Podcast

Hufgeschwür beim Pferd

Bei einem Hufgeschwür handelt es sich um eine eitrige Huflederhautentzündung. Die Huflederhaut ist die Verbindungsschicht zwischen der Hornkapsel und dem Hufbein (Knochen).

Pododermatitis = Huflederhautentzündung

Die Huflederhautentzündung kann aseptisch (ohne Erreger) oder infektiös mit Beteiligung von Erregern (Bakterien) erfolgen.

Die aseptische Huflederhautentzündungen entstehen durch zum Beispiel Quetschungen (Schlag gegen die Wand, Tritt auf einen Stein, Trachtenzwand, zu kurzes Ausschneiden der Hufe, Fehlstellungen). Die Hufrehe ist übrigens auch eine aseptische Huflederhautentzündung – ausgelöst durch innere Faktoren, wie Fütterung, Vergiftung, Nachgeburtsverhalten oder hormonell bedingt durch PPID (Cushing).

Die eitrige Huflederhautentzündung (Hufgeschwür) entsteht durch das Eindringen von Bakterien von außen – entweder aufgrund eines Risses in der Hornkapsel oder einer dünnen und aufgeweichten Hornwand.

Symptome bei einem Hufgeschwür

  • Lahmheit, meist hochgradig mit Entlastung der Gliedmaße im Stand
  • Pulsation der Mittelfußarterie
  • Druck durch die Hufzange löst eine Abwehrreaktion aus
  • warmer Huf
  • Abfluss von Eiter an der Sohle oder am Kronrand möglich

Behandlung

  • feucht-warmer Verband
  • Eröffnen des Hufgeschwürs

Einteilung von Hufgeschwüren

  • oberflächliches Hufgeschwür
  • tiefes Hufgeschwür
  • gangränöses Hufgeschwür (Fäulniserreger)

Mehr Informationen in dieser Episode – Rehabilitation nach dem Hufgeschwür, Einflussfaktoren auf die Hornqualität, Definition der unterschiedlichen Hufgeschwürformen.

Überbeine beim Pferd

Überbeine sind knöcherne Zubildungen an der Röhre. Sie können einseitig, aber auch an mehreren Gliedmaßen auftreten. Je nach Lokalisation am Bein werden sie in seitliche, hintere und tiefe Überbeine eingeteilt.

Ursache

Die Überbeine am Pferde entstehen durch einen einmaligen oder wiederkehrenden Reiz. Das kann zum Beispiel ein Trauma (Tritt, Streichen, Verletzung) sein oder durch eine Gliedmaßenfehlstellung oder versäumte Hufbearbeitung. Ebenfalls können Faktoren, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, wie die Fütterung oder das endokrine (hormonelle) System Auslöser für Überbeine darstellen.

Im akuten Stadium treten Schwellung, Schmerz, Wärme und meist eine Funktionseinschränkung (Lahmheit) auf. Nach dem Abklingen der akuten Entzündung ist die Schwellung augenscheinlich erstmal kleiner, allerdings muss bedacht werden, hier ist nur die Weichteilschwellung weniger geworden. Die knöcherne Zubildung bleibt meist gleich oder ist sogar größer geworden.

Die seitlichen Überbeine

Die seitlichen Überbeine befinden sich an der Vorderseite der Griffelbeine und entstehen durch die Reizung der Knochenhaut n den Ansatzstellen der Bänder (z.B. zehenweite Stellung). Die Pferde zeigen häufig eine Stützbeinlahmheit, die auch Remontenkrankheit genannt wird. Sie können aber auch durch einen Schlag entstehen.

Die hinteren Überbeine

Die hinteren Überbeine liegen an der innen Seite der Grifffelbeine, sie können die Sehnen und den Fesselträger reizen und so eine Lahmheit auslösen. Diese entstehen eher durch eine wiederkehrende Belastung.

Die tiefen Überbeine

Die tiefen Überbeine befinden sich am Ursprung des Fesselträgers – leider sind die sehr versteckt, sind schwer zu erkennen und verursachen eine chronische Lahmheit.

Weitere knöcherne Zubildungen können aufgrund eines Griffelbeinbruchs entstehen oder der Schienbeinkrankheit. Letzteres tritt häufig bei jungen Vollblütern im Rennsport auf. Durch das intensive Galopptraining wird das noch nicht fertige Skelettsystem stark belastet, dies versucht sich dieser Belastung anzupassen und so steht die Bildung dieser Zubildung im direkten Zusammenhang mit dem Training.

Diagnostik

  • Lahmheitsuntersuchung
  • Leitungsanästhesie
  • Röntgen
  • Ultraschall

Therapie

Die akute Entzündung muss behandelt werden, erst mit Kälte, Ruhe und entzündungshemmender Mittel, sei es lokal als Salbe oder Injektion an das Überbein oder systemisch als Paste ins Maul oder intravenöses Medikament. Die seitlichen Überbeine haben eine gute Prognose und nach der vollständigen Veknöcherung sind die Pferde in der Regel lahmfrei. Die hinteren und tiefen Überbeine haben eine schlechtere Prognose. Eine Möglichkeit ist sie chirurgisch intraoperativ zu entfernen, allerdings kommen viele Überbeine trotz OP zurück und sind manchmal sogar im Anschluss größer.

Rehabilitation

Das wichtigste ist die Auslöser abzustellen, das heißt Training, Management und Fütterung müssen überprüft werden! Gliedmaßenfehlstellung sollten mit einer angemessenen Hufbearbeitung korrigiert werden, Fütterungsfehler, wie Mangelzustände oder Imbalancen von Kalzium und Phosphor müssen verbessert und das Training mit einem sinnvollen Reha-Programm in Absprache mit den Therapeuten wiederaufgenommen werden.

WEBINAR 10. November 2019, 20 Uhr

Der Aufbau eines Reha-Programms muss immer individuell in Zusammenarbeit mit den Therapeuten erarbeitet werden. Da ich aber sehr häufig dazu gefragt werden, gebe ich diesen Sonntag, den 10.11.2019 dazu ein Webinar – Rehabilitation nach Krankheit beim Pferd, dort werde ich ein Fallbeispiel vorstellen, wie ein Pferd nach einer Lahmheit wieder antrainiert worden ist – wenn du dabei sein möchtest komme gerne in die Facebook-Gruppe “Projekt gesundes Pferd”, dort erhältst du kostenlos den Zugang. Wenn du nun die Podcastfolge später anhörst, kannst du trotzdem gerne in die Gruppe kommen, denn alle Aufzeichnungen von den Webinaren sind dort weiter für alle verfügbar. Weitere Informationen, Fallbeispiele, Checklisten und Maßnahmenpläne für die Rehabilitation deines Pferdes findest du im Onlinekurs, der nun endlich Ende November an den Start geht – um den Start nicht zu verpassen trage dich gerne in meinen Newsletter ein.

Mit dem Newsletter verpasst du keine Termine mehr! Er erscheint einmal im Monat.

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Buchrezension – Ergotherapie für Pferde

Ergotherapie für Pferde 

Anzeige (Produktempfehlung)

Ergotherapie für Pferde
– Basissinne schulen – Koordination und Wahrnehmung verbessern – 
Ruth Katzenberger-Schmelcher und Yvonne Katzenberger
Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, 2019

Das Wetter wird kälter und es ist wieder Zeit sich gemütlich in den Sessel zu setzen und ein Buch zu lesen. Für mich bedeutet das Fachbücher lesen, davon kann ich nicht genug kriegen. Diesmal durfte ich das neue Buch von Ruth und Yvonne lesen über die Ergotherapie für Pferde.

Die beiden waren auch schovn zu Gast im Podcast, höre gerne in das Interview mit den beiden rein und erhalten einen ersten Eindruck zur Ergotherapie für Pferde.

Das Buch erklärt die theoretischen Hintergründe und gibt detaillierte Beschreibungen zum Vorgehen in der Praxis, von den Einsatzbereichen der Ergotherapie über die Untersuchung des Pferdes hinzu der Therapieeinheit. Schon mal vorab mir hat das Buch sehr gut gefallen, verständlich, immer mit Praxisbezug, optisch toll bebildert und sinnvoll gegliedert, daher von mir eine Empfehlung für das Buch!
 

Zum Erscheinungstermin im November 2019 verlosen wir auch ein Buch – mehr Infos dazu bei Facebook oder Instagram.

Nun aber zum inhaltlichen Teil…
Das Buch ist in 5 Kapitel gegliedert:
1. Grundlagen 
2. Basissinne in der praktischen Ergotherapie
3. Gestaltung von Therapieeinheiten und Stalladaptation
4. Therapiepläne
5. Anhang

Teil 1: Grundlagen

Im ersten Teil wird erklärt was die Ergotherapie eigentlich genau ist, dabei bleiben die Ausführungen kurz, knapp und gut verständlich. Am Ende jeden Kapitels befindet sich eine kurze Zusammenfassung der Inhalte, die ich sehr hilfreich fand. Mir war ehrlich gesagt nicht ganz klar, was genau die Ergotherapie ist, jetzt bin ich schlauer!

Weiter werden dann die 3 Basissinne beschrieben, dazu gehört das taktile System (Oberflächensensibilität), das propriozeptive System (Tiefensensibilität + Stellreaktion) und das vestibuläre System (Gleichgewicht), daraufhin wird kurz die Anatomie/Physiologie des Nervensystems wiederholt (auch für den Laien verständlich). Damit es nicht zu theoretisch bleibt, werden die dazugehörigen Einsatzbereiche in der Pferdepraxis beschrieben. Dabei musste ich an so viele Pferde aus meinem Alltag in der Praxis, im Unterricht und Beritt denken.

Indikationen für eine ergotherapeutische Behandlung:

– häufig kleinere, oberflächliche Schürfwunden

– Pferd geht nicht durch den Lamellenvorhang

– Unbehagen beim satteln und gurten

– Pferd lässt sich nicht anbinden

– Einsprühen mit Fliegenspray reagiert das Pferd mit Angst

– beim Longieren driftet es über die Schulter nach außen

– das Pferd stößt ständig an die Stangen bei der Cavaletti-Arbeit

– Anhänger/Verladeprobleme

– das Pferd bleibt beim Aufsteigen nicht stehen

– Pferd ist extrem triebig

– Probleme beim Schmied/Hufe anheben

– Fiebermessen ist nicht möglich

– Tierarzt löst Panik beim Pferd aus 

….

Der letzte Teil dieses Kapitels beschäftigt sich dann mit den Grundprinzipien der Behandlung beim Pferd und ich muss zugeben, das war mein Lieblingskapitel! Lesenswert für alle Therapeuten (Tierarzt, Physiotherapeut, Chiropraktiker, usw.) da draußen unabhängig von der Fachrichtung. Die Befunderhebung und Behandlung werden allumfassend beleuchtet mit sämtlichen Stolpersteinen und Einflüsse. Ich musste sehr oft schmunzeln beim Lesen, da man sich selber im Text wiederfindet. 

Zur Anamnese gibt es am Anfang einen Fragenkatalog, der sofort angewendet werden kann. Schön fand ich hier den Aspekt – wie viel Zeit kann/möchte der Besitzer aufwenden für die Genesung seines Pferdes? Was ist der Besitzer bereit zu ändern? In der Theorie klingt das nämlich immer einfach – Atmungserkrankungen, da ist die Therapie Haltungsoptimierung und initial Medikamente und dann steht man im echten Leben draußen und alles ist irgendwie kompliziert…

– Vorschlag: in den Offenstall umstellen 
–> Antwort: das geht mit meinem Pferd nicht

– Vorschlag: auf Späne stellen 
–> Antwort: das ist zu teuer und die Entsorgung ist nicht möglich

– Vorschlag: Pferde während des Mistens und Einstreuens rausstellen 
–> Antwort: das ist hier nicht durchführbar

und die Liste lässt sich unendlich fortführen für jegliche Änderungsmöglichkeiten und da hängt es nicht unbedingt vom Willen ab, sondern in vielen Fällen lassen die Örtlichkeiten, das Management und die Umstände eine Änderung einfach nicht zu. Daher sind die Möglichkeiten des Besitzers mit ausschlaggebend für den Therapieerfolg.

Die beobachtenden Verfahren zur Befunderhebung werden sehr genau beschrieben, sodass man sie sofort in der Praxis umsetzen kann. Auch hier wird auf die äußeren Einflüsse eingegangen, die so wichtig sind, aber zu selten unterrichtet werden. Wir haben im Studium leider keinen Kurs zur Kommunikation gehabt, geholfen hätte das aber sicher später. Auch das Thema Sicherheit des Therapeuten und Hygiene werden thematisiert. Die Befunderhebung setzt sich zusammen aus der Beobachtung in der freien Bewegung, der Ganganalyse und der gezielten Beobachtung. Bei der gezielten Beobachtung werden pro Basissinn Übungen mit dem Pferd absolviert, die Defizite in den jeweiligen Bereichen deutlich machen (siehe auch Teil 2).

Nach der Befunderhebung wird vorgeschlagen das Behandlungsziel mit der SMART-Methode zusammen mit dem Besitzer klar zu definieren und auch zu dokumentieren. Ich als großer Fan von Mental Training kenne die SMART-Methode in der Anwendung für die Zielsetzung im Sport und für persönliche Belange und setze sie dort oft und mit Erfolg ein. Nun werde ich das glaube ich auch mal in der Praxis einsetzen- tolle Idee! Im letzten Schritt werden dem Besitzer dann Hausaufgabe an die Hand gegeben, um die Therapie zu unterstützen.

Teil 2: Basissinne in der praktischen Ergotherapie

Im zweiten Teil werden sämtliche Übungen für die gezielte Beobachtung, zur Schulung des jeweiligen Basissinn und die dafür geeigneten Hausaufgaben für den Besitzer vorgestellt. Der jeweilige Basissinn wird nochmal kurz zu Beginn erläutert und die jeweiligen Symptome des Pferdes beschrieben, die auf eine Störung im Bereich des Basissinn hinweisen, was ich sehr hilfreich fand. Dann werden die Übungen so genau aufgezeichnet, dass sie im Alltag sofort eingesetzt werden können! Beeindruck war ich von den kreativen Lösungen für die Hausaufgaben des Besitzers. Der Ergotherapeut besitzt ja nun spezielles Equipment, das ist für den Besitzer oft zu teuer und auch nicht sinnvoll alles anzuschaffen. Hier zeigen die Autoren Alternativen auf, wie zum Beispiel den Einsatz von einer Teigrolle, eines Staubwedels oder Sofakissen – das werde ich sicherlich mal probieren.

Teil 3: Gestaltung von Therapieeinheiten und Stalladaptation

Hier werden für jeden Basissinn eine Therapieeinheit vorgestellt. Die vorher beschriebenen Übungen werden hier sinnvoll kombiniert und die Durchführung detailliert aufgezeigt. 

Das Kapitel über die Stalladaptation habe ich als Fan des Paddock Trails mit Freude gelesen, denn wie ich feststellen durfte unser Paddock Trail ist die perfekte Ergotherapie-Einheit 🙂

Taktiles System: Bürste

Propriozeptives System: Baumstämme

Vestibuläres System: Erdhügel

Teil 4: Therapieeinheit

Der vierte Teil skizziert eine komplette Therapieeinheit von der Anamnese bis zu den Hausaufgaben, führt also alles zusammen aus den vorherigen Kapiteln anhand von echten Fallbeispielen. So gelingt auch hier der direkte Praxisbezug und hilft bei dem Verständnis und der Umsetzung.

Teil 5: Anhang

Im Anhang findet man nochmal alle Übungen in Tabellenform zum Nachschlagen, besonders hilfreich um draußen in der Praxis schnell nochmal was nachzuschlagen. Die Tabelle teilt sich auf in Übung/Material/Aufbau und die dazugehörige Hausaufgabe.

Insgesamt aus meiner Sicht geschrieben für interessierte Pferdebesitzer und insbesondere Therapeuten, die im Bereich Rittigkeitsprobleme tätig sind, mit vielen praktischen Hinweisen und detaillierten Handlungsanweisungen zur sofortigen Umsetzung in die Praxis und dem nötigen theoretischen Hintergrundwissen.

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Ich werde auf jeden Fall einiges davon einsetzten in der Praxis
und bin gespannt auf die Ergebnisse.

Schlundverstopfung beim Pferd

Die Schlundverstopfung ist die häufigste Speiseröhren-Erkrankung beim Pferd. Es handelt sich dabei um eine Passagestörung, die teilweise und vollständig auftreten kann.

Symptome der Schlundverstopfung

Die Symptome sind teilweise sehr erschreckend und wenn du einmal eine Schlundverstopfung beim Pferd gesehen hast, wirst du es nicht wieder vergessen und in der Regel auch immer wieder erkennen.

  • massiver Speichelausfluss mit Futterbestandteilen aus den Nüstern und dem Maul
  • Husten und Würgen
  • verkrampfen des Halses
  • Quietschgeräusche
  • Verweigerung von Futter und Wasser
  • Erschöpfung und hängender Kopf
  • eventuell Schwellung an der linken Halsseite

Die Speiseröhre des Pferdes liegt auf der linken Seite im Bereich der Drosselrinne. Hier kann eine Schwellung gesehen werden, wenn die Verstopfung in dem Bereich zwischen Kehlkopf und Brusteingang liegt. Liegt die Passagestörung tiefer, ist keine Schwellung ersichtlich!

Erste Hilfe Maßnahmen bei der Schlundverstopfung

Das Wichtigste ist den Kopf tief zu halten bis der Tierarzt kommt, damit Speichel und Futter daran gehindert werden zurück in die Lunge zu laufen. Dies kann bei einer Schlundverstopfung beim Pferd schnell passieren und löst eine gefährliche Lungenentzündung aus (Aspirationspneumonie). Auch wenn die Symptome schlimm aussehen, eine Lebensgefahr besteht in der Regel nicht. Erst wenn eine Schlundverstopfung länger als 24 Stunden besteht, stellen sich die ersten Komplikationen ein.

Wenn du mehr zur Erste Hilfe am Pferd erfahren möchtest, trage dich gerne in meinen Newsletter ein und erhalten den Zugang zu dem Webinar “Erste Hilfe Maßnahmen beim Pferd”.

(Du kannst es auch stattdessen käuflich erwerben.)

Ursachen einer Schlundverstopfung

Es wird in primäre und sekundäre Ursachen unterschieden. Dabei sind die primären Ursachen sehr häufig! Bei den sekundären Ursachen handelt es sich um andere vorausgegangenen Speiseröhren-Erkrankungen.

Primäre Ursachen:

  • Fütterungsfehler: schlecht eingeweichte Rübenschnitzel (Beispiel)
  • Selbstbedienung des Pferdes an der Futtertonner trockener Pellets
  • Futterneid und dadurch hastiges Fressen und ungenügendes Einspeicheln
  • selten: ungekauter Apfel

Sekundären Ursachen:

  • Ösophagusdivertikel
  • Struktur (Einengung des Schlunds) durch Narben ausgelöst durch eine länger bestehende Schlundverstopfung, Verletzungen mit der Nasenschlundsonde, einem Fremdkörper, Tritte von außen,…
  • Ösophagusspasmus (Muskelkrampf) durch Allergien/Giftpflanzen
  • Zahnerkrankungen und folglich schlecht zerkautes Futter
  • Megaösophagus (Missbildung d. Schlunds, insbesondere bei Friesen)
  • Wandverdickung der Speiseröhre bei älteren Pferden
  • ….

Sollte dein Pferd an immer wiederkehrenden Schlundverstopfungen leiden, muss dringend nach einer solchen Ursache gesucht werden und weiterführende Diagnostik ist notwendig.

Es sei hier aber nochmal betont, häufig ist häufig und selten ist selten! In den meisten Fällen handelt es sich um einen Fütterungsfehler – in einer retrospektiven Studie wurden 74 Pferde mit Schlundverstopfungen ausgewertet, davon hatten 60 Pferde eine primäre Schlundverstopfung. Somit hatten nur 14 Pferde eine sekundäre Ursache für die Schlundverstopfung, ist dies allerdings der Fall ist die Diagnostik und die Behandlung aufwendig und die Prognose deutlich schlechter.

Therapie bei einer Schlundverstopfung

Die Pferde werden leicht sediert, damit zum einen der Kopf untergehalten wird, trotz der Manipulation mit der Nasenschlundsonde (Schutz vor dem Zurücklaufen von Speichel in die Lunge) und der Schlund entspannt sich. Das reicht manchmal schon aus, um die Verstopfung zu lösen im Schlund. Zusätzlich wird noch ein Medikament verabreicht, um die glatte Muskulatur der Speiseröhre gezielt zu entspannen und ein Schmerzmittel. Bei langen Bestehen der Schlundverstopfung oder/langen Spülen mit der Nasenschlundsonde ist ebenfalls ein Antibiotika sinnvoll. Der Tierarzt führt die Nasenschlundsonde ein und spült bis die Verstopfung gelöst ist – das kann manchmal leider mehrere Stunden dauern!

Nasenschlundsonde
Nasenschlundsonde

Liegt eine sekundäre Schlundverstopfung vor sind deutlich umfangreichere Therapien nötig (je nach Ursache). Diese können chirurgisch sein bei einem Ösophagusdivertikel, medikamentell bei dem Ösophagusspasmus (Muskelkrampf durch Allgergie) oder durch alternative Ansätze, wie Akupunktur beim Pferd, unterstützt werden bei zum Beispiel Funktionsstörungen des Schlunds ohne erfassbare Ursache.

Langfristig muss natürlich die Fütterung, Haltung und das Management überprüft werden, damit der gleiche Fehler nicht nochmal passiert! Es ist demnach wichtig zu wissen wie ein Pferd artgerecht und bedarfsgerecht gefüttert wird. Es ist auch nicht nur das was, sondern auch das wie ausschlaggebend – daher bilde dich ständig fort über dein Pferd, damit du es sinnvoll und aktiv vor Erkrankungen schützen kannst!!

Nutze dazu meine kostenlose Videoserie: Projekt gesundes Pferd!

Ergotherapie beim Pferd

Ergotherapie beim Pferd

Interview mit Ruth und Yvonne von der PFERGO Akademie

PFERGO ist die Abkürzung für PFerdeERGOtherapie. PFERGO – Pferdeergotherapie® ist eine Therapiemöglichkeit Pferde über ihre Basissinne zu fördern. Zu den Basissinnen zählt die Wahrnehmung über die Haut, das propriozeptive System (z.B. die Information der Stellung der Gliedmaßen) und das vestibuläre System oder Gleichgewichtssystem.

Hat ein Pferd Defizite in der Wahrnehmungsverabeitung, äußeren sich diese oftmals in Verhaltensweisen, die gerne als “Unarten” missverstanden werden, so z.B.

  • buckeln
  • durchgehen
  • häufiges stolpern
  • Nervosität und Schreckhaftigkeit
  • Rittigkeitsprobleme
  • fehlende oder schlechte Koordinationsfähigkeit
  • Störungen in der Balance
  • Konzentrationsprobleme
  • vermehrte Verletzungen, die sich das Pferd selbst zufügt (z.B. Schürfwunden, die sich das Pferd durch Unachtsamkeit selbst beibringt)
  • soziale Unverträglichkeit 

In diesem Interview erfährst du noch mehr zur Ergotherapie beim Pferd, für wen es geeignet ist und wie es deinem Pferd hilft. Besonders in der Rehabilitation und der Rückfall-Vermeidung nach Krankheiten (4. Phase) kann die Ergotherapie dein Pferd unterstützen.

Viel Spaß beim Reinhören #besseralsgestern

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Weitere Informationen zum Thema Ergotherapie beim Pferd
findest du hier:

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Gesundheitscheck beim Pferd 2.Teil

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Text enthält Werbelinks*

Ein einfacher Gesundheitscheck des Pferdes sollte täglich vor dem Reiten durchgeführt werden, dies kann mit ein wenig Übung von jedem Pferdebesitzer erlernt werden. Das frühe Erkennen von Warnhinweisenund geringgradigen Krankheitssymptomenschützt das Pferd vor ernsthaften Erkrankungen. So werden Folgeschäden und lange Auszeiten aufgrund von massiven Schäden verhindert. Das erspart dem Pferd Schmerzen und Stress und den Pferdebesitzer Zeit, Geld und Nerven.

Für die Gesundheitsüberwachung der Pferde benötigen die Pferdebesitzer entsprechende Grundkenntnisse, Übung und eine gute Beobachtungsgabe. Die Untersuchung wird als Routine in den täglichen Ablauf eingebaut, so besteht schon nach kurzer Zeit ein Automatismus und im Notfall kann die Untersuchung trotz Stress souverän und sicher durchgeführt werden. 

Palpation des Pferdes

Nach dem Ansprechen des Pferdes tritt der Untersucher an das Pferd heran, um es abzutasten – die Palpation. Dabei achtet der Untersucher besonders auf Wärme, Schwellung und Schmerzhaftigkeit. Dabei wird hier der topographische Untersuchungsgang dargestellt: 

  • Kopf und Hals
  • Rücken
  • Abdomen
  • Gliedmaßen

Kopf und Hals:

Am Kopf werden zunächst die Schleimhäute kontrolliert von Maul, Nüstern und Augen. Diese sollten glatt, glänzend und rosa sein. Am Auge wird die Schleimhaut und die Gefäßzeichnung beurteilt und das dritte Augenlid vorgelagert. Im Bereich der Maulschleimhaut wird gleichzeitig die kapilläre Rückfüllzeit gemessen. Dabei wird mit dem Zeigefinger die Schleimhaut fest gegen den knöchernen Unterkiefer gedrückt und wieder losgelassen. Die Zeit bis der entstandene Fingerabdruck wieder vollständig verschwunden ist, entspricht der KRZ und sollte unter drei Sekunden sein. Er signalisiert einen funktionierenden Kreislauf. Im Bereich der Körperöffnungen wird zudem auf Ausfluss geachtet, wie zum Beispiel Augenausfluss oder Nasenausfluss.

