Pferdekrankheiten

Entwurmung mit Plan

Zum Jahresbeginn besprechen wir etappenweise nochmal mein 4-Phasen-Modell für mehr Pferdegesundheit. In der ersten Phase geht es um das gesunde Pferd und die Gesundheitsförderung, welche Vorsorgemaßnahmen sind sinnvoll und sollten geplant werden für das Jahr? Dazu zählen die Impfungen, Sattelkontrollen und auch die Entwurmungsstrategie, um die es in dieser Podcastepisode gehen wird. 

Die 2.Phase beschäftigt sich mit dem gesunden Risikopatienten und der Prävention, wie kann ich die Risikofaktoren Mensch, Pferd und Umwelt einschätzen und das Risiko einer Erkrankung bei bestehendem Risiko minimieren? Darüber werden wir dann im Februar sprechen. 3. Phase – das kranke Pferd – Symptome erkennen und Erste Hilfe Maßhnahmen einleiten und zu guter Letzt die 4. Phase Rehabilitation – der genesene Risikopatient – du hast das Go von Tierarzt wieder loslegen zu dürfen, aber wie genau geht das? Dazu kommen wir dann in ein paar Wochen.

Du trägst die Verantwortung für die Gesundheit deines Pferdes und solltest dich daher am Anfang des Jahres mit Vorsorgenmaßnahmen, die im laufe des Jahres durchzuführen sind auseinandersetzten. 

Heute also die Entwurmungsstrategien. Welche Endoparasiten kennst du überhaupt? Gegen was entwurmen wir den genau? Häufig lautet die  Antwort „na Würmer halt“ – aber so einfach ist die Antwort jedoch nicht. Wir schauen uns mal die wichtigsten an, dazu zählen

Endoparasiten des Pferdes

1) der Zwergfadenwurm – den nenne ich immer als erstes, denn er tritt auch als erstes im Pferdeleben auf – nämlich bei den Saugfohlen, da er mit der Muttermilch übertragen wird.  Empfohlen wird die Mutterstute zu entwurmen vor der Geburt, um eine Übertragung zu minimieren. 

2) der Spulwurm – nach dem Fohlenalter, wird der Befall mit Spulwürmern relevant, also bei Absetzern bis zum Jungpferd, danach haben die meisten Pferde wiederum eine Immunität ausgebildet und daher spielt er im späteren Leben eigentlich keine Rolle mehr. Bei Jungpferden kann er aber sehr große Probleme verursachen und zu einem Wurmileus, also einer Verstopfung des Darmrohrs mit Würmern zur Folge haben, die Pferde koliken stark und müssen meist operiert werden. Vielleicht kennst du das Video der Kolik-OP, bei der ein Stück Darm aufgeschnitten wird und jede Menge weiße Würmer herausquillen. Dabei können es tote Würmer sein, nämlich nach einer Wurmkur, aber auch lebendige. Ich habe beides schon gesehen in der OP in meiner Klinikzeit und es ist wirklich abscheulich! Bei einem Nachweis von Spulwurmeiern, auch wenn es nur eins ist, wird immer entwurmt und am besten auch gleich der gesamte Bestand.

3) die kleinen Strongyliden – die leben im Dickdarm und ihre Larven nisten sich in der Darmwand ein (Ruhestadium). Bei massenhaften auswandern aus der Darmwand im Frühjahr kann es zur larvalen Cyathostominose kommen, einer sehr ernsthaften Durchfallerkrankung, da die Darmwand durch die Bohrlöcher massiv geschädigt ist. Ansonsten richten diese Parasiten allerdings wenig Schaden an und ein geringer Befall stimuliert das Immunsystem und wird als positiv bewertet. Daher entwurmt man gegen kleine Strongyliden auch nur, wenn der Schwellenwert von 200 epg erreicht ist. Aber dazu später mehr.

3) die großen Strongyliden, sind inzwischen Gott sei dank kaum noch nachweisbar, die früher strenge Entwurmung von allen Pferden 4 mal im Jahr, hat diese Wurmart stark zurückgedrängt und das ist auch gut so, denn diese Wurmart wandert munter durch den ganzen Körper, schädigt massiv die inneren Organe und führte früher häufig zum Tod der Pferde. Heute machen sie aber weniger als 1% in Deutschland aus und daher macht es auch Sinn die Entwurmungsstrategie zu wechseln. Sollte allerdings große Strongyliden gefunden werden in der Untersuchung muss entwurmt werden, auch hier am Besten alle Pferde in der Herde. Das tükische die Eier sind nicht zu unterscheiden von kleinen und  großen Strongyliden, möchte man also wissen um welche Art von Strongyliden es sich handelt muss eine Larvenanzucht durchgeführt werden und die dauert 14 Tage. Gerade bei Importierten Tieren aus dem Ausland ist dies absolut zu empfehlen, wenn eine selektive Entwurmungsstrategie genutzt wird im Betrieb.

4) Bandwürmer: diese leben im Dünndarm direkt vor der Klappen in den Blinddarm und haben einen Zwischenwirt außerhalb des Pferdekörpers, nämlich die Mossmilbe. Die kommt eher bei feuchten Wetter, wie im Herbst vor und daher scheidet der Bandwurm auch periodisch seine Eier aus – kluges Kerlchen – im Sommer findet man daher eher keine Bandwurmeier im Kot, was nicht heißt das sie nicht da sind. Bandwürmer sind sehr schwer durch eine Kotprobe zu finden. Findet man auch nur ein Ei bei einem Pferd, müssen alle Pferde entwurmt werden und zwar mit einem speziellen Wirkstoff, “draußen” nennen wir das dann die große Wurmkur. Es gibt inzwischen aber auch einen Speichelprobentest, der um die 30 € liegt und ihr im Internet beziehen könnt.

5) Pfriemenschwänze leben im Dickdarm und wandern aus dem Anus aus und legen dort ihre gelben Eischnüre ab und können mit einem Tesafilm-Abklatsch-Präparat oder mit bloßen Auge diagnostiziert werden. Hier wir in der Regel nur das betroffene Pferd behandelt.

6) Magendasseln – sind eigentlich Fliegen und diese legen ihre Eier im Fell ab, die Pferde lecken sie ab und dann bohren sich die Larven durch die Maulschleimhaut und gelangen zum überwintern in den Magen, an dem sie sich festsaugen. Im Kot sind also keine Eier nachweisbar, sondern es handelt sich hier um eine Blickdiagnose (Eier im Fell) oder es wird bei einer Gastroskopie festgestellt – auch hier sollten alle Pferde entwurmt werden, wenn bei einem Pferd die Eier gesichtet worden sind – so die Empfehlung. Die Entwurmung erfolgt typischerweise Nikolaus.

7) Leberegel: kommen sehr selten vor bei Pferden, sie haben als Zwischenwirt die Zwergschlammschnecke und brauchen daher Gewässer in der Nähe. Hier lautet dann aber auch die Empfehlung wird er bei einem Pferd entdeckt, sollten alle entwurmt werden.

8) Lungenwürmer: Hier ist der Esel der Hauptwirt, Pferde sind Fehlwirte, daher entwickeln sich aus den aufgenommenem Stadien nicht immer eierlegende Adulte, das bedeutet der Entwicklungszyklus ist unvollständig und die Pferde scheiden keine Eier mit dem Kot aus, hier hilft dementsprechend leider auch nicht immer eine Kotprobe zur Diagnostik. 

Das als kleiner Einblick in einige Endoparasiten des Pferdes – mehr Infos zu den Entwicklungszyklen findest du im Onlinekurs, das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Wieder ab Ende März 2020 erhältlich!

