Pferdegesundheit

Trust Technique für dein Pferd & Achtsamkeit für Dich

Interview mit Mindful Mona

Trust Technique für dein Pferd & Achtsamkeit für Dich

Erfahre, wie du Angst bei deinem Pferd in Vertrauen verwandelst und dabei ebenfalls tiefliegende Traumata heilen kannst.

Im Februar beschäftigen wir uns in dem 4.Phasen-Modell mit Strategie zu mehr Pferdegesundheit mit der 2. Phase, der Prävention, wobei wir die Risikofaktoren Pferd, Mensch und Umwelt beleuchten im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Pferdegesundheit.

Risikofaktoren, die das Pferde betreffen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen das ein Pferd erkrankt, sind zum Beispiel der Körperbau, das Alter oder aber auch die Vorgeschichte des Pferdes, also sein psychischer Zustand. Dem letzten Aspekt wird noch sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt in der Pferdemedizin und daher habe ich mir heute Mona eingeladen von Mindful Mona, die mit der Trust Technique Pferd hilft.

Egal was deine Frage ist, Vertrauen ist meine Antwort! Und der Schlüssel – Achtsamkeit

– Mona Komnenov

Ein neue Perspektive für die Pferdegesundheit – denn zum Risikofaktor Pferd gehört natürlich auch die mentale Stärke/gesunde Psyche deines Pferdes – beim Menschen völlig etabliert Stress und psychische Belastungen machen krank, so auch beim Pferd – Mona erklärt wie diese Probleme gelöst werden können – hör rein und lass dich inspirieren.

Ein gesundes und glückliches Pferd sollte immer das Ziel sein – eine tolle Lebensqualität für dein Pferd, geringe Tierarztkosten und eine wunderbare Zeit für dich mit deinem Pferd – dies ist alles gefährdet, wenn dein Pferd krank wird! Erfahre in meinem Onlinekurs, wie du dein Pferd umfassend gesund erhalten kannst – kenne die Risikofaktoren und minimiere die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung!

Mehr Informationen zum Kurs findest du hier:
>> Projekt: gesundes Pferd

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Bodenarbeit – gesunderhaltendes Pferdetraining

Interview mit Karolina Kardel von 360° Pferd

Hallo Zusammen und Willkommen im neuem Jahr 2020! Der Podcast geht in sein drittes Jahr und auch dieses Jahr gilt es unsere Pferde nachhaltig und langfristig gesund zu halten sowie bei Krankheit und in der Reha optimal zu unterstützen. Zum Start des Jahres möchte ich in Anlehnung an mein 4-Phasen-Modell für mehr Pferdegesundheit mit dir die einzelnen Phasen nochmal genau durchgehen. 1.Phase das gesunde Pferd – wir beschäftigen uns mit der Gesundheitsförderung, darum wird es jetzt im Januar gehen.

Weiter geht es dann mit der 2. Phase Prävention für den gesunden Risikopatienten, gefolgt von der 3. Phase das kranke Pferd – Symptome erkennen und Erste Hilfe Maßnahmen einleiten und zu guter Letzt dreht es sich in der 4.Phase um die Rehabilitation des genesenen Risikopatienten.

Also los geht es mit dem gesunden Pferd – du hast den Tierarzt schon länger nicht gesehen? Spitze! Was kannst du nun tun, damit das so bleibt und dein Pferd fit und geschmeidig bleibt? Dazu werden wir die Punkte Haltung, Fütterung und Training beleuchten. Heute geht es um den Teilpunkt Training. Dafür habe ich mir Karolina Kardel von 360 Grad Pferd ins Interview eingeladen, 360° Pferd steht für einen ganzheitlichen Blick auf das Pferd, seine Gesundheit und sein seelisches Wohlbefinden. Karolina beschäftigt sich mit gesunderhaltendem Pferdetraining und Ergotherapie für Pferde. Wir sprechen heute über das Thema Bodenarbeit.

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Das 4.Phasen-Modell für mehr Pferdegesundheit

Lerne, wie du als Pferdebesitzer dein Pferd nachhaltig gesünder erhältst. Gesundheitsförderung aktiv, sinnvoll und umsetzbar!

