeit, Laktation).
Nährstoffe:
-Ballaststoffe (strukturreiche-kauhfähige Futterbestandteile)
– Brennstoffe (Kohlehydrate, Fette, Eiweiße)
– Baustoffe (Mineralstoffe, Wasser, Fette, Eiweiß)
– Wirkstoffe (Vitamine, Spurenelemente)
– Begleitstoffe: Färbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmackstoffe

Baustoffe der Muskulatur sind Eiweiße, dagegen braucht das Knochengerüst verschiedene Mineralstoffe.

Weitere Informationen erhälst du in dieser Episode…

Episode #15 Kotwasser und Durchfall

Episode #15 Kotwasser und Durchfall

Episode #15 Kotwasser und Durchfall

Die Ursache von Durchfall ist bei erwachsenen Pferden immer im Dickdarm zu suchen. Bei Fohlen dagegen kann sowohl der Dünndarm wie auch der Dickdarm Auslöser sein.

Die Ursachen sind entweder infektiös (ansteckend) oder nicht-infektiös. Ein nicht-infektiöser Auslöser ist zum Beispiel die übermäßige Aufnahme von Sand.

Episode #14 Fütterung Teil 5 Dickdarm

Episode #14 Fütterung Teil 5 Dickdarm

Episode #14 Fütterung Teil 5 Dickdarm

Heute geht es um die Dickdarmverdauung – Eine wesentliche Aufgabe der Pferdefütterung ist die Gesunderhaltung und Förderung der Darmflora. Bei Störungen in der Dickdarmverdauung werden große Mengen an Gärsäuren gebildet -> Übersäuerung, Schädigung der Darmwand, Abstreben der Mikroorganismen und Hufrehe können die Folge sein.

Podcast Episode #9 Muskelerkrankungen

Podcast Episode #9 Muskelerkrankungen

Episode #9 Muskelerkrankungen

Muskelerkrankungen können ernährungsbedingt (Vit E/Selenmangel), durch verschiedene Giftstoffe oder eine Genmutation (PSSM) entstehen.

Die atypische Weidemyopathie entsteht durch die Aufnahme von Samen oder Keimlingen des Bergahorns (Ahornvergiftung) und führt häufig zum Tod. Daher sollte die Umgebung um die Pferdeweiden auf das Vorkommen dieses Baumes kontrolliert werden.

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Podcast Episode #8 Pferdefütterung Teil 2 Futteraufnahme

Podcast Episode #8 Pferdefütterung Teil 2 Futteraufnahme

Episode #8 Pferdefütterung Teil 2

Hättest du das gewusst?
Die Sättigung erfolgt nicht über die Nährstoffversorgung, sondern über die Zahl der Kauschläge, die vom Zwischenhirn registriert werden-erst nach circa 35.000 Kauschlägen ist eine Sättigung bei unseren Pferden erreicht.

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Podcast Episode #6 Pferdefütterung Teil 1 Grundlagen

Podcast Episode #6 Pferdefütterung Teil 1

mit Werner A. Klein

Unser Ziel ist also eine artgerechte oder pferdegerechte Fütterung. Das mindert viele unserer Probleme, unserer Leiden – oder besser die unserer Pferde. Außerdem sparen wir Tierarzt-Kosten, denn Vorbeugen ist besser und billiger als Heilen.

Das Pferd ist ein Dauerfuttersucher und kein Dauerfresser, du möchtest den Unterschied wissen? Alles weitere findest du in dieser Episode.

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Podcast Episode #5 Lösungsphase aus medizinischer Sicht

Podcast Episode #5 Lösungsphase aus medizinischer Sicht

Podcast Episode #5 Lösungsphase aus medizinischer Sicht

Heute beschäftigen wir uns mit den Veränderungen, die durch Bewegungsmangel und eine unzureichende Lösungsphase entstehen.

Knochen: Knochen sind aus sehr festen Gewebe – durch mangelnde Bewegung kann der Knochen jedoch an Festigkeit verlieren. Er reagiert ständig auf mechanische Beanspruchung, regelmäßige Muskelaktivität stärkt also die Knochen. Bei Pferden mit festen Schienen- oder Cast-Verbänden konnte eine Inaktivitätsosteoporose nachgewiesen werden (Osteo=Knochen; porose=porös).

Was passiert mit Sehnen, Muskeln und Gelenken? Mehr Informationen erhälst du in dieser Folge.

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Podcast Episode #3 Impfungen Teil II

Podcast Episode #3 Impfungen Teil II
Episode #3 Impfungen Teil II

Non-Core-Komponenten
(Impfung empfohlen bei Gefährdung)

  • Tollwut (100% Schutz, Information vor Urlaubsreisen einholen)
  • Hautpilz (besonders zu empfehlen bei Jungpferde beim Einreiten)
  • Druse (Impfung bei Ausbruch ABZULEHNEN!)
  • Rotaviren (Fohlen-Durchfall-Erkrankung)
  • EVA (Equine Virus Arteritis, Hengste im Deckeinsatz, meldepflichtig)
  • West-Nil-Virus (2019 in Deutschland nachgewiesen!)