Entwurmungsstrategie bei Pferden

Wie entwurme ich denn jetzt aber richtig? Eine heiß diskutierte Frage! Es gibt unterschiedliche Strategien:

1) die strategische Entwurmung: alle Pferde gleichzeitig 4 mal im Jahr

Nachteil: die Wirkstoffe sind sehr begrenzt, die Resistenzen steigen und viele Pferde benötigen eine solch strikte Entwurmung garnicht und so wird der Organismus unnötig belastet – obwohl ein gesundes Pferd damit in der Regel keine Probleme hat – da sind Fütterungsfehler, wie massenhaft Zusatzfutter und Mischfuttermittel mit Konservierungsstoffen und Geruchstoffen, zu wenig Heu sowie schlechte Haltung und Stress deutlich schädlicher! Insgesamt sollte der Einsatz von Wurmkuren jedoch gezielter und seltener erfolgen als in der Vergangenheit, wo die großen Strongyliden noch das Ziel waren. Diese Methode ist daher nicht mehr zu empfehlen!

2) die selektive Entwurmung: diese wurde ursprünglich für Schafe entwickelt und bezieht sich NUR auf die kleinen Strongyliden, andere Würmer werden nicht erfasst und eine Unterscheidung zwischen große und kleinen Strongyliden wird auch nicht vorgenommen. Zudem hast du ja gehört je nach Alter ist die Wurmbelastung unterschiedlich, die selektive Entwurmung ist also nur für Pferde ab 3 bis 4 Jahren geeignet. Krankheit, junges und sehr hohes Alter verlangen ein geändertes Vorgehen. Hier werden 4 Kotproben genommen und im Anschluss nur die behandelt, die über 200 egp liegen, nach 2 Wochen wird die Kotprobe wiederholt, um die Wirksamkeit der Wurmkur zu kontrollieren.
Kritik an der Methode: Lungenwürmer, Bandwürmer, Magendasseln sind garnicht oder nur sehr schlecht im Kot zu finden, keine Unterscheidung zwischen großen und kleinen Strongyliden und damit die Gefahr, dass die großen Strongyliden wieder vermerht auftreten und auch die Ruhestadien der kleinen Strondyliden in der Darmwand werden in der Kotprobe nicht erfasst. Bei der selektiven Entwurmung wird nach dem McMasterverfahren im Labor vorgegangen, hierbei handelt es sich um ein Flotationsverfahren mit einer genauen Kotmenge.

3) zeitgemäße und selektive Entwurmung: diese wurde entwickelt, um genau diese Kritikpunkte zu beheben, es werden alle wichtigen Endoparasiten des Pferdes abgedeckt. Auch hier werden 4 Kotproben im ersten Jahr genommen und untersucht allerdings etwas aufwändiger Sedimentation- und Flotationsverfahren, Larvenanzucht der Strongyliden, Larvenauswanderungsverfahren, bei Jungpferden Untersuchung auf Spulwürmer und so weiter. 2 Wochen nach einer Wurmkur wird auch hier eine Wirksamkeitsprobe durchgeführt. Die Summe von mehreren Kotprobenuntersuchungen ergibt ein umfassendes Bild über Niedrige Eiausscheider, die machen 70 -80% der Pferde aus und die Hohen Eiausscheider, meist 30% der Pferde und gibt einen Überblick welche Endoparasiten im jeweiligen Bestand vorkommen. Würde dein Pferd zu den hoch Ausscheidern gehören muss es hier ein Jahr strategisch entwurmt werden, also 4 mal im Jahr und dann wird die Untersuchung wiederholt. Werden bestimmte Endoparasiten festgestellt, wird entweder das individuelle Pferd oder aber auch der ganze Bestand entwurmt, zum Beispiel beim Bandwurm. Das ist jetzt nur einmal ein grober Überblick über diese Entwurmungsstrategie, aber ich denke es wird klar – einfach Kot nehmen und dann entwurmen ja oder nein so einfach ist das eben auch nicht. Im Onlinekurs habe ich ein ganzes Kapitel diesem Thema gewidmet, da es sehr umfassend ist und so viel diskutiert wird und auch viel falsches kusiert.

4) Alternative: Hier lautet die Empfehlung:  Grundsätzlich alle erwachsenen Pferde 2 mal im Jahr zu entwurmen und zwar im Sommer und im Winter, um die Magendasseln, Ruhestadien der kleinen Strongyliden, große Strongyliden und Bandwürmer oder weitere mögliche Parasiten wie auch die Lungenwürmer zu erwischen. Es sollten jedoch trotzdem Kotproben genommen werden und auch Wirksamkeitsproben 14 Tage nach den Wurmkuren. Das heißt im Frühjahr Kotprobe und nur entwurmen bei Befall, Sommer Kotprobe aber immer entwurmen, Herbst Kotprobe und nur entwurmen bei Befall, Winter Kotprobe und immer entwurmen. Je nach dem zu welchem Labor man die Proben schickt, werden unterschiedlich Untersuchungsmethoden durchgeführt und du hast ja heute gelernt, je nachdem was man sucht, findet man auch unterschiedliche Sache – das ist also eine Labor und Kostenfrage.

und wie sieht es in der Praxis aus?? Nicht so wie hier in den Strategien dargestellt – wir betreuen sehr wenige Ställe, die selektiv entwurmen und nur einige entwurmen richtig strategisch – sprich alle Pferde eines Bestandes zur gleichen Zeit – die meisten entwurmen ohne Plan. Ich hoffe diese Folge hat dir einen Einblick gegeben was möglich ist und vielleicht stellt ja der eine oder andere um. Eine Entwurmungsstrategie gehört auf jeden Fall in einen Vorsorgeplan für dein Pferd. Nach einer Umfrage haben nur 10 % angegeben einen Vorsorgeplan für ihr Pferd ausgearbeitet zu haben – daher habe ich eine 3 -Tage-Challenge – erarbeitet mit dem der Aufgabe: Erstelle für dein Pferd jetzt einen Vorsorgeplan. Dazu kannst du dich jetzt anmelden und mitmachen, jeden Tag gibt es dann Input und Aufgabe zum Erstellen deines indiviuellen Vorsorgeplans von mir für dich– sei für dieses Jahr gut vorbereitet und schütze dein Pferd – keine Impfung mehr vergessen, unnötige Wurmkuren vermeiden, Schmied, Sattel und Physiotherape im Griff – das Beste für dein Pferd erreichen, das ist unser Ziel – also sei dabei, den Link zur Anmeldung findest du hier – ich freu mich auf unsere Zusammenarbeit – und bis dahin denke daran Pferde sind lebensfreude, also hacken runter und Stimmung rauf!

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Hufgeschwür beim Pferd

Bei einem Hufgeschwür handelt es sich um eine eitrige Huflederhautentzündung. Die Huflederhaut ist die Verbindungsschicht zwischen der Hornkapsel und dem Hufbein (Knochen).

Pododermatitis = Huflederhautentzündung

Die Huflederhautentzündung kann aseptisch (ohne Erreger) oder infektiös mit Beteiligung von Erregern (Bakterien) erfolgen.

Die aseptische Huflederhautentzündungen entstehen durch zum Beispiel Quetschungen (Schlag gegen die Wand, Tritt auf einen Stein, Trachtenzwand, zu kurzes Ausschneiden der Hufe, Fehlstellungen). Die Hufrehe ist übrigens auch eine aseptische Huflederhautentzündung – ausgelöst durch innere Faktoren, wie Fütterung, Vergiftung, Nachgeburtsverhalten oder hormonell bedingt durch PPID (Cushing).

Die eitrige Huflederhautentzündung (Hufgeschwür) entsteht durch das Eindringen von Bakterien von außen – entweder aufgrund eines Risses in der Hornkapsel oder einer dünnen und aufgeweichten Hornwand.

Symptome bei einem Hufgeschwür

  • Lahmheit, meist hochgradig mit Entlastung der Gliedmaße im Stand
  • Pulsation der Mittelfußarterie
  • Druck durch die Hufzange löst eine Abwehrreaktion aus
  • warmer Huf
  • Abfluss von Eiter an der Sohle oder am Kronrand möglich

Behandlung

  • feucht-warmer Verband
  • Eröffnen des Hufgeschwürs

Einteilung von Hufgeschwüren

  • oberflächliches Hufgeschwür
  • tiefes Hufgeschwür
  • gangränöses Hufgeschwür (Fäulniserreger)

Mehr Informationen in dieser Episode – Rehabilitation nach dem Hufgeschwür, Einflussfaktoren auf die Hornqualität, Definition der unterschiedlichen Hufgeschwürformen.