Ausgangslage in der Pferdewelt

Als Tierarzt begegnen mir zu viel kranke Pferde, die leider häufig aufgrund von Unwissenheit und/oder Fehlinformationen erkranken. Immer wieder höre ich den Satz “Wenn ich das gewusst hätte…” – leider werde ich ja in der Regel erst dazu gerufen, wenn das Pferd schon krank ist und dann werden zunächst Symptome behandelt. Das Ergebnis ist die Pferde leiden, ihre Besitzer haben hohe Tierarztkosten und immer besteht das schlechte Gefühl etwas falsch gemacht zu haben und Angst vor Folgeschäden.

Lösung – der informierte Pferdebesitzer

Daran wollte ich etwas ändern und habe das 4.Phasen-Modell für Pferdebesitzer entwickelt, denn nur ein fundiertes theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten zum Thema Pferdegesundheit können dein Pferd schützen! #informierter Pferdebesitzer

Aber wo anfangen? Was ist wichtig und was ist unwichtig? Wie kann ich mit System meinem Pferd sinnvoll helfen? Dafür ist das 4.Phasen-Modell von mir entwickelt worden. Hier werden wir von Grund auf das ein starkes Fundament entwickeln und im Ernstfall rechtzeitig eingreifen.

1.Phase – Gesundheitsförderung 
“das gesunde Pferd”

In der ersten Phase wird das Management um das Pferd überprüft und optimiert, dazu zählen die Haltung, die Fütterung, der Umgang und das Training. Du solltest als Pferdebesitzer erkennen, ob dein Pferd gesund ist und wie du bewerkstelligen kannst, dass das so bleibt. Täglich sollte ein Gesundheitscheck durch den Pferdebesitzer durchgeführt werden und ein sinnvolles Vorsorgeprogramm (Zähne, Impfung, Entwurmungsstrategie) bestehen. Wie sieht eine pferdegerechte Haltung aus, was ist eine art- und bedarfsgerechte Fütterung und wie trainiere ich mein Pferd gesundheitsfördernd sind hier elementare Kernpunkte.

2.Phase – Prävention  
“der gesunde Risikopatient”

In der 2.Phase werden die Risikofaktoren betreffend den Menschen, des Pferdes und der Umwelt analysiert und individuell auf die Situation Präventionsmaßnahmen erarbeitet. Zu den Risikofaktoren des Pferdes zählen zum Beispiel Rasse, Gewicht, Alter – Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit an Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel EMS (Equines Metabolisches Syndrom). Zu den Umweltfaktoren zählen auftretende Infektionserkrankungen, Stallumgebung, usw.. Der Mensch beeinflusst sein Pferd durch seine reitereichen Fähigkeiten, seine körperliche Fitness und sein Wissen rund um das Pferd – hier ist viel Potential sich für sein Pferd zu verbessern! Ich nehme zum Beispiel jede Woche Unterricht und übe mich im Joggen, was tust du für dein Pferd? 

3.Phase – Krankheit und Notfälle 
“das kranke Pferd”

Keiner kann einem garantieren, dass dein Pferd nie wieder krank wird! Das wäre mehr als unseriös – daher ist es auch wichtig zu wissen, was tut man im Ernstfall. Die Symptome müssen frühzeitig erkannt werden, damit Erste Hilfe geleistet werden kann bis der Tierarzt kommt. Dabei hilft das Ampel-Prinzip für Symptome: rot -Stop und Tierarzt rufen, orange – Vorsicht und Untersuchungsintervalle verkürzen, Training reduzieren und grün – alles in Ordnung, los geht’s. Wissen über die einzelnen Erkrankungen hilft einem zu entscheiden, welche Maßnahmen die Genesung unterstützen und welche Schaden. So können Folge- und Langzeitschäden entweder vermindert oder sogar vermieden werden.

4.Phase – Rehabilitation 
“der genesene Risikopatient”

In der letzten Phase, der Rehabilitation dreht sich alles um die Wiederherstellung der Lebensqualität und der Belastbarkeit der Pferde. Jede Krankheit schwächt den Organismus und das Risiko erhöht sich, dass das Pferd wieder erkrankt entweder an dem gleichen oder aber auch an etwas anderem! Die Rückfallraten sind leider sehr hoch! Ein sinnvolles, konsequentes, systematisches Reha-Programm mit Krankengymnastik und Physiotherapie, wie in der Humanmedizin sollte der Standard werden.