Impfdurchbruch:
Das Pferd wird krank durch Viren aus der Umgebung/von andere Pferde – die Impfung erfüllt ihre Aufgabe nicht, trotz dass das Pferd geimpft ist. Ursachen für eine ungenügende Impfwirkung sind zum Beispiel das unsachgemäße lagern von Impfstoffen, impfen von bereits kranken Pferden oder gestresste Pferde, Impfintervalle werden nicht eingehalten, fehlerhafte Grundimmunisierung und so weiter.

Impfreaktion/Impfschaden:
In den meisten Fällen kurzfristige lokale Schwellung, Gliederschmerzen und Fieber. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen mit langfristigen Gesundheitsproblemen.

Impferkrankung:
Bei dem Lebendimpfstoff werden die Viren in ihrer krankmachenden Wirkung abgeschwächt, sodass eine Reaktion des Immunsystems mit Bildung von Antikörpern ausgelöst wird ohne den Impfling krank zu machen. Bricht nun die Erkrankung durch diese Viren im Impfstoff aus wird dies eine Impferkrankung genannt.

Was solltest du beachten, wenn du dein Pferd impfen möchtest? Turnierstart, Husten, Stallwechsel,…? Mehr Informationen in dieser Folge.

Podcast Episode #2 Impfungen

Podcast Episode #2 Impfungen

Episode #2 Impfungen beim Pferd

Influenza, Tetanus und Herpes

Allgemeine Informationen

Impfungen sind die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Infektionserkrankungen und deren Verbreitung – es geht dabei um den Schutz des Einzeltieres, des Bestandes und der gesamten Pferdepopulation. Anzustreben ist eine vollständige Bestandsimpfung, wobei alle Tiere eine vollständige Grundimmunisierung erhalten und dann je nach Einsatz nachgeimpft werden. Es entsteht eine stabile Impfdecke, die den bestmöglichen Schutz bietet.

Fohlen und Zuchtstuten

Die Immunkompetenz des Fohlens ist abhängig von der Impfhistorie der Mutter. Zu beachten ist, dass Pferde eine undurchlässige Plazenta für Impfantikörper haben, die Antikörper werden also erst nach der Geburt durch die erste Milch (Kolostrum) aufgenommen. Der Schutz dient dem Fohlen die ersten Lebensmonate, da die Antikörper der Mutter sich mit der Zeit abbauen, muss das Fohlen dann körpereigene produzieren – hier setzt dann die Fohlenimpfung ein (ab 6. Lebensmonat).

Core- und Non-Core-Komponenten
1. Core-Komponenten (ständige Empfehlung): Influenza, Tetanus, Herpes
2. Non-Core-Komponenten (nur bei Gefährdung): Tollwut, Druse, Rotaviren

  1. Core-Komponenten

Die Grundimmunisierung besteht grundsätzlich aus 3 Impfungen (häufige Fehlerquelle!).

Influenza 

  1. Impfung Tag 0
  2. Impfung nach 4 bis 6 Wochen (LPO 28 bis 70 Tage)
    -> nach 14 Tagen Turnierteilnahme möglich
  3. Impfung nach 6 Monaten (LPO +21 Tage)
    -> 7 Tage nach der Impfung Startverbot auf einem Turnier

    danach:
    – Influenza für Freizeitpferde jährlich / Turnierpferde halbjährlich

Zusammenfassung:
– Übertragung der Influenza-Viren über eine Tröpfcheninfektion
– Atemwegserkrankungen mit hohen Fieber, Husten und Apathie
– hoher Infektionsdruck bei Ansammlungen von Pferden (Turnier)
– aktuelle Ausbrüche (2019)

Herpes

  1. Impfung Tag 0
  2. Impfung
    – nach 4 bis 6 Wochen (Todimpfstoff)
    – nach 3 bis 4 Monaten (Lebendimpfstoff)
  3. Impfung nach 6 Monatendanach:
    – Herpes für alle immer halbjährlich
    – Zuchtstuten, tragend: Schutz vor Abort
    Lebendimpfstoff: 4. und 8. Trächtigkeitsmonat
    Todimpfstoff: 5., 7., und 9. Trächtigkeitsmonat

Zusammenfassung:
– Herpes-Viren Typ 1: neurologische Symptome und Verlust der Trächtigkeit im letzten Drittel (Abort)
– Herpes-Viren Typ 4: Atemwegserkrankungen
– bilden Latenz aus, einmal infiziert bleibt eine lebenslange persistierende Infektion, die bei Stress aktiviert wird (vgl. Lippenherpes beim Mensch)

Tetanus (Wundstarrkrampf)

  1. Impfung Tag 0
  2. Impfung nach 4 bis 6 Wochen
  3. Impfung nach 1 Jahrdanach alle 2-3 Jahre zu wiederholen

Zusammenfassung:
– Ein MUSS für alle Pferde (Rentner, Fohlen, Turnierpferd, Freizeitpferd)
– 100% Schutz, gut verträglich, kostengünstig,
– Erreger kommt überall vor und dringt über kleinste Hautwunden ein
– eine Infektion für in der Regel zum Tod

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