Überbeine beim Pferd

Überbeine sind knöcherne Zubildungen an der Röhre. Sie können einseitig, aber auch an mehreren Gliedmaßen auftreten. Je nach Lokalisation am Bein werden sie in seitliche, hintere und tiefe Überbeine eingeteilt.

Ursache

Die Überbeine am Pferde entstehen durch einen einmaligen oder wiederkehrenden Reiz. Das kann zum Beispiel ein Trauma (Tritt, Streichen, Verletzung) sein oder durch eine Gliedmaßenfehlstellung oder versäumte Hufbearbeitung. Ebenfalls können Faktoren, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, wie die Fütterung oder das endokrine (hormonelle) System Auslöser für Überbeine darstellen.

Im akuten Stadium treten Schwellung, Schmerz, Wärme und meist eine Funktionseinschränkung (Lahmheit) auf. Nach dem Abklingen der akuten Entzündung ist die Schwellung augenscheinlich erstmal kleiner, allerdings muss bedacht werden, hier ist nur die Weichteilschwellung weniger geworden. Die knöcherne Zubildung bleibt meist gleich oder ist sogar größer geworden.

Die seitlichen Überbeine

Die seitlichen Überbeine befinden sich an der Vorderseite der Griffelbeine und entstehen durch die Reizung der Knochenhaut n den Ansatzstellen der Bänder (z.B. zehenweite Stellung). Die Pferde zeigen häufig eine Stützbeinlahmheit, die auch Remontenkrankheit genannt wird. Sie können aber auch durch einen Schlag entstehen.

Die hinteren Überbeine

Die hinteren Überbeine liegen an der innen Seite der Grifffelbeine, sie können die Sehnen und den Fesselträger reizen und so eine Lahmheit auslösen. Diese entstehen eher durch eine wiederkehrende Belastung.

Die tiefen Überbeine

Die tiefen Überbeine befinden sich am Ursprung des Fesselträgers – leider sind die sehr versteckt, sind schwer zu erkennen und verursachen eine chronische Lahmheit.

Weitere knöcherne Zubildungen können aufgrund eines Griffelbeinbruchs entstehen oder der Schienbeinkrankheit. Letzteres tritt häufig bei jungen Vollblütern im Rennsport auf. Durch das intensive Galopptraining wird das noch nicht fertige Skelettsystem stark belastet, dies versucht sich dieser Belastung anzupassen und so steht die Bildung dieser Zubildung im direkten Zusammenhang mit dem Training.

Diagnostik

  • Lahmheitsuntersuchung
  • Leitungsanästhesie
  • Röntgen
  • Ultraschall

Therapie

Die akute Entzündung muss behandelt werden, erst mit Kälte, Ruhe und entzündungshemmender Mittel, sei es lokal als Salbe oder Injektion an das Überbein oder systemisch als Paste ins Maul oder intravenöses Medikament. Die seitlichen Überbeine haben eine gute Prognose und nach der vollständigen Veknöcherung sind die Pferde in der Regel lahmfrei. Die hinteren und tiefen Überbeine haben eine schlechtere Prognose. Eine Möglichkeit ist sie chirurgisch intraoperativ zu entfernen, allerdings kommen viele Überbeine trotz OP zurück und sind manchmal sogar im Anschluss größer.

Rehabilitation

Das wichtigste ist die Auslöser abzustellen, das heißt Training, Management und Fütterung müssen überprüft werden! Gliedmaßenfehlstellung sollten mit einer angemessenen Hufbearbeitung korrigiert werden, Fütterungsfehler, wie Mangelzustände oder Imbalancen von Kalzium und Phosphor müssen verbessert und das Training mit einem sinnvollen Reha-Programm in Absprache mit den Therapeuten wiederaufgenommen werden.

WEBINAR 10. November 2019, 20 Uhr

Der Aufbau eines Reha-Programms muss immer individuell in Zusammenarbeit mit den Therapeuten erarbeitet werden. Da ich aber sehr häufig dazu gefragt werden, gebe ich diesen Sonntag, den 10.11.2019 dazu ein Webinar – Rehabilitation nach Krankheit beim Pferd, dort werde ich ein Fallbeispiel vorstellen, wie ein Pferd nach einer Lahmheit wieder antrainiert worden ist – wenn du dabei sein möchtest komme gerne in die Facebook-Gruppe “Projekt gesundes Pferd”, dort erhältst du kostenlos den Zugang. Wenn du nun die Podcastfolge später anhörst, kannst du trotzdem gerne in die Gruppe kommen, denn alle Aufzeichnungen von den Webinaren sind dort weiter für alle verfügbar. Weitere Informationen, Fallbeispiele, Checklisten und Maßnahmenpläne für die Rehabilitation deines Pferdes findest du im Onlinekurs, der nun endlich Ende November an den Start geht – um den Start nicht zu verpassen trage dich gerne in meinen Newsletter ein.

Mit dem Newsletter verpasst du keine Termine mehr! Er erscheint einmal im Monat.

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Schlundverstopfung beim Pferd

Die Schlundverstopfung ist die häufigste Speiseröhren-Erkrankung beim Pferd. Es handelt sich dabei um eine Passagestörung, die teilweise und vollständig auftreten kann.

Symptome der Schlundverstopfung

Die Symptome sind teilweise sehr erschreckend und wenn du einmal eine Schlundverstopfung beim Pferd gesehen hast, wirst du es nicht wieder vergessen und in der Regel auch immer wieder erkennen.

  • massiver Speichelausfluss mit Futterbestandteilen aus den Nüstern und dem Maul
  • Husten und Würgen
  • verkrampfen des Halses
  • Quietschgeräusche
  • Verweigerung von Futter und Wasser
  • Erschöpfung und hängender Kopf
  • eventuell Schwellung an der linken Halsseite

Die Speiseröhre des Pferdes liegt auf der linken Seite im Bereich der Drosselrinne. Hier kann eine Schwellung gesehen werden, wenn die Verstopfung in dem Bereich zwischen Kehlkopf und Brusteingang liegt. Liegt die Passagestörung tiefer, ist keine Schwellung ersichtlich!

Erste Hilfe Maßnahmen bei der Schlundverstopfung

Das Wichtigste ist den Kopf tief zu halten bis der Tierarzt kommt, damit Speichel und Futter daran gehindert werden zurück in die Lunge zu laufen. Dies kann bei einer Schlundverstopfung beim Pferd schnell passieren und löst eine gefährliche Lungenentzündung aus (Aspirationspneumonie). Auch wenn die Symptome schlimm aussehen, eine Lebensgefahr besteht in der Regel nicht. Erst wenn eine Schlundverstopfung länger als 24 Stunden besteht, stellen sich die ersten Komplikationen ein.

Wenn du mehr zur Erste Hilfe am Pferd erfahren möchtest, trage dich gerne in meinen Newsletter ein und erhalten den Zugang zu dem Webinar “Erste Hilfe Maßnahmen beim Pferd”.

(Du kannst es auch stattdessen käuflich erwerben.)

Ursachen einer Schlundverstopfung

Es wird in primäre und sekundäre Ursachen unterschieden. Dabei sind die primären Ursachen sehr häufig! Bei den sekundären Ursachen handelt es sich um andere vorausgegangenen Speiseröhren-Erkrankungen.

