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QUIZ MIT PFERDETIERÄRZTIN DR. VERONIKA KLEIN

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Podcast

Headshaking beim Pferd- 5 Schweregrade

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Headshaking beim Pferd

Definition: Beim Headshaking han­delt es sich um ein plötz­li­ches und un­kon­trol­lier­tes Kopfschütteln von dem un­ge­fähr 1% der Pferdepopulation be­trof­fen sind. Dabei schnaubt das Pferd häu­fig und reibt sich die Nüstern am den Vorderbeinen.

2 Kategorien und 5 Schweregrade

Es wird un­ter­schie­den in:

  1. sym­pto­ma­ti­sches Headshaking
  2. idio­pa­thi­sches Headshaking

Schweregrade:

  1. ge­ring­gra­dig und reitbar
  2. mit­tel­gra­dig, bei be­stimm­ten Umständen, reit­bar mit Schwierigkeiten
  3. hoch­gra­dig, rei­ten schwie­rig, aber möglich
  4. un­reit­bar
  5. ge­fähr­lich

In der Literatur wird an­ge­ge­ben, dass nur 10% der Patienten eine sym­pto­ma­ti­sche Form des Headshakings ha­ben, also eine kör­per­li­che Krankheitsursache ha­ben und die an­de­ren 90% am idio­pa­thi­schen Headshaking leiden.

1. symptomatisches Headshaking

Bei dem sym­pto­ma­ti­schen Headshaking liegt die Ursache in kör­per­li­chen Beschwerden bzw. Krankheiten. In der Literatur sind un­ge­fähr 60 Erkrankungen be­schrie­ben, die das “Symptom Headshaking” aus­lö­sen kön­nen. Diese phy­si­schen Erkrankungen soll­ten zu­nächst aus­ge­schlos­sen wer­den, be­vor die Diagnose ge­stellt wird, dass es sich um idio­pa­thi­sches Headshaking handelt. 

Allerdings ist das ist ein na­he­zu un­mög­li­ches Unterfangen und dazu auch noch sehr teuer!

Ich nen­ne dir hier mal ei­ni­ge davon:

  • Rückenschmerzen,
  • Nasennebenhöhlenvereiterung, 
  • Erkrankungen der Zähne oder
  • Probleme in der Halswirbelsäule

Du kannst dir si­cher­lich den­ken, was dies be­deu­tet: Einmal das Pferd auf den Kopf stel­len bit­te! Bis 60 Erkrankungen aus­ge­schlos­sen sind, das kos­tet Zeit und vor al­lem Geld.

Dennoch ist es na­tür­lich sehr wich­tig, die­sem Symptom als Ursache ei­ner Erkrankung nach­zu­ge­hen und dem Pferd Leiden zu er­spa­ren. In der Podcastfolge stel­le ich dir 4 Pferde-Patienten vor, bei de­nen eine Erkrankung fest­ge­stellt wur­de, die sym­pto­ma­ti­sches Headshaking verursacht.

Rückenschmerzen könne Headshaking auslösen.

2. idiopathisches Headshaking

  • Die Diagnose idio­pa­thi­sches Headshaking ist eine Ausschlussdiagnose!  Sie wird nur ge­stellt, wenn Tierärzte nach ei­ner gründ­li­chen und sorg­fäl­ti­gen Untersuchung nichts an­de­res finden!

Das be­inhal­tet eine prä­zi­se Anamnese: 

  • Wann tritt das Headshaking auf?
  • Ist das Headshaking wet­ter­ab­hän­gig oder ge­ne­rell saisonal?
  • In der Reithalle ge­nau­so stark wie auf dem Platz?
  • Wie wird das Pferd ge­hal­ten und ge­rit­ten? Welcher Sattel wird be­nutzt? Welche Trense? Wie ver­hält es sich mit Ausbindern?
  • Hat das Pferd bei Fremdreitern die glei­chen Symptome?
  • Wurde schon ein­mal ein Nasennetz oder ein Ohrschutz an­ge­wen­det? Führte das zur Verbesserung?

Mögliche Hilfsmittel, die du aus­pro­bie­ren kannst:

  • Reitertest: Hat das Pferd bei Fremdreitern die glei­chen Symptome?
  • Wurde schon ein­mal ein Nasennetz oder ein Ohrschutz an­ge­wen­det? Führte das zur Verbesserung?
  • Ebenso gibt es in­zwi­schen dunk­le Kontaktlinsen für Pferde.