Mit diesem ganzheitlichen Konzept wird strategisch und systematisch die Pferdegesundheit geschützt und unterstützt und mein Wunsch ist es so vielen Pferden wie möglich ein gesundes und artgerechtes Leben zu ermöglichen – für gesunde Pferde mit glücklichen Pferdemenschen!

Im Podcast kannst du kostenlos Wissen über Pferdegesundheit erhalten – für alle die noch tiefer in die Materie einsteigen möchten, habe ich den Onlinekurs “Projekt: gesundes Pferd” erstellt, dort gehen wir auf alle Phasen ganz genau ein, sodass du als informierter Pferdebesitzer sicher und souverän Entscheidungen für dein Pferd treffen kannst. 

-> Schluß mit dem unguten Gefühl etwas falsch zu machen
oder zu verpassen! 

Der Onlinekurs öffnet immer nur für wenige Wochen im Jahr die Tore, damit ich die Teilnehmer auch dementsprechend betreuen kann

-> nächster Termin: 24.November bis 2. Dezember 2019

Hier geht es zur Anmeldung

Onlinekurs-pferd-fortbildung-pferd-tierarzt-pferd-pferdekrankheit

Buchrezension – Ergotherapie für Pferde

Ergotherapie für Pferde 

Anzeige (Produktempfehlung)

Ergotherapie für Pferde
– Basissinne schulen – Koordination und Wahrnehmung verbessern – 
Ruth Katzenberger-Schmelcher und Yvonne Katzenberger
Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, 2019

Das Wetter wird kälter und es ist wieder Zeit sich gemütlich in den Sessel zu setzen und ein Buch zu lesen. Für mich bedeutet das Fachbücher lesen, davon kann ich nicht genug kriegen. Diesmal durfte ich das neue Buch von Ruth und Yvonne lesen über die Ergotherapie für Pferde.

Die beiden waren auch schovn zu Gast im Podcast, höre gerne in das Interview mit den beiden rein und erhalten einen ersten Eindruck zur Ergotherapie für Pferde.

Das Buch erklärt die theoretischen Hintergründe und gibt detaillierte Beschreibungen zum Vorgehen in der Praxis, von den Einsatzbereichen der Ergotherapie über die Untersuchung des Pferdes hinzu der Therapieeinheit. Schon mal vorab mir hat das Buch sehr gut gefallen, verständlich, immer mit Praxisbezug, optisch toll bebildert und sinnvoll gegliedert, daher von mir eine Empfehlung für das Buch!
 

Zum Erscheinungstermin im November 2019 verlosen wir auch ein Buch – mehr Infos dazu bei Facebook oder Instagram.

Nun aber zum inhaltlichen Teil…
Das Buch ist in 5 Kapitel gegliedert:
1. Grundlagen 
2. Basissinne in der praktischen Ergotherapie
3. Gestaltung von Therapieeinheiten und Stalladaptation
4. Therapiepläne
5. Anhang

Teil 1: Grundlagen

Im ersten Teil wird erklärt was die Ergotherapie eigentlich genau ist, dabei bleiben die Ausführungen kurz, knapp und gut verständlich. Am Ende jeden Kapitels befindet sich eine kurze Zusammenfassung der Inhalte, die ich sehr hilfreich fand. Mir war ehrlich gesagt nicht ganz klar, was genau die Ergotherapie ist, jetzt bin ich schlauer!

Weiter werden dann die 3 Basissinne beschrieben, dazu gehört das taktile System (Oberflächensensibilität), das propriozeptive System (Tiefensensibilität + Stellreaktion) und das vestibuläre System (Gleichgewicht), daraufhin wird kurz die Anatomie/Physiologie des Nervensystems wiederholt (auch für den Laien verständlich). Damit es nicht zu theoretisch bleibt, werden die dazugehörigen Einsatzbereiche in der Pferdepraxis beschrieben. Dabei musste ich an so viele Pferde aus meinem Alltag in der Praxis, im Unterricht und Beritt denken.