Primäre Ursachen:

  • Fütterungsfehler: schlecht eingeweichte Rübenschnitzel (Beispiel)
  • Selbstbedienung des Pferdes an der Futtertonner trockener Pellets
  • Futterneid und dadurch hastiges Fressen und ungenügendes Einspeicheln
  • selten: ungekauter Apfel

Sekundären Ursachen:

  • Ösophagusdivertikel
  • Struktur (Einengung des Schlunds) durch Narben ausgelöst durch eine länger bestehende Schlundverstopfung, Verletzungen mit der Nasenschlundsonde, einem Fremdkörper, Tritte von außen,…
  • Ösophagusspasmus (Muskelkrampf) durch Allergien/Giftpflanzen
  • Zahnerkrankungen und folglich schlecht zerkautes Futter
  • Megaösophagus (Missbildung d. Schlunds, insbesondere bei Friesen)
  • Wandverdickung der Speiseröhre bei älteren Pferden
  • ….

Sollte dein Pferd an immer wiederkehrenden Schlundverstopfungen leiden, muss dringend nach einer solchen Ursache gesucht werden und weiterführende Diagnostik ist notwendig.

Es sei hier aber nochmal betont, häufig ist häufig und selten ist selten! In den meisten Fällen handelt es sich um einen Fütterungsfehler – in einer retrospektiven Studie wurden 74 Pferde mit Schlundverstopfungen ausgewertet, davon hatten 60 Pferde eine primäre Schlundverstopfung. Somit hatten nur 14 Pferde eine sekundäre Ursache für die Schlundverstopfung, ist dies allerdings der Fall ist die Diagnostik und die Behandlung aufwendig und die Prognose deutlich schlechter.

Therapie bei einer Schlundverstopfung

Die Pferde werden leicht sediert, damit zum einen der Kopf untergehalten wird, trotz der Manipulation mit der Nasenschlundsonde (Schutz vor dem Zurücklaufen von Speichel in die Lunge) und der Schlund entspannt sich. Das reicht manchmal schon aus, um die Verstopfung zu lösen im Schlund. Zusätzlich wird noch ein Medikament verabreicht, um die glatte Muskulatur der Speiseröhre gezielt zu entspannen und ein Schmerzmittel. Bei langen Bestehen der Schlundverstopfung oder/langen Spülen mit der Nasenschlundsonde ist ebenfalls ein Antibiotika sinnvoll. Der Tierarzt führt die Nasenschlundsonde ein und spült bis die Verstopfung gelöst ist – das kann manchmal leider mehrere Stunden dauern!

Nasenschlundsonde
Nasenschlundsonde

Liegt eine sekundäre Schlundverstopfung vor sind deutlich umfangreichere Therapien nötig (je nach Ursache). Diese können chirurgisch sein bei einem Ösophagusdivertikel, medikamentell bei dem Ösophagusspasmus (Muskelkrampf durch Allgergie) oder durch alternative Ansätze, wie Akupunktur beim Pferd, unterstützt werden bei zum Beispiel Funktionsstörungen des Schlunds ohne erfassbare Ursache.

Langfristig muss natürlich die Fütterung, Haltung und das Management überprüft werden, damit der gleiche Fehler nicht nochmal passiert! Es ist demnach wichtig zu wissen wie ein Pferd artgerecht und bedarfsgerecht gefüttert wird. Es ist auch nicht nur das was, sondern auch das wie ausschlaggebend – daher bilde dich ständig fort über dein Pferd, damit du es sinnvoll und aktiv vor Erkrankungen schützen kannst!!

Nutze dazu meine kostenlose Videoserie: Projekt gesundes Pferd!

PA, die periodische Augenentzündung

PA = periodische Augenentzündung

Der medizinische Begriff für die periodische Augenentzündung lautet Equine rezidivierende Uveitis, kurz ERU und stellt eine wiederkehrende Entzündung der Gefäßhaut im Auge dar. Die Gefäßhaut besteht aus der Iris, dem Ziliarkörper und der Aderhaut und bildet die mittlere Gewebeschicht im Auge. 

Die Entzündung tritt entweder wiederkehrend in Schüben auf oder schleichend schlechter werdend, dann ist sie besonders tückisch. Unbemerkt und unbehandelt zerstört sie nämlich Strukturen im Auge und führt zur Erblindung. Die Entzündung kann einseitig, aber auch beidseitig auftreten. Wenn bereits ein Auge entzündet ist, liegt das Risiko, dass das andere Auge auch erkrankt bei 30% bis 35%. Untersuchungen geben eine Häufigkeit der Krankheit von 8% bis 12% in der Pferdepopulation an und es stellt weltweit die häufigste Ursache für Erblindung von Pferden dar. Früher wurde die Erkrankung auch Mondblindheit genannt und gehörte zu den Hauptmängeln in der Kaiserlichen Verordnung von 1899, vielleicht kommt der Begriff dir bekannter vor aus den Unterlagen deiner Reitabzeichenprüfung.

Ursachen einer periodischen Augenentzündung

Die Ursachen der Entzündung sind immer noch nicht vollständig geklärt, die heute wissenschaftlich akzeptierte Hypothese nimmt eine immunassoziierte Erkrankung mit verschiedensten Ursachen an. Die je nach geographischer Lage unterschiedlich sind. Diskutiert werden Leptospiren, Streptokokken, Virusinfektionen, allergische Reaktionen, Autointoxikationen, Autoimmunkomplex-Erkrankungen und auch erbliche Dispositionen. In der USA handelt es sich meist um eine Autoimmunreaktion, dagegen ist in Europa bei den meisten Fälle eine Leptospiren-Infektionen mitbeteiligt. Die Leptospiren-Infektion kann ohne Symptome (inapparent) verlaufen und erst Monate bis Jahre später eine Entzündung im Auge auslösen. Leptospiren sind Bakterien und kommen weltweit vor, deren Hauptwirte Nagetiere sind, wie Ratten oder Mäuse. Die Bakterien werden bei kranken Tieren mit dem Urin ausgeschieden und so stellen verunreinigte Futtermittel und Wasser die Hauptquelle für Infektionen dar sowie feuchte Böden oder Gewässer. Die Bakterien sind temperaturabhängig und kommen daher vermehrt im Sommer und Herbst vor. Aufgenommen werden sie durch Schleimhäute und verletzte Haut. Verschiedene Faktoren können die Erkrankung auch triggern, wie Stress durch Transport, Turnier oder Stallwechsel. Allerdings kommen fast alle Pferde mit Leptospiren in Kontakt während ihres Lebens, eine ERU/PA entsteht daraus aber bei Weiten nicht bei jedem Pferd! Wie gesagt die Inzidenz der ERU/PA liegt nur bei 8% bis 12% in der Pferdepopulation. Die Infektion mit Leptospiren kann mit verschiedenen Maßnahmen versucht werden zu verhindern. Mäuse und Ratten müssen systematisch bekämpft werden in den Ställen, die Futterkammer sauber und aufgeräumt halten, keine offenen Futtersäcke rumstehen lassen und feuchte Stellen trockenlegen. Wasser zum Tränken sollte sauber und fließend sein oder wenn es aus Eimern angeboten wird auf der Wiese regelmäßig erneuert werden. Eine Impfung gegen Leptospiren existiert noch nicht, jedoch kann im Einzelfall aus den bestandsspezifischen Leptospiren eine Vakzine (Impfung) nach der Anzüchtung hergestellt werden. Diese wirkt dann aber nur für diese Leptospiren-Serogruppe und die Serogruppen sind von Stall zu Stall unterschiedlich. Hat das Pferd eine ERU/PA sollte Stress und weitere Situationen vermieden werden, die das Immunsystem schwächen.

Zusammenfassend sind die genauen Vorgänge bei der Entstehung neuer Entzündungsschüben bisher leider immer noch unbekannt.