3. Wie wird die Ursache für Headshaking untersucht?

Je mehr du zu dei­nem Pferd und dem Headshaking er­zäh­len kannst, des­to bes­ser. Schreib ein aus­führ­li­ches Tagebuch über das Verhalten dei­nes Pferdes mit ge­nau­er Dokumentation des Wetters und co. 
 

Der Tierarzt führt dann ei­nen Gesundheitscheck durch, also eine kli­ni­sche all­ge­mei­ne Untersuchung, und dann noch spe­zi­el­le wei­ter­füh­ren­de Untersuchungen für die je­wei­li­gen Organsysteme. Dazu ge­hört auch die Untersuchung un­ter dem Reiter und an der Longe, eine Maulhöhlen-Untersuchung, ein Abklopfen (Perkussion) des Schädels und wei­ter­füh­ren­de Diagnostik wie CT, MRT, Endoskopie und Röntgen. Die Augen wer­den un­ter die Lupe ge­nom­men, denn auch die PA, die pe­ri­odi­sche Augenentzündung kann Headshaking ver­ur­sa­chen – zur PA habe ich dir eine aus­führ­li­che Podcastfolge pro­du­ziert, hör dort rein, um mehr über die häu­figs­te Augenerkrankung beim Pferd zu erfahren.

Wie an den Beinen kann man auch die Nerven am Kopf ab­sprit­zen, also eine dia­gnos­ti­sche Anästhesie durch­füh­ren. Wie bei den Beinen ach­tet der Tierarzt auf ein Vorher-Nachher-Effekt, ist die Anästhesie (die Betäubung) po­si­tiv, d.h. die Symptome sind da­nach weg, kann der Nerv chir­ur­gisch lahm ge­legt wer­den – das muss al­ler­dings nicht in al­len Fällen zum Erfolg füh­ren und Rezidive kom­men häu­fig vor so­wie lei­der auch Komplikationen, da­her ist die­se Therapieform als Ultima-Ration an­ge­se­hen. Leider sind die Therapiemöglichkeiten ins­ge­samt be­grenzt und teil­wei­se ohne nach­hal­ti­ge Verbesserung der Symptome. Möglich sind ver­schie­de­ne Medikamente und wie ge­ra­de be­schrie­ben ein chir­ur­gi­scher Eingriff.

Zusammenfassung

Dein Pferd zeigt Headshaking? Dann soll­test du wis­sen, dass es 2 Formen gibt mit 5 Schweregraden. Die ers­te Form das sym­pto­ma­ti­sches Headshaking hat sei­ne Ursache in an­de­ren kör­per­li­chen Beschwerden, wie zum Beispiel Zähne, Lahmheiten oder Schmerzen durch Equipment. Das be­trifft al­ler­dings nur 10% der Pferde – eine sorg­fäl­ti­ge und prä­zi­se Untersuchung ist hier von im­menser Bedeutung!! Die Therapie liegt in der Behandlung der aus­lö­sen­den Krankheit.

Die zwei­te Form ist das idio­pa­thi­sche Headshaking beim Pferd, es steht im Zusammenhang mit ei­nem Kopfnerv, dem Nervus tri­ge­mi­nus. Diese Form wird häu­fig mit der Trigeminusneuralgie des Menschen ver­gli­chen. Der Nerv löst Schmerzen aus, die zum Headshaking füh­ren. Die ge­naue Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose – be­wei­send für die­se Diagnose ist also, dass nichts an­ders ge­fun­den wird. Unterm Strich trifft dies lei­der auf die meis­ten Pferde zu mit Headshaking, näm­lich laut Statistik rund 90%.

Ohne die ge­naue Ätiologie/Krankheitsursache zu ken­nen ist eine Therapie schwie­rig und nicht im­mer er­folg­reich, so­dass stark be­trof­fe­ne Pferde teils ein­ge­schlä­fert wer­den, um sie zu Erlösen.

Anderen Pferden kann mit ei­nem Nasennetz, Ohrenschutz oder dunk­len Kontaktlinsen gut ge­hol­fen wer­den und sind wei­ter­hin ohne Probleme reitbar.

 

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