Indikationen für eine ergotherapeutische Behandlung:

– häufig kleinere, oberflächliche Schürfwunden

– Pferd geht nicht durch den Lamellenvorhang

– Unbehagen beim satteln und gurten

– Pferd lässt sich nicht anbinden

– Einsprühen mit Fliegenspray reagiert das Pferd mit Angst

– beim Longieren driftet es über die Schulter nach außen

– das Pferd stößt ständig an die Stangen bei der Cavaletti-Arbeit

– Anhänger/Verladeprobleme

– das Pferd bleibt beim Aufsteigen nicht stehen

– Pferd ist extrem triebig

– Probleme beim Schmied/Hufe anheben

– Fiebermessen ist nicht möglich

– Tierarzt löst Panik beim Pferd aus 

….

Der letzte Teil dieses Kapitels beschäftigt sich dann mit den Grundprinzipien der Behandlung beim Pferd und ich muss zugeben, das war mein Lieblingskapitel! Lesenswert für alle Therapeuten (Tierarzt, Physiotherapeut, Chiropraktiker, usw.) da draußen unabhängig von der Fachrichtung. Die Befunderhebung und Behandlung werden allumfassend beleuchtet mit sämtlichen Stolpersteinen und Einflüsse. Ich musste sehr oft schmunzeln beim Lesen, da man sich selber im Text wiederfindet. 

Zur Anamnese gibt es am Anfang einen Fragenkatalog, der sofort angewendet werden kann. Schön fand ich hier den Aspekt – wie viel Zeit kann/möchte der Besitzer aufwenden für die Genesung seines Pferdes? Was ist der Besitzer bereit zu ändern? In der Theorie klingt das nämlich immer einfach – Atmungserkrankungen, da ist die Therapie Haltungsoptimierung und initial Medikamente und dann steht man im echten Leben draußen und alles ist irgendwie kompliziert…

– Vorschlag: in den Offenstall umstellen 
–> Antwort: das geht mit meinem Pferd nicht

– Vorschlag: auf Späne stellen 
–> Antwort: das ist zu teuer und die Entsorgung ist nicht möglich

– Vorschlag: Pferde während des Mistens und Einstreuens rausstellen 
–> Antwort: das ist hier nicht durchführbar

und die Liste lässt sich unendlich fortführen für jegliche Änderungsmöglichkeiten und da hängt es nicht unbedingt vom Willen ab, sondern in vielen Fällen lassen die Örtlichkeiten, das Management und die Umstände eine Änderung einfach nicht zu. Daher sind die Möglichkeiten des Besitzers mit ausschlaggebend für den Therapieerfolg.

Die beobachtenden Verfahren zur Befunderhebung werden sehr genau beschrieben, sodass man sie sofort in der Praxis umsetzen kann. Auch hier wird auf die äußeren Einflüsse eingegangen, die so wichtig sind, aber zu selten unterrichtet werden. Wir haben im Studium leider keinen Kurs zur Kommunikation gehabt, geholfen hätte das aber sicher später. Auch das Thema Sicherheit des Therapeuten und Hygiene werden thematisiert. Die Befunderhebung setzt sich zusammen aus der Beobachtung in der freien Bewegung, der Ganganalyse und der gezielten Beobachtung. Bei der gezielten Beobachtung werden pro Basissinn Übungen mit dem Pferd absolviert, die Defizite in den jeweiligen Bereichen deutlich machen (siehe auch Teil 2).

Nach der Befunderhebung wird vorgeschlagen das Behandlungsziel mit der SMART-Methode zusammen mit dem Besitzer klar zu definieren und auch zu dokumentieren. Ich als großer Fan von Mental Training kenne die SMART-Methode in der Anwendung für die Zielsetzung im Sport und für persönliche Belange und setze sie dort oft und mit Erfolg ein. Nun werde ich das glaube ich auch mal in der Praxis einsetzen- tolle Idee! Im letzten Schritt werden dem Besitzer dann Hausaufgabe an die Hand gegeben, um die Therapie zu unterstützen.

Teil 2: Basissinne in der praktischen Ergotherapie

Im zweiten Teil werden sämtliche Übungen für die gezielte Beobachtung, zur Schulung des jeweiligen Basissinn und die dafür geeigneten Hausaufgaben für den Besitzer vorgestellt. Der jeweilige Basissinn wird nochmal kurz zu Beginn erläutert und die jeweiligen Symptome des Pferdes beschrieben, die auf eine Störung im Bereich des Basissinn hinweisen, was ich sehr hilfreich fand. Dann werden die Übungen so genau aufgezeichnet, dass sie im Alltag sofort eingesetzt werden können! Beeindruck war ich von den kreativen Lösungen für die Hausaufgaben des Besitzers. Der Ergotherapeut besitzt ja nun spezielles Equipment, das ist für den Besitzer oft zu teuer und auch nicht sinnvoll alles anzuschaffen. Hier zeigen die Autoren Alternativen auf, wie zum Beispiel den Einsatz von einer Teigrolle, eines Staubwedels oder Sofakissen – das werde ich sicherlich mal probieren.