Die ERU kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manchmal zwinkern die Pferde nur etwas mehr und der Entzündungsschub bleibt unbemerkt, andere zeigen starke Symptome und sind sehr schmerzhaft. Augenerkrankungen sind grundsätzlich sehr schmerzhaft – die Pferde zeigen häufig ein Schmerzgesicht. Dabei sind die Ohren nach hinten gerichtet und die Nüstern werden krausgezogen sowie das Maul fest zusammengekniffen.

gesundes Auge:
trocken, glänzend, offen, Pupille geöffnet
krankes Auge:
geschwollen, zwinkern, Augenausfluss

Typische Symptome am Auge sind:

  • Lidschwellung 
  • Tränenfluss
  • gerötete Bindehaut
  • graue-rauchige Hornhauttrübung
  • verengte Pupille (Schmerzanzeichen)
  • häufiges zwinkern bis Auge zukneifen (Schmerzanzeichen)
  • Fibrinfäden in der vorderen Augenkammer 
    (weiße Fäden schwimmen im vorderen Teil des Auges)
  • schmerzbedingter Enophthalmus: das Auge wird tiefer in die Augenhöhle reingezogen, sodass das Auge kleiner erscheint
  • die Wimpern stehen senkrecht (Schmerzanzeichen,) im gesunden Zustand stehen die Wimpern waagerecht bis leicht schräg nach unten vom Kopf

Bei immer wiederkehrenden Schüben wird das Auge stark zerstört und der Augapfel schrumpft zusammen, die Hornhaut trübt sich und selbst wenn das Auge vollständig zerstört ist, haben die Pferde immer wieder Entzündungsanzeichen und Schmerzen, dann bleibt als letzte Möglichkeit nur noch die Entfernung des Auges.

Bleibt die Entzündung unbemerkt oder wird fälschlicherweise angenommen es handelt sich „nur“ um eine Bindehautentzündung, dann kann das Pferd unbemerkt erblinden. Dann zeigen sie Verhaltensänderungen und sind schreckhaft, haben Angst vor wechselnden Untergründen, verweigern beim Springen, sind in bestimmten Wendungen unwillig und halten den Kopf schräg. 

Wenn ein Pferd häufiger ein tränendes Auge über einen längeren Zeitraum zeigt, sollte das immer vom Tierarzt überprüft werden, ob noch weitere Veränderungen im Auge zu sehen sind. Hier sollte eine klinische Untersuchung durchgeführt werden, der Augenhintergrund beurteilt werden und eventuell ein Ultraschall vom Auge durchgeführt werden. Augenveränderungen sind sehr ernst zu nehmen und andere Therapeuten können zwar bei gestellter Diagnose unterstützend eingreifen, aber für eine sichere Diagnose sollte in jedem Fall ein Tierarzt das Auge untersuchen, ohne Ausnahme. 

Die PA ist die häufigste Erblindungsursache des Pferdes und eine Heilung ist bei geschädigtem Auge nicht mehr möglich, also sollte nicht gewartet werden bei Verdacht.

Prognose und Therapie der PA

Die Prognose der PA ist schlecht und eine Heilung ist leider wie gesagt nicht möglich. Die entstandene Zerstörung im Auge kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Mit einer Augen-OP ist der Prozess aber anzuhalten.

Es gibt eine medikamentöse Behandlung und eine chirurgische Möglichkeit. 

Die medikamentöse Behandlung dient dazu die Entzündung zu bekämpfen und die Schmerzen zu lindern, allerdings ist diese Behandlung extrem zeitaufwändig und teuer und kann in den meisten Fällen weitere Schübe nicht verhindern, sondern nur den bestehenden abfangen. So kommt es zwar verzögert, aber trotzdem zum Erblinden der Pferde. Bei jedem neuen Schub muss die Therapie sofort wiederholt werden. Teilweise ist es nötig stündlich Augentropfen oder Salben einzubringen, auch nachts! Darüber hinaus lassen sich die Pferde das in der Regel nach einer gewissen Zeit nicht mehr gefallen und dann muss ein Augenkatheter eingesetzt werden, diese Maßnahmen sind nur in der Klinik möglich. Zu den angewendeten Medikamenten zählt das Atropin, das stellt die Pupille weit. Durch den Schmerz zieht sich die Pupille zusammen und leider kommt es dann häufig zu Verklebungen mit den Fibrinfäden (Entzündungsprodukte), sodass die Pupille danach nicht mehr geöffnet werden kann. Das schränkt die Sehfähigkeit immens ein. Zur Behandlung der Entzündung werden kortisonhaltige Augensalben eingesetzt (nur bei intakter Hornhaut!) und nichtsteroidale Entzündungshemmer, die wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Daneben kommen häufig noch weitere Therapieoptionen zum Einsatz: Akupunktur, Homöopathie, Tragen einer Fliegenmaske als Sonnen- und Windschutz und Eigenblutprodukte wie Serum-Augentropfen. Ist die Entzündung abgeklungen kann eine OP durchgeführt werden, wie gesagt die Medikamente verzögern nur das Erblinden, verhindern es aber in der Regel nicht!

Auf der anderen Seite gibt es 2 chirurgische Möglichkeiten

  1. Vitrektomie

Diese OP wird bei einer PA durchgeführt, die durch Leptospiren ausgelöst wird. Bei der Virektomie wird der Inhalt des Glaskörpers ausgetauscht. Der Inhalt wird abgesaugt und mit ihm die Entzündungsprodukte und Bakterien, dadurch kann die Sehfähigkeit zum Teil sogar wieder verbessert werden. Einfach ausgedrückt wird der Inhalte des Auges ausgetauscht. Durch diese Spülung werden die Entzündung und die fortschreitende Zerstörung gestoppt und das Risiko, dass danach eine erneute Augenentzündung auftritt wird mit unter 5% angegeben.

  • Ciclosporin-A Implantat

Mit dieser OP wird die auftretende Autoimmunreaktion unterdrückt, dieses Verfahren ist also sinnvoll bei Pferden, bei denen der Leptospiren-Titer negativ ist. Hier handelt es sich dann um eine ausschließlich autoimmun bedingte Erkrankung, wie sie in der USA meist auftritt. Das Implantat wird ins Auge gesetzt und gibt dort kontinuierlich Medikamente ab, somit ist die Anwendung von Augensalbe nicht mehr nötig und weitere Entzündungen werden unterdrück. Hier wird eine sichere Abgabe des Wirkstoffs über 1 Jahr angegeben, bei vielen Pferden bleibt das Auge reizfrei, bei anderen muss das Implantat ausgewechselt werden nach einigen Jahren. Das Implantat ist allerdings für Pferde nicht zugelassen und fällt unter das Doping-Gesetz

Bei Augen mit weitfortgeschrittener Zerstörung kann es nötig sein das Auge zu entfernen, um dem Pferd Linderung zu verschaffen.

Fortbildung für dein Pferd

So du hast heute etwas Neues gelernt? Spitze! Lerne Symptome frühzeitig zu erkennen, damit du rechtszeitig eingreifen kannst oder den Tierarzt rufen kannst, um Folgeschäden bei deinem Pferd zu verhindern – noch mehr Input? Kurse, Webinare und Onlinevorlesungen? Dann melde dich gerne zu meinem monatlichen Newsletter an – ich freue mich von dir zu hören und bis zum nächsten Mal, eure Veronika

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Cushing beim Pferd gibt es nicht!

Cushing Pferd

Etwas provokativ – aber wir klären in dieser Episode was Cushing genau ist und warum es diese Erkrankung beim Pferd garnicht gibt.

Die Cushing-Erkrankung

  1. Morbus Cushing: 85% der Fälle
    Der Morbus Cushing ist gekennzeichnet durch eine Überproduktion von ACTH aus der Hirnanhangsdrüse und zwar dem vorderem Teil, dem Hypophysenvorderlappen. Das ACTH (Hormon) gelangt an die Nebennierenrinde und führt dort zu einer übermäßigen Kortison Auschüttung – infolge dessen entstehen die körperlichen Symptome.
  2. Cushing Syndrom: 15% der Fälle
    In der Regel durch einen Tumor der Nebenniere, der direkt Kortison produziert – hier ist die Hirnanhangsdrüse primär nicht beteiligt.