Zwischen den beiden Unterkieferästen befinden sich die mandibulären Lymphknoten, die erbsengroß, unempfindlich und derb unter gesunden Umständen sind. Am Unterkieferast läuft ebenfalls die Arterie entlang, sodass dort der Puls getastet werden kann. An den Ohren wird die Körperoberflächentemperatur überprüft, diese sind physiologisch immer etwas kühler als der Körper. Der Schädel wird von vorne betrachtet und insbesondere die Symmetrie begutachtet. Im Bereich des Kehlkopfes wird Druck auf die erste Trachealspange der Luftröhre ausgeübt, um ein Husten auszulösen, dies ist bei einem gesunden Pferd schwer möglich. Am Hals laufen links und rechts in der Drosselrinne die großen Venen, diese können mit Druck im unteren Bereich gestaut werden, um deren Durchlässigkeit zu testen.

Zum Abschluss wird am Hals der Haltfaltentest durchgeführt zur Überprüfung der Hautelastizität, die Hinweise auf den Hydratationszustand des Pferdes geben kann. Im gleichen Zug werden Haut und Haare mit beurteilt, die glatt und glänzend sind bei gesunden Pferden.

Eitriger Nasenausfluss – hat mein Pferd Druse?? Mehr Informationen zu der Erkrankung in der Folge #4 Druse

Abdomen:

Das Abdomen sollte komplett abgetastet werden und auf Schwellung, Verletzungen, Wärme und Ödeme geachtet werden. Ödeme sind Ansammlungen von Flüssigkeit im Gewebe (z.B. Unterbrust oder Unterbauch). Bei einem Ödem bleibt bei einem Fingerabdruck auf die Schwellung der Eindruck bestehen. Daher ist es wichtig auch immer einen Blick unter den Bauch des Pferdes zu werfen.

An der seitlichen Brustwand kann die Lunge mit einem Stethoskop abgehört werden, da dies viel Übung verlangt ist dies keine Untersuchung für den Laien. Das Abhören von Herz und Darmgeräuschen ist dagegen möglich.

Veränderte Darmgeräusche und Koliksymptome? Das ist ein Fall für den Tierarzt! Lerne mehr über Kolik in dem Beitrag: Podcast #47 Kolik

Gliedmaßen:

Die Gliedmaßen sollten vor jedem Ritt kontrolliert werden, dabei streicht der Untersucher einmal mit der Handrückseite über die Beine. Die Rückseite ist deutlich sensitiver im Bezug auf Temperaturunterschiede. Im Anschluss werden die Knochen, Gelenke und Sehnen abgetastet und zwar am stehenden Bein und am aufgehaltenen Bein mit der Handinnenfläche. Insbesondere die Beugesehnen der unteren Gliedmaße sollten einzeln und gründlich durchgetastet werden. Dazu zählt die oberflächliche und tiefe Beugesehne sowie der Fesselträger. Ebenfalls ist der Füllungszustand der Gelenke und Sehnenscheiden mit zu beurteilen. Bei täglicher Routine fallen dem Pferdebesitzer schon kleinste Veränderungen auf. Fällt dem Besitzer eine Schwellung auf, sollte das Training umgehend zurückgefahren werden, auch wenn das Pferd noch keine Lahmheit zeigt. Im Bereich der Fessel kann der Puls an der Mittelfußarterie ertastet werden. Der Puls an der Mittelfußarterie ist nach dem Reiten immer zu spüren und sollte an allen 4 Gliedmaßen gleich sein, kommt das Pferd dagegen nach einer langen Stehzeit aus der Box ist er nicht zu fühlen. Bei Krankheiten, wie der Hufrehe oder einem Hufgeschwür ist der Puls pochend und deutlich zu tasten. Die Hufe sind auf Wärme und Fremdköper zu untersuchen. 

Dein Pferd zeigt Veränderungen an den Beinen und ist lahm? Dann höre in die Podcast-Folgen über Sehnenschäden oder Hufrehe rein!

Vitalwerte (PAT-Werte) des Pferdes

Zu den Vitalwerten zählt der Puls, die Atmung und die Temperatur, kurz die PAT-Werte. Dies Werte sollten jeden Tag zur gleichen Zeit mit genügend Abstand zur Arbeit gemessen und in ein Gesundheitstagebuch eingetragen werden. Ein schönes Gesundheitstagebuch gibt es bei Pferdeliebe* mit Kapitel über Krankheiten von mir.

Bei den angegebenen Werten handelt es sich um Ruhewerte, bei Aufregung, Schmerz oder Bewegung sind sie deutlich erhöht. Jungpferde und Fohlen besitzen ebenfalls deutlich höhere Werte. Die Temperatur wird beim Pferd rektal gemessen, dabei ist Vorsicht geboten, da der Untersucher hier in der Gefahrenzone steht und bei einem Tritt verletzt werden könnte. Es ist wichtig neben dem Pferd zu stehen und nicht dahinter! Das Temperaturmessen oral oder gar in den Ohren, wie es bei Kindern möglich ist, sollte bei den Pferden unterlassen werden. Die Temperatur besitzt einen gewissen Tagesrhythmus und ist somit unterschiedlich zwischen morgens und abends, unter gesunden Umständen beträgt die Temperatur 37.0 bis 38.2 °C. Während der Arbeit steigt die Temperatur physiologischerweise bis 41°C an. Du kannst nach dem Ampel-Prinzip entscheiden, ob du deinem Pferd eine Pause geben oder sogar den Tierarzt rufen musst.

Im Notfall dein Pferd schnell und souverän untersuchen, den Tierarzt rechtzeitig rufen und die geeigneten Erste Hilfe Maßnahmen durchführen – das ist das Ziel! Besorg dir das ebook “Erste Hilfe am Pferd”, bearbeiten, ausdrucken und in den Spind legen! So hast du es immer griffbereit für den Fall, der hoffentlich nicht eintritt! Aber haben ist ja bekanntlich besser, als brauchen!

Baue den Gesundheitscheck in deine tägliche Putzroutine ein und werde vertraut mit dem Vorgang, dann erkennst du Erkrankungen früh und du kannst rechtzeitig eingreifen. Aufgabe für heute Untersuche 4 Pferde und führe Protokoll!

Bis bald, deine Veronika

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Kolik? Lahmheit? Fieber?

Dein Pferd ist immer wieder krank?

Lerne in meiner kostenlosen, 3-teiligen Videoserie, wie du einen gesundheitsfördernden Weg für dein Pferd einschlägst.

Gesundheitscheck Pferd

Gesundheitscheck Pferd

Gesundheitscheck Pferd

Ein einfacher Gesundheitscheck des Pferdes sollte täglich vor dem Reiten durchgeführt werden, dies kann mit ein wenig Übung von jedem Pferdebesitzer erlernt werden. Das frühe Erkennen von Warnhinweisen und geringgradigen Krankheitssymptomen schützt das Pferd vor ernsthaften Erkrankungen. So werden Folgeschäden und lange Auszeiten aufgrund von massiven Schäden verhindert. Das erspart dem Pferd Schmerzen und Stress und den Pferdebesitzer Zeit, Geld und Nerven.

Für die Gesundheitsüberwachung der Pferde benötigen die Pferdebesitzer entsprechende Grundkenntnisse, Übung und eine gute Beobachtungsgabe. Die Untersuchung wird als Routine in den täglichen Ablauf eingebaut, so besteht schon nach kurzer Zeit ein Automatismus und im Notfall kann die Untersuchung trotz Stress souverän und sicher durchgeführt werden. 

Tipp:

Führe die Untersuchung immer nach dem gleichen Schema durch, sodass Ihnen im Notfall kein Fehler unterläuft oder Sie Teile der Untersuchung in der Hektik vergessen. 

Für den Gesundheitscheck wird ein Fieberthermometer und eine Uhr mit Sekundenzeiger benötigt, zudem deine Hände, Ohren und Augen. Als hilfreich hat sich ein Gesundheitstagebuch erwiesen, in das die Werte jeden Tag eingetragen werden sowie Krankheiten und verabreichte Medikamente.

Das gesunde Pferd

Die allgemeine Untersuchung des Pferdes dient der Feststellung des Gesundheitszustandes. Dies Untersuchung kann nach Organsystemen erfolgen oder entlang des Körpers (von der Nüster bis zum Schweif) – dieses Vorgehen wird topographischer Untersuchungsgang genannt. 

Tipp:

Der topographische Untersuchungsgang bringt mehr Ruhe in die Untersuchung und in einer Stresssituation werden seltener Punkte vergessen durch den Ablauf. Denn bei der Untersuchung nach Organsystemen muss der Untersucher öfter die Position am Pferd wechseln. Zum Beispiel beurteilt er den Nasenausfluss an den Nüstern bei der Untersuchung der Atemwege, später bei der Untersuchung des Magen-Darm-Traktes muss er nochmal zurück ans Maul, um die Futteraufnahme und die Maulhöhle zu begutachten. Durch dieses Vorgehen läuft der Untersucher vor und zurück am Pferd, das ist zum einen verwirrend und führt zu Fehlern und irritiert unter Umständen das Pferd.

Jede Untersuchung gliedert sich in drei Schritt:

  1. Adspektion     – Betrachten des Pferdes aus der Ferne
  2. Palpation        – Abtasten des Pferdes mit den Händen
  3. Vitalwerte       – Aufnehmen der PAT-Werte (Puls-Atmung-Temperatur)

Adspektion

Die Adspektion erfolgt bevor der Untersucher ans Pferd herantritt, sodass sich das Pferd noch natürlich verhält und in seiner gewohnten Umgebung beurteilt werden kann. Dabei werden folgende Punkte begutachtet:

  • Körperhaltung
  • Verhalten
  • Ernährungszustand
  • Pflegezustand
  • Auffälligkeiten

Körperhaltung:

Die Körperhaltung beschreibt die Stellung des Pferdekörpers und wird beeinflusst durch die Muskelspannung, Schmerzen, Alter und Training. Als physiologisch wird die gleichmäßige Belastung aller vier Gliedmaßen und ein tragender Hals betrachtet. Das Entlasten einer Hintergliedmaße zum Ruhen ist ebenfalls physiologisch, die Gliedmaße sollte jedoch beim Ansprechen des Pferdes belastet werden. Pferde sind Fluchttiere und bei Einflüssen von außen bereit zur Flucht sein, dafür werden alle 4 Gliedmaßen voll belastet. Das Entlasten einer Vordergliedmaße ist immer pathologisch (krankhaft).

Verhalten:

Im gesunden Zustand sind Pferd ruhig und aufmerksam und nehmen an den Geschehnissen der Umwelt teil. Dabei hat das Pferd ein offenes und wachse Auge, die Ohren gespitzt und wendet sich dem Reiz zu. Da jedes Pferd anders ist, hilft es hier vertraut mit dem zu untersuchenden Pferd zu sein, um das Verhalten richtig beurteilen zu können. Einige Pferde neigen etwas nervöser zu sein als andere, dies sollte in die Untersuchung mitberücksichtigt werden. Ein Blick in den Trog zeigt, ob die Nahrungsaufnahme vollständig ist sowie der Zustand des Einstreus eine Aussage über Kot- und Urinabsatz gibt.

Ernährungszustand:

Das absolute Gewicht vom Pferd zu bestimmen ist über das exakte wiegen möglich. Des weiteren kann das Gewicht durch das Messen von Brustumfang und Körperlänge über eine Formel errechnet werden oder über ein Gewichtsband bestimmt werden. Es gilt zu beachten, dass das absolute Gewicht keine Aussage über den Ernährungszustand macht. Ein Pferd mit 500kg Körpergewicht kann Untergewicht, Übergewicht oder aber auch Idealgewicht haben. Zur Beurteilung des Ernährungszustandes wird der BCS (Body Condition Score) bestimmt. Dazu werden sechs Körperregionen im Hinblick auf Fetteinlagerungen oder Muskelabbau begutachtet. Jede Körperregion (Hals, Schulter, seitliche Brustwand, Rücken, Hüfte, Schweifansatz) bekommt einen Score zwischen 1 und 9, wobei 1 sehr dünn und 9 sehr fett bedeutet. Zum Schluss wird aus den 6 Körperregionen der Mittelwert gebildet, der dann dem BCS für das Pferd entspricht. Für die Pferde sind Werte über einem BCS von 7 wissenschaftlich nachgewiesenermaßen gesundheitsschädlich. Das Optimum liegt zwischen 4 und 6.                      

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BCS 3

Eine ganze Folge über den Body Condition Score kannst du dir hier anhören -> Podcastfolge “Ernährungszustand”

Hinweis

Um beim täglichen Gesundheitscheck nicht jedes Mal den vollständigen BCS bestimmen zu müssen, gilt die grobe Faustregel: Rippen sollten fühlbar sein, aber nicht sichtbar sein und die Höhe des Kammfettes in cm entspricht ungefähr dem BCS. Bestimmen Sie einmal im Monat den vollständigen Body Condition Score und nutzen sie die grobe Faustregel nur als ungefähre Angabe.

Pflegezustand:

Viele Reiter beurteilen den Pflegezustand eines Pferdes an dem Glanz des Felles, allerdings ist das Fell je nach Jahreszeit und Haltungsform sehr unterschiedlich und daher kein geeignetes Mittel. Als Beispiel ist ein Pferd im Offenstall gegen Ende des Winters mit langem Fell ausgestattet und meist sehr schlammig, trotzdem kann dieses Pferd in einem guten Pflegezustand sein. Um den Pflegezustand zu beurteilen wird der Zustand der Hufe herangezogen, denn auch bei dreckiger Hufe ist ersichtlich, ob diese in den letzten 6 bis 8 Wochen bearbeitet worden sind.

Auffälligkeiten:

Bei der Betrachtung des Pferdes aus der Ferne sollte ebenfalls ein Augenmerk auf Auffälligkeiten gelegt werden, wie zum Beispiel Blutungen, Schwellungen, Verletzungen, alten Narben, Fehlstellungen, Exterieurmängeln und ähnliches.

Neben meinem Podcast habe ich eine dreiteilige, kostenlose Videoserie aufgenommen über die Gesunderhaltung der Pferde. Insbesondere gehe ich dort auf die häufigsten Fehler von Pferdebesitzern ein, die zu kranken Pferden führen – kenne diese und schütze dein Pferd.

Zur Anmeldung der Videoserie geht es hier entlang 🙂

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PA, die periodische Augenentzündung

PA = periodische Augenentzündung

Der medizinische Begriff für die periodische Augenentzündung lautet Equine rezidivierende Uveitis, kurz ERU und stellt eine wiederkehrende Entzündung der Gefäßhaut im Auge dar. Die Gefäßhaut besteht aus der Iris, dem Ziliarkörper und der Aderhaut und bildet die mittlere Gewebeschicht im Auge. 

Die Entzündung tritt entweder wiederkehrend in Schüben auf oder schleichend schlechter werdend, dann ist sie besonders tückisch. Unbemerkt und unbehandelt zerstört sie nämlich Strukturen im Auge und führt zur Erblindung. Die Entzündung kann einseitig, aber auch beidseitig auftreten. Wenn bereits ein Auge entzündet ist, liegt das Risiko, dass das andere Auge auch erkrankt bei 30% bis 35%. Untersuchungen geben eine Häufigkeit der Krankheit von 8% bis 12% in der Pferdepopulation an und es stellt weltweit die häufigste Ursache für Erblindung von Pferden dar. Früher wurde die Erkrankung auch Mondblindheit genannt und gehörte zu den Hauptmängeln in der Kaiserlichen Verordnung von 1899, vielleicht kommt der Begriff dir bekannter vor aus den Unterlagen deiner Reitabzeichenprüfung.

Ursachen einer periodischen Augenentzündung

Die Ursachen der Entzündung sind immer noch nicht vollständig geklärt, die heute wissenschaftlich akzeptierte Hypothese nimmt eine immunassoziierte Erkrankung mit verschiedensten Ursachen an. Die je nach geographischer Lage unterschiedlich sind. Diskutiert werden Leptospiren, Streptokokken, Virusinfektionen, allergische Reaktionen, Autointoxikationen, Autoimmunkomplex-Erkrankungen und auch erbliche Dispositionen. In der USA handelt es sich meist um eine Autoimmunreaktion, dagegen ist in Europa bei den meisten Fälle eine Leptospiren-Infektionen mitbeteiligt. Die Leptospiren-Infektion kann ohne Symptome (inapparent) verlaufen und erst Monate bis Jahre später eine Entzündung im Auge auslösen. Leptospiren sind Bakterien und kommen weltweit vor, deren Hauptwirte Nagetiere sind, wie Ratten oder Mäuse. Die Bakterien werden bei kranken Tieren mit dem Urin ausgeschieden und so stellen verunreinigte Futtermittel und Wasser die Hauptquelle für Infektionen dar sowie feuchte Böden oder Gewässer. Die Bakterien sind temperaturabhängig und kommen daher vermehrt im Sommer und Herbst vor. Aufgenommen werden sie durch Schleimhäute und verletzte Haut. Verschiedene Faktoren können die Erkrankung auch triggern, wie Stress durch Transport, Turnier oder Stallwechsel. Allerdings kommen fast alle Pferde mit Leptospiren in Kontakt während ihres Lebens, eine ERU/PA entsteht daraus aber bei Weiten nicht bei jedem Pferd! Wie gesagt die Inzidenz der ERU/PA liegt nur bei 8% bis 12% in der Pferdepopulation. Die Infektion mit Leptospiren kann mit verschiedenen Maßnahmen versucht werden zu verhindern. Mäuse und Ratten müssen systematisch bekämpft werden in den Ställen, die Futterkammer sauber und aufgeräumt halten, keine offenen Futtersäcke rumstehen lassen und feuchte Stellen trockenlegen. Wasser zum Tränken sollte sauber und fließend sein oder wenn es aus Eimern angeboten wird auf der Wiese regelmäßig erneuert werden. Eine Impfung gegen Leptospiren existiert noch nicht, jedoch kann im Einzelfall aus den bestandsspezifischen Leptospiren eine Vakzine (Impfung) nach der Anzüchtung hergestellt werden. Diese wirkt dann aber nur für diese Leptospiren-Serogruppe und die Serogruppen sind von Stall zu Stall unterschiedlich. Hat das Pferd eine ERU/PA sollte Stress und weitere Situationen vermieden werden, die das Immunsystem schwächen.

Zusammenfassend sind die genauen Vorgänge bei der Entstehung neuer Entzündungsschüben bisher leider immer noch unbekannt.

Die ERU kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manchmal zwinkern die Pferde nur etwas mehr und der Entzündungsschub bleibt unbemerkt, andere zeigen starke Symptome und sind sehr schmerzhaft. Augenerkrankungen sind grundsätzlich sehr schmerzhaft – die Pferde zeigen häufig ein Schmerzgesicht. Dabei sind die Ohren nach hinten gerichtet und die Nüstern werden krausgezogen sowie das Maul fest zusammengekniffen.

gesundes Auge:
trocken, glänzend, offen, Pupille geöffnet
krankes Auge:
geschwollen, zwinkern, Augenausfluss

Typische Symptome am Auge sind:

  • Lidschwellung 
  • Tränenfluss
  • gerötete Bindehaut
  • graue-rauchige Hornhauttrübung
  • verengte Pupille (Schmerzanzeichen)
  • häufiges zwinkern bis Auge zukneifen (Schmerzanzeichen)
  • Fibrinfäden in der vorderen Augenkammer 
    (weiße Fäden schwimmen im vorderen Teil des Auges)
  • schmerzbedingter Enophthalmus: das Auge wird tiefer in die Augenhöhle reingezogen, sodass das Auge kleiner erscheint
  • die Wimpern stehen senkrecht (Schmerzanzeichen,) im gesunden Zustand stehen die Wimpern waagerecht bis leicht schräg nach unten vom Kopf

Bei immer wiederkehrenden Schüben wird das Auge stark zerstört und der Augapfel schrumpft zusammen, die Hornhaut trübt sich und selbst wenn das Auge vollständig zerstört ist, haben die Pferde immer wieder Entzündungsanzeichen und Schmerzen, dann bleibt als letzte Möglichkeit nur noch die Entfernung des Auges.

Bleibt die Entzündung unbemerkt oder wird fälschlicherweise angenommen es handelt sich „nur“ um eine Bindehautentzündung, dann kann das Pferd unbemerkt erblinden. Dann zeigen sie Verhaltensänderungen und sind schreckhaft, haben Angst vor wechselnden Untergründen, verweigern beim Springen, sind in bestimmten Wendungen unwillig und halten den Kopf schräg. 

Wenn ein Pferd häufiger ein tränendes Auge über einen längeren Zeitraum zeigt, sollte das immer vom Tierarzt überprüft werden, ob noch weitere Veränderungen im Auge zu sehen sind. Hier sollte eine klinische Untersuchung durchgeführt werden, der Augenhintergrund beurteilt werden und eventuell ein Ultraschall vom Auge durchgeführt werden. Augenveränderungen sind sehr ernst zu nehmen und andere Therapeuten können zwar bei gestellter Diagnose unterstützend eingreifen, aber für eine sichere Diagnose sollte in jedem Fall ein Tierarzt das Auge untersuchen, ohne Ausnahme. 

Die PA ist die häufigste Erblindungsursache des Pferdes und eine Heilung ist bei geschädigtem Auge nicht mehr möglich, also sollte nicht gewartet werden bei Verdacht.

Prognose und Therapie der PA

Die Prognose der PA ist schlecht und eine Heilung ist leider wie gesagt nicht möglich. Die entstandene Zerstörung im Auge kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Mit einer Augen-OP ist der Prozess aber anzuhalten.

Es gibt eine medikamentöse Behandlung und eine chirurgische Möglichkeit. 

Die medikamentöse Behandlung dient dazu die Entzündung zu bekämpfen und die Schmerzen zu lindern, allerdings ist diese Behandlung extrem zeitaufwändig und teuer und kann in den meisten Fällen weitere Schübe nicht verhindern, sondern nur den bestehenden abfangen. So kommt es zwar verzögert, aber trotzdem zum Erblinden der Pferde. Bei jedem neuen Schub muss die Therapie sofort wiederholt werden. Teilweise ist es nötig stündlich Augentropfen oder Salben einzubringen, auch nachts! Darüber hinaus lassen sich die Pferde das in der Regel nach einer gewissen Zeit nicht mehr gefallen und dann muss ein Augenkatheter eingesetzt werden, diese Maßnahmen sind nur in der Klinik möglich. Zu den angewendeten Medikamenten zählt das Atropin, das stellt die Pupille weit. Durch den Schmerz zieht sich die Pupille zusammen und leider kommt es dann häufig zu Verklebungen mit den Fibrinfäden (Entzündungsprodukte), sodass die Pupille danach nicht mehr geöffnet werden kann. Das schränkt die Sehfähigkeit immens ein. Zur Behandlung der Entzündung werden kortisonhaltige Augensalben eingesetzt (nur bei intakter Hornhaut!) und nichtsteroidale Entzündungshemmer, die wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Daneben kommen häufig noch weitere Therapieoptionen zum Einsatz: Akupunktur, Homöopathie, Tragen einer Fliegenmaske als Sonnen- und Windschutz und Eigenblutprodukte wie Serum-Augentropfen. Ist die Entzündung abgeklungen kann eine OP durchgeführt werden, wie gesagt die Medikamente verzögern nur das Erblinden, verhindern es aber in der Regel nicht!

Auf der anderen Seite gibt es 2 chirurgische Möglichkeiten

  1. Vitrektomie

Diese OP wird bei einer PA durchgeführt, die durch Leptospiren ausgelöst wird. Bei der Virektomie wird der Inhalt des Glaskörpers ausgetauscht. Der Inhalt wird abgesaugt und mit ihm die Entzündungsprodukte und Bakterien, dadurch kann die Sehfähigkeit zum Teil sogar wieder verbessert werden. Einfach ausgedrückt wird der Inhalte des Auges ausgetauscht. Durch diese Spülung werden die Entzündung und die fortschreitende Zerstörung gestoppt und das Risiko, dass danach eine erneute Augenentzündung auftritt wird mit unter 5% angegeben.

  • Ciclosporin-A Implantat

Mit dieser OP wird die auftretende Autoimmunreaktion unterdrückt, dieses Verfahren ist also sinnvoll bei Pferden, bei denen der Leptospiren-Titer negativ ist. Hier handelt es sich dann um eine ausschließlich autoimmun bedingte Erkrankung, wie sie in der USA meist auftritt. Das Implantat wird ins Auge gesetzt und gibt dort kontinuierlich Medikamente ab, somit ist die Anwendung von Augensalbe nicht mehr nötig und weitere Entzündungen werden unterdrück. Hier wird eine sichere Abgabe des Wirkstoffs über 1 Jahr angegeben, bei vielen Pferden bleibt das Auge reizfrei, bei anderen muss das Implantat ausgewechselt werden nach einigen Jahren. Das Implantat ist allerdings für Pferde nicht zugelassen und fällt unter das Doping-Gesetz

Bei Augen mit weitfortgeschrittener Zerstörung kann es nötig sein das Auge zu entfernen, um dem Pferd Linderung zu verschaffen.