Teil 3: Gestaltung von Therapieeinheiten und Stalladaptation

Hier werden für jeden Basissinn eine Therapieeinheit vorgestellt. Die vorher beschriebenen Übungen werden hier sinnvoll kombiniert und die Durchführung detailliert aufgezeigt. 

Das Kapitel über die Stalladaptation habe ich als Fan des Paddock Trails mit Freude gelesen, denn wie ich feststellen durfte unser Paddock Trail ist die perfekte Ergotherapie-Einheit 🙂

Taktiles System: Bürste

Propriozeptives System: Baumstämme

Vestibuläres System: Erdhügel

Teil 4: Therapieeinheit

Der vierte Teil skizziert eine komplette Therapieeinheit von der Anamnese bis zu den Hausaufgaben, führt also alles zusammen aus den vorherigen Kapiteln anhand von echten Fallbeispielen. So gelingt auch hier der direkte Praxisbezug und hilft bei dem Verständnis und der Umsetzung.

Teil 5: Anhang

Im Anhang findet man nochmal alle Übungen in Tabellenform zum Nachschlagen, besonders hilfreich um draußen in der Praxis schnell nochmal was nachzuschlagen. Die Tabelle teilt sich auf in Übung/Material/Aufbau und die dazugehörige Hausaufgabe.

Insgesamt aus meiner Sicht geschrieben für interessierte Pferdebesitzer und insbesondere Therapeuten, die im Bereich Rittigkeitsprobleme tätig sind, mit vielen praktischen Hinweisen und detaillierten Handlungsanweisungen zur sofortigen Umsetzung in die Praxis und dem nötigen theoretischen Hintergrundwissen.

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Ich werde auf jeden Fall einiges davon einsetzten in der Praxis
und bin gespannt auf die Ergebnisse.

Schlundverstopfung beim Pferd

Die Schlundverstopfung ist die häufigste Speiseröhren-Erkrankung beim Pferd. Es handelt sich dabei um eine Passagestörung, die teilweise und vollständig auftreten kann.

Symptome der Schlundverstopfung

Die Symptome sind teilweise sehr erschreckend und wenn du einmal eine Schlundverstopfung beim Pferd gesehen hast, wirst du es nicht wieder vergessen und in der Regel auch immer wieder erkennen.

  • massiver Speichelausfluss mit Futterbestandteilen aus den Nüstern und dem Maul
  • Husten und Würgen
  • verkrampfen des Halses
  • Quietschgeräusche
  • Verweigerung von Futter und Wasser
  • Erschöpfung und hängender Kopf
  • eventuell Schwellung an der linken Halsseite

Die Speiseröhre des Pferdes liegt auf der linken Seite im Bereich der Drosselrinne. Hier kann eine Schwellung gesehen werden, wenn die Verstopfung in dem Bereich zwischen Kehlkopf und Brusteingang liegt. Liegt die Passagestörung tiefer, ist keine Schwellung ersichtlich!

Erste Hilfe Maßnahmen bei der Schlundverstopfung

Das Wichtigste ist den Kopf tief zu halten bis der Tierarzt kommt, damit Speichel und Futter daran gehindert werden zurück in die Lunge zu laufen. Dies kann bei einer Schlundverstopfung beim Pferd schnell passieren und löst eine gefährliche Lungenentzündung aus (Aspirationspneumonie). Auch wenn die Symptome schlimm aussehen, eine Lebensgefahr besteht in der Regel nicht. Erst wenn eine Schlundverstopfung länger als 24 Stunden besteht, stellen sich die ersten Komplikationen ein.

Wenn du mehr zur Erste Hilfe am Pferd erfahren möchtest, trage dich gerne in meinen Newsletter ein und erhalten den Zugang zu dem Webinar “Erste Hilfe Maßnahmen beim Pferd”.

(Du kannst es auch stattdessen käuflich erwerben.)