Diese Erkrankungen kommen beim Mensch und beim Hund vor!

PPID = Pituitary Pars intermedia Dysfunction (früher: equines Cushing Syndrom)

Aufgrund von neuen wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass die Abläufe beim Pferd anders verlaufen, daher wurde das früher “Equine Cushing Syndrom” nach dem neuesten Wissenstand umbenannt in

PPID = Pituitary Pars Intermedia Dysfunction.
Pituitary = Hirnanhangsdrüse
Pars intermedia = Zwischenlappen der Hypophyse
Dysfunction = Funktion gestört

Beim Pferd spielt die Hirnanhangsdrüse mit dem ACTH eine Rolle, daher ist per Definition das Cushing Syndrom ausgeschlossen. Ähnlichkeiten zum Morbus Cushing liegen in der Überproduktion von ACTH oder besser der Freisetzung von mehreren POMC-Spaltprodukten aus der Hirnanhangsdrüse. Die Abgrenzung zum Morbus Cushing ist aber zum einem, dass der Zwischenlappen beim Pferd betroffen ist statt der Vorderlappen beim Hund und das ursächlich für die Überproduktion bei PPID beim Pferd eine altersbedingte Degeneration von Nervenzellen im Gehirn ist und nicht wie beim Hund ein Tumor der Hirnanhangsdrüse.

PPID (früher Cushing) eine neurodegenerative Erkrankung

Zu Erkrankungen, die mit vorzeitigen sterben von Nervenzellen im Gehirn beim Menschen einhergehen, gehören die Parkinson-Erkrankung und verschiedene Demenzformen. Bei der Parkinson-Erkrankung sind beispielsweise nur Nervenzellen betroffen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Bei PPID beim Pferd ist das auch der Fall, Dopamin-prozierende Nervenzellen im Gehirn gehen altersbedingt zugrunde. Dopamin ist ein Botenstoff, der unter gesunden Umständen die Hirnanhangsdrüse hemmt, damit wenig ACTH ausgeschüttet wird. Dieser Botenstoff fehlt bei PPID-Patienten durch den Nervenzelluntergang und es kommt zur übermäßigen ACTH Ausschüttung und anderen Spaltprodukten, die dann im Körper die jeweiligen Symptome auslösen, wie zum Beispiel die Hufrehe bei unseren Pferden.

Mehr Informationen zur Hufrehe bekommst du in der Episode #27

-> hier geht zu der Episode #27 Hufrehe

Hufrehe-pferd

Mehr zu Hufrehe mit einer schönen Infografik findest du bei dem Pferdeliebe Magazin

-> zur Seite

Vorkommen von PPID (Cushing beim Pferd)

Insgesamt sind 3% der gesamten Pferdepopulation betroffen, bei Pferden über 15 Jahren sind es 20%, das ist statistisch gesehen jedes 5. Pferd über 15 Jahre. Es können Maßnahmen ergriffen werden, je nachdem in welcher Phase des 4-Phasen-Modells sich dein Pferd befindet.

Das 4-Phasen-Modell für gesündere Pferde

  1. Phase: gesundes Pferd
    -> Gesundheitsförderung steht im Vordergrund
  2. Phase: Risikopatient vor der Krankheit
    -> Massnahmen zur Prävention sind wichtig!
  3. Phase: erkrankter Patient
    -> Früherkennung, um schlimmere Folgen zu verhindern und Unterstützung der Genesung
  4. Phase: Patient nach überstandener Krankheit
    -> Rückfälle vermeiden und Programm zur Rehabilitation

PPID – Risikopatient (2. Phase)
Du solltest dein Pferd, wenn es älter als 15 Jahre alt ist, regelmäßig untersuchen auf klinische Hinweise:
– Fettpolster über den Augen,
– Verhaltensänderungen (Müdigkeit),
– verminderte Leistung beim Reiten
– Probleme im Fellwechsel
– regional lange Haare
– Muskelabbau, besonders an der Rückenlinie

Dieses 4-Phasen-Modell werden wir nun immer auf die verschiedenen Krankheiten anwenden, um dir einen Leitfaden zu geben und zu jeder Phase Massnahmen für dein Pferd erarbeiten.

-> Projekt: gesünderes Pferd!

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Episode #47 Kolik beim Pferd

Kolik ist eine häufige Erkrankung bei Pferde und kann tödlich enden, daher ist es wichtig Kolikanzeichen bei deinem Pferd zu erkennen. In dieser Episode lernst du was eine Kolik ist, welche Auslöser es gibt und wie du sie mit ein paar Tipps am Besten vorbeugen kannst.

Wichtig für jeden Pferdebesitzer

Kolik = Bauchschmerzen

Kolik ist ein Symptom und keine Krankheit, die Ursachen sind sehr vielfältig und können auch außerhalb des Magen-Darm-Trakts liegen. Kolik ist ein sehr weit gefasster Oberbegriff und keine Diagnose, sondern ein Symptom.

Symptom: Kolik
Diagnose: Colonobstipation (Dickdarmverstopfung)

Symptom Kolik

  • Unruhe: wälzen, scharren,
  • flehmen, Nüstern hochziehen
  • schwitzen,
  • erhöhter Puls,
  • Futterverweigerung
  • zum Bauch umsehen,
  • apathisch z.B bei Verstopfungen
  • schmeißen sich, extrem heftige Abwehr z.B. bei Strangulation

Ursachen für Kolik

Pferde weisen besondere anatomische Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes auf, die sich ungünstig auswirken – zum Beispiel können Pferde aufgrund der starken Ringmuskulatur des Magens nicht erbrechen, der Dünndarm ist im Bauchraum durch eine sehr lange Aufhängevorrichtung befestigt, sodass er sich viel bewegen kann, aber leider auch verdrehen und eingeklemmt werden.
Daneben treten noch Faktoren wie Fütterung, Haltung und das Wetter auf.

  • Fütterungsfehler: schimmeliges Heu
  • Darmparasiten
  • Sandaufnahme
  • Wetterumschwung
  • Haltungsfehler
  • (auch der Magen-DArm-Trakt profitiert von regelmäßiger Bewegung)

Die Auflistung ist natürlich nur ein Einblick in die Kolikursachen beim Pferd und nicht vollständig.

Vorsicht im Winter!

Halte dein Pferd gesund!

Hier treten häufig Verstopfungen beim Pferd auf – weniger Bewegung durch fehlende Wiese, gefrorener Boden, mehr Zeit um Stroh aufzunehmen, Pferde mögen kein kaltes Wasser und die Reiter verkürzen in der Regel die Reitzeit (kalt, nass, dunkel). Du willst hören wie du dieser Kolik vorbeugen kannst? Dann höre in die Episode rein!

Du möchtest noch mehr darüber lernen wie du deinem Pferd helfen kannst? Schau in mein Webinar rein – trag das Wissen in die Reitställe und häufe mehr davon an, damit dein Pferd nachhaltig gesund bleibt und deine Tierarztrechnung vielleicht klein 🙂

Trage dich auch gerne zu meinem Newsletter ein, um jeden Monat einmal Input zu bekommen, was du für die Gesundheit deines Pferdes tun kannst!

ab Herbst 2019!

Episode #46 Verletzungen beim Pferd

Verletzung-pferd-wundversorgung-erste-hilfe-pferd-tierarzt-pferd-pferdekrankheiten

Diese Episode beschäftigt sich mit den Verletzungen beim Pferd, unterteilen werden wir sie in:

  • Fleischwunden
  • Verletzungen in Gelenknähe
  • Verletzungen mit starken Blutungen
Hautverletzung

Fleischwunden:
– meist ungefährlich, aber erschreckend
– Weichteil (Haut, Muskulatur) geschädigt
– Wundreinigung, Wunddesinfektion, Wundpflege

Schürfverletzung

Verletzungen in Gelenknähe
– Eröffnung eines Gelenks ist immer ein Notfall!
– gelbes, klares, fadenziehendes Sekret läuft ab (Gelenkschmiere)
– Tierarzt anrufen, Wunde unberührt lassen, Einweisung in die Klinik

Strecksehnenverletzung

Verletzung mit starken Blutungen
– Verlust von über 10 Litern (Putzeimer voll) gefährlich
– Druckverband anlegen (Erste Hilfe leisten)
– dann erst Tierarzt anrufen und Hilfe holen

Trittverletzung am Kopf

Du willst mehr zur Erste Hilfe am Pferd lernen – dann schau dir doch mein Webinar dazu an.