Fortbildung für dein Pferd

So du hast heute etwas Neues gelernt? Spitze! Lerne Symptome frühzeitig zu erkennen, damit du rechtszeitig eingreifen kannst oder den Tierarzt rufen kannst, um Folgeschäden bei deinem Pferd zu verhindern – noch mehr Input? Kurse, Webinare und Onlinevorlesungen? Dann melde dich gerne zu meinem monatlichen Newsletter an – ich freue mich von dir zu hören und bis zum nächsten Mal, eure Veronika

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Verhaltensstörungen beim Pferd

Verhaltensstörungen beim Pferd

Verhaltensstörungen beim Pferd

Hilfe mein Pferd koppt! Das ist leider nur eine von vielen Verhaltensstörungen beim Pferd, die sie zeigen bei unsachgemäßer Haltung, Fütterung, unangemessenen Training oder Umgang. Wir haben in den letzten Wochen viel über Risikofaktoren gesprochen, die zu Krankheiten führen können. Auch Verhaltensstörungen sind Krankheiten, beim Menschen würde man von psychischen Problemen sprechen, die durch einen Psychiater und manchmal auch durch entsprechende Medikamente behandelt werden.

Beispiele für Verhaltensstörungen
Koppen
Weben
Stangenwetzen
Boxenlaufen
Lippen- und Zungenspiel

Die Verhaltensmedizin ist in der Tiermedizin noch relativ unerforscht und steckt in den Kinderschuhen, aber sie gewinnt an Bedeutung und wird immer wichtiger. Leider gibt es nur sehr wenig Pferdetierärzte, die sich mit diesem Teilgebiet auseinander setzen. Komisch eigentlich, denn leider ist es in der Praxis ein großes Thema und Verhaltensstörungen sind weitverbreitet in der Pferdepopulation. Sie resultieren in der Regel aus Haltungs- oder Umgangsfehlern der Menschen.

Wenn dein Pferd ein solches Verhalten zeigt stelle dir folgende Fragen: Absetzen als Fohlen?
Aufzucht?
Ausbildung? Reitweise?
Haltung?
Vorerkrankungen?
Fütterung?
Tagesablauf? Betreuungspersonen?

Zusammen mit der klinischen Untersuchung lässt sich dann eine Diagnose stellen und daraus dann auch eine Prognose.

Therapie: Setzt eine Veränderungen der Bedingungen und eine Verhaltensveränderungen der Pferdebesitzer voraus!

Normalverhalten beim Pferd

Normalverhalten: eigentlich so einfach und wir lernen es schon beim Basispass: das Pferd ist ein Lauftier (Weideschritt für 18 Stunden am Tag), ein Dauerfresser (dabei Nahrungsaufnahme), ein Herdentier (Sozialkontakte – Sicht-, Körperkontakt, stabile Herde), Fluchttier und hat ein starkes Erkundungsverhalten sowie einen hohen Bedarf an frischer Luft und Licht, da es ja ein Steppentier ist.

Luft, Licht, Sozialkontakt

Was passiert in Konfliktsituationen – was macht das Pferd im Normalfall dann? Dafür gibt es drei Verhaltensweise wie das Pferd reagiert in einer Konfliktsituation, das sind:

  1. ambivalentes Verhalten
  2. umorientiertes Verhalten
  3. Übersprungsverhalten

1.ambivalentes Verhalten

Unter dem ambivalenten Verhalten versteht man ein Verhalten, dem gleichzeitig zwei verschiedenartige Bereitschaften zugrunde liegen zu reagieren, z.B. Erkundung und Flucht. Es besteht also ein Konflikt (Konfliktverhalten) zwischen verschiedenen Verhaltenstendenzen.
Beispiel:
Das Pferd erschrickt sich vor etwas auf dem Reitplatz und schwankt innerlich zwischen weglaufen und seiner Neugier das Objekt zu untersuchen. Sie sind also wankelmütig und sind in einem Zwiespalt. Und am Ende führen sie keins der Verhalten vollständig aus – flüchten also nicht, aber nähern sich auch nicht dem Objekt.

2.umorientertes Verhalten

Bei dem umorientieren Verhalten wird ein Verhalten ausgelöst, aber gleichzeitig gehemmt, sodass das Verhalten auf ein Ausweichobjekt umgemünzt wird.
Beispiel:
Diese Verhalten sehen wir viel bei Probierhengsten – der Hengst wird von einer rossigen Stute stimuliert und zeigt sich Paarungsbereit, aber den eigentlichen Deckakt darf der Hengst nicht vollziehen. Denn im Anschluss wird er weggeführt und wieder in die Box gestellt. Daraus entsteht eine Konfliktsituation für den Hengst und er ist frustriert, das unterdrückte Verhalten schlägt nun um. Zum Beispiel in Aggression gegenüber anderen Pferden, sich selber, Menschen oder auf Objekten in seiner Umgebung. Einige Pferde fangen zum Beispiel an sich selber zu beißen und zu verletzen. Dann ist es höchste Zeit etwas zu unternehmen.

3.Übersprungsverhalten

Als drittes haben wir noch das Übersprungsverhalten – ein spontan auftretendes nicht der Situation passendes Verhalten. Also ein Verhalten, das sonst in einer bestimmten Situatione ausgeführt wird und dort einen Sinn ergibt, da es zielgerichtet ist. Dieses Verhalten tritt nun plötzlich völlig außerhalb des Kontextes auf, wo es überhaupt keinen Sinn macht. Dazu zählt zum Beispiel das Kopfschlagen oder das Leerkauen, dieses Verhalten soll in der Konfliktsituation den Stress abbauen.
Beispiel:
Bei uns Menschen wäre das in einer Stresssituation am Kopf kratzen oder ins Gesicht fassen – beobachte bei der nächsten Fortbildung mal die Redner genauer am Anfang – sie sind aufgeregt und schwanken zwischen vor dem Publikum ihre Rede zu halten oder wegzulaufen – als nicht zielführende Reaktion kratzen sie sich am Kopf, zupfen an der Kleidung und so weiter, um den Stress in der Situation abzubauen.

Problemverhalten beim Pferd

Das sind nun alles Abweichungen vom Normalverhalten, wenn du die Anzeichen früh genug erkennst in der Konfliktsituation kannst du die Ursache abstellen und Schlimmeres verhindern. Geschieht das nicht, entsteht daraus leider ein Problemverhalten – das sich einteilt in ein unerwünschtes Verhalten und Verhaltensstörungen. Die Anpassungs- und Bewältigungsfähigkeit ist sehr unterschiedlich zwischen den Pferden und hängt sehr vom Interieur ab, also Charakter und Temperament. Wie schnell ein Pferd bei schlechter Haltung, Überforderung im Training und unfairen Umgang eine Verhaltensstörung entwickelt ist nicht vorherzusagen.

Unerwünschtes Verhalten weicht vom Normalverhalten ab und stört den Menschen – Ursachen sind Überforderung, Angst und Schmerzen beim Reiten, schlechter Umgang, fehlerhafte Haltung und häufig auch Langeweile durch die eingeschränkten Möglichkeiten – es fehlt Sozialkontakt, Bewegung, Erkundungsgänge und Spielkamaraden. Aber auch abruptes Absetzen der Fohlen, isolierte Aufzucht, lange Boxenruhe und einschneidende Veränderungen tragen zu unerwünschten Verhalten und Verhaltensstörungen bei.

Mehr zu artgerechter Haltung findest du in der Episode: Paddock Trail

-> hier geht es zur Episode

Du bist mehr an einer artgerechten und bedarfsgerechten Fütterung interessiert, dann höre doch in die Fütterungsserie rein

-> hier geht es zur ersten Episode: Grundlagen Pferdefütterung

unerwünschtes Verhalten

Wenn das Pferd Schmerzen beim Reiten hat, möchte es diese Situation vermeiden, also lässt es sich zum Beispiel auf der Wiese nicht einfangen, schmeißt den Reiter durch steigen und bocken runter – klappt das, so hat das Pferd gelernt sich der unangenehmen Situation zu entziehen und wiederholt das Verhalten – Lernen durch Erfolg.

Angst führt ebenfalls zu unerwünschten Verhalten für den Menschen, kopfloses Durchgehen, scheuen in der Ecke, Verladeprobleme, Kleben an anderen Pferden oder verweigern weg vom Stall zu gehen. Natürlich gehört hier auch die Angst vor dem Schmied oder dem Tierarzt dazu, das führt ja manchmal auch zu Fluchtverhalten beim erblicken der Person oder gar nur dem Auto des Tierarztes oder Schmiedes. Kann sich das Pferd nicht entziehen, kann der Fluchtinstinkt in den Kampfmodus umschlagen, die Pferde beisen, treten und drücken einen an die Wand. Manchmal richtet sich die Aggression auch gegen andere Pferde, das ist häufig auf Managementfehler zurückzuführen, da zu wenig Fressplätze oder Raum zur Verfügung steht.

Diese unerwünschten Verhaltensweisen versuchen einer unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen, wenn dies alles nicht klappt tritt die erlernte Hilfslosigkeit ein. Ein soo trauriges Wort wie ich finde, die Pferde resignieren und werden teilnahmslos und ergeben sich ihrem Schicksal – Schmerz wird ertragen und die Pferde verfallen.

Zum Schluss hier noch zwei unerwünschte Verhaltensweisen, die aus positiven Beweggründen entstehen.

Bei jungen Pferden ist es zumal nämlich nicht immer durch Schmerz oder Angst ausgelöst, sondern sie leben ihr Spielverhalten am Menschen aus, da ihnen der Sozialkontakt zu Artgenossen fehlt. Die jungen Hüpfer wollen dann nur spielen, das ist aber für uns Menschen gefährlich und unerwünscht, wenn wir angesprungen werden, gebissen und geschubst werden. Ursache ist hier aber ja auch wieder der Mensch, der den Pferden versagt mit anderen Pferde Kontakt aufzunehmen. 

Ein ganz anderen Beweggrund steht hinter dem Scharren – hier wird nach Aufmerksamkeit gefragt und es ist egal ob ihr eurem Pferd dann ein Leckerchen gebt und es anbrüllt es sein zu lassen, beides stellt eine Belohnung da, denn das Pferd hat ja nun Aufmerksamkeit bekommen…

Beseitigung des unerwünschten Verhaltens

Die Beseitigung der unerwünschten Verhaltensweisen ist denke ich klar, Ursache finden und abstellen- daher ist es auch so immens wichtig zu Wissen wie artgerechte Fütterung, Haltung und Training aussieht, wie man mit den Pferden gesundheitsfördernd umgeht und erkennt was krank macht.

Verhaltensstörungen beim Pferd

Werden die Ursachen nämlich nicht abgestellt treten stereotype Verhaltensstörungen auf, dies sind krankhafte Störungen, die Pferde sind beeinträchtigt – ein Ergebnis aus chronischer Überforderung der Anpassungsfähigkeit der Pferde in den Punkten Umgang, Fütterung, Haltung und Ausbildung. Zu diesen Verhaltensstörungen zählen Koppen, Weben, Boxenlaufen und auch Zaunlaufen, die Pferde beißen sich selber, Stangenwetzen, Lippen und Zungenspiel und Holzwetzen. Leider kommt es im Verlauf zu strukturellen Veränderungen im Gehirn, sodass stark ausgeprägte und langbestehende Verhaltensstörungen später nicht mehr vollständig beseitigt werden können. Es sollte sich jeder klar machen, das Pferde mit Verhaltensstörungen leiden oder gelitten haben und das eine symptomatische Behandlung keine Lösung ist, sondern nur eine Beseitigung der Ursache in Frage kommt. Einen Kopperriemen anzubringen und das Pferd weiter in der Box stehen zu lassen für 23 Stunden ist aus meiner Sicht völlig falsch! Jedoch sollte auch jedem klar sein, dass selbst wenn alles optimiert worden ist, das Koppen meist nicht verschwindet aufgrund der strukturellen Veränderungen im Gehirn, das Pferd leidet dann nicht mehr, sondern kann entspannt leben, es kann nur leider die Verhaltensweise nicht mehr ablegen, da zu spät eingegriffen worden ist.

Zusammenfassung Verhaltensstörungen beim Pferd

Mein Anliegen mit dieser Episode ist ganz klar aufzuzeigen, das für eigentlich fast alle Verhaltensstörungen der Mensch verantwortlich ist durch Fehler im Umgang, Haltung, Training, Ausbildung, Aufzucht und so weiter – sei dir bewusst du trägst die Verantwortung für die Gesundheit deines Pferdes – daher lerne wie man mit Pferden gesundheitsfördernd umgeht, komme gerne dazu in meine Facebook Gruppe Projekt: gesundes Pferd, hier bekommst du noch mehr Input über die Gesundheitsförderung beim Pferd – damit Begriffe wie erlernte Hilfslosigkeit bald der Vergangenheit angehören.

Sei wachsam, wenn dein Pferd etwas tut, was du nicht magst – du oder die bestehenden Umstände könnten der Grund sein.

Und damit wünsche ich dir einen schönen Tag mit hoffentlich einem dir entgegenwiehernd und galoppierendem Pferd, das sich freut dich zu sehen!

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Hier kannst du direkt in die Episode reinhören:

Mental-Training im Reitsport

Mental-Training im Reitsport

Mental-Training im Reitsport wird noch viel zu wenig genutzt, obwohl es bei geringen Einsatz sehr viel Gutes bewirkt.

Interview mit Dr. Birgit Harenberg von Ridersmind

In dieser Episode spreche ich mit Dr. Birgit Harenberg über Angst und Blockade beim Reiter und wie diese das Pferd gesundheitlich beeinflussen können.

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Prävention – was macht krank?

In der Prävention handelt sich alles um die Frage “was macht krank?”. Verschiedene Risikofaktoren spielen hier eine Rolle, wie zum Beispiel Mensch (Angst, Unwissen, Ego), Pferd (Übergewicht, Alter, Vorerkrankungen) und Umfeld (Seuchenausbruch, Zecken, Sommer).

In dieser Episode dreht es sich um den Risikofaktor Mensch/Reiter – im Bezug auf seine mentale Verfassung/Stärke/Schwäche.

Zusammenhang Psyche Reiter und Gesundheit Pferd

Verspannungen, Unrittigkeit und immer wieder Blockaden das sind Probleme, die teilweise entstehen durch ängstliche, verspannte oder sehr aufgeregte Reiter. Selber habe ich meinem Pferd lange das Leben schwer gemacht, da ich beim Springen immer sehr aufgeregt bis ängstlich war. Dann ist mir mental Training über den Weg gelaufen und heute springe ich mit voller Freude und bin mit Spaß bei der Sache.
Auch bei er Physiotherapie und Chiropraktik werden mir immer wieder verspannte Pferde vorgestellt, den Grund in der mentalen Blockade beim Reiter zu suchen ist noch nicht die gängige Praxis. In dieser Podcast Episode spreche ich mit Dr. Birgit Harenberg von Ridersmind über Mental-Training im Reitsport – wie beeinflusst die Psyche des Reiters die Gesundheit des Pferdes?

Mehr Informationen über Ridersmind findest du unter:
https://www.ridersmind.de

Auf ihrem Blog hat Dr. Birgit Harenberg eine Rezension über die verschiedenen Bücher zum mental Training beim Reiten verfasst. Wenn du also auf der Suche nach Literatur zu diesem Thema bist, dann schau doch dort einmal vorbei.
https://www.ridersmind.de/2016/05/08/b%C3%BCcher-%C3%BCber-mentales-training-im-reitsport-ein-vergleich/

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Interview mit Bianca von Olimond BB

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(Dieser Beitrag enthält Werbung, denn er entstand in Kooperation mit Bianca Flemm.)

Die Darmflora beim Pferd

Zur der Darmflora der Pferde zählen Mikroorganismen wie zum Beispiel Hefen und Bakterien. Diese Organismen leben im Dickdarm der Pferde bei einem pH von 7.0 (neutral) und kommen hier ihren Aufgaben nach als Symbioten. Symbioten sind Lebewesen, die mit anderen Lebewesen in einer Nutzgemeinschaft leben. Die Darmflora zersetzt durch mirkobielle Vorgänge Nahrungsbestandteile, die so dem Pferd zur Verfügung stehen und so essentiell sind für die Ernährung des Pferdes. Zu den Stoffe zählt zum Beispiel die Zellulose. Die Mikroorganismen variieren je nach Rationszusammenstellung, daher sollte eine Futterumstellung beim Pferd auch stets nur sehr langsam erfolgen! Die Darmflora kann durch viele Vorgänge gestört werden, zu Beispiel durch Stress, Antibiotika, Fütterungsfehler – wie zum Beispiel zu große Mengen von dünndarmunverdauter Stärke – daher ist ein Ziel der Pferde-Ernährung die Gesunderhaltung und Förderung der Darmflora.

Unterstützung der Darmflora mit Olimond BB (Hefe)

In diesem Zusammenhang habe ich ein Interview mit Bianca geführt über das Produkt Olimond BB. Olimond BB ist das Produkt einer speziellen Fermentation und schonenden Trocknung der Hefe Saccharomyces cerevisiae und ist somit eine inaktivierte Hefe, die keine Gärungsprozesse im Magen-Darmtrakt des Pferdes verursacht. Die wichtigen Hefefaktoren, B-Vitamine und die Fermentationsprodukte bleiben erhalten.

Für mehr Informationen höre ins Interview herein und besuche ihre Seite:
https://www.olimond.de

Darmflora-pferd

Cushing beim Pferd gibt es nicht!

Cushing Pferd

Etwas provokativ – aber wir klären in dieser Episode was Cushing genau ist und warum es diese Erkrankung beim Pferd garnicht gibt.

Die Cushing-Erkrankung

  1. Morbus Cushing: 85% der Fälle
    Der Morbus Cushing ist gekennzeichnet durch eine Überproduktion von ACTH aus der Hirnanhangsdrüse und zwar dem vorderem Teil, dem Hypophysenvorderlappen. Das ACTH (Hormon) gelangt an die Nebennierenrinde und führt dort zu einer übermäßigen Kortison Auschüttung – infolge dessen entstehen die körperlichen Symptome.
  2. Cushing Syndrom: 15% der Fälle
    In der Regel durch einen Tumor der Nebenniere, der direkt Kortison produziert – hier ist die Hirnanhangsdrüse primär nicht beteiligt.

Diese Erkrankungen kommen beim Mensch und beim Hund vor!

PPID = Pituitary Pars intermedia Dysfunction (früher: equines Cushing Syndrom)

Aufgrund von neuen wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass die Abläufe beim Pferd anders verlaufen, daher wurde das früher “Equine Cushing Syndrom” nach dem neuesten Wissenstand umbenannt in

PPID = Pituitary Pars Intermedia Dysfunction.
Pituitary = Hirnanhangsdrüse
Pars intermedia = Zwischenlappen der Hypophyse
Dysfunction = Funktion gestört

Beim Pferd spielt die Hirnanhangsdrüse mit dem ACTH eine Rolle, daher ist per Definition das Cushing Syndrom ausgeschlossen. Ähnlichkeiten zum Morbus Cushing liegen in der Überproduktion von ACTH oder besser der Freisetzung von mehreren POMC-Spaltprodukten aus der Hirnanhangsdrüse. Die Abgrenzung zum Morbus Cushing ist aber zum einem, dass der Zwischenlappen beim Pferd betroffen ist statt der Vorderlappen beim Hund und das ursächlich für die Überproduktion bei PPID beim Pferd eine altersbedingte Degeneration von Nervenzellen im Gehirn ist und nicht wie beim Hund ein Tumor der Hirnanhangsdrüse.

PPID (früher Cushing) eine neurodegenerative Erkrankung

Zu Erkrankungen, die mit vorzeitigen sterben von Nervenzellen im Gehirn beim Menschen einhergehen, gehören die Parkinson-Erkrankung und verschiedene Demenzformen. Bei der Parkinson-Erkrankung sind beispielsweise nur Nervenzellen betroffen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Bei PPID beim Pferd ist das auch der Fall, Dopamin-prozierende Nervenzellen im Gehirn gehen altersbedingt zugrunde. Dopamin ist ein Botenstoff, der unter gesunden Umständen die Hirnanhangsdrüse hemmt, damit wenig ACTH ausgeschüttet wird. Dieser Botenstoff fehlt bei PPID-Patienten durch den Nervenzelluntergang und es kommt zur übermäßigen ACTH Ausschüttung und anderen Spaltprodukten, die dann im Körper die jeweiligen Symptome auslösen, wie zum Beispiel die Hufrehe bei unseren Pferden.

Mehr Informationen zur Hufrehe bekommst du in der Episode #27

-> hier geht zu der Episode #27 Hufrehe

Hufrehe-pferd

Mehr zu Hufrehe mit einer schönen Infografik findest du bei dem Pferdeliebe Magazin

-> zur Seite

Vorkommen von PPID (Cushing beim Pferd)

Insgesamt sind 3% der gesamten Pferdepopulation betroffen, bei Pferden über 15 Jahren sind es 20%, das ist statistisch gesehen jedes 5. Pferd über 15 Jahre. Es können Maßnahmen ergriffen werden, je nachdem in welcher Phase des 4-Phasen-Modells sich dein Pferd befindet.

Das 4-Phasen-Modell für gesündere Pferde

  1. Phase: gesundes Pferd
    -> Gesundheitsförderung steht im Vordergrund
  2. Phase: Risikopatient vor der Krankheit
    -> Massnahmen zur Prävention sind wichtig!
  3. Phase: erkrankter Patient
    -> Früherkennung, um schlimmere Folgen zu verhindern und Unterstützung der Genesung
  4. Phase: Patient nach überstandener Krankheit
    -> Rückfälle vermeiden und Programm zur Rehabilitation

PPID – Risikopatient (2. Phase)
Du solltest dein Pferd, wenn es älter als 15 Jahre alt ist, regelmäßig untersuchen auf klinische Hinweise:
– Fettpolster über den Augen,
– Verhaltensänderungen (Müdigkeit),
– verminderte Leistung beim Reiten
– Probleme im Fellwechsel
– regional lange Haare
– Muskelabbau, besonders an der Rückenlinie

Dieses 4-Phasen-Modell werden wir nun immer auf die verschiedenen Krankheiten anwenden, um dir einen Leitfaden zu geben und zu jeder Phase Massnahmen für dein Pferd erarbeiten.

-> Projekt: gesünderes Pferd!

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Body Condition Score: Gewicht beim Pferd

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Untergewicht? Idealgewicht? Übergewicht?

Das absolute Gewicht eines Pferdes sagt zunächst erstmal nichts über den Ernährungszustand des Pferdes aus. Gerade jetzt im Frühling wenn es auf die “fetten” Wiesen gehen, sollten Pferde mit Übergewicht besonders langsam und vorsichtig angeweidet werden und die Pferde sollten vorher abnehmen.

500kg sind für ein Pony Übergewicht, für einen großen Warmblüter sind 500kg Untergewicht. Es ist daher wichtig nicht nur das absolute Gewicht zu bestimmen mittels Waage oder Gewichtsband, sondern du solltest auch immer den Ernährungszustand bestimmen.

Ermittlung des BCS beim Pferd

Zur Ermittlung des Body Condition Scores (nach Schramme, 2003) werden 6 Körperregionen beurteilt im Bezug auf Einlagerung von Fett oder Abbau von Muskulatur und mit einem Score von 1 (mager) bis 9 (fett) eingeteilt.

Die 6 Körperregionen:
1. Hals
2. Schulter
3. Rücken und Kruppe
4. Brustwand
5. Hüfte
6. Schweifansatz

Dabei werden pro Körperregion 3 Punkte beurteile:
1. Knochenpunkte (sichtbar, fühlbar, weg)
2. Körperoberfläche (eingefallen, gerade, gewölbt)
3. Hautfalte (“Speckfalte”)

Knochenpunkte am Pferd

Am Hals ist der erste Halswirbel (Atlas) sehr gut zu fühlen, aber auch Halswirbel 3, 4 und 5 sind in der Regel gut tastbar mit etwas Übung. Im Bereich der Schulter kann das Schulterblatt abgegrenzt werden und die Knochengräte gefühlt werden.

Knochengräte und Rippen (x) gekennzeichnet
Knochengräte und Rippe (x)

Im Bereich der Wirbelsäule (Rücken und Kruppe) sind Anhaltspunkte die Dornfortsätze der Brustwirbelsäule und die Dorn- und Querfortsätze der Lendenwirbelsäule beim Pferd.

Lendenwirbelsäule Pferd

Weiter Knochenpunkte sind an der Brustwand die Rippen und im Bereich der Hüfte der Haft-, Sitzbein- und Kreuzhöcker.

knöchernes Becken
Knochenpunkte am Pferd

Jede Körperregion wird beurteilt und mit einem Score zwischen 1 (mager) und 9 (fett) versehen. Am Ende werden die 6 Werte addiert und der Mittelwert errechnet. Ein Body Condition Score über 7 ist nachweislich schädlich für die Gesundheit deines Pferdes! Krankheiten, die durch Übergewicht ausgelöst werden können sind zum Beispiel EMS (Equipe Metabolische Syndrom) und Hufrehe.

Mehr zur Hufrehe hörst du in der Episode #27.

Hufrehe-pferd

Mehr zum Body Condition Score hörst du in dieser Episode und wenn du noch nicht genug hast, freue dich auf den Onlinekurs Pferdegesundheit im Herbst 2019, hier wird es ein Kapitel über die Grundlagen des BCS geben mit einer Video-Einheit am Pferd wie dieser ermittelt wird.

Du willst keine Termine mehr verpassen? Dann trag dich für meinen Newsletter (1xMonat) ein und erhalte neben Seminarterminen auch immer medizinische Infos passend zur Jahreszeit.

Hier noch eine schöne Grafik zum Anweiden von dem Pferdeliebe Magazin.

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Hier kannst du dir die Episode direkt anhören:

Blutbild beim Pferd

Pferdekrankheiten-pferde-tierarzt-kolik-spat-hufrehe

Welche Werte sind sinnvoll? Was sagen die Werte aus und was nicht!

in dieser Episode erfährst du etwas über das Blutbild beim Pferd

Blutbestandteile

Das Blut setzt sich zusammen aus einem zellulären Anteil und dem Blutplasma – zusammen wird es als Vollblut bezeichnet.