Ursachen einer Schlundverstopfung

Es wird in primäre und sekundäre Ursachen unterschieden. Dabei sind die primären Ursachen sehr häufig! Bei den sekundären Ursachen handelt es sich um andere vorausgegangenen Speiseröhren-Erkrankungen.

Primäre Ursachen:

  • Fütterungsfehler: schlecht eingeweichte Rübenschnitzel (Beispiel)
  • Selbstbedienung des Pferdes an der Futtertonner trockener Pellets
  • Futterneid und dadurch hastiges Fressen und ungenügendes Einspeicheln
  • selten: ungekauter Apfel

Sekundären Ursachen:

  • Ösophagusdivertikel
  • Struktur (Einengung des Schlunds) durch Narben ausgelöst durch eine länger bestehende Schlundverstopfung, Verletzungen mit der Nasenschlundsonde, einem Fremdkörper, Tritte von außen,…
  • Ösophagusspasmus (Muskelkrampf) durch Allergien/Giftpflanzen
  • Zahnerkrankungen und folglich schlecht zerkautes Futter
  • Megaösophagus (Missbildung d. Schlunds, insbesondere bei Friesen)
  • Wandverdickung der Speiseröhre bei älteren Pferden
  • ….

Sollte dein Pferd an immer wiederkehrenden Schlundverstopfungen leiden, muss dringend nach einer solchen Ursache gesucht werden und weiterführende Diagnostik ist notwendig.

Es sei hier aber nochmal betont, häufig ist häufig und selten ist selten! In den meisten Fällen handelt es sich um einen Fütterungsfehler – in einer retrospektiven Studie wurden 74 Pferde mit Schlundverstopfungen ausgewertet, davon hatten 60 Pferde eine primäre Schlundverstopfung. Somit hatten nur 14 Pferde eine sekundäre Ursache für die Schlundverstopfung, ist dies allerdings der Fall ist die Diagnostik und die Behandlung aufwendig und die Prognose deutlich schlechter.

Therapie bei einer Schlundverstopfung

Die Pferde werden leicht sediert, damit zum einen der Kopf untergehalten wird, trotz der Manipulation mit der Nasenschlundsonde (Schutz vor dem Zurücklaufen von Speichel in die Lunge) und der Schlund entspannt sich. Das reicht manchmal schon aus, um die Verstopfung zu lösen im Schlund. Zusätzlich wird noch ein Medikament verabreicht, um die glatte Muskulatur der Speiseröhre gezielt zu entspannen und ein Schmerzmittel. Bei langen Bestehen der Schlundverstopfung oder/langen Spülen mit der Nasenschlundsonde ist ebenfalls ein Antibiotika sinnvoll. Der Tierarzt führt die Nasenschlundsonde ein und spült bis die Verstopfung gelöst ist – das kann manchmal leider mehrere Stunden dauern!

Nasenschlundsonde
Nasenschlundsonde

Liegt eine sekundäre Schlundverstopfung vor sind deutlich umfangreichere Therapien nötig (je nach Ursache). Diese können chirurgisch sein bei einem Ösophagusdivertikel, medikamentell bei dem Ösophagusspasmus (Muskelkrampf durch Allgergie) oder durch alternative Ansätze, wie Akupunktur beim Pferd, unterstützt werden bei zum Beispiel Funktionsstörungen des Schlunds ohne erfassbare Ursache.

Langfristig muss natürlich die Fütterung, Haltung und das Management überprüft werden, damit der gleiche Fehler nicht nochmal passiert! Es ist demnach wichtig zu wissen wie ein Pferd artgerecht und bedarfsgerecht gefüttert wird. Es ist auch nicht nur das was, sondern auch das wie ausschlaggebend – daher bilde dich ständig fort über dein Pferd, damit du es sinnvoll und aktiv vor Erkrankungen schützen kannst!!

Nutze dazu meine kostenlose Videoserie: Projekt gesundes Pferd!

Gesundheitscheck beim Pferd 2.Teil

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Text enthält Werbelinks*

Ein einfacher Gesundheitscheck des Pferdes sollte täglich vor dem Reiten durchgeführt werden, dies kann mit ein wenig Übung von jedem Pferdebesitzer erlernt werden. Das frühe Erkennen von Warnhinweisenund geringgradigen Krankheitssymptomenschützt das Pferd vor ernsthaften Erkrankungen. So werden Folgeschäden und lange Auszeiten aufgrund von massiven Schäden verhindert. Das erspart dem Pferd Schmerzen und Stress und den Pferdebesitzer Zeit, Geld und Nerven.