Hier erhältst du den Zugang zum Webinar “Erste Hilfe am Pferd”, dabei ist die Anmeldung zum Newsletter die Eintrittskarte zum Webinar.

Webinar

Du bist ein Fortbildungsjunkie so wie ich, dann ist mein Onlinekurs Pferdegesundheit etwas für dich => wieder erhältlich im April 2020

Inhaltsverzeichnis

Episode #45 Stoffwechselstörung beim Pferd

müde? stumpfes Fell? Kotwasser?

Zu unserem heutigen Thema: Stoffwechselstörungen und Stoffwechselerkrankungen beim Pferd

In der Praxis ein viel verwendeter Begriff, aber was ist das überhaupt und was beinhaltet er?
Diese Episode klärt:
1. Was ist der Stoffwechsel
2. Stoffwechselstörungen und Stoffwechselerkrankungen beim Pferd
3. Was kannst du für dein Pferd tun bei Stoffwechselbelastungen?

  1. Der Stoffwechsel:

Der Stoffwechsel ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge in einem Pferd – grob alle biochemischen Vorgänge in einer Körperzelle. Dazu zählt der Aufbau, Umbau und Abbau von Stoffe, die dem Körper zugeführt werden über die Haut, die Atmung oder den Darm. Die Abfallprodukte werden ausgeschieden über Darm und Niere, in Form von Kot und Urin.
Zu den Stoffwechselprozessen gehört der Kohlehydrat-, Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel.

2. Stoffwechselstörung und Stoffwechselerkrankung:

Bei Störungen im Zell- oder Organstoffwechsel kann es in Folge zu Schäden der Zelle oder des Organs kommen, je nachdem welche Aufgabe das Organ oder die Zelle hatte und wie groß der Schaden ist, zeigen sich den die Auswirkungen. Stoffwechselerkrankungen beim Pferd sind
– EMS und PSSM – hier entgleist der Kohlehydratstoffwechsel
– Hyperlipidämie – hier ist der Fettstoffwechsel betroffen
– Verkalkungen in der Sehne – betrifft den Kalziumstoffwechsel

3. Stoffwechsel unterstützen:

Bei manifesten Stoffwechselerkrankungen ist immer der Tierarzt zu kontaktieren!
Der Stoffwechsel kann nur mit dem Arbeiten, was ihm angeboten wird – verschiedene Zitate dazu: Shit in, Shit out! Du bist, was du isst! …
Den Stoffwechsel unterstützen und ankurbeln kannst du mit artgerechter Haltung, Fütterung, angepassten Training und Bewegung, frische Luft und pferdegerechtem Umgang – die Ursache am Schopfe packen, statt viele, teure Pülverchen, die den Körper teils mehr belasten-ist hier mein Rat.

Beispiel: Fellwechsel im Winter
Hier hat der Stoffwechsel deutlich mehr zu tun!
1. Training anpassen:
bei Sportpferden bedeutet das, das Training wird reduziert
2. Fütterung anpassen:
Sommerration mit Weide auf Winterration mit mehr Zink

Danke an alle Hörer des Podcast “Kernkompetenz Pferd” für das Jahr 2018!

Ich wünsche mir eine differenzierte Betrachtung dieses sehr komplexen Themas und die eindeutige Abgrenzung von Störung und Erkrankung – um unserem Partner Pferd zu helfen.
Eure Veronika – guten Rutsch ins neue Jahr 2019

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

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Partner auch in 2019 wehorse – der Online Reitcoach!

Wir fördern Fortbildung!

Episode #43 Magengeschwüre

Magengeschwür-pferd-vorbeugen-pferdekrankheit

Heute wollen wir über ein häufig auftretendes Problem “Magengeschwüre” etwas genauer sprechen. Fast jeder hat schon mal davon gehört, viele waren schon mal davon betroffen – andere wiederum hatten noch keine Berührungspunkte, daher fangen wir vorne an. Wenn du schon viel über Magengeschwüre weißt, ist das meiste wahrscheinlich schon bekannt, aber vielleicht findest auch du hier und da noch ein oder zwei Punkte, die dir weiterhelfen – viel Spaß.

Symptomen:

Rittigkeitsprobleme, Apathie, Gewichtsverlust, gähnen, Zähne knirschen … insgesamt leider sehr unspezifisch.

Pferdemagen
Quelle: Veterinär-Pathologie Leipzig

Ursachen:

1. Stress
2. Fütterungsfehler
3. Haltungsfehler
4. Medikamente
5. Training

In einer Studie wurden untrainierte Pferde von der Wiese geholt, aufgestallt, antrainiert und mit mehr als 6kg Kraftfutter am Tag gefüttert, nach 14 Tagen hatten alle Pferde Magengeschwüre –
das gibt einem schon zu denken!

Wusstest du, dass Musik in der Stallgasse Einfluss auf die Entstehung von Magenschwüren haben kann?
Eine Studie zeigt:
Pferde hören lieber das gesprochene Wort der Menschen statt Radio! 

Pferdemagen mit Ulzera
Quelle: Veterinär-Pathologie Leipzig

Diagnose: Gastroskopie

Therapie und Prophylaxe: 
Artgerechte Fütterung und Haltung sind das AO!
Medikament zur Behandlung: Omeprazol

Du willst mehr erfahren? Dann hör in die Episode rein, wer noch mehr wissen möchte und Fragen hat ->
Im Februar gebe ich zu diesem Thema einen ausführlichen Vortrag, du möchtest live dabei sein? Dann melde dich an! Ich freue mich auf dich und kann dir vor Ort alle deine Fragen beantworten. Hier geht es zur ANMELDUNG.

Episode #41 Sehnenschaden

Tierarzt-pferd-pferdekrankheit

Episode #41 Sehnenschaden

Sehnenschaden, eine Schreckensdiagnose:

 Das bedeutet nämlich eine ganz lange Pause für das Pferd, schlechte Heilung und eine hohe Rückfallrate – aber warum ist das so und was kannst du dafür tun, dass die Heilung gut verläuft und dein Pferd danach wieder einsatzfähig ist?

Sehnen verbinden
Muskel mit Knochen

Sehnen sind die Verbindung zwischen Muskulatur und Knochen. Sehnen dienen also der Bewegung, da sie die Kraft der Muskeln auf die Gelenke und Knochen übertragen. Ganz im Gegenteil zu Bändern, diese verhindern übermäßige Bewegung und verbinden Knochen mit Knochen. Die für uns relevanten Sehnen laufen am Pferdebein entlang, an der Vorderseite verläuft die Strecksehne und auf der Hinterseite der Gliedmaßen die Beugesehnen. Zu den Sehnen gehören die oberflächliche Beugesehne (OBS), die tiefe Beugesehne (TBS) und der Fesselträger (FST). Der Fesselträger hat eine besondere Struktur, da er noch viele Muskelfasern enthält im Gegensatz zu der OBS und der TBS. Je nach Aufgabe der Pferde, werden die jeweiligen Strukturen unterschiedlich stark belastet- das Springpferd mehr die TBS, das Galopprennpferd mehr de OBS.