Blut = Blutzelle und Blutplasma
Häufig fällt auch der Begriff “Serum”, dabei handelt es sich um das Blutplasma ohne die Gerinnungsfaktoren.

Blutzellen – 3 Zelltypen

  1. rote Blutzellen (Erythrozyten)
  2. weiße Blutzellen (Leukozyten)
  3. Blutplättchen (Thrombozyten)

zu 1. rotes Blutzellen

Die roten Blutzellen beinhalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, dieses bindet den Sauerstoff und so transportieren die “Erys” den Sauerstoff durch den Körper. Diese Zellen werden in dem roten Blutbild bestimmt, daneben werden verschiedene prozentuale Anteile der Zellen und Verhältnisse bestimmt. Dazu zählen der Hämatokrit (Volumenanteil der roten Zellen im Vollblut in %) oder der MCH (mittlerer Hämoglobin-Gehalt eines Erys).

Was macht Sinn und was nicht?

zu 2. weiße Blutzellen

Diese Zellpopulation ist Teil des Immunsystems und beinhalten Lymphozyten, neutrophile, basophile und eosinophile Granulozyten sowie Monozyten. Alle zusammen werden als Leukozyten bezeichnet. Ein Anstieg oder aber auch ein Abfall sind Hinweise auf eine Infektionserkrankung.

zu 3. Blutplättchen

Oder auch Thrombozyten genannt sind Teil des Gerinnungssystems. Bei Blutungen bilden die Thrombozyten einen Propf und verschließen so den Ort der Verletzung – sind klinisch Gerinnungsstörungen sichtbar, kann diese Zellpopulation verändert sein. Bei zu langer Lagerung von Blut kleben die Thrombozyten manchmal zusammen und es entstehen falsch niedrige Werte in der Blutanalyse, daher sollte die Blutprobe entsprechend aufbereitet werden vor der Analyse.

weitere Blutwerte….

Elektrolyte? Organwerte, wie Leber oder Niere? Muskelprofil? Stoffwechselstörungen im Blut diagnostizieren? Im Blut können noch unendlich viele weitere Werte bestimmt werden, du willst mehr zu diesem Thema hören, dann weiteres in dieser Podcastfolge und im Onlinekurs Pferdegesundheit sowie dem Webinar “Blutbild beim Pferd – immer sinnvoll?”

ganzes Kapitel zum Thema Blut inkl. Blutbild

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360 Grad Pferd:
Hier geht es zu einem Interview mit einer Tierärztin über das Blutbild vom Pferd – zum weiterlesen.

Episode #47 Kolik beim Pferd

Kolik ist eine häufige Erkrankung bei Pferde und kann tödlich enden, daher ist es wichtig Kolikanzeichen bei deinem Pferd zu erkennen. In dieser Episode lernst du was eine Kolik ist, welche Auslöser es gibt und wie du sie mit ein paar Tipps am Besten vorbeugen kannst.

Wichtig für jeden Pferdebesitzer

Kolik = Bauchschmerzen

Kolik ist ein Symptom und keine Krankheit, die Ursachen sind sehr vielfältig und können auch außerhalb des Magen-Darm-Trakts liegen. Kolik ist ein sehr weit gefasster Oberbegriff und keine Diagnose, sondern ein Symptom.

Symptom: Kolik
Diagnose: Colonobstipation (Dickdarmverstopfung)

Symptom Kolik

  • Unruhe: wälzen, scharren,
  • flehmen, Nüstern hochziehen
  • schwitzen,
  • erhöhter Puls,
  • Futterverweigerung
  • zum Bauch umsehen,
  • apathisch z.B bei Verstopfungen
  • schmeißen sich, extrem heftige Abwehr z.B. bei Strangulation

Ursachen für Kolik

Pferde weisen besondere anatomische Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes auf, die sich ungünstig auswirken – zum Beispiel können Pferde aufgrund der starken Ringmuskulatur des Magens nicht erbrechen, der Dünndarm ist im Bauchraum durch eine sehr lange Aufhängevorrichtung befestigt, sodass er sich viel bewegen kann, aber leider auch verdrehen und eingeklemmt werden.
Daneben treten noch Faktoren wie Fütterung, Haltung und das Wetter auf.

  • Fütterungsfehler: schimmeliges Heu
  • Darmparasiten
  • Sandaufnahme
  • Wetterumschwung
  • Haltungsfehler
  • (auch der Magen-DArm-Trakt profitiert von regelmäßiger Bewegung)

Die Auflistung ist natürlich nur ein Einblick in die Kolikursachen beim Pferd und nicht vollständig.

Vorsicht im Winter!

Halte dein Pferd gesund!

Hier treten häufig Verstopfungen beim Pferd auf – weniger Bewegung durch fehlende Wiese, gefrorener Boden, mehr Zeit um Stroh aufzunehmen, Pferde mögen kein kaltes Wasser und die Reiter verkürzen in der Regel die Reitzeit (kalt, nass, dunkel). Du willst hören wie du dieser Kolik vorbeugen kannst? Dann höre in die Episode rein!

Du möchtest noch mehr darüber lernen wie du deinem Pferd helfen kannst? Schau in mein Webinar rein – trag das Wissen in die Reitställe und häufe mehr davon an, damit dein Pferd nachhaltig gesund bleibt und deine Tierarztrechnung vielleicht klein 🙂

Trage dich auch gerne zu meinem Newsletter ein, um jeden Monat einmal Input zu bekommen, was du für die Gesundheit deines Pferdes tun kannst!

ab Herbst 2019!

Episode #46 Verletzungen beim Pferd

Verletzung-pferd-wundversorgung-erste-hilfe-pferd-tierarzt-pferd-pferdekrankheiten

Diese Episode beschäftigt sich mit den Verletzungen beim Pferd, unterteilen werden wir sie in:

  • Fleischwunden
  • Verletzungen in Gelenknähe
  • Verletzungen mit starken Blutungen
Hautverletzung

Fleischwunden:
– meist ungefährlich, aber erschreckend
– Weichteil (Haut, Muskulatur) geschädigt
– Wundreinigung, Wunddesinfektion, Wundpflege

Schürfverletzung

Verletzungen in Gelenknähe
– Eröffnung eines Gelenks ist immer ein Notfall!
– gelbes, klares, fadenziehendes Sekret läuft ab (Gelenkschmiere)
– Tierarzt anrufen, Wunde unberührt lassen, Einweisung in die Klinik

Strecksehnenverletzung

Verletzung mit starken Blutungen
– Verlust von über 10 Litern (Putzeimer voll) gefährlich
– Druckverband anlegen (Erste Hilfe leisten)
– dann erst Tierarzt anrufen und Hilfe holen

Trittverletzung am Kopf

Du willst mehr zur Erste Hilfe am Pferd lernen – dann schau dir doch mein Webinar dazu an.

Hier erhältst du den Zugang zum Webinar “Erste Hilfe am Pferd”, dabei ist die Anmeldung zum Newsletter die Eintrittskarte zum Webinar.

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Inhaltsverzeichnis

Episode #45 Stoffwechselstörung beim Pferd

müde? stumpfes Fell? Kotwasser?

Zu unserem heutigen Thema: Stoffwechselstörungen und Stoffwechselerkrankungen beim Pferd

In der Praxis ein viel verwendeter Begriff, aber was ist das überhaupt und was beinhaltet er?
Diese Episode klärt:
1. Was ist der Stoffwechsel
2. Stoffwechselstörungen und Stoffwechselerkrankungen beim Pferd
3. Was kannst du für dein Pferd tun bei Stoffwechselbelastungen?

  1. Der Stoffwechsel:

Der Stoffwechsel ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge in einem Pferd – grob alle biochemischen Vorgänge in einer Körperzelle. Dazu zählt der Aufbau, Umbau und Abbau von Stoffe, die dem Körper zugeführt werden über die Haut, die Atmung oder den Darm. Die Abfallprodukte werden ausgeschieden über Darm und Niere, in Form von Kot und Urin.
Zu den Stoffwechselprozessen gehört der Kohlehydrat-, Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel.

2. Stoffwechselstörung und Stoffwechselerkrankung:

Bei Störungen im Zell- oder Organstoffwechsel kann es in Folge zu Schäden der Zelle oder des Organs kommen, je nachdem welche Aufgabe das Organ oder die Zelle hatte und wie groß der Schaden ist, zeigen sich den die Auswirkungen. Stoffwechselerkrankungen beim Pferd sind
– EMS und PSSM – hier entgleist der Kohlehydratstoffwechsel
– Hyperlipidämie – hier ist der Fettstoffwechsel betroffen
– Verkalkungen in der Sehne – betrifft den Kalziumstoffwechsel

3. Stoffwechsel unterstützen:

Bei manifesten Stoffwechselerkrankungen ist immer der Tierarzt zu kontaktieren!
Der Stoffwechsel kann nur mit dem Arbeiten, was ihm angeboten wird – verschiedene Zitate dazu: Shit in, Shit out! Du bist, was du isst! …
Den Stoffwechsel unterstützen und ankurbeln kannst du mit artgerechter Haltung, Fütterung, angepassten Training und Bewegung, frische Luft und pferdegerechtem Umgang – die Ursache am Schopfe packen, statt viele, teure Pülverchen, die den Körper teils mehr belasten-ist hier mein Rat.

Beispiel: Fellwechsel im Winter
Hier hat der Stoffwechsel deutlich mehr zu tun!
1. Training anpassen:
bei Sportpferden bedeutet das, das Training wird reduziert
2. Fütterung anpassen:
Sommerration mit Weide auf Winterration mit mehr Zink

Danke an alle Hörer des Podcast “Kernkompetenz Pferd” für das Jahr 2018!

Ich wünsche mir eine differenzierte Betrachtung dieses sehr komplexen Themas und die eindeutige Abgrenzung von Störung und Erkrankung – um unserem Partner Pferd zu helfen.
Eure Veronika – guten Rutsch ins neue Jahr 2019

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

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Wir fördern Fortbildung!

Episode #44 Sportpferde – Fütterung

Geländereiten-vielseitigkeit-pferdegesundheit

Sportpferde – Fütterung

Heute geht es um die bedarfsgerechte Fütterung von Sportpferden.
Auch durch die Fütterung noch so großer Mengen an Energie-, Nähr- oder Wirkstoffen sind – mit einem schlecht veranlagten und schlecht trainierten Pferd – keine Höchstleistungen zu erreichen. 
Andererseits beeinträchtigen Fütterungsfehler die Leistungsfähigkeit, sodass sogar gut veranlagte Pferde ihr Leistungsvermögen nicht ausspielen können.
Die Leistungsfähigkeit von Sportpferden wird aber neben der Nährstoffversorgung vor allem von der Funktionsfähigkeit der Organe bestimmt.
Besonders wichtig sind dabei die Atmungsorgane, der Blutkreislauf, die Verdauungsorgane sowie der aktive und passive Bewegungs-Apparat

Höre in die Episode rein und bilde dich für deinen Partner Pferd fort – wer lernt, gewinnt gesunde und glückliche Pferde – viel Spaß!🐴🎓🎤#Pferdewissen #Pferdefütterung #Sportpferd

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Du willst zusätzlich zur optimalen Fütterung deines Sportpferde auch das Training optimieren? Dann schau doch bei unserem Partner weheres vorbei!

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Episode #43 Magengeschwüre

Magengeschwür-pferd-vorbeugen-pferdekrankheit

Heute wollen wir über ein häufig auftretendes Problem “Magengeschwüre” etwas genauer sprechen. Fast jeder hat schon mal davon gehört, viele waren schon mal davon betroffen – andere wiederum hatten noch keine Berührungspunkte, daher fangen wir vorne an. Wenn du schon viel über Magengeschwüre weißt, ist das meiste wahrscheinlich schon bekannt, aber vielleicht findest auch du hier und da noch ein oder zwei Punkte, die dir weiterhelfen – viel Spaß.

Symptomen:
Rittigkeitsprobleme, Apathie, Gewichtsverlust, gähnen, Zähne knirschen … insgesamt leider sehr unspezifisch.

Pferdemagen
Quelle: Veterinär-Pathologie Leipzig

Ursachen:
1. Stress
2. Fütterungsfehler
3. Haltungsfehler
4. Medikamente
5. Training

In einer Studie wurden untrainierte Pferde von der Wiese geholt, aufgestallt, antrainiert und mit mehr als 6kg Kraftfutter am Tag gefüttert, nach 14 Tagen hatten alle Pferde Magengeschwüre –
das gibt einem schon zu denken!

Wusstest du, dass Musik in der Stallgasse Einfluss auf die Entstehung von Magenschwüren haben kann?
Eine Studie zeigt:
Pferde hören lieber das gesprochene Wort der Menschen statt Radio! 

Pferdemagen mit Ulzera
Quelle: Veterinär-Pathologie Leipzig

Diagnose: Gastroskopie

Therapie und Prophylaxe: 
Artgerechte Fütterung und Haltung sind das AO!
Medikament zur Behandlung: Omeprazol

Du willst mehr erfahren? Dann hör in die Episode rein, wer noch mehr wissen möchte und Fragen hat ->
Im Februar gebe ich zu diesem Thema einen ausführlichen Vortrag, du möchtest live dabei sein? Dann melde dich an! Ich freue mich auf dich und kann dir vor Ort alle deine Fragen beantworten. Hier geht es zur ANMELDUNG.

Episode #42 Stuten und Fohlenfütterung Teil 2

Fohlen

Fütterung von tragenden Stuten, Saugfohlen und Absetzern 

Frühträchtigkeit
Unser erstes Rationsbeispiel ist für eine trächtige Stute im 8. GM / im 8. Trächtigkeitsmonat, den in der Niedertracht im 1. – 7. Trächtigkeitsmonat muss die Stute, wie in der letzten Episode begründet, moderat im Erhaltungsbedarf, jedoch bei vollwertigerMineralergänzung gefüttert werden.

Spättrachtigkeit
Erst ab dem 8.Trächtigkeitsmonat (Rationsbeispiel 8. GM)  steigt der Bedarf an. Dann im letzten Trächtigkeitsmonat (Rationsbeispiel 11. GM) sollte bereits auch schondasselbe Zuchtfutter gefüttert werden, dass nach der Geburt eingesetzt werden soll. Die Höchstleistung aber erreicht die Zuchtstute erst zum Ende des 1. Laktationsmonats. Hierzu (Rationsbeispiel   2. LM). 

Saugfohlen
Der 2. Teil dieser Episode bespricht die Fohlenfütterung. Zuerst die Bedeutung der Biestmilch und die Entwicklung bis zum 3. Lebensmonat. Ab dem 3. Lebensmonat reicht dann die Muttermilch alleine nicht mehr aus, eine gezielte Zufütterung sollte begonnen werden (s. Beispielsrationen Fohlen 3. – 6. Monat).

Absetzer
Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit der Aufzucht von Absetzern und den großen Unterschieden in der Aufzuchtintensität (Beispielsrationen für Absetzer).

Episode #41 Sehnenschaden

Tierarzt-pferd-pferdekrankheit

Episode #41 Sehnenschaden

Sehnenschaden, eine Schreckensdiagnose:

 Das bedeutet nämlich eine ganz lange Pause für das Pferd, schlechte Heilung und eine hohe Rückfallrate – aber warum ist das so und was kannst du dafür tun, dass die Heilung gut verläuft und dein Pferd danach wieder einsatzfähig ist?

Sehnen verbinden
Muskel mit Knochen

Sehnen sind die Verbindung zwischen Muskulatur und Knochen. Sehnen dienen also der Bewegung, da sie die Kraft der Muskeln auf die Gelenke und Knochen übertragen. Ganz im Gegenteil zu Bändern, diese verhindern übermäßige Bewegung und verbinden Knochen mit Knochen. Die für uns relevanten Sehnen laufen am Pferdebein entlang, an der Vorderseite verläuft die Strecksehne und auf der Hinterseite der Gliedmaßen die Beugesehnen. Zu den Sehnen gehören die oberflächliche Beugesehne (OBS), die tiefe Beugesehne (TBS) und der Fesselträger (FST). Der Fesselträger hat eine besondere Struktur, da er noch viele Muskelfasern enthält im Gegensatz zu der OBS und der TBS. Je nach Aufgabe der Pferde, werden die jeweiligen Strukturen unterschiedlich stark belastet- das Springpferd mehr die TBS, das Galopprennpferd mehr de OBS.

Diagnostik Ultraschall

Die Sehnen sind aus straffen Bindegewebe, das sich aus elastischen Fasern zusammensetzt, bei einer Zugbelastung kann sich die Sehne um 4% verlängern. Einzelne Sehnenfasern bilden Sehnenbündel und werden von einer Sehnenscheide ummantelt. Die Blutversorgung ist sehr schlecht, darin liegt auch die Begründung, dass die Heilung so schlecht verläuft. Reparaturstoffe könne nur bedingt hintransportiert werden und Abfallprodukte werden nur verzögert abtransportiert. Sehnenerkrankungen sind eine sehr häufige Lahmheitsursache – du willst mehr erfahren, dann höre doch in diese Episode rein 🙂

Zum Weiterlesen: “Der Spanier hat Sehne” www.pfridolinpferd.com und Tipps zum Wiederaufbau nach einem Sehnenschaden gibt’s bei der Pferdeflüsterei und bei Listen to your Horse.

Zum Schluss noch etwas Werbung in eigener Sache, ich habe ein

Webinar “Erste Hilfe am Pferd, was tun, bis der Tierarzt kommt?” gegeben und aufgrund der Anfragen hab ich mich hingesetzt und es nochmal aufgezeichnet, sodass du diese Aufzeichnung nun erwerben kannst 🙂
Ziel des Webinars ist dir einen Einblick in den Theorieteil des Praxisseminars zugeben, damit du zu Hause schon einige Punkte sofort umsetzen kannst.

Deine Veronika

Mein erstes Webinar – “Erste Hilfe am Pferd – was tun, bis der Tierarzt kommt?”

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Episode #40 Gewichtsverlust

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Episode #40 Gewichtsverlust
Abmagerung beim Pferd

Abmagerung ist ein häufiges Problem und die Ursachen sind sehr vielfältig, daher ist ein systematisches Vorgehen bei der Ursachenfindung wichtig! Das Pferd kann gesund sein und es liegt ein Managementproblem vor oder wir haben ein krankes Pferd und der Tierarzt muss hinzugezogen werden.
Diese Punkte solltes du überprüfen:

  1. Futter
  2. Futteraufnahme
  3. Futterverwertung
  4. Energieverbrauch
  5. Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Traktes

Jeder dieser einzelnen Punkte ist genau zu betrachten.

  1. Das Futter: Qualität, Menge, Rationszusammenstellung, Fütterungsmanagement
  2. Futteraufnahme: vermindert durch mangelnden Appetit, Zahnerkrankungen, Schluckbeschwerden
  3. Futterverwertung: Magengeschwüre, Darmentzündung, Parasiten, Tumore, Lebererkrankungen
  4. Energiebedarf: erhöht durch Trächtigkeit, Laktation, Stress, chronische Schmerzen, hartes Training, Wetterbedingungen wie Kälte
  5. andere Erkrankungen: Lahmheiten, Nieren-, Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen

Schau dir die Checkliste an und drucke sie dir aus, dann kannst du bei deinem Pferd alle Punkte systematisch durcharbeiten.

Checkliste Abmagerung

Nach der Episode hast du einigen Input, um der Ursache auf den Grund zu gehen – viel Spaß beim Hören.

Deine Veronika

Episode #39 Fohlenfütterung

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Episode #39 Fohlenfütterung

Fohlenfütterung jetzt im Herbst!? Bei Fohlenfütterung denken wir ans Frühjahr, wenn die meisten Fohlen mit dem Weideauftrieb geboren werden.

Frühe, im Winter geborene Fohle bedauere ich, auch wenn sie vielleicht einen Entwicklungsvorsprung zu den Fohlenschauen mitnehmen. Licht, Luft und Bewegung im Frühjahr auf der Weide ist durch nichts zu ersetzten.

Dennoch halte ich es für wichtig, bereits jetzt über Fohlenfütterung nachzudenken, denn der Einfluss der Fütterung auf eine gesunde Fohlenentwicklung beginnt schon jetzt, in der frühen Trächtigkeit der Mutterstute. Also „Dinner for two“!

Das Foto zeigt die Gewichtsentwicklung des Fötus in Mutterleib. In der Niedertracht 1. bis 7. Trächtigkeitsmonat ist eine Gewichtsentwicklung bis nur 10% des Geburtsgewichtes dargestellt. Im 8. bis 11. Trächtigkeitsmonat explodiert das Gewicht. In der Niedertracht ist einen Fötus im 4. Trächtigkeitsmonat abgebildet. Obwohl der Fötus unter 3-4% des erwarteten Geburtsgewichtes wiegt, also ca. 1 – 2 kg bei einem Geburtsgewicht von 50 kg, sieht man, dass der Fötus bereits vollständig ausdifferenziert ist. In diesen 3 bis 4 Monaten haben sich aus nur einer befruchteten Eizelle alle Gewebe aus unterschiedlichsten Zellen (Haut, Knochen, Gelenke, Muskeln usw.) klein aber vollständig entwickelt.

Episode #38 Paddock Trail

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Episode #38 Paddock Trail

Hallo ihr Lieben, heute schauen wir uns die Haltungsform „Paddock Trail“ an – mir begegnen noch zu oft Fragezeichen in den Gesichtern, wenn ich erzähle mein Pferd steht im Trail, das hat mich zu dieser Folge inspiriert. Am Ende dieser Episode kennst du die Vorteile dieser artgerechten Haltungsform, den Aufbau der Stallanlage und auch die Schwierigkeiten, die bei der Umgestalltung von konventioneller Boxenhaltung zu einer Offenstallhaltung mit sich bringen.

Ich denke jeder informierte Pferdehalter möchte sein Pferd auf eine artgerechte Haltungsform umstellen, da die erkannten Nachteile der bisherigen Boxenhaltung immer schwieriger hinzunehmen sind. Heute fehlt es allerdings noch oft an Alternativen, weil Pferdehaltungen aufgebaut in Anlehnung an die Ethologie der Pferde (also Lauftier, Dauerfresser, Herdentier und Frischluftfanatiker) erst noch flächendeckend umgesetzt werden müssen und die vorhandenen Gruppenhaltungen oft falsch umgesetzt oder selten mit Reitmöglichkeiten sprich einer Reithalle kombiniert sind. Mir ging es da genauso – bei meinen Schwiegereltern zu Hause leben die Zuchstuten das ganze Jahr draußen, die Fohlen laufen schon nach wenigen Stunden mit auf der Wiese und leben auch das ganze Jahr draußen bis sie 3 Jahre alt sind – ja und dann?? Dann beginnen die Probleme.

Die Boxenhaltung ist immer eine Haltungsform, welche die Bedürfnisse des Pferdes hinsichtlich der art- und verhaltensgerechte Unterbringung, Pflege, Bewegung und Ernährung massiv einschränkt – jedoch die häufigste Haltungsform darstellt. Bei uns im Umkreis definitiv die gängige Haltungsform.
Der Pferdebesitzer kommt lediglich einmal am Tag und bewegt das Pferd circa eine Stunde unter dem Sattel, dabei legen die Pferde 1 bis 2,4 km zurück. Das kann jeder gerne einmal mit einem GPS Messgerät oder dem Handy messen, in der Halle etwas schwieriger wegen dem GPS Signal, aber auf dem Platz garkein Problem. Daneben stehen den Pferden meist temporär Weideflächen zur Verfügung und bieten weitere 2 bis 4 Stunden Auslauf. Häufig stehen die Tiere einzeln auf der Wiese, aufgrund der Sorge vor Verletzungen, sodass kein Sozialkontakt möglich ist. Diese Flächen werden jedoch lediglich im Sommer genutzt, da im Frühjahr die Wiese zur Heuherstellung verwendet werden und im Herbst / Winter die Pferdehufe die Grasnarbe zerstören würden. Falls Winterausläufe vorhanden sind, verwandeln sich diese schnell in knöcheltiefe Matschlöcher auf denen der Kot untergetreten wird und kein Futterangebot mehr besteht. Die Pferde stehen bewegungslos und mit leeren Magen auf den Matschflächen. Vielleicht ist noch eine Führanlage in Gebrauch und die Tiere bekommen so eine weitere Stunde Bewegung. Insgesamt bleiben jedoch dann immer noch Stehzeiten von 18 Stunden am Tag übrig! Führe doch selber mal ein Bewegungstagebuch für dein Pferd und schreibe neben den bewegten Stunden auch immer die Boxenzeiten im Vergleich daneben, besonders jetzt im Winter eine traurige Bilanz. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen und bin vor und nach der Arbeit in den Stall sowie in der Mittagspause, um meinem Pferd soviel Auslauf wie möglich zu gewährleisten – was ein Zeitaufwand und irgendwie in der Zeitbilanz ein Tropfen auf dem heißen Stein.Weitere Probleme die sich aus der Boxenhaltung ergeben sind neben dem Bewegungsmangel (Lauftier), fehlender Sozialkontakt (Herdentier), Fütterungsprobleme durch lange Fresspausen (Dauerfresser), hoher Ammoniakgehalt in der Stallluft (hoher Bedarf an Frischluft) und ein hoher Arbeits- und Kostenaufwand durch das Einstreuen mit Stroh (kaufen, lagern, einstreuen, misten, lagern, entsorgen). Daraus entwickeln sich viele Erkrankungen, dazu zählen Verhaltensstörungen (koppen und weben), Atemwegserkrankungen (COB gibt es in Australien nicht, wo die Pferde draußen stehen), Lahmheiten, Koliken haben häufig ihre Ursache in den langen Stehzeiten

Die Alternative stellt die ganzjährige Offenstallhaltung dar. Da gibt es einmal die Wiese mit Unterstand, hier stehen die Pferde aber ebenfalls viel herum und bewegen sich erschreckenderweise kaum wesentlich mehr, da sie als Dauerfresser an ihren Fressplatz gebunden sind. Die Böden sind in der Regel nicht befestigt, sodass spätestens im Winter die Pferde durch die Matsche waten müssen und Pferde mögen keine Matsche. Durch fehlende Abwechslung entsteht Langeweile und die rangniederen Pferde werden durch die Ranghöheren gestresst, sodass die Verletzungsgefahr steigt. insgesamt gleichen die Flächen entweder abgewirtschaftete Steppen im Spätsommer oder einer Schlammwüste im Winter. Im Frühjahr und im Herbst  sind die Wiesen dann zu nährstoffreich und zuckerhaltig für das Steppentier Pferd und führen oft zu Übergewicht, Hufrehe und Stoffwechselerkrankungen (z.B. EMS). Durch fehlende Trainingsmöglichkeiten an Offenställen kann dem Übergewicht und dem Bewegungsmangel nicht entgegen gewirkt werden und so stellt sich die Frage welche Haltungsform nun die bessere ist?

Klar das sind Extreme um das Problem etwas zu verdeutlichen, also nehmt mir diese Formulierung nicht zu übel.

Weitere Offenstallvariante sind dann der Aktivstall und der Paddocktrail, wir schauen uns heute den Trail genauer an.

Paddock Trail auf Gut Scheidt

Unser Motto ist es aber statt über die vorhandenen Gegebenheiten zu jammern, etwas an der Situation für unsere Pferde zu verbessern und naturnahe, artgerechte Pferdehaltungen umzusetzen. Erster Plan von meinem Mann und mir: einen Hof zu kaufen und diesen umzubauen, aber nach 6 Monaten Behördengängen, Frust und jede Menge Geld, das wir verbrannt haben-positiv betrachtet Lehrgeld bezahlt haben. Haben wir aufgegeben Aber wie es manchmal so ist, schließt sich eine Tür, geht eine andere auf. Ein familiengeführter Stall in unserer Gegend wollte umbauen und hat mich nach Rat gefragt – Schublade wieder auf! Die Boxen sollten abgebaut werden und ein Offenstall sollte her – aber was gibt es, was macht Sinn und ist bezahlbar. Wir haben uns für den Paddocktrail entschieden.

Was ist jetzt das besondere am Trail?

Das Paddock-Trail Konzept oder auch Wanderwege für ein gesundes Pferdeleben genannt.

Das Paddock Trail Konzept von Jaime Jackson, der Hufschmied war, wird als fortschrittlichste Haltungsform unserer Zeit angesehen. Jaime Jackson studierte 20 Jahre wildlebende Hauspferde und erkannte, dass diese jeden Tag auf genau den selben Wegen wandern, die verschiedene Ressourcen verbinden. Diese Wege werden durch das Paddock Trail Konzept nachgeahmt.

Die Pferde leben dabei auf einem befestigten Paddock in Form eines langen Rundweges um eine Weidefläche, der verschiedene Stationen wie Liegeflächen, Fressstellen, Lecksteine, Wasser und interessante Plätze verbindet. Heu wird aus Heuraufen gefüttert, die auf dem Trail großräumig und in höherer Anzahl als Pferde, verteilt sind. Dadurch wandern die Pferde von Heustation zu Heustation. Wasser und alle weiteren Stationen, sind möglichst weit voneinander entfernt. Dabei wechselt die Bodenbeschaffenheit im Verlauf mehrfach zwischen Sand, Gesteinsbrocken, Kies und Schotter, zudem erhöht sich die Reizvielfalt durch Steigungen, Holzstämme und eine Wasserfurt. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, wer sich Inspirationen holen möchte, braucht nur das Internet fragen, es ist unglaublich was die Leute für ihre Pferde gebaut und gebastelt haben! Diese speziell angelegten Laufwege bieten eine vielfältige Bewegungsmöglichkeit mit einer kontinuierlichen Futteraufnahme.

Aus dieser Haltungsform ergeben sich folgende Vorteile:

Das Bewegungsverhalten –  in der Natur geht das Pferd 16 Stunden täglich in langsamen Schritt mit gleichzeitiger Futteraufnahme

Die ständige Bewegung durch die räumliche Verteilung der Funktionsbereiche führen zu einer zurückgelegten Wegstrecke am Tag von 5 bis teilweise 20 km, obwohl der eigentliche Rundweg nur zwischen 500 und 800 m beträgt = das starke Anreizsystem führt zu konstanter und natürlicher Bewegung. Dies konnte durch GPS Messungen in verschiedenen Trails nachgewiesen werden. Ich setze euch in den Blogpost ein Bild von einer unserer GPS Messungen. Dauerhafte Bewegung bedeutet für das Lauftier Pferd körperliche und emotionale Gesundheit. Unabhängig von der Witterung ist eine Bewegung in allen drei Grundgangarten möglich und die unterschiedlichen Arten der Bodenbeschaffenheit trainieren den Bewegungsapparat optimal = Trainingsmehrwert durch Stimulus von Huf und Beinen sowie Achtsamkeit und Trittsicherheit, die Verletzungsgefahr sinkt also auf Dauer. Die Gelenke sind geschmeidig, die Muskultur durchblutet, die Sehnen stark und an wechselnde Belastung gewöhnt. Ein schlechter Boden auf einem Turnier wird diesen Pferden in der Regel nicht zum Verhängnis. Übrigens sind die Aufwärmzeiten vor dem Reiten verkürzt wenn mal Zeitmangel besteht, ist das dann nicht ganz so schlimm im Vergleich zu einem Boxenpferd. Natürlich gibt es hier und da eine Hautverletzung oder eine Schramme, sieht zwar nicht so dolle aus, aber ist mir tausendmal lieber als eine Sehnenentzündung, einer Hufgelenksentzündung, Hufrollensyndrom oder einem Arthroseschub, die halten einen länger vom Reiten oder Turnier gehen ab.

GPS Messung  

Sozialverhalten – Pferde sind in Gruppen lebende Tiere mit ausgeprägten Erkundungsverhalten

Gruppenhaltung ist völlig harmonisch, wenn alle Ressourcen wie Heu, Wasser und Bewegungsfreiraum der Natur des Pferdes entsprechend verteilt sind und die Herde mit sorgfalt zusammengestellt wird. Beim Paddock Trail stehen den Pferden mehr Heustationen zur Verfügung, als Pferde in der Gruppe leben. Die Stationen sind weit voneinander entfernt auf dem Trail. Jedes Pferd kann so unabhängig von seinem Rang absolut entspannt und in aller Ruhe fressen. Durch die, auf dem Rundweg verteilten Stationen, können sich alle Pferde auf Wunsch aus dem Weg gehen und ihren Freiraum genießen. Zudem wird durch die Reizvielfalt das Erkundungsverhalten befriedigt und es werden Verhaltensstörungen vermieden. Bei der Eingliederung von neuen Pferden ist es unruhig in der Gruppe keine Frage und die Nerven sind strapaziert von allen Beteiligten, aus diesem Grund empfehle ich nur in den Sommermonaten zu integrieren, wenn die Wiese offen ist und die Pferde deutlich mehr Platz haben sich aus dem Weg zu gehen. Zum anderen ist es schön für die Herde, wenn von September bis April kein Wechsel stattfindet – unser Herde und unsere Nerven genießen die Zeit sehr! Wir hatten auch Pferde, die wir leider nicht integriert bekommen haben, besonders wenn die Pferde alt und krank oder sehr hengstig waren-hier wurde die Integration zum Schutz für alle Beteiligten gestoppt. Das ist sehr traurig, aber sollte vorher im Einstallervertrag klar verankert sein, dass eine Integration nicht gewährleistet werden kann.

Ruheverhalten – mehrere Ruhephasen am Tag mit Sicherheits- und Komfortbedürfnis

Da sich alle Stationen nur auf dem Trail befinden, wird der Liegebereich nur zum Liegen interessant und sehr ruhig. Zudem wird der meiste Kot im Bereich der Heustationen abgesetzt, sodass die Ammoniakbelastung stark gesenkt wird im Vergleich zur Boxenhaltung mit Stroh, Atemwegserkrankungen werden also vermieden. Wir haben Pferde im Trail, die noch nie in der Box gelegen haben und nun plötzlich ständig flach auf der Seite liegen und schnarchen tagsüber und der Kumpel nebenan steht und wache hält. Ich weiß noch im ersten Sommer war das Gras sehr hoch und beim überblicken der Wiese fehlten Pferde, es brach Panik aus und alle liefen wild herum und schauten wo die Pferde ausgebrochen sein könnten, aber der Zaun war unbeschädigt und die Toren zu, schlußendlich fanden wir die fehlenden Pferde flach liegend in der hohen Wiese, das Gelächter und die Erleichterung waren groß.

Futteraufnahme – kontinuierliche, bodennahe Aufnahme von strukturierten, kargen Futter

Die Heufütterung erfolgt ad libitum aus engmaschigen Heutnetzen, sodass lange Fresspausen nicht entstehen. Der Verdauungstrakt ist auf eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme angewiesen, da das Futter im Darm durch Darmbakterien aufgeschlossen wird. Diese fangen jedoch bei Fresspausen über 4 Stunden an abzusterben, die Pferde leiden folglich unter Magengeschwüren, Kotwasser und Koliken.


Bei Sportpferden, tragenden Stuten oder alten Pferden ist eine Zufütterung von Kraftfutter manchmal nötig, um ihren Energiebedarf zu decken, die Pferde werden per Hand bei uns außerhalb des Trails gefüttert. Das ist sicherlich etwas aufwändig und es gibt andere Lösungen wie Futterautomaten oder Fressständer, aber die sind dann natürlich mit höheren Investitionskosten verbunden. Durch die Bepflanzung am Rand des Rundweges mit Büschen und Bäumen haben die Pferde zusätzlich ein abwechslungsreiches Gehölzfutter.
Die Weidefläche kann temporär (wetterabhängig) und ganz individuell (Ernährungszustand, Hufrehe) genutzt werden, dadurch wird die Aufnahme von frischen Gras eingeschränkt und die Weideflächen geschont oder kann für die Heugewinnung genutzt werden. Zudem wird der hohe Licht- und Frischluftbedarf gedeckt.

Die Pferde sollen jedoch nicht auf regelmäßiges Training verzichten, da auch diese Haltung das Bewegungserfordernis nicht komplett kompensiert und durch die ad libitum Heufütterung eine hohe Energiezufuhr entsteht. Insbesondere leichtfuttrige Pferde müssen zusätzlich bewegt werden, damit sie ihr Idealgewicht halten können. Sportpferden hingegen müssen so trainiert werden, dass sie die gestellten Aufgaben auf den Turnieren (Springen, Dressur, Vielseitigkeit) lösen können.

Kurz zu unserem Trail im speziellen – es ist ein reiner Wallachtrail, also eine Männer WG, uns wurde als Offenstall-Neulinge erstmal mit den Wallachen anzufangen, da sie ruhiger sind in der Gruppe. Wir haben Rentner, die nicht mehr geritten werden, Jungpferde, die noch nicht oder gerade angeritten werden, Freizeitspferde und Turnierpferde zusammen stehen. Bei den Turnierpferden haben wir ein M-Dressurpferd, 2-LDressurpferde, ein M-Springer und zwei die auch Vielseitigkeit gehen. Es war schon ein mumliges Gefühl als der Stalltrakt entkernt wurde, also alle Boxen raus, damit dort die Liegehalle entstehen konnte – danach gab es kein zurück mehr, waren ja keine Boxen mehr da. Die ersten Nächte haben wir wirklich schlecht bis garnicht geschlafen und letztes Jahr war es ja Wetter technisch eine Katastrophe regen, regen und nochmal regen und der super Sturm – die Pferde fanden es garnicht so schlimm, aber für uns war es schwer zu akzeptieren. Von allen Seiten haben wir Gegenwind bekommen, das könnt ihr doch nicht machen, Turnierpferde kann man nicht in den Offenstall stellen, das ist viel zu gefährlich und so weiter und dann sind uns die Herrschaften auch noch einmal abgehauen, seitdem sind alle Toren doppelt gesichert – es ist nichts passiert, aber das Gerede könnt ihr euch ja vorstellen! Das Jahr der Umstellung war aufregend und manchmal wirklich nervenaufreibend bis einen in den Wahnsinn-treibend, aber schlussendlich würden wir es immer wieder machen und die Stallbetreiber planen nun die restlichen Boxen auch abzuschaffen und noch einen Stutentrail zu bauen. = Insgesamt konnten wir beobachten das die Lebensqualität der Pferde steigt und unsere Pferde wieder in die Box zu stellen ist undenkbar für uns! Die Alten sind mobiler geworden, die nervösen ruhiger und die klemmigen gehen mit mehr Freude beim reiten – eine absolute win-win Situation, wie sagte eine Einstellerin so schön „hätte mir das vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass mein Pferd so umgänglich wird im Trail hätte ich mir und meinem Pferd viel Schweiß, Tränen und Kummer erspart!

Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich und ich hoffe sehr, dass noch mehr Reitställe umdenken und dann umbauen-es geht auch in Pensionsställen mit Einstellern. Und damit wünsche ich euch Mut zu neuen Wegen – wer sich wagt, gewinnt glückliche Pferde.

Liebe Grüße eure Veronika

Mehr Informationen zur Herdenzusammenstellung und alten Pferden im Offenstall findet ihr bei:

www.team-shettysport.com

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Episode #37 Rationsbeurteilung

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Episode #37 Rationsbeurteilung

Bedarfsermittlung – Rationsberechnung – Rationsbeurteilung

In der Episode 33 haben wir uns mit der Bedarfsermittlung, also dem Nährstoffbedarf von Pferden beschäftigt und den Bedarf des Pferdes „Musterknabe“ als Beispiel ermittelt.

Diesem Tagesbedarf haben wir in Episode 35 einer Futterration gegenübergestellt. Mit Hilfe des Rationsberechnungsformulars konnten wir so den Nährstoffbedarf und das Nährstoffangebot abwägen. Das Ergebnis dieser Rationsberechnung ist die Grundlage für unsere Rationsbeurteilung in dieser Episode.

Mit der Rationsbeurteilung wollen wir ermitteln, welchen Einfluss – Abweichungen vom Bedarf – also Mangel oder Überschuss – auf Gesundheit und Leistung haben. Und auch die Bedeutung der wichtigen Verhältnisse wollen wir besprechen. Damit können wir frühzeitig Mängel in den Futterrationen erkennen und haben die Chance ernährungsbedingte Störungen zu vermeiden. Denn häufig führen Fehler bei der Fütterung, die die Anpassungsfähigkeit des Pferdes überschreiten, zu Erkrankungen.
Dazu folgende Fragen zur Rationsbeurteilung:

1. Erfüllt die Ration die arttypischen Ansprüche des Pferdes?

2. Ist das Pferd satt und zufrieden?

3. Ist die Energie- und Eiweißversorgung bedarfsdeckend?

4. Sind Fehler in der Mineralstoffversorgung zu erkennen?

5. Welche Veränderungen im Einsatz der Futtermittel sind sinnvoll?

   

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Episode #36 Reitsafari in Afrika

Afrika Reiten
Afrika 2017
Wir gehen auf Reitsafari

Heute erzähle ich euch mal nichts über Krankheit und Verderben, sondern ich nehme euch mit auf unsere Reitsafari nach Afrika. Es war ein großer Traum von uns und Rückblickend würde ich sagen:

der beste Urlaub, den wir gemacht haben!

Der Text enthält Werbelinks* und/oder werbende Inhalte – hier erfährst du mehr.

Aber fangen wir am Tag der Anreise an – wir sind mit dem Auto nach Frankfurt gefahren, haben dort außerhalb das Auto geparkt und sind mit dem Shuttlebus zum Flughafen. Dann zum Check in und bummeln im dutyfree. Insgesamt sind es 10 Stunden Flug nach Johannesburg. Der Flug ging schnell und war sehr angenehm. Wir sind über Nacht geflogen, haben geschlafen. Vor Ort sind wir von der Lodge abgeholt worden, die haben schon auf uns gewartet, hat wirklich alles super geklappt. Im Auto haben wir dann etwas zum trinken bekommen und dann ging es weiter auf der Straße, ungefähr 3 Stunden in die Gegend Limpopo (malariafrei). Über unbefestigte Straßen ins absolute nirgendwo! Und dann waren wir auch schon da – wir wurde total nett begrüßt und wir kamen aus dem Staunen garnicht mehr raus, so schön war es! Die Lodge heißt übrigens Horizon horseback. Im großen Haupthaus werden die Mahlzeiten alle eingenommen und es stehen immer Kekse und Getränke (nicht-alkoholische und alkoholische) zur Verfügung. Der Pool ist eine Wucht mit dem unglaublichen Ausblick auf die Savanne und dem dahinter liegenden See – dort sollen wir nicht schwimmen gehen, da dort die Hippos baden.

Mehrere kleine Häuser stehen auf der Fläche, sodass insgesamt 12 bis 15 Gäste Platz haben. Über eine kleine Terrasse gelangen wir in unser Schlafzimmer, da steht ein riesiges Himmelbett mit Rosenblüten auf der Decke – irgendwie wie im Märchen. Ich schaue zum Fenster raus und da steht ein Zebra, jetzt sind wir wirklich angekommen in Afrika! Im hinteren Teil des Häuschen ist unser eigenes Badezimmer mit Badewanne und Toilette. Das Wasser kann hier gefahrlos aus dem Wasserhahn getrunken werden, was ja nicht imm der Fall ist in Afrika.

Wir richten uns in Ruhe ein und lesen die Informationsmappe, dann können wir es nicht abwarten und schlüpfen in die Reitsachen – oben im Haupthaus gibt es Kuchen und Kaffee oder besser Torte!! Ein Wahnsinnstorte und verboten lecker! Wir sind übrigens Ende März auf Reisen gegangen also quasi Herbst in Afrika – wir hatten 2 Regenschauer in der ganzen Zeit und sonst angenehme Temperaturen, tagsüber nicht zu heiß und abends nicht zu kalt.

Jetzt lernen wir auch noch die anderen Gäste kennen, eine Truppe an lustigen Damen aus Norwegen, ein Pärchen aus Slowenien und ein Pärchen aus Irland, die zusammen mit seiner Mutter da sind. Die Mama hatte die Reise gewonnen, so ein Glück will ich auch mal haben und hatte dann ihren Sohn und seine Freundin eingeladen sie zu begleiten. Beide sind in unserem Alter und wir verstehen uns auf Anhieb super-alle sprechen englisch und es ist eine total nette und lustige Truppe. Wie sich herausstellt, sind die beiden aus Irland auch Tierärzte, sie für Pferde und er für Kleintiere – lustige Zufälle gibt es.  Die beiden haben wir auch im Verlauf des letzten Jahres immer mal wieder auf internationalen Tierärztekongressen getroffen und sind dann dieses Jahr zusammen nach Kanada geflogen zum Rindertreiben auf Pferd, aber das ist eine andere Geschichte. Zurück nach Afrika – die Lodge hat ungefähr 100 Pferde, die natürlich alle draußen leben. Werden sie zum reiten gebraucht, wird gerufen und dann sieht man die Herde auf die Lodge zu galoppieren, ein unglaublicher Anblick. Die Pferde sind gepflegt und in einem sehr guten Zustand, sie werden für uns geputzt und gesattelt und dann dürfen wir endlichen in den Sattel.

Es wird ein gemütlicher erster Ausritt, immer mit 2 Guides (einer vorne, einer hinten). Die Wege sind aus Sand, wie extra zum galoppieren angelegt. Wir kommen auf eine große weite Fläche und dort steht eine riesen Zebraherde, mit den Pferden kommen wir unglaublich nah dran und können ein paar Fotos machen. Auch sehen wir die ersten Affen und die Nilpferde im See. Die Gruppe ist so aufgeteilt, dass die sicheren Reiter zusammen gehen und wir nehmen eine rasante Galopptour, auf der Strecke gibt es sogar eingebaute Naturhindernisse, die wer möchte nehmen darf. Für uns als Vielseitigkeitsreiter natürlich eine Wucht! Die Pferde sind einfach super!

In der Lodge wieder angekommen, wird schnell geduscht und dann gibt es Abendessen. An der Stelle sei gesagt ich bin echt pingelig mit essen! Ich esse gern gesund und frisch und verabscheue fastfood, dass ist auf solchen Gruppenreisen meist echt schwierig – so nicht hier! Ich komme heute noch ins schwärmen, wenn ich an das Essen dort denke!! Die Einheimischen bereiten jeden Tag das Essen frisch zu mit lokalen Zutaten, ach war das herrlich! Wir essen alle zusammen am großen Tisch und es ist einfach nur gesellig und wunderschön – dann fallen wir hundemüde in unser Himmelbett und lauschen den Tönen der nächtlichen Tierwelt!

Plan für die nächsten Tage morgens reiten, zurückkommen Mittagessen + ausruhen und nachmittags nochmal reiten, das ist ein Tagesablauf nach meinem Geschmack. Ich könnte jetzt wieder über das Frühstück schwärmen, aber lassen wir das ihr habt verstanden: das Essen war toll! Heute reiten wir zum Zeltcamp, einen halben Tagesritt entfernt. Auf dem Weg sind unglaubliche Aussichten und plötzlich stehen 5 Giraffen vor uns, Wahnsinn wie nah man zu Pferd an die Wildtiere rankommt. In der Gegend gibt es übrigens keine Elefanten, Löwen und Nashörner, es ist also völlig ungefährlich. Jede Menge Gnus, die mit uns galoppieren. Mittags angekommen im Camp versorgen wir die Pferde, sie haben einen extra Offenstall neben dem Camp. Jetzt wissen wir auch was das Wort Glamping bedeutet! Die Zelte haben alle eine eigene Toilette und eine Art Dusche (Trichter mit Wasser) zum kurz abduschen wirklich wunderbar.

Sogar einen Pool gibt es, in den wir nach der Reittour erstmal alle reinhüpfen. Abends gehen überall kleine Lampen an, damit wir den Weg finden, am Hauptzelt ist ein Lagerfeuer entfacht und eine Lange Tafel hergerichtet unter freiem Himmel, bei den Tierlauten und ruhigen Schnauben der Pferde klingt ein wunderschöner Tag aus.

Am nächsten Tag geht es wieder zurück in die Lodge, nachmittags steht dann das nächste Highlight auf dem Programm: Polo Cross – ich wusste ehrlich gesagt nicht was das ist – Polo kenne ich, aber Polo cross war mir kein Begriff. Statt Poloschläger hat man ein kleines Netz am Ende des Stabes, den Ball nimmt man in den Käscher auf, wie in ein Fischernetz und galoppiert dann auf das Tor zu der anderen Mannschaft oder versucht den Ball zum Mitspieler zu werfen – was wirklich schwer war. Mein Pony war Profi, schnell, flink und voller Ehrgeiz. Wir haben so laut uns gegenseitig angefeuert, dass wir abends alle völlig heiser waren. Was ein Erlebnis! Einen Nachmittag durften mein Mann und ich auf die cross country Strecke, meine Stute hat alle Hindernisse super gemeistert und hat mir immer ein gutes Gefühl gegeben. Eine echte Leistung wie ich finde von den Pferden, schließlich kannte ich die Stute da ja erst 3 Tage. Die Hindernisse sind nicht mehr alle in Schuss, aber für ein paar kleine Hüpfer ist es wunderbar und reicht auch völlig für ein eher unbekanntes Pferd-Reiter-Paar. Die Truppe der eher unerfahrenen Reiter haben einen Schrittausritt gemacht in der Zeit, es ist also für alle gesorgt.

Abends haben sich dann alle Reitgruppen mit Pferden wieder getroffen und zwar auf einer Anhöhe und es gab den berühmten Sundowner. Sundowner bedeutet es wird Sekt und Knabbereien mit dem Jeep gebracht, die Pferde werden an den Bäumen angebunden und dann sitzen alle auf dem Fels und genießen den Sonnenuntergang. Als die Sonne untergegangen war, ist es plötzlich wirklich dunkel! Dann haben wir uns auf die Pferde geschwungen und die Zügel langgelassen, so sind wir sicher nach Hause gebracht worden, trotz eingeschränkter Sicht. Reiten im dunklen hatte ich so auch noch nicht probiert.

Ach man möchte gleich wieder hinfliegen – eine weitere Sache, die ich seitdem von meiner To-do-Liste streichen kann, ist schwimmen mit dem Pferd. Ich bin zwar schon oft durch das Wasser geritten und auch schon öfters am Meer, aber so richtig schwimmen mit Pferd, dass hatte ich noch nicht erleben dürfen. Nach dem Ausritt haben wir die Pferde abgesattel und sind wir in den Bikini geschlüpft und da keine Hippos in Sicht waren durften wir in den See. Ich habe mich mächtig erschrocken als meine Stute plötzlich anfing zu schnaufen und zu schwimmen, ein erst gruseliges Gefühl, dann aber unvergesslich.

Insgesamt kann ich nur sagen, hatten mein Mann und ich den Urlaub unseres Lebens und ich glaube, es wird schwer den zu toppen – die Pferde, die Menschen, die Natur, die Aktivitäten, das Essen –

ein insgesamt gigantischer Abenteuerurlaub!

So ich hoffe dir hat diese andersartige Podcastfolge gefallen, wenn ja, würde ich mich sehr über feedback freuen! Es ist immer schön, von euch zu hören! Vielleicht hast du ja einen Tipp für mich, wo wir den nächsten unglaublichen Reiturlaub verbringen sollten.

Pferde sind definitiv Lebensfreude und die beste Art seine Lebenszeit zu verbringen!

Und damit bis zum nächsten Mal –Liebe Grüße deine Veronika

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Episode #35 Rationsberechnung

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Episode #35 Rationsberechnung II

In der letzten Episode, Pferdefütterung Teil 15, haben wir uns im Rahmen der Rationsberechnung mit der Bedarfsermittlung beschäftigt. Den Bedarf eines Pferdes haben wir an einem Beispiel ermittelt.

Unser „Musterknabe“ ist ein ca. 500kg schwerer Warmblutwallach. Er wird auf Turniereinsätze vorbereitet und wir haben seine Bewegungsleistung als mittlere Arbeit eingestuft. Den Bedarf von „Musterknabe“ haben wir dann mit Hilfe der Bedarfstabelle ermittelt. Das Ergebnis, den Tagesbedarf von „Musterknabe“, haben wir ins Rationsberechnungsformular eingetragen. Und dies ist der Einstieg in unser heutiges Thema die Berechnung einer Tagesration.
Tabellen
und Formulare findet ihr wieder in den Shownotes.

5 Futterwerttabelle 2018

6 Rationsbeispiel

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Episode #34 Arthrose

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Episode #34 Arthrose bei Pferd

Arthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung – was ist das? Was kannst du unternehmen, wenn dein Pferd diese Erkrankung hat und kann man Pferde mit Arthrose noch reiten? Diese und andere Fragen klären wir in der heutigen Episode. Viel Spaß!

Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung und ist eine häufige Lahmheitsursachen bei unseren Pferden, insbesondere sind ältere Pferde betroffen. Dennoch können auch Jungtiere daran erkranken.

Das Gelenk bei Pferd

Das Gelenk besteht aus zwei Knochenenden, die mit Knorpel überzogen sind. Dabei sind die Knochen von einer Gelenkkapsel umgeben und bilden die Gelenkshöhle. Diese ist ein steriler Raum in dem sich die Gelenksschmiere, auch Synovia genannt, befindet. Das Gelenk wird durch Seitenbänder stabilisiert. Bänder verbinden Knochen mit Knochen und verhindern übermäßige Bewegung. Ganz im Gegensatz dazu die Sehnen, die verbinden Knochen mit Muskeln und ermöglichen Bewegung.
Mehr zum Sehnengewebe und Sehnenschäden bei Pferden kannst du in der Folge #41 Sehnenschäden hören.

Hier geht es zu der Episode: Podcastfolge #41 Sehnenschäden

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Ursachen für Arthrose beim Pferd

Die Ursachen für Arthrose sind meistens sehr vielfältig – übermäßige Belastung, Gliedmaßenfehlstellung, genetische Komponenten, Beschlagsfehler, Gelenkchips, Gelenksinfektionen und Traumata können beteiligt sein. Es kommt zur Gelenksentzündung und zur Zerstörung des Knorpels sowie dem darunterliegenedem Knochen. Durch die Entzündung wird vermehrt Gelenksflüssigkeit von minderer Qualität gebildet. Dies sieht man dann als Gelenksschwellung von außen. Der Knochen baut sich um und es bilden sich Wucherungen, diese können den Bewegungsradius des Gelenks einschränken und Schmerzen verursachen. Die Knochenzubildungen sind im Röntgenbild sichtbar. Der Knorpelschaden kann auf dem Röntgenbild in der Regel nicht gesehen werden, dafür braucht es ein MRT oder eine Arthroskopie in einer Pferdeklinik. Gelenke, die beim Pferd häufig betroffen sind, ist das Sprunggelenk, Fesselgelenk oder das Krongelenk. Arthrose im Sprunggelenk wird auch Spat genannt, Arthrose im Bereich des Krongelenks, die Schale. 

Symptome der Arthrose beim Pferd

Die Pferde zeigen einen schleichend schlechter werdenden Bewegungsablauf und entwickeln Lahmheit. Die Gelenke sind vermehrt gefüllt und im Spätstadium sind die Knochenzubildungen auch tastbar und später sogar sichtbar von außen.

 
Röntgenbild mit Knochenzubildung

 Arthrose am Karpalgelenk (von außen sichtbar)

Diese Knochenzubildungen und Knorpelschäden sind nicht wieder rückgängig zu machen und in einigen Fällen kommt es zu einer vollständigen Verknöcherung des Gelenks.

Behandlung von Arthrose bei Pferden

Die Therapie zielt auf eine Schmerzlinderung, Verlangsamung des degenerativen Prozess und dem Erhalte der Gelenksbeweglichkeit.

In den entzündlichen Phasen sollte ein Schmerzmittel und ein Entzündungshemmer verabreicht werden, dies kann oral oder per Injektion in die Venen oder direkt ins Gelenk erfolgen. Auch Eigenblutprodukte wie IRAP, PRP oder Stammzellen sind im Einsatz. Auch werden Fütterungszusätze eingesetzt mit Glykosaminoglykanen. Es wird immer wieder diskutiert, ob die gefütterten Stoffe im Gelenk ankommen oder nicht. Des Weiteren werden Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, die entzündungshemmend wirken und in Leinöl vorkommen. Ein pflanzliches Produkt, das viel eingesetzt wird ist die Teufelskralle. In manchen Fälle ist ebenfalls ein orthopädischer Beschlag sinnvoll, das muss mit dem Tierarzt in Zusammenarbeit mit dem Schmied entschieden werden.
Am Wichtigsten ist die kontinuierliche und gleichmäßige Bewegung, denn “wer rastet, der rostet”! Da eignet sich am Besten ein Offenstall, Aktivstall oder Paddock Trail. Die Böden sollten nicht zu hart sein, da sonst die Gelenke vermehrt belastet werden. Daneben angepasstes Training, das bedeutet lange Schritt- und Lösungsphase, insbesondere im Winter.

Höre in die Folge rein und höre dir einen Fallbericht aus der Praxis an.

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Episode #33 Bedarfsermittlung

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Episode #33 Rationsberechnung

Unser Ziel ist ja eine art- und bedarfsgerechte Fütterung.

Besonderheiten des Pferdes bei der Futteraufnahme und Verwertung haben wir schon besprochen und in den letzten Episoden auch die Futtermittel, die Träger der Nährstoffe.

In dieser Episode geht es um den Nährstoffbedarf eines Pferdes in Anhängigkeit von Körpergewicht, Leistung, Rasse, Typ und Alter mit dem Ziel eine bedarfsgerechte Tagesration anbieten zu können.

Pferde werden häufig mehr nach “Gefühl” gefüttert. Die Möglichkeit, durch eine Rationsberechnung und –beurteilung Mängel in den Futterrationen frühzeitig zu erkennen wird zu selten genutzt. Damit wird die Chance vernachlässigt ernährungsbedingte Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und vorzubeugen.

1 Futterzustand BCS
2 Energiebedarf MJ ME
3 Bedarfstabelle
4 Rationsberechnungsformular

Veronika bietet auch eine professionelle Rationsberechnung und -beurteilung an.

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Episode #32 Mischfuttermittel

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Pferdefütterung Teil 14 Mischfuttermittel

Eine art- und bedarfsgerechte Fütterung haben wir ganz am Anfang als unser Ziel festgelegt.

Bei der Besprechung der Einzelfuttermittel in den letzten Episoden, den Raufutter- und Kraftfuttermitteln mussten wir jedoch feststellen, dass keines dieser besprochen Einzelfuttermittel, alleine dem Bedarf des Pferdes vollkommen gerecht wird.
Selbst unser Grünland, die Weide und auch das Raufutter Heu ist alleine in der Regel nicht vollwertig genug. Es fehlen zunehmend wichtige Wirkstoffe und Spurenelemente, wie durch die Analysen von Bodenproben nachzuweisen ist. Erst nach einer Bodenprobe und dann einer bedarfsgerechten Aufdüngung des Grünlandes, kann diese Vollwertigkeit von Weide oder Heu wieder erreicht werden. Alternativ muss eine ergänzende Zufütterung erfolgen.
Wird dies nicht beachtet, kann dies zu einer unzureichenden Versorgung bei Zuchtstuten in der Trächtigkeit führen. Zuchtstuten stehen hauptsächlich auf der Weide, eine Unterversorgung kann verantwortlich sein für eine der häufigsten Erkrankung von Jungpferden, der OCD, der angeborenen Chip-Erkrankung in Gelenken.

Deshalb denken wir in dieser Episode über Mischfuttermittel nach!

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Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

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Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

Dein Pferd läuft steif, verwirft sich oder stolpert ständig? Rittigkeitsprobleme sind sehr häufig in der Praxis und die Therapieformen vielfältig – Chiropraktik, Osteopathie, Physiotherapie und so weiter – was ist was? Gibt es Unterschiede? Heute erfährst du mehr über die verschiedenen Behandlungen.

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Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

In der heutigen Folge lernst du die Begriffe Chiropraktik, Osteopathie, Physiotherapie und Akupuntur zu unterscheiden und warum ein Pferd NIE einen Wirbel ausgerenkt hat. Wie oft hört man in der Stallgasse “mein Pferd hatte einen Wirbel raus und der Therapeut hat ihn wieder eingerenkt”. Wäre das der Fall, also der Wirbel wäre ausgerenkt, dann wäre das Tier querschnittsgelähmt!

Die Begriffe der verschiedenen Berufsbezeichnungen sind in Deutschland nicht geschützt und es ist nicht ersichtlich welche Ausbildung der Therapeut hatte, die ihn dazu befähigt das Pferd zu behandeln. Nicht jeder Therapeut muss Tierarzt sein und auch wenn die Ausbildung in Anführungsstrichen nur in einem Wochenendekurs absolviert worden ist, heißt das natürlich nicht, dass  dieser Therapeut per se keine gute Arbeit leistet-trotzdem schadet etwas mehr Hintergrundwissen über Anatomie und Pathologie nicht.

Ursachenforschung bei Rückenschmerzen

Was ist nun zu tun wenn dein Pferd Rückenschmerzen hat, steif läuft oder sich immer zu einer Seite im Genick verwirft? Zunächst sollten wir auf Ursachenforschung gehen:

– ein schlecht passender Sattel
– ein Sturz oder Festliegen in der Box
– einseitige Belastung durch immer gleichbleibendes Training
– ein schlecht sitzender Reiter (auch der Reiter darf zu Physiotherapie gehen)
– Bewegungsmangel
– Schmerzen in den Gliedmaßen – jede Lahmheit führt zu einer Kompensation im Rücken
– aber auch eine Zahnbehandlung oder eine Vollnarkose können zu Blockaden in den Gelenken nach sich ziehen.

Blockaden im Rücken

Bei einer Blockade eines Gelenkes besteht eine Bewegungseinschränkung zweier Knochen, im Falle des Rückens zweier Wirbel, aber natürlich kann auch das Kiefergelenk betroffen sein nach einer Zahnbehandlung. Der Wirbel ist also nicht raus, sondern nur eingeschränkt in seiner Bewegung. Ich stehe morgens auf und möchte mit meinen Fingerspitzen mit durchgestrecken Knien die Zehenspitzen berühren – morgens 5:30  ich bin eingeschränkt in meiner Bewegung, nach ein paar Übungen geht es dann schon besser. In der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark und an jedem Wirbel tritt an der Seite ein Spinalnerv aus, der das umliegende Gewebe und die inneren Organe versorgt. Kommt es in diesem Bereich zu Schwellungen, einer Blockade oder degenerativen Veränderungen wird das Loch aus dem die Nerven austreten verengt und der Nerv wird gereizt und kann seine Funktion nicht vollständig leisten. Muskeln brauchen einen störungsfreien Nervenimpuls, um die Bewegungen geschmeidig und richtig auszuführen-sonst kommt es zu Verspannungen und Schmerz. Und das kann richtig weh tun, ich durfte einen solchen Hexenschuss erleben vor einigen Jahren, während einer Reitstunde hatte ich plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken und konnte mich gefühlt nicht mehr bewegen, ich musste mich vom Pferd heben lassen-selbst das Lachen hat Schmerzen verursacht. Jeder der Rückenschmerzen kennt oder mal mit einem steifen Nacken aufgewacht ist, weiß wie unangenehm das ist. Wenn du bei deinem Pferd nun Symptome festgestellt hast, Verwerfen, steif zu einer Seite, Kreuzgalopp, zieht nicht richtig an die Hand ran oder andere Rittigkeitsprobleme sollte sich ein Therapeut dein Pferd anschauen.

Chiro, Osteo, Physio?
Wer macht denn jetzt was?

Aber wer soll jetzt kommen? Chiro, Osteo, Physio, Tierarzt, Akupunkteur, die Liste kann man sicher noch weiterführen.

Das Ziel der verschiedenen Therapieformen ist es dem Pferd seine vollständige Gelenkbeweglichkeit wieder herzustellen. Der Weg dorthin und die zugrundeliegenden Theorien sind allerdings unterschiedlich.

Dehnübungen am Hinterbein

Chiropraktik beim Pferd

Fangen wir mit der Chiropraktik an:

Die Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die bei vielen Gesundheits- und Rittigkeitsproblemen des Pferdes eingesetzt werden kann. Sie stellt die Gelenkbeweglichkeit der Wirbelsäule wieder her und ermöglicht so dem Pferd sein volles Leistungspotential zu nutzen. Dabei werden zur Untersuchung und zur Therapie lediglich die Hände verwendet. Die Gelenkbeweglichkeit wird überprüft und wenn diese eingeschränkt ist wird ein Impuls oder besser ein gezielter Reiz – in Form von einer gezielten, schnellen und kraftvollen, aber sehr kleinen Bewegung, einem kleinen Stoß durchgeführt um die Blockade zu lösen. In der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark und schon kleine Fehlstellungen in den Gelenken der Wirbelsäule verändern den Informationsfluss im Rückenmark, also dem Nervensystem und damit die Funktion vieler Anteile im Körper –Muskeln und inneren Organen. Bei der Chiropraktik wird also die Funktionsstörung im Nervensystem behandelt, kurz das Wirkprinzip basiert auf einer neurologischen Therapie. Natürlich stellt die Behandlung auch die reibungsfreie biomechanische Funktion im Bewegungsapparat wieder her, die Gelenkflächen gleiten wieder problemlos. Zudem wirkt der gezielte Impuls schmerzlindernd. Stell dir vor du haust dir mit dem Hammer auf den Finger, was machst du? Du schüttelst deine Hand, die Nervenbahnen für Bewegung leiten den Impuls schneller als den Schmerzreiz, sodass du diesen weniger spürst. Das Selbe Phänomen bewirkt die Schmerzlinderung bei der Chiropraktischen Behandlung durch die schnelle kraftvolle Bewegung. Die Behandlung beinhaltet demnach einen neurologischen, einen biomechanischen und einen schmerzlindernden Effekt. Um mal die Problematik der Berufsbezeichnungen deutlich zu machen – ein Chiropraktor, hat Chiropraktik 5 Jahre studiert an einer Universität, ein Chirotherapeut ist ein Humanarzt der eine Zusatzausbildung gemacht hat und eine Chiropraktiker hat eine Ausbildung an einer Heilpraktikerschule erlangt, steht also Heilpraktikern und Ärzten offen.

Osteopathie bei Pferden

Und die Osteopathie ist nochmal etwas anderes. Die Osteopathie behandelt auch Bewegungseinschränkungen von Gelenken und beschäftigt sich auch mit den inneren Organen. Hier liegt der besonderen Augenmerk auf der Blutversorgung der Gewebe, sodass die Versorgung mit Nährstoffen aber auch die Entsorgung von Schlackestoffen gewährleistet ist. Ganz grob Chiropraktik Augenmerk auf das Nervensystem, Osteopathie auf die Durchblutung – die arterielle Regel, das Ziel und der Weg sind aber sehr ähnlich. Ja, ich weiß sehr grob, wer das Thema vertiefen mag, darf sich natürlich im Internet schlau machen, das würde hier aber den Rahmen sprengen.

Physiotherapie bei Pferden

Die Pferdephysiotherapie ist ein Behandlungsstandard nach Verletzungen und Operationen, wie aus der Humanmedizin bekannt. Zusätzlich wird die Physiotherapie angewendet zur Leistungssteigerung bei Sportpferden, wie z.B. bei Fußballprofis. Die werden ja vorher, nachher und im Spiel von Physiotherapeuten betreut und behandelt. Ein Hauptteil der Behandlung umfasst die Erkrankung der Muskeln und Sehnen-vereinfacht ausgedrückt, könnte man sagen die Physiotherapie behandelt überwiegend das Weichteilgewebe. Neben den manuellen Methoden wie der Massage (Stresspunktmassage), Lymphdrainage oder Mobilisation werden auf technische Hilfsmittel zugegriffen wie zum Beispiel der Magnetfeld-Decke, dem Matrix-Rhythmus-Gerät oder einem Solarium.

Matrix-Rhythmus-Therapie

Akupunktur bei Pferden

Zum Schluss noch zur Akupunktur: Seit tausenden Jahren schätzt man die Akupunktur in China als wirksame Hilfe bei Schmerzen, funktionellen und psychischen Erkrankungen. Heute hat auch die Veterinärmedizin die Akupunktur in ihr Behandlungsspektrum aufgenommen – bei vielen Beschwerden ist die Akupunktur als Therapie anerkannt. Ich setze die Akupunktur gerne bei Atemwegserkrankungen oder Augenentzündungen unterstützend ein, besonders bei chronisch kranken Patienten mit COB oder PA (periodische Augenerkrankung).

Hier geht es zur Podcastepisode über die PA oder Mondblindheit.

Aber auch in Kombination mit der Physiotherapie und der Chiropraktik setze ich sie ein zum lösen von Verspannungen.

Ziehen am Bein

Noch ein paar Worte zu “der hat einmal am Bein gezogen und war wieder weg”: bei der Arbeit mit langen Hebeln wird nicht nur das blockierte Gelenk im Rücken behandelt, sondern auch noch alle anderen die zwischen Huf und Rücken liegen. Dadurch können Bänder, Gelenkkapseln und Muskeln überdehnt werden; Zerrungen und Entzündungen können folgen. Reißt man gewaltsam am Bein, kann das zudem die Gefäße des Lymphsystems, des Blutsystems und auch des Nervensystems schaden.

Differentialdiagnosen zur “Blockade im Rücken”

Ein steif gehendes Pferd muss nicht immer Rückenschmerzen haben, Differentialdiagnosen müssen in Betracht gezogen werden – Hufrehe, PSSM, Kreuzverschlag, eine Ahornvergiftung oder auch Gliederschmerzen durch hohes Fieber sind mögliche Ursachen und müssen von Tierarzt abgeklärt werden. Auch sollte jedes Pferd vorher einmal im Schritt und im Trab angeschaut werden, wenn das Pferd eine dicke Sehne hat und auf dem Bein deutlich lahm geht, kann zwar im Anschluss eine physiotherapeutische Behandlung Sinn machen, jedoch muss erst das Problem in dem Bein behandelt werden, sonst nimmt der Körper immer wieder eine Kompensationshaltung ein.

weitere Gedanken…

Und zum Schluss eine Behandlung durch den Therapeuten kann kein entsprechendes Training und gutes Reiten ersetzen oder schlecht sitzendes Equipment ausgleichen – ein Therapeut kann nicht einmal die Hände auflegen und zaubern. Ein Mensch der Rückenschmerzen hat, geht auch nicht einmal zur Physio und ist geheilt – nein, er geht regelmäßig, macht zu Hause seine Übungen, nimmt am Rehaprogramm teil und macht Krankengymnastik. Und jeder weiß, bleibt man nicht dran, kommen die Beschwerden wieder. Dass heißt, nach der Behandlung muss zu Hause im Stall am Training und am Reiten gearbeitet werden.

Schön ist es wenn Trainer, Sattler, Reiter und Therapeut zusammenarbeiten, denn im Team sind positive Veränderungen im Sinne des Pferdes am Besten möglich – Man hat ja nie ausgelernt!

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Episode #30 Kraftfutter

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Episode #30 Kraftfutter – Hafer & Co

Heute geht die 30. Folge an den Start – Jubiläum!
Über euer Interesse freuen wir uns sehr – gerne lasst uns doch zur 30. Folge einen Kommentar dar!

Wann benötigt das Pferd Kraftfutter?
-> Erhöhter Leistungsbedarf besteht zum Beispiel bei der Laktation oder Kälte.

Welche Getreidearten werden in der Pferdefütterung verwendet?
-> Hafer, Gerste, Mais, Dinkel und Reis besprechen wir in dieser Folge. Weizen und Roggen sind dagegen Brotgetreide und für Pferde ungeeignet. Außerdem geht Werner auf weitere Komponenten ein wie Öl, Soja und Bierhefe.

Viel Spaß beim Zuhören und schlauer werden 🙂

Episode #29 Lebererkrankungen

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Episode #29 Lebererkrankungen

Heute beschäftigen wir uns mit einem häufigen Befund in der Pferdepraxis
und zwar mit erhöhten Leberwerten im Blutbild.

Die Leber ist das regenerationsfähigste Organ im Körper und kann sehr viel kompensieren bevor es zu klinischen Symptomen kommt. Klar erkennbare Symptome einer Lebererkrankung treten erst auf, wenn 70 bis 80% der Funktion zerstört ist. In der Regel wird ein großes Blutbild als Kontrolluntersuchung durchgeführt oder weil das Leitsymptom Leistungsminderung und Apathie im Vordergrund steht, also sehr unspezifisch.

Dann kommt der Laborbericht und man stellt fest, die Leberwerte sind erhöht und jetzt? Dann tauchen die Fragezeichen auf, woher kann das kommen? Ist das gefährlich? Was kann ich tun, um die Werte wieder zu normalisieren? Informationen erhälst du in dieser Episode!

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Zudem stelle ich euch heute meinen Kooperationspartner wehorse vor. Wehorse ist die Lernplattform für Pferd und Reiter –  du als Hörer des Podcast bekommst exklusiv die Mitgliedschaft bei wehorse zu einem Vorteilspreis. Wir möchten Fortbildung für eure Pferde fördern!

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Episode #28 Heu oder Silage? Teil 12

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Episode #28 Heu oder Silage?

Heute geht es weiter mit Raufutter – nicht nur Wiesenheu ist Raufutter und unser Thema heißt ja Heu oder Silage – deshalb müssen wir uns heute mit alternativen Raufutterkonserven beschäftigen. In den letzten Jahren wird auch im Pferdebereich häufig Heu von Silage abgelöst. Der Grund: ein Vorteil für den Landwirt ist, dass bereits nach zwei Tagen anwelken die Silageballen gepresst und gewickelt werden können, das sind etwa zwei Tage weniger Wetterrisiko als bei der Heuernte.

Aber Silage ist nicht gleich Silage, wenn überhaupt suchen wir für für Pferde eine Silage als Raufutter!

Episode #27 Hufrehe

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Episode #27 Hufrehe

Hufrehe ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der es zu einer Entzündung des Hufbeinträgers kommt und eine deutliche Lahmheit hervorruft. In den meisten Fällen beschränkt sich die Erkrankung nur auf die beiden Vorderhufe. In seltenen, schweren Verläufen können jedoch alle vier Hufe betroffen sein. Das Hufbein ist in der Hornkapsel durch den Hufbeinträger aufgehängt, durch die Entzündung lockert sich diese Verbindung. Die klinischen Auswirkungen sind eine Senkung und/oder eine Rotation des Hufbeins.

Nach heutigen Wissenstand wird die Hufrehe eher selten durch Giftstoffe (Nachgeburtsverhalten, Darmentzündung, Aufnahme von Giftpflanzen), eine Kohlehydratüberladung (Getreideüberschuss, fruktanreiche Gräser) oder durch Überbelastung (Galopp über harten Boden) ausgelöst. Übergewicht, jahreszeitliche Einflüsse und mangelnde Bewegung gelten als prädisponierende Faktoren (Risiko), ausschlaggebend ist aber vorallem eine Insulindysregulation für die Entstehung von Hufrehe insbesondere bei dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) und der Dysfunktion des Hypophysen-Zwischenlappens (PPID). Viele Studien aus den letzten Jahren konnten zeigen, dass 70-90% der Hufrehe-Erkrankungen hormonell bedingt sind.

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Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 Raufutter

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Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 Raufutter – Wie beurteile ich Heu?

„Heu oder Silage?“ Das ist aktuell ein sehr strittiges Problem. Damit müssen wir uns in den nächsten Episoden beschäftigen.

Mit dem Thema – Futtermittel für Pferde – beginnen wir ein weiteres wichtiges, aber auch sehr umfangreiches Thema. Als erstes wollen wir uns im Kapitel „Pferdefütterung Teil 11“ mit den Raufuttermitteln beschäftigen.

In Episode „Pferdefütterung Teil 1 Grundlagen“ haben wir besprochen, dass unser Ziel in der Pferdefütterung eine art– und bedarfsgerechte Versorgung sein muss. Tierarttypische Besonderheiten des Verdauungstraktes des Pferdes haben wir – von der Futteraufnahme bis hin zur Verdauung im Dickdarm – in „Pferdefütterung Teil 2 – 6“ kennengelernt.

Ein Ergebnis war: Pferde sind keine Weidetiere sondern Steppentiere, aber wo war da der Unterschied?

Ab Episode #26 Pferdefütterung Teil 11 geht es um Futtermittel, heute beginnen wir damit wie man Heu beurteilt. Viel Spaß!

Episode #25 Sommerekzem

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Episode #25 Sommerekzem

Was löst diesen Juckreiz aus? Welche Labortest gibt es und welche Aussagekraft haben sie? Was kann ich unterstützend machen, um es meinem Pferd zu erleichtern?

Schlagwörter zum Merken:
Isländer, Mückenspeichel-Allergie, starker Juckreiz, Diagnose: Vorbericht, Rasse, klinische Symptome, Hautbiospie und Allergie-Bluttest, Behandlung: Vermeidung Allergen und Symptome lindern

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Episode #24 Pferdefütterung Teil 10 Wirkstoffe

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Episode #24 Pferdefütterung Teil 10 Wirkstoffe

In dieser Episode behandeln wir Wirkstoffe (Spurenelemente, Vitamine, Minerale), diese sind lebensnotwendig. Durch die intensive Bewirtschaftung des Grünlandes und den Einsatz von bestimmten Dünger führen zur Reduzierung wichtiger mineralischer Spurenelemente im Boden und somit auch in den Futtermitteln. Das hat zur Folge, dass es zu Mangelerscheinungen kommen kann und somit zu Krankheiten. Es ist daher sinnvoll Bodenproben zu nehmen und gezielt zu düngen oder die fehlenden Mineralstoffe später zu ergänzen im Futter – wie zum Beispiel Calcium und Magnesium. Magnesium dient zur Entspannung und ist daher bei vielen Reitern beliebt.

Mehr Informationen zu Elektrolyten, die bei starken schwitzen verloren gehen, erfährst du in dieser Folge.

Episode #23 Hufrollen-Erkrankung

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Episode #23 Hufrollen-Erkrankung

Heute beschäftigen wir uns mit dem Hufrollen-Syndrom, eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei einem ausgewachsenen Reitpferd. Dabei zeigen die Pferde eine chronische Lahmheit in den Vorderbeinen ausgelöst durch Schmerzen vom Strahlbein und/oder den umliegenden Strukturen. Diese Lahmheit lässt sich  durch eine Leitungsanästhesie verbessern oder ausschalten. Ein anderer Begriff für das Hufrollen-Syndrom ist Podotrochlose oder Palmar Foot Syndrom.

Episode #21 Krankheiten im Alter

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Episode #21 Krankheiten im Alter beim Pferd

Welche Erkrankungen kommen häufiger vor beim alten Pferd?
Grundsätzlich ist das Alter an sich keine Erkrankung und das alte Pferd kann völlig gesund sein. Jedoch treten im Alter der Pferde vermehrt Verschleiß sowie Ermüdungserscheinungen auf. Im Umkehrschluss bedeutet das, die Pferde benötigen mehr Vorsorgemaßnahmen.

Das alte Pferd 

Wann ist ein Pferd alt? Die Angaben in der Literatur sind da verschieden, aber als Daumen-Regel gehen wir davon aus Warmblüter, die älter sind als 15 Jahre. Für das Pony gelten andere Regel, die werden in der Regel deutlich älter, als sehr großrahmige Pferde. Insgesamt werden die Pferde heute Älter und die Anzahl der alten Pferde steigt. Dies liegt sicher daran, dass das Management um die Pferde sich stetig verbessert hat und die Tiermedizin fortgeschritten ist in Diagnostik und Therapie.

das alte Pferd

Krankheiten im Alter beim Pferd

Welche Krankheiten kommen beim älteren Pferd häufiger vor?
In diesem Beitrag werden folgende Organsysteme besprochen: Hormonhaushalt, Zähne, Atmungsapparat, Verdauungsapparat und Herzerkrankungen

Hormonhaushalt der alten Pferde:

Zum Beispiel PPID (früher Equines Cushing Syndrom) eine Störung im Hormonhaushalt ausgelöst durch eine Degeneration der Nervenzellen im Gehirn und folgend einer Funktionsstörung der Hirnanhangsdrüse tritt bei 20% der alten Pferde auf. Symptome sind Probleme im Fellwechsel, Hängebauch, Fettdepot über den Augen, Infektionsanfälligkeit und häufig Hufrehe. In der Diagnostik wird der Stoff ACTH in der Blutprobe getestet. Die Namensänderung wurde durchgeführt, da deutliche Unterschied zwischen dem Cushing-Syndrom beim Mensch+Hund und dem PPID beim Pferd sich durch neuere Studien herausstellten – höre dazu gerne die separate Podcast-Episode: “Cushing beim Pferd gibt es nicht!”

Zahnerkrankungen der alten Pferde:

Durch die Abnutzung über die Jahre kauen die alten Pferde teilweise deutlich schlechter, als Symptom findet man um die Futterstelle Heuwickel, ein eindeutiges Zeichen auf Zahnprobleme. Zusätzlich können lange Fasern im Kot gefunden werden, die zeigen, dass das Futter nur unzureichend verdaut worden ist-was wiederum zu Verdauungsproblemen und Abmagerung führen wird.
Weitere Gründe für die Abmagerung findest du hier in der Podcast-Episode über Gewichtsverlust beim Pferd – mit Checkliste zum Abarbeiten!
Eine weitere Zahnerkrankung bei alten Pferden ist das EOTRH – eine Wurzelerkrankung der Schneidezähne. Diese Erkrankung ist sehr schmerzhaft über die Zeit und die Pferde zeigen ein Schmerzgesicht.

Lahmheiten bei alten Pferden:

Häufige Erkrankungen sind die Arthrose (Spat), Sehnenschäden, Hufrehe.

Arthrose: Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung und kommt durch die Nutzung der Pferde im Alter besonders häufig vor. Die Arthrose im Sprunggelenk wird als Spat bezeichnet, bei der täglichen Arbeit stellt der Besitzer fest, dass sich das Pferd “einläuft”. Wenn du noch mehr über die Arthrose lernen möchtest – höre in die Episode #34: Arthrose

Sehnenschäden: Im Alter nimmt die Elastizität der Sehnen ab, das Gewebe wird spröde, das konnte in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden. Zudem verläuft die Heilung langsamer und nicht mehr dementsprechend auf hoher Qualität, sodass die Genesung deutlich schwieriger ist beim alten Pferd im Vergleich zu einem Jungpferd. Bei älteren Pferde ist die Lösungsphase daher besonders wichtig – zur Vorbeugung kann ebenfalls Physiotherapie eingesetzt werden. Mehr zu Sehnenschäden in 41. Episode: Sehnenschäden beim Pferd

Weitere Themen in dieser Podcast Episode:

– Kolik (Verstopfungen),
– Tumore (Schimmel-Melanome),
– COB (equines Asthma)
– Herzerkrankungen
– Augenerkrankung (Linsentrübung)

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Episode #19 Pferdepass

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Episode #19 Pferdepass

Wer braucht einen? Was steht drin? Unterschied Schlachtpferd und Nicht-Schlachtpferd? Grün, Lila, Rot? In dieser Episode beantworten wir diese Fragen?

Wer muss einen Pferdepass haben?

Die Antwort ist einfach – alle! Das bedeutet jeder Equide in der EU, dazu gehören Turnierpferde, Rentner, Shetty, Freizeitpferde und Zebras – falls du eins im Garten stehen hast 🙂

In der Praxis gibt es immer noch Pferde ohne Pferdepass – das führt zu einigen Verboten und Einschränkungen. Ein Pferd ohne Equidenpass darf nicht verkauft werden. Eine Turnierteilnahme ist untersagt und der Transport ist ebenfalls verboten. Ein Mythos der sich hartnäckig hält, ein Pferdepass dient des Besitznachweises. Das ist falsch, dazu benötigt man die Eigentumsurkunde und nicht wie oft angenommen den Pferdepass. Der Equidenpass muss bei Tod der TKB (Tierkörperbeseitigung) vorgelegt werden, wenn dies nicht möglich ist, können Strafen verhängt werden oder im schlimmsten Fall das Pferd liegen gelassen werden am Hof statt es abzutransportieren. Das ist auch der Grund warum auch für alte Pferde ein Pferdepass beantragt werden sollte, da sich sonst in der schon traurigen Situation noch mit Papierkram auseinandergesetzt werden muss. Oft höre ich “Das lohnt sich doch nicht mehr, der ist über 20 Jahre alt” – da ist es aus meiner Sicht gerade aus den genannten Gründen doch sehr wichtig und sinnvoll.

Welche Pferdepässe gibt es in der EU?

In Deutschland sieht man rote, grüne und lila färbende Pässe und die ausländischen Pässe sehen nochmal ganz anders aus. Was bedeutet denn nun die Farben?

Roter Pferdepass: Der Pass wurde vom Zuchtverband ausgestellt – ist aber damit nicht automatisch eine Zuchtbescheiningung – Vorsicht.


Grüner Pferdepass: Der Pass ist von der FN ausgestellt worden. Fehlen Unterlagen im Pass, müssen diese bei der ausstellenden Vereinigung angefordert werden. Als Beispiel der Arzneimittel-Anhang, der fehlt in den alten Pässen, hast du einen grünen bestellst du ihn bei der FN nach, hast du einen roten Pass bestellst du ihn bei dem Zuchtverband, der vorne auf deinem Pass abgedruckt ist.

Lila Pferdepass: Das sind die FEI-Pässe, die sind notwendig, wenn dein Pferd auf internationale Turniere geht. Diese Pferde müssen gechipt sein.

Was steht drin im Pferdepass?

Die Unterlagen werden bei der FN oder dem Zuchtverband bestellt – dann wird der Tierarzt verständigt, wenn die Unterlagen eingetroffen sind und nicht vorher. Immer wieder werden Termine ausgemacht mit der Tierarztpraxis und vor Ort wird festgestellt, es liegen keine Unterlagen vor. Der Tierarzt hat die nicht vorrätig dabei, sondern die müssen immer für das jeweilige Pferd beantragt werden durch den Pferdebesitzer.

Das Pferd wird dann gezeichnet durch den Tierarzt – das dient der genauen Identifikation. Ist das Pferd nach 2009 geboren, muss das Pferd ebenfalls durch den Tierarzt gechipt werden oder es wird beim Fohlenbrenntermin durchgeführt. Auch der Chip wird von der FN ausgeliefert und liegt nicht beim Tierarzt. Dann wird alles fertig ausgefüllt und zur FN zurück geschickt, einige Wochen später erhält man dann einen neuen Pferdepass.

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Weitere Eintragungen sind der Besitzerwechsel, auch dafür muss der Pass zur FN geschickt werden. Ebenfalls muss der Lebensmittelstatus bei jedem Besitzerwechsel durch den neuen Besitzer bestätigt werden im Pass mit einer Unterschrift. Natürlich stehen hier auch alle Impfungen drin, sollten sie zumindestens – mehr Informationen zu Impfungen findest du in den ersten beiden Episoden im Podcast -> hier gehts zur Episode

Schlachtpferd oder Nicht-Schlachtpferd? 

Das ist hier die Frage?! Hat beides Vor- und Nachteile, die ich im folgendem besprechen möchte:

Schlachtpferd:
Pferdepass

– Pflicht ein Bestandsbuch zu führen durch den Pferdehalter, dort müssen alle Medikamente eingetragen werden – dazu zählt zum Beispiel die Wurmkur
– der Tierarzt stellt nach jeder Behandlung einen AUA-Beleg aus (Anwendung- und Abgabebeleg) für jedes Medikament
– einige Medikamente sind verboten für Schlachtpferde – dazu gehört: Phenylbutazon, einige Antibiotika und Pergolid (Cushing/PPID-Medikament)
– einige Medikamente müssen sofort in den Pass eingetragen werden, zum Beispiel Acepromazin (Sedierungspaste) – es ist falsch, dass alle Medikamente bei Schlachtpferden in den Pass eingetragen werden müssen! Lediglich bei den Medikamente, die auf der Positivliste stehen besteht eine Eintragungspflicht.
Umtragung zum Nicht-Schlachtpferd jeder Zeit möglich
– Die Entscheidung zur Tötung liegt beim Besitzer, beim Nicht-Schlachtpferd liegt die Entscheidung beim Tierarzt und ist nur aus einem vernünftigen Grund – also erheblicher Schäden, Leiden oder Schmerzen möglich.
Beispiel: Ein Pferd mit einer chronischen Atemwegserkrankung kann nicht mehr im Reitsport eingesetzt werden, aber auf der Wiese ohne Belastung ist es glücklich und kann noch viele Jahre leben – dann liegen keine erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden vor, sonder es ist “nur” reituntauglich. Aus meiner Sicht darf es dann NICHT eingeschläfert werden, wäre es ein Schlachtpferd kann der Besitzer jedoch entscheiden es jeder Zeit zum Schlachter zu bringen.

Nicht-Schlachtpferd

– Hier ist keine Eintragung von Medikamenten in den Pferdepass nötig
– KEIN Bestandsbuch, KEINE AUA-Belege
Tötungsentscheidung liegt beim Pferdebesitzer
– ABER es dürfen auch nicht alle Medikamente eingesetzt werden, das ist ein weitverbreiteter Irrglaube – > sondern es dürfen nur Medikamente eingesetzt werden, die für das Pferd eine Zulassung haben!! Gibt es kein für das Pferd zugelassenes Medikament greift die Umwidmungskaskade und es dürfen Medikamenten für andere Tierarten eingesetzt werden, gibt es da auch keine, erst dann! darf aus der Humanmedizin Präparate eingesetzt werden. Die Aussage Nicht-Schlachtpferde dürfen alle Medikamente auf dem Markt bekommen ist damit falsch! Beispiel: ACC-Tabletten, diese gibt es für Mensch und Pferd, also ist der Tierarzt verpflichtet das Pferdepräparat zu verschreiben, sonst macht er sich strafbar!
– Einmal Nicht-Schlachtpferd immer Nicht-Schlachtpferd! eine Umtragung ist nicht möglich!

Pflichten im Zusammenhang mit dem Pferdepass

Der Pferdehalter ist verantwortlich, dass der Pass immer beim Pferd liegt, das Bestandsbuch ausgefüllt ist und ebenfalls vorliegt. Das ist heikel, denn der Pferdebesitzer ist NICHT immer der Pferdehalter! Als Beispiel ein großer Pensionsstall mit 100 Pferden, 100 Pferdebesitzer und 1 Pferdehalter, nämliche der Stallbesitzer – der ist also verantwortlich, wenn das Amt kommt und Pässe kontrollieren möchte, dass alle 100 Pässe unverzüglich vorliegen… sicher kein gelebter Alltag in den Reitställen, dass der Pferdehalter die Pässe vorliegen hat, sie also im Stall liegen. Ausnahme die Fahrt zur Pferdeklinik, Fohlen bei Fuss oder bei einem Ausritt muss der Pass nicht beim Pferd sein.

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Hier kannst du direkt in die Episode reinhören:

Episode #18 Pferdefütterung Teil 7 Ballaststoffe

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Episode #18 Pferdefütterung Teil 7 Ballaststoffe

Der Schnittzeitpunkt von Heu ist für den Gehalt an Ballaststoffe entscheidend-mögliche Schnittzeitpunkte sind vor, Mitte und nach der Blüte. Heu  mit sichtbaren Blüten ist für Pferde geeignet.

Mache den Test mit deinem Heu – Heu in die Hand nehmen, ans Ohr halten und drehen-gutes Pferde-Heu ist langhalmig und knackig, das kann man hören!

Episode #17 rossebedingte Rittigkeitsprobleme

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Episode #17 Rossebedingte Rittigkeitsprobleme

Heute lernst du welche Ursachen zu Rittigkeitsproblemen führen kann.
Dazu zählt zum Beispiel ein Tumor am Eierstock. Der kann diagnostisch über einen Ultraschall der Eierstöcke gefunden werden sowie über eine Blutprobe, in der das Anti-Müller-Hormon bestimmt wird.

Mehr Ursachen hier in der Episode…

Episode #16 Pferdefütterung Teil 6 Nährstoffe

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Episode #16 Pferdefütterung Teil 6 Nährstoffe

Der Körper ist angewiesen auf die Nährstoffe in den Futtermitteln zum einem für den Erhaltungsbedarf und zum anderen für die erbrachte Leistung (Reiten, Trächtigkeit, Laktation).
Nährstoffe:
-Ballaststoffe (strukturreiche-kauhfähige Futterbestandteile)
– Brennstoffe (Kohlehydrate, Fette, Eiweiße)
– Baustoffe (Mineralstoffe, Wasser, Fette, Eiweiß)
– Wirkstoffe (Vitamine, Spurenelemente)
– Begleitstoffe: Färbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmackstoffe

Baustoffe der Muskulatur sind Eiweiße, dagegen braucht das Knochengerüst verschiedene Mineralstoffe.

Weitere Informationen erhälst du in dieser Episode…

Episode #15 Kotwasser und Durchfall

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Episode #15 Kotwasser und Durchfall

Die Ursache von Durchfall ist bei erwachsenen Pferden immer im Dickdarm zu suchen. Bei Fohlen dagegen kann sowohl der Dünndarm wie auch der Dickdarm Auslöser sein.

Mehr zur Anatomie und Funktion vom Dickdarm findest du in der
Episode #14 Dickdarm.

Die Ursachen sind entweder infektiös (ansteckend) oder nicht-infektiös. Ein nicht-infektiöser Auslöser ist zum Beispiel die übermäßige Aufnahme von Sand.

Durchfall mit infektiösen Ursachen

Ursachen können Bakterien (Salmonellen), Viren (Rotaviren) und Parasiten (kleine Strongyliden) in Frage kommen. Häufig zeigen die Pferde Fieber und es sind mehrere Pferde in einem Reitstall betroffen, da infektiöse Ursachen ansteckend sind. Durchfall ist gekennzeichnet durch eine veränderte Kotkonsistenz beim Pferd von Kuhfladen bis wässrig. Der Unterschied zu Kotwasser zeigt sich, dass bei Kotwasser zunächst normal geformter Kot abgesetzt wird und dann Kotwasser zum Schluß – die Kotkonsistenz ist hier also nicht verändert. Weitere Symptome können Abmagerung, Apathie, Kolik (mehr dazu wie du eine Kolik erkennst in der Episode #47) und Dehydratation sein.

Einige Bakterien sind auch vom Pferd auf den Menschen übertragbar – das nennt man dann eine Zoonose. Besonders tückisch ist der Befall mit kleinen Strongyliden (Parasiten), diese verkapseln sich in der Darmwand über den Winter und schlüpfen dann im Frühjahr massenhaft aus der Darmwand raus in das Darmlumen. Dabei zerstören sie die Darmschleimhaut und es kommt zu massiven Durchfall mit einer hohen Sterblichkeitsrate bei den betroffenen Pferden. Da die Parasiten in der Darmwand liegen, sind sie in einer Kotprobe nicht zu diagnostizieren! Es ist also möglich bei der Kotprobe keine Parasiten nachgewiesen zu haben und trotzdem sitzen tausende von Larven in der Darmwand und richten immensen Schaden an. Zur Therapie muss eine besondere Wurmkur verabreicht werden.

Durchfall mit NICHT-infektiösen Ursachen

Als Ursache kommt zum Beispiel eine übermäßige Sand-Aufnahme der Pferde in Frage. Dies kannst du selber überprüfen – es wird Kot in einen langen rektal Handschuh gegeben und mit Wasser aufgefüllt. Dann alles gut mischen und für eine Nacht aufhängen. Der Sand setzt sich unten ab und du kannst den Sand ertasten am nächsten Tag, falls welcher im Darm ist.

Eine weitere Ursache, wie bei uns auch bekannt, eine Stresssituation als Auslöser von Durchfall beim Pferd. Einige Pferde zeigen in fremder Umgebung oder auf dem Turnier vermehrt dünnen Kot, sind die Pferde dann wieder zu Hause ist der Durchfall wieder verschwunden. Du kennst das vielleicht auch vor einer Prüfungssituation ist der Darm auch bei uns schonmal etwas unruhig.

Auch durch die Gabe von Medikamenten kann als Nebenwirkung Durchfall auftreten. Dazu zählen zum Beispiel NSAIDs, das sind Entzündungshemmer oder auch Antibiotika.

Und eine paradoxe Ursache kann eine Verstopfung sein. Der Futterbrei wird nicht weiter transportiert, daneben drückt sich lediglich noch Wasser mit wenigen Futter/Kotbestandteilen vorbei und dies verlässt den Darm und wird als Durchfall wahrgenommen.

Weit verbreitet sind auch als Ursache Fütterungsfehler, die zu einer Dysbakterie führt. Das bedeutet die Darmflora ist aus dem Gleichgewicht und die Dickdarmverdauung funktioniert dann nur noch eingeschränkt.

Kotwasser beim Pferd

Eine sehr lästige Angelegenheit – meist ist die Ursache Stress für das Pferde. Als erstes muss daher das Management und die Haltung überprüft und bei Bedarf optimiert werden. Auch Silage wird als Auslöser immer wieder diskutiert und bei vielen Pferden ist der Zusammenhang eindeutig, aber auch Pferde bei denen die Umstellung auf Heu keine Verbesserung bringt, sollten nicht weiter mit Silage gefüttert werden. Therapeutisch ist auf eine hochwertige Futterqualität zu achten, wenig Getreide, keine Zusatzstoffe oder Konservierungsstoffe (lest die Inhaltsangaben auf den Futtersäcken!) und frisches Gras nur in Maßen. Zusätzlich sollten die Leberwerte kontrolliert werden von deinem Tierarzt.

Weitere therapeutische Maßnahmen in dieser Episode.

Werbung (Produktnennung) I Höre zu diesem Thema auch gerne in das Interview mit Bianca rein in der 50. Episode – wir sprechen über Verdauung und Pferdehaltung und wie Hefe das Verdauungssystem des Pferdes positiv beeinflussen kann.

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Episode #14 Fütterung Teil 5 Dickdarm

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Episode #14 Fütterung Teil 5 Dickdarm

Heute geht es um die Dickdarmverdauung – Eine wesentliche Aufgabe der Pferdefütterung ist die Gesunderhaltung und Förderung der Darmflora. Bei Störungen in der Dickdarmverdauung werden große Mengen an Gärsäuren gebildet -> Übersäuerung, Schädigung der Darmwand, Abstreben der Mikroorganismen und Hufrehe können die Folge sein.

Episode #13 Mauke

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Episode #13 Mauke

Heute erfährst du etwas über Hauterkrankungen bei Pferden. Am Ende dieser Episode weißt du genau was Mauke ist und wie du deinem Pferd weiterhelfen kannst.

Definition “Mauke”

Der Begriff Mauke beschreibt eine Hautentzündung (Dermatitis), die meist im Bereich der Fesselbeuge vorkommt. Dabei bleibt die Ursache dieser Entzündung unklar – in den meisten Fällen handelt es sich um eine Faktorenkrankheit. Das bedeutet mehrere Umstände und Ursachen kommen zusammen und lösen in der Kombination die Krankheit aus. Ein Faktor alleine reicht in der Regel nicht aus, um die Krankheit auszulösen.

Risikofaktoren für Mauke

Die Haut ist ein Spiegel des Körper und der Seele.

Ein Faktor sind Nässe und reizende Substanzen, dazu zählen:

– schmutziges Einstreu
– matschige Paddocks
– Urin und Kot

Allerdings sind das nur Faktoren, die einen Ausbruch begünstigen, da sie die Hautbarriere herabsetzen. Als alleinige Ursache reichen dieses Faktoren eben nicht aus, wie oft behauptet wird.

Ein weiterer Faktor ist das Immunsystem, das für die Abwehr von äußeren krankmachenden Faktoren zuständig ist. Ist nun das Immunsystem geschwächt des Pferdes bewirkt dies ebenfalls häufig eine schlechtere Hautbarriere.
Das Immunsystem wird geschwächt durch:

– Stress (Transport, Stallwechsel, Anreiten)
– Scheren im Winter
– Krankheit
– Fütterungsfehler
– Wurmbefall
– YOPIS (young, old, pregnant, immunsuppresiv, sick)

Die YOPIS sind eine Risikogruppe an Pferden, die alle ein anfälligeres Immunsystem aufweisen und eine besondere Betreuung benötigen (2. Phase – Prävention, des 4.Phasen-Modells).

Ebenfalls kann die Jahreszeit einen Einfluss nehmen, im Frühjahr und im Herbst zur Zeit des Fellwechsel ist die Haut anfälliger für Krankheiten.

Füchse mit weißen Beinen sind leider besonders anfällig sowie Tinker und Kaltblüter mit dem langen und buschigen Behang in den Fesseln.

Die Organ Niere, Leber, Darm sind für die Entgiftung des Körpers zuständig, sind diese überlastet oder krank, können auch sie beteiligt sein bei dem Auftreten von Mauke!

Weitere Faktoren wie kleine Verletzungen oder ständiges Waschen (zuviel Sauberkeit ist ebenfalls schädlich!) stellen dann eine Eintrittspforte für verschiedene Erreger (Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten) dar, die dann ungehindert in die Haut des Pferde eindringen können.

Symptome der Mauke

Die Haut ist geschwollen, gerötet, zeigt Schuppen, Krusten und klebriges Sekret in einigen Fällen. Die Beine schwellen in vielen Fällen an, nun ist die Hautbarriere stark gestört und für viele Erreger bildet der Bereich den optimalen Nährboden, um die Haut zu befallen. Bei einem Abstrich findet das Labor sehr wahrscheinlich sehr viele Erreger – Pilze, Viren, Bakterien. Der Befall mit Milben führt zu starken Juckreiz, die Pferde stampfen und nagen mit den Zähnen an den Hinterbeinen.
Im chronischen Stadium kommt es zu warzenartige Wucherungen.

Therapie bei Mauke

WICHTIG: SELTEN waschen!! Ein bis zweimal in der Woche ist absolut ausreichen! Dabei verwende ein desinfizierendes Shampoo (Chlorhexidin) und löse alle Krusten ab. Danach gut mit einem sauberen Handtuch trocknen.

Grundsätze der Maukebehandlung:
– trocken und sauber!
– Immunsystem unterstützen
– Hautbarriere stärken (z.B. über das Futter mit Zinkpräparaten)

Medikamente, die systematisch verabreicht (intravenös, oral oder intramuskulär) werden gegen Bakterien (Antibiotika), Pilze (Pilzimpfung) und Parasiten (Mittel gegen Milben) können zum Einsatz kommen.

Salben, die lokal verwendet werden sollten die Hautporen offen lassen, demnach vermeide bitte Silberspray oder Melkfett! Deutlich besser geeignet ist Lebertran-Zink-Salbe oder Puderspray. In einigen Fällen ist ein Verband sinnvoll, in anderen Fällen ist frische Luft und Sonne die bessere Wahl, das muss im Einzelfall entschieden werden.

Diagnostik bei Mauke

Ein Blutbild zur Kontrolle der Leber- und Nierenwerte ist sinnvoll und da häufig auch Fütterungsfehler (Eiweißüberschuss und hoher Stärkeanteil) eine Rolle spielen sollte die Ration überprüft werden, am besten mit einer Rationsberechnung.

Höre dazu gerne in die Podcastfolge:
Blutbild und Rationsberechnung rein!

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Episode #12 Fütterung Teil 4 Dünndarm

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Episode #12 Fütterung Teil 4 Dünndarm

Der Dünndarm besteht aus 3 Teilen: Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm.
Gleich am Anfang des Dünndarms mündet der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und der Gallengang aus der Leber in den Darm. Die Sekrete dieser beiden großen Drüsen werden dem Nahrungsbrei beigemischt.

Eine Besonderheit: Das Pferd besitzt keine Gallenblase und deshalb tröpfeln
5-6 l Gallenflüssigkeit ohne Dosierung einer Blase den ganzen Tag aus der Leber in den Zwölffingerdarm, das dem Dauerfuttersucher Pferd entspricht. Auch hier sieht man wieder die Risiken längerer fressfreier Zeiten.

Parasiten im Dünndarm:
Im Dünndarm kommt der Zwergfadenwurm, der Spulwurm und der Bandwurm vor. Mehr Informationen findest du in dieser Episode.

Podcast Episode #11 Atemwegserkrankungen

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Podcast Episode #11 Atemwegserkrankungen

Einteilung in infektiöse und nicht-infektiöse Atemwegserkrankungen

  1. infektiös: Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze
  2. nicht-infektiös: COB (chronisch obstruktive Bronchitis)
    – C (chronisch) länger als 6 Wochen
    – O (obstruktiv) abdominal erschwerte Ausatmung
    – B (Bronchitis) Atemwegsentzündung
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Infektiöse Ursachen:

  • Viren: Influenza- und Herpes-Viren
  • Bakterien: Streptokokken und Staphylokokken
  • Parasiten: Lungenwürmer und Spulwürmer auf Körperwanderung
  • Pilze: echte Lungenmykose sehr selten! (eher Kontamination der Atemluft durch Schimmelpilze im Heu)

Symptome beim Pferd:

Husten, Nasenausfluss, Fieber, Apathie, erhöhte Atemfrequenz

In der Regel schwächen mehrere Faktoren das Immunsystem bevor es zu einer Infektion kommt, dazu zählen Überbelastung, schlechte Haltungsbedingungen, Fütterungsfehler, langer Transport oder eine Allgemeinanästhesie.

infektiös Ursachen: Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze

Die Viren greifen den Atmungsapparat an und begünstigen im Nachgang so eine sekundäre bakterielle Infektion, sodass nach anfänglichen Fieber und trockenem Husten nach einigen Tagen gelber zäher Nasenausfluss (Eiter=bakterielle Besiedelung) auftritt. Dagegen wandern die Parasiten (Zwergfadenwürmer, Spulwürmer) aus dem Magen-Darm-Trakt als Larven durch den Körper und durchstreifen dabei das Lungengewebe. So entstehen durch die Bohrgänge Entzündungen in der Lunge und klinisch ist eine Atemnot offensichtlich. Daneben gibt es auch noch die Lungenwürmer beim Pferd, seine Larven werden mit dem Weidegras aufgenommen, wandern durch den Darm ebenfalls in die Lunge. Bei dem Pferd handelt es sich um einen Fehlwirt, die Larven können sich daher nicht voll zu erwachsenen Würmern, die Eier legen entwicklen – daher sind keine Eier im Kot nachweisbar beim Pferd. Der Esel ist der Hauptwirt der Lungenwürmer, hier entwickeln sich Adulte, deren Eier über die Luftröhre hoch gehustet werden in den Rachen, wieder abgeschluckt und so in den Darm und über den Kot wieder auf die Weide gelangen.

Bei Pferden findet man häufig Pilze in dem Schleim der Luftröhre, hier handelt es sich NICHT um eine Lungenmykose (echte Pilzinfektion des Lungengewebes) sondern um eine Kontamination der Atemluft mit Schimmelpilzen aus der Umwelt. Die reizen zwar die Lunge, lösen aber keine Infektion aus! Bei einer Infektion vermehren sich die Erreger im Gewebe – da die Pilzsporen nur reaktionslos in den luftführenden Atemwege “liegen” statt sich im Lungengewebe zu teilen und mehr zu werden, handelt es sich um eine Kontamination und KEINE Infektion.

Mehr spannende Themen über Pferdekrankheiten findest du im Podcast-Inhaltsverzeichnis

Nicht-Infektiöse Ursachen für Husten beim Pferd

Über den chronischen Husten beim Pferd erfährst du mehr in dieser Podcast Episode, hör rein und lerne wie du deinem Pferd helfen kannst.

Hier kannst du direkt in den Podcast reinhören:

Podcast Episode #9 Muskelerkrankungen

Podcast Episode #9 Muskelerkrankungen

Episode #9 Muskelerkrankungen beim Pferd

Muskelerkrankungen beim Pferd können ernährungsbedingt (Vit E/Selenmangel), durch verschiedene Giftstoffe oder eine Genmutation (PSSM) entstehen. 

Muskulatur der Pferde – Grundlagen

Die Muskulatur besteht aus einzelnen Muskelzellen, den Muskelfasern. Diese lagern sich zu Muskelbündeln zusammen und mehrere Bündel bilden dann den Muskelbauch. Jeder Muskel ist mit einer Ursprungs- und Endsehne mit dem Knochen verbunden. Es gibt 3 Muskelfaser-Typen, die zum Teil genetisch und zum anderen Teil trainingsbedingt ausgeprägt sind. 

1. Typ I – Muskelfaser: Ausdauer
– langsam kontrahierend, rote Farbe = slow-twich-Fasern
(Distanzpferde, Vielseitigkeitspferde, Kaltblüter)
2. Typ II – Muskelfaser: Schnelligkeit 
– schnell kontrahierend, weiße Farbe = fast-switch-Fasern
 – Typ II A Schnelligkeit und Ausdauer
 – Typ II B Schnelligkeit
(Vollblüter, Quarter Horse, Rennpferde)

Alle Pferde besitzen alle Fasern im Körper, sie sind jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Auch die Muskeln innerhalb eines Pferdes besitzen unterschiedliche Faserzusammensetzungen je nachdem, ob es sich um einen Haltemuskel oder einen Bewegungsmuskel handelt.

Der Muskel braucht Energie, um Arbeit zu leisten dafür nutzt der Körper Kohlehydrate, Fette und Eiweiß. Das Pferd frisst Kohlenhydrate (Kraftfutter, Heu), die im Darm als Glucose ins Blut resorbiert wird. Der Blutglucosewert steigt, sodass der Körper Insulin freisetzt. Das Insulin dient der Glucose als Türöffner in die Muskelzelle, wo es dann als Brennstoff zur Energieumwandlung eingesetzt wird. Wird die Glucose gerade nicht gebraucht, wird sie als Glykogen in den Zellen gespeichert – als Reserve. Diese Speicherung geschieht bei Pferden mit PSSM im Übermaß.

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Muskelerkrankungen bei Pferden

Die atypische Weidemyopathie entsteht durch die Aufnahme von Samen oder Keimlingen des Bergahorns (Ahornvergiftung) und führt häufig zum Tod. Daher sollte die Umgebung um die Pferdeweiden auf das Vorkommen dieses Baumes kontrolliert werden.

Symptome bei Muskelerkrankungen

– Muskelzittern
– Schmerzen
– Schwäche
– Steifheit
– schwitzen, erhöhte Atemfrequenz
– roter Urin (Muskelfarbstoff)

Diagnose bei Muskelerkrankungen
  • Blutwerte z.B. CK
  • klinische Symptome
  • Muskelbiopsie
  • EMG (Elktromyographie)
Muskelerkrankungen (Myopathie) beim Pferd

Muskelatrophie – Muskelschwund (generalisiert, lokal)
Der Muskelschwund kann durch Bewegungsmangel, Satteldruck oder eine Nervenlähmung, wie beim Kehlkopfpfeifen entstehen.

Muskelschäden – Muskelzerrungen – Muskelfaserrissen – Muskelruptur

Myopathien (Muskelerkrankungen)
In dieser Episode besprechen wir die folgenden Pferdekrankheiten:
ernährungsbedingt: 
Weißmuskelkrankheit beim Fohlen – Selen und Vit.E Mangel

toxinbedingt (Giftstoffe): 
Tetanus: Wundinfektion mit Bakterien
atypische Weidemyopathie – Bergahorn-Samen und Keimlinge

genetisch bedingt:
PSSM, Kreuzverschlag, HYPP

Muskelaufbau bei Pferden

Bei akuten Muskelschäden darf das Pferd nicht weiter bewegt werden, da sonst weiterhin Muskelzellen zerstört werden. Die Pferde sollten warm eingedeckt werden und Ruhe bekommen. 

In der Regenerationsphase, in der Muskel aufgebaut werden soll, braucht der Muskel regelmäßig Bewegung. Eine Unterstützung kann durch eine proteinhaltige Fütterung geleistet werden oder Reiskeimöl (Vorsicht: Doping!). Bedenke allerdings füttern ohne Training bringt keine Muskeln hervor!! Schön wär´s 🙂 Mehr zum Erstellen von Trainingsplänen findest du in der Episode Nummer 7.

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Weitere Tipps zum Muskelaufbau findest du bei wehorse. Durch die Kooperation mit wehorse, der Lernplattform rund um das Thema „Pferde & Reiter“ bekommst du als Hörer des Podcast Kernkompetenz Pferd ein tolles Angebot. 

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Podcast Episode #7 Trainingspläne

Podcast Episode #7 Trainingspläne

Episode #7 Trainingspläne für Pferde

Ein systematisches und regelmäßiges Training ist für die Gesunderhaltung unserer Pferde wichtig. Denn als Lauftier sind sie nicht von Natur aus dafür geeignet uns auf dem Rücken zu tragen, daher müssen wir dafür sorgen, dass die Rückenmuskulatur aufgebaut wird vom Pferd und sich so ein Reittier  entwickelt über die Zeit.

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Jedes Pferd das geritten wird, muss dafür entsprechend trainiert werden!

Haltbarkeit als Reitpferd

Die Fitness des Pferdes bestimmt maßgeblich die Haltbarkeit des Pferdes als Reitpferd. Die Fitness des Pferdes wird beeinflusst durch Haltung, Bewegungsmöglichkeiten, Training und Fütterung, auch die Psyche spielt eine wichtige Rolle.

Training des Pferdes 

Definitionen:
Training ist eine systematische und regelmäßige körperliche Belastung zum Zweck der Leistungssteigerung oder zum Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es beschreibt die Fähigkeit der körperlichen Anpassung. Beispiel: Muskelaufbau beim Pferd

Übung:  Bei der Übung wird der Ablauf besser – hier kommt es zu Veränderungen im Nervensystem.
Beispiel: Lektionen verfeinern

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Bei dem Training liegt der Fokus auf Kondition. Die Kondition besteht aus Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Der Körper passt sich an äußere Reize an, insbesondere lässt sich das bei der Muskulatur gut nachvollziehen. Wird der Muskel nicht benutzt, bildet er sich zurück (atrophiert), wenn er dagegen überstrapaziert wird, kommt es zu Verspannungen und Verletzungen. Ein angemessener Belastungsreiz ist daher sehr wichtig zu einem gesunden Muskelaufbau beim Pferd. Der Muskel muss arbeiten, um sich weiter aufzubauen – nur ein Muskelaufbau-Präparat zu füttern führt keinesfalls zum Erfolg! Der Muskel wird im Training belastet und in der darauffolgenden Ruhephase regeneriert er sich und wächst dabei. Muskelaufbau passiert also nicht während des Reitens, sondern in der nachfolgenden Ruhepause.

Ziel des Trainingsplans für dein Pferd

Wie oft? Wie lang? Wie hart muss das Pferd trainiert werden? Bevor diese Fragen beantwortet werden können, muss geklärt werden wo willst du mit deinem Pferd hin? Ausreiten, Distanzritt, Bodenarbeit, Springen der Klasse E oder der Klasse S, Vielseitigkeit oder Dressur der Klasse L? Danach muss ermittelt werden, wo du und dein Pferd jetzt stehen, also der IST-Zustand. Je nach Zielvorgabe und IST-Zustand wird dann der Trainingsplan erstellt. Beim Antrainieren muss immer erst die Dauer verlängert werden und dann erst die Intensität!

  1. Schritt: SMART-Ziel definieren
    S=spezifisch, M=messbar, A=attraktiv, R=realistisch und T=terminiert.
  2. Schritt: Ist-Zustand aufnehmen
  3. Schritt: MACHEN – der Weg ist das Ziel!

    Jahresplan (Pause, Vorbreitung, Wettkampf)

    Quartalsplanung
    1. lockere Bewegung (Pause)
    2. Aufbautraining  für Muskulatur und Kondition (Vorbereitung)
    3. Vorbereitungsphase mit Übungsaufgaben (Vorbereitung)
    4. Zielerreichung, Wiederholung der Aufgabe (Wettkampfphase)

    Wochenplan
    Dressur, Longe, Springen, Konditionstraining, Wiesetag, Bodenarbeit

    Tagesaufgaben
    Dressur: Verbesserung des Übergangs Schritt – Galopp
    Höre dazu auch gerne in die Folge zur Lösungsphase rein!

    Dressur-reiten-sportpferd-turnierpferd

Krankheiten durch falsches Training

Ein abwechslungsreicher Jahresplan ist wichtig, denn gleichbleibendes und monotones Training ist wirkungslos und belastet den Körper und auch die Psyche des Pferdes negativ. Die Gelenke des Pferdes werden einseitig belastet und es kommt zu Abnutzung und Schäden. Es entstehen Arthrose, Lahmheiten und Gelenkentzündungen. Bei Reitpferden ist die Hufgelenksentzündung eine ganz typische Erkrankung durch einseitige Fehlbelastung und zu langen Stehzeiten.

Mehr zu Erkrankungen des Bewegungsapparates in den Folgen:
Muskelerkrankungen beim Pferd

Sehnenschaden beim Pferd

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Arthrose beim Pferd 

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Podcast Episode #6 Pferdefütterung Teil 1 Grundlagen

Podcast Episode #6 Pferdefütterung Teil 1

mit Werner A. Klein

Grundlagen der Pferdefütterung 

Unser Ziel ist also eine artgerechte und bedarfsgerechte Fütterung. Das mindert viele unserer Probleme, unserer Leiden – oder besser die unserer Pferde. Außerdem sparen wir Tierarzt-Kosten, denn Vorbeugen ist besser und billiger als Heilen. Das was und auch das wie wir füttern ist von großer Bedeutung für die Pferdegesundheit. Das pferdetypische Fressverhalten hat sich über Millionen von Jahren in der Steppe entwickelt, das hat sich kaum verändert seit der Domestikation. 

Artgerechte Pferdefütterung

Eine artgerechte Pferdefütterung zeichnet sich dadurch aus, dass die arttypische Bedürfnisse der Pferde befriedigen werde. Pferde sind Steppentiere und keine Weichtiere, wie häufig gedacht. In der Steppe gab es nur im Frühling das Angebot an jungen Gräsern, das als Leistungsfutter zur Milchbildung von den Stuten genutzt wurde (Stuten sind saisonal polyöstrisch), ansonsten war das Futterangebot eher knapp im Jahr. Es handelte sich um langes, überständiges, strukturreiches, also energiearmes Gras. Die heutigen Wiesen sind wegen der Düngung und der Nutzung das ganze Jahr sehr mastig, wie damals im Frühjahr, für Rinder ist das erwünscht (Milchbildung, Mast), für unsere Pferde ist dies aber gesundheitsschädlich!

Pferdeernährung


Grundsatz Nr. 1: Pferde sind Raufutter-Fresser
Für die Pferde ist ein pferdegerechte Heu wichtiger als das beste Müsli! 

Grundsatz Nr. 2: Pferde sind Pflanzenfresser
Pferde sind reine Veganer – klingt logisch? In vielen Internetforen findet man Mast-Rezepte mit Eiern, diese gehören nicht in den Futtertrog unserer Pferde. Lediglich Fohlen in der Saugphase sind Vegetarier, in dieser Zeit ist also Milch erlaubt 🙂

Grundsatz Nr. 3: Pferde sind Dauerfresser
Das Pferd ist eigentlich ein Dauerfuttersucher und kein Dauerfresser, der Begriff ist zur heute Zeit überholt, wird jedoch noch viel verwendet. Eine ständige übermäßige Aufnahme von Raufutter sollte je nach Pferdetyp einzuschränken, zum Beispiel über Heunetze oder Dosierraufen. Die Nordpferdetypen (Pony, Kaltblutrassen) sind leichtfuttrig und bei ad libitum Heufütterung führt dies zu einer Überversorgung und Verfettung. Dagegen müssen einige Südpferdetypen (Vollblut), die sehr schwerfuttrig sind, trotz ad libitum Heufütterung noch zugeflüstert werden, da sie nicht in der Lage sind ihren Erhaltungsbedarf durch die Heuaufnahme zu decken. Daher muss je nach Pferdetyp die Fütterung angepasst werden, wobei die ständige Futtersuche als Grundbedürfnis berücksichtigt werden muss.

Grundsatz Nr. 4: Pferde sind Gewohnheitsfresser
Die Verdauung der Pferdes ist abhängig von Mikroorganismen im Dickdarm, daher müssen auch die Bedürfnisse der Darmflora (Verdauungshelfer) berücksichtigt werden. Die Darmflora ist sehr spezifisch, das heißt abhängig vom jeweiligen Futter. Eine langsame Futterumstellung ermöglicht diesen Verdauungshelfern sich anzupassen.

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Podcast Episode #5 Lösungsphase aus medizinischer Sicht

Podcast Episode #5 Lösungsphase aus medizinischer Sicht

Podcast Episode #5 Lösungsphase aus medizinischer Sicht

reiten-pferd-pferdetraining

Heute beschäftigen wir uns mit den Veränderungen, die durch Bewegungsmangel beim Pferd und eine unzureichende Lösungsphase beim Reiten entstehen. Pferdetraining aus medizinischer Sicht zu bewerten hilf in vielen Fällen zu verstehen warum im täglichen Training und beim Muskelaufbau entsprechende Empfehlungen gegeben werden, wie zum Beispiel ausreichend Schritt reiten zu Beginn einer jeden Reitstunde.

Bewegungsverhalten – natürliches Grundbedürfnis

Pferde sind Lauftiere – das bedeutet ihr tägliches Bewegungsbedürfnis liegt eigentlich bei 16 Stunden! In der Natur legen die Pferde in dieser Zeit bis zu 20km zurück und zwar im langsamen Schritt mit gesenktem Kopf zur Futteraufnahme. 

Alltag in vielen Reitställen – Bewegungsmangel

Die Frage lautet meist “Wo steht denn dein Pferd?” und die Frage drückt schon das Problem aus – das Pferd steht in dem Stall xy – stehen, leider ich laufen oder leben…
Jedem Pferd stehen nach heutigen Gerichtsurteilen täglich 2 bis 3 Stunden freie Bewegung zu, also ohne Reiter, dass bedeutet auf der Wiese oder dem Paddock. Selbst wenn diese Zeit zusätzlich zum Reiten eingehalten wird, bleiben noch sehr viele Stunden eines Tages übrig.

Aufgabe: Setz dich hin und notiere einmal 24 Stunden deines Pferdes.
Beispiel: 
24 Uhr bis 07 Uhr: Box
07 Uhr bis 11 Uhr: Wiese
11 Uhr bis 15 Uhr: Box
15 Uhr bis 16 Uhr: Führmaschine
16 Uhr bis 18 Uhr: Box
18 Uhr bis 20 Uhr: Reiten
20 Uhr bis 24 Uhr: Box
Zusammenfassung: 17 Stunden Stehzeit und 7 Stunden Bewegungszeit
Merke: Das Grundbedürfnis lag bei 16 Stunden Bewegung – als ist dem Beispiel das Verhältnis genau verkehrt herum. Deswegen ist eine entsprechende Lösungsphase für unsere Pferde zur Gesunderhaltung wichtig!

äreiten-pferd

Auch im Offenstall ist ein regelmäßiges Bewegungsprogramm stark zu empfehlen! Matschige oder gefrorene Böden sowie der Aufenthalt an der Heuraufe oder auf der Wiese führen auch hier zu Bewegungsmangel.

Auswirkungen auf den Bewegungsapparat des Pferdes

Studien zeigen wie sich die chemische Zusammensetzung und die Biomechanik des Körper durch Bewegungsmangel verändert. 

Knochen: Knochen sind aus sehr festen Gewebe – durch mangelnde Bewegung kann der Knochen jedoch an Festigkeit verlieren. Er reagiert ständig auf mechanische Beanspruchung, regelmäßige Muskelaktivität stärkt also die Knochen. Bei Pferden mit festen Schienen- oder Cast-Verbänden konnte eine Inaktivitätsosteoporose nachgewiesen werden (Osteo=Knochen; porose=porös).

Was passiert mit Sehnen, Muskeln und Gelenken? Mehr Informationen erhälst du in dieser Folge.

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Podcast Episode #4 Druse

Podcast Episode #4 Druse

Druse beim Pferd ist eine gefürchtete Pferdekrankheit, die mit eitrigen Nasenausfluss, Fieber und Müdigkeit einhergeht und hoch ansteckend ist. Leider tritt diese Erkrankung beim Pferd wieder häufiger auf in den letzten Jahren.

Druse beim Pferd

Es handelt sich dabei um eine bakterielle Erkrankung (Streptococcus equi sub. equi), die weltweit vorkommt, hoch ansteckend ist – aber in der Regel nicht tödlich verläuft. Bei  der Druse haneldt es sich um eine fiebrige Erkrankung der oberen Atemwege.

Symptome bei Druse

– Husten
– eitrigen Nasenausfluss
– Abgeschlagenheit
– Schluckbeschwerden
– vergrößerte Lymphknoten (Lnn. mandibularis)

– Komplikationen:
Streuung in die anderen Körperlymphknoten mit Abszessbildung
Nieren-Erkrankungen
Blutflecken-Krankheit (Entzündung der kleinen Gefäße) mit Ödembildung (Nilpferd-Kopf)

Risikopatienten – gefährdete Pferde bei der Druse

YOPIS
Y = Young (Fohlen+Jungpferd)!
Die Druse wird auch häufig als Kinderkrankheit bezeichnet.
O = Old (alte Pferde)
P = Pregnant (Trächtigkeit)
I = Immunsystem geschwächt (Stress, Parasitenbefall)
S = Sick (bereits erkrankte Pferde)

Bei diesen Pferden ist das Immunsystem entweder noch nicht vollkommen ausgereift oder geschwächt und daher sind diese Gruppen besonders gefährdet.

Druse-pferd-pferdekrankheit
Übertragung der Druse 

Der Erreger überlebt in der Umwelt relativ schlecht, daher erfolgt die Übertragung meist direkt von Pferd zu Pferd. Eine indirekte Übertragung ist allerdings möglich – zum Beispiel Nasenausfluss auf der Jacke. Die Eintrittspforte in den Körper sind die oberen Atemwege und von dort wandert das Druse-Bakterium in die Lymphknoten.

Stille Träger (Pferde mit Druse ohne Symptome)

2% bis 10% der Pferde tragen den Erreger in sich und scheiden ihn aus OHNE dabei zu erkranken, das nennt man eine latente Infektion. Diese Pferde scheiden den Erreger aus und stecken andere Pferde an. Diese stillen Träger sind sehr schwer zu identifizieren, können aber der Grund dafür sein, dass immer wieder neue Pferde im Stall erkranken. Der Druse-Erreger zieht sich dabei in die Luftsäcke zurück.

Druse-pferd-pferdegesundheit

Nachdem die Symptome abgeklungen sind, können die Pferde die Druse-Erreger noch bis zu 3 Wochen ausscheiden. Das bedeutet nach dem letzten Fiebertag sollte die Quarantäne noch weitere 3 Wochen aufrecht erhalten werden – ein Stand-Still im Reitstall-keiner rein, keiner raus! Das sind lediglich Empfehlungen, da Druse weder anzeigepflichtig noch meldepflichtig ist, gibt es keine gesetzlichen Regeln.

Diagnostik bei der Druse
  1. Luftsackspülung
    Der Goldenstandard ist eine Luftsackspülung mittels einer Endoskopie 3 mal im Anstand von einer Woche, wenn alle Proben negativ sind, gilt das Pferd als Druse-frei.
    -> sicherste Methode, aber sehr aufwendig
  2. Rachenspülung
    Eine weitere Möglichkeit ist die Rachenspülung, dabei wird ein langer Katheter in die Nüster eingeführt und wie eine Nasenschlundsonde bis kurz vor den Kohlkopf geschoben, wo sich auch die Eingänge zu den Luftsäcken befinden. Dann wird mit Kochsalzlösung der Rachen gespült und die Flüssigkeit beim Herauslaufen aus der Nüster wieder aufgefangen.
    -> gute Methode, kostengünstig und wenig invasiv