Für die Gesundheitsüberwachung der Pferde benötigen die Pferdebesitzer entsprechende Grundkenntnisse, Übung und eine gute Beobachtungsgabe. Die Untersuchung wird als Routine in den täglichen Ablauf eingebaut, so besteht schon nach kurzer Zeit ein Automatismus und im Notfall kann die Untersuchung trotz Stress souverän und sicher durchgeführt werden. 

Palpation des Pferdes

Nach dem Ansprechen des Pferdes tritt der Untersucher an das Pferd heran, um es abzutasten – die Palpation. Dabei achtet der Untersucher besonders auf Wärme, Schwellung und Schmerzhaftigkeit. Dabei wird hier der topographische Untersuchungsgang dargestellt: 

  • Kopf und Hals
  • Rücken
  • Abdomen
  • Gliedmaßen

Kopf und Hals:

Am Kopf werden zunächst die Schleimhäute kontrolliert von Maul, Nüstern und Augen. Diese sollten glatt, glänzend und rosa sein. Am Auge wird die Schleimhaut und die Gefäßzeichnung beurteilt und das dritte Augenlid vorgelagert. Im Bereich der Maulschleimhaut wird gleichzeitig die kapilläre Rückfüllzeit gemessen. Dabei wird mit dem Zeigefinger die Schleimhaut fest gegen den knöchernen Unterkiefer gedrückt und wieder losgelassen. Die Zeit bis der entstandene Fingerabdruck wieder vollständig verschwunden ist, entspricht der KRZ und sollte unter drei Sekunden sein. Er signalisiert einen funktionierenden Kreislauf. Im Bereich der Körperöffnungen wird zudem auf Ausfluss geachtet, wie zum Beispiel Augenausfluss oder Nasenausfluss.

Zwischen den beiden Unterkieferästen befinden sich die mandibulären Lymphknoten, die erbsengroß, unempfindlich und derb unter gesunden Umständen sind. Am Unterkieferast läuft ebenfalls die Arterie entlang, sodass dort der Puls getastet werden kann. An den Ohren wird die Körperoberflächentemperatur überprüft, diese sind physiologisch immer etwas kühler als der Körper. Der Schädel wird von vorne betrachtet und insbesondere die Symmetrie begutachtet. Im Bereich des Kehlkopfes wird Druck auf die erste Trachealspange der Luftröhre ausgeübt, um ein Husten auszulösen, dies ist bei einem gesunden Pferd schwer möglich. Am Hals laufen links und rechts in der Drosselrinne die großen Venen, diese können mit Druck im unteren Bereich gestaut werden, um deren Durchlässigkeit zu testen.

Zum Abschluss wird am Hals der Haltfaltentest durchgeführt zur Überprüfung der Hautelastizität, die Hinweise auf den Hydratationszustand des Pferdes geben kann. Im gleichen Zug werden Haut und Haare mit beurteilt, die glatt und glänzend sind bei gesunden Pferden.

Eitriger Nasenausfluss – hat mein Pferd Druse?? Mehr Informationen zu der Erkrankung in der Folge #4 Druse

Abdomen:

Das Abdomen sollte komplett abgetastet werden und auf Schwellung, Verletzungen, Wärme und Ödeme geachtet werden. Ödeme sind Ansammlungen von Flüssigkeit im Gewebe (z.B. Unterbrust oder Unterbauch). Bei einem Ödem bleibt bei einem Fingerabdruck auf die Schwellung der Eindruck bestehen. Daher ist es wichtig auch immer einen Blick unter den Bauch des Pferdes zu werfen.

An der seitlichen Brustwand kann die Lunge mit einem Stethoskop abgehört werden, da dies viel Übung verlangt ist dies keine Untersuchung für den Laien. Das Abhören von Herz und Darmgeräuschen ist dagegen möglich.

Veränderte Darmgeräusche und Koliksymptome? Das ist ein Fall für den Tierarzt! Lerne mehr über Kolik in dem Beitrag: Podcast #47 Kolik

Gliedmaßen:

Die Gliedmaßen sollten vor jedem Ritt kontrolliert werden, dabei streicht der Untersucher einmal mit der Handrückseite über die Beine. Die Rückseite ist deutlich sensitiver im Bezug auf Temperaturunterschiede. Im Anschluss werden die Knochen, Gelenke und Sehnen abgetastet und zwar am stehenden Bein und am aufgehaltenen Bein mit der Handinnenfläche. Insbesondere die Beugesehnen der unteren Gliedmaße sollten einzeln und gründlich durchgetastet werden. Dazu zählt die oberflächliche und tiefe Beugesehne sowie der Fesselträger. Ebenfalls ist der Füllungszustand der Gelenke und Sehnenscheiden mit zu beurteilen. Bei täglicher Routine fallen dem Pferdebesitzer schon kleinste Veränderungen auf. Fällt dem Besitzer eine Schwellung auf, sollte das Training umgehend zurückgefahren werden, auch wenn das Pferd noch keine Lahmheit zeigt. Im Bereich der Fessel kann der Puls an der Mittelfußarterie ertastet werden. Der Puls an der Mittelfußarterie ist nach dem Reiten immer zu spüren und sollte an allen 4 Gliedmaßen gleich sein, kommt das Pferd dagegen nach einer langen Stehzeit aus der Box ist er nicht zu fühlen. Bei Krankheiten, wie der Hufrehe oder einem Hufgeschwür ist der Puls pochend und deutlich zu tasten. Die Hufe sind auf Wärme und Fremdköper zu untersuchen. 

Dein Pferd zeigt Veränderungen an den Beinen und ist lahm? Dann höre in die Podcast-Folgen über Sehnenschäden oder Hufrehe rein!

Vitalwerte (PAT-Werte) des Pferdes

Zu den Vitalwerten zählt der Puls, die Atmung und die Temperatur, kurz die PAT-Werte. Dies Werte sollten jeden Tag zur gleichen Zeit mit genügend Abstand zur Arbeit gemessen und in ein Gesundheitstagebuch eingetragen werden. Ein schönes Gesundheitstagebuch gibt es bei Pferdeliebe* mit Kapitel über Krankheiten von mir.

Bei den angegebenen Werten handelt es sich um Ruhewerte, bei Aufregung, Schmerz oder Bewegung sind sie deutlich erhöht. Jungpferde und Fohlen besitzen ebenfalls deutlich höhere Werte. Die Temperatur wird beim Pferd rektal gemessen, dabei ist Vorsicht geboten, da der Untersucher hier in der Gefahrenzone steht und bei einem Tritt verletzt werden könnte. Es ist wichtig neben dem Pferd zu stehen und nicht dahinter! Das Temperaturmessen oral oder gar in den Ohren, wie es bei Kindern möglich ist, sollte bei den Pferden unterlassen werden. Die Temperatur besitzt einen gewissen Tagesrhythmus und ist somit unterschiedlich zwischen morgens und abends, unter gesunden Umständen beträgt die Temperatur 37.0 bis 38.2 °C. Während der Arbeit steigt die Temperatur physiologischerweise bis 41°C an. Du kannst nach dem Ampel-Prinzip entscheiden, ob du deinem Pferd eine Pause geben oder sogar den Tierarzt rufen musst.

Im Notfall dein Pferd schnell und souverän untersuchen, den Tierarzt rechtzeitig rufen und die geeigneten Erste Hilfe Maßnahmen durchführen – das ist das Ziel! Besorg dir das ebook “Erste Hilfe am Pferd”, bearbeiten, ausdrucken und in den Spind legen! So hast du es immer griffbereit für den Fall, der hoffentlich nicht eintritt! Aber haben ist ja bekanntlich besser, als brauchen!

Baue den Gesundheitscheck in deine tägliche Putzroutine ein und werde vertraut mit dem Vorgang, dann erkennst du Erkrankungen früh und du kannst rechtzeitig eingreifen. Aufgabe für heute Untersuche 4 Pferde und führe Protokoll!

Bis bald, deine Veronika

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Kolik? Lahmheit? Fieber?

Dein Pferd ist immer wieder krank?

Lerne in meiner kostenlosen, 3-teiligen Videoserie, wie du einen gesundheitsfördernden Weg für dein Pferd einschlägst.