Diagnostik Ultraschall

Die Sehnen sind aus straffen Bindegewebe, das sich aus elastischen Fasern zusammensetzt, bei einer Zugbelastung kann sich die Sehne um 4% verlängern. Einzelne Sehnenfasern bilden Sehnenbündel und werden von einer Sehnenscheide ummantelt. Die Blutversorgung ist sehr schlecht, darin liegt auch die Begründung, dass die Heilung so schlecht verläuft. Reparaturstoffe könne nur bedingt hintransportiert werden und Abfallprodukte werden nur verzögert abtransportiert. Sehnenerkrankungen sind eine sehr häufige Lahmheitsursache – du willst mehr erfahren, dann höre doch in diese Episode rein 🙂

Zum Weiterlesen: “Der Spanier hat Sehne” www.pfridolinpferd.com und Tipps zum Wiederaufbau nach einem Sehnenschaden gibt’s bei der Pferdeflüsterei und bei Listen to your Horse.

Zum Schluss noch etwas Werbung in eigener Sache, ich habe ein

Webinar “Erste Hilfe am Pferd, was tun, bis der Tierarzt kommt?” gegeben und aufgrund der Anfragen hab ich mich hingesetzt und es nochmal aufgezeichnet, sodass du diese Aufzeichnung nun erwerben kannst 🙂
Ziel des Webinars ist dir einen Einblick in den Theorieteil des Praxisseminars zugeben, damit du zu Hause schon einige Punkte sofort umsetzen kannst.

Deine Veronika

Mein erstes Webinar – “Erste Hilfe am Pferd – was tun, bis der Tierarzt kommt?”

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Wir fördern Fortbildung!

Episode #40 Gewichtsverlust

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Episode #40 Gewichtsverlust

Abmagerung beim Pferd

Abmagerung ist ein häufiges Problem und die Ursachen sind sehr vielfältig, daher ist ein systematisches Vorgehen bei der Ursachenfindung wichtig! Das Pferd kann gesund sein und es liegt ein Managementproblem vor oder wir haben ein krankes Pferd und der Tierarzt muss hinzugezogen werden.
Diese Punkte solltes du überprüfen:

  1. Futter
  2. Futteraufnahme
  3. Futterverwertung
  4. Energieverbrauch
  5. Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Traktes

Jeder dieser einzelnen Punkte ist genau zu betrachten.

  1. Das Futter: Qualität, Menge, Rationszusammenstellung, Fütterungsmanagement
  2. Futteraufnahme: vermindert durch mangelnden Appetit, Zahnerkrankungen, Schluckbeschwerden
  3. Futterverwertung: Magengeschwüre, Darmentzündung, Parasiten, Tumore, Lebererkrankungen
  4. Energiebedarf: erhöht durch Trächtigkeit, Laktation, Stress, chronische Schmerzen, hartes Training, Wetterbedingungen wie Kälte
  5. andere Erkrankungen: Lahmheiten, Nieren-, Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen

Schau dir die Checkliste an und drucke sie dir aus, dann kannst du bei deinem Pferd alle Punkte systematisch durcharbeiten.

Checkliste Abmagerung

Nach der Episode hast du einigen Input, um der Ursache auf den Grund zu gehen – viel Spaß beim Hören.

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Deine Veronika

Hier gibt es noch mehr wertvollen Inhalt über Pferdegesundheit, melde dich noch heute an und erhalte einmal im Monat wertvolle Informationen über die Pferdegesundheit, die deinem Pferd helfen!

Episode #34 Arthrose

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Episode #34 Arthrose bei Pferd

Arthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung – was ist das? Was kannst du unternehmen, wenn dein Pferd diese Erkrankung hat und kann man Pferde mit Arthrose noch reiten? Diese und andere Fragen klären wir in der heutigen Episode. Viel Spaß!

Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung und ist eine häufige Lahmheitsursachen bei unseren Pferden, insbesondere sind ältere Pferde betroffen. Dennoch können auch Jungtiere daran erkranken.

Das Gelenk bei Pferd

Das Gelenk besteht aus zwei Knochenenden, die mit Knorpel überzogen sind. Dabei sind die Knochen von einer Gelenkkapsel umgeben und bilden die Gelenkshöhle. Diese ist ein steriler Raum in dem sich die Gelenksschmiere, auch Synovia genannt, befindet. Das Gelenk wird durch Seitenbänder stabilisiert. Bänder verbinden Knochen mit Knochen und verhindern übermäßige Bewegung. Ganz im Gegensatz dazu die Sehnen, die verbinden Knochen mit Muskeln und ermöglichen Bewegung.
Mehr zum Sehnengewebe und Sehnenschäden bei Pferden kannst du in der Folge #41 Sehnenschäden hören.

Hier geht es zu der Episode: Podcastfolge #41 Sehnenschäden

Sehnenschaden-pferd-sehnenentzüdnung-pferd-pferdekrankheit

Ursachen für Arthrose beim Pferd

Die Ursachen für Arthrose sind meistens sehr vielfältig – übermäßige Belastung, Gliedmaßenfehlstellung, genetische Komponenten, Beschlagsfehler, Gelenkchips, Gelenksinfektionen und Traumata können beteiligt sein. Es kommt zur Gelenksentzündung und zur Zerstörung des Knorpels sowie dem darunterliegenedem Knochen. Durch die Entzündung wird vermehrt Gelenksflüssigkeit von minderer Qualität gebildet. Dies sieht man dann als Gelenksschwellung von außen. Der Knochen baut sich um und es bilden sich Wucherungen, diese können den Bewegungsradius des Gelenks einschränken und Schmerzen verursachen. Die Knochenzubildungen sind im Röntgenbild sichtbar. Der Knorpelschaden kann auf dem Röntgenbild in der Regel nicht gesehen werden, dafür braucht es ein MRT oder eine Arthroskopie in einer Pferdeklinik. Gelenke, die beim Pferd häufig betroffen sind, ist das Sprunggelenk, Fesselgelenk oder das Krongelenk. Arthrose im Sprunggelenk wird auch Spat genannt, Arthrose im Bereich des Krongelenks, die Schale. 

Symptome der Arthrose beim Pferd

Die Pferde zeigen einen schleichend schlechter werdenden Bewegungsablauf und entwickeln Lahmheit. Die Gelenke sind vermehrt gefüllt und im Spätstadium sind die Knochenzubildungen auch tastbar und später sogar sichtbar von außen.

 
Röntgenbild mit Knochenzubildung

 Arthrose am Karpalgelenk (von außen sichtbar)

Diese Knochenzubildungen und Knorpelschäden sind nicht wieder rückgängig zu machen und in einigen Fällen kommt es zu einer vollständigen Verknöcherung des Gelenks.

Behandlung von Arthrose bei Pferden

Die Therapie zielt auf eine Schmerzlinderung, Verlangsamung des degenerativen Prozess und dem Erhalte der Gelenksbeweglichkeit.

In den entzündlichen Phasen sollte ein Schmerzmittel und ein Entzündungshemmer verabreicht werden, dies kann oral oder per Injektion in die Venen oder direkt ins Gelenk erfolgen. Auch Eigenblutprodukte wie IRAP, PRP oder Stammzellen sind im Einsatz. Auch werden Fütterungszusätze eingesetzt mit Glykosaminoglykanen. Es wird immer wieder diskutiert, ob die gefütterten Stoffe im Gelenk ankommen oder nicht. Des Weiteren werden Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, die entzündungshemmend wirken und in Leinöl vorkommen. Ein pflanzliches Produkt, das viel eingesetzt wird ist die Teufelskralle. In manchen Fälle ist ebenfalls ein orthopädischer Beschlag sinnvoll, das muss mit dem Tierarzt in Zusammenarbeit mit dem Schmied entschieden werden.
Am Wichtigsten ist die kontinuierliche und gleichmäßige Bewegung, denn “wer rastet, der rostet”! Da eignet sich am Besten ein Offenstall, Aktivstall oder Paddock Trail. Die Böden sollten nicht zu hart sein, da sonst die Gelenke vermehrt belastet werden. Daneben angepasstes Training, das bedeutet lange Schritt- und Lösungsphase, insbesondere im Winter.

Höre in die Folge rein und höre dir einen Fallbericht aus der Praxis an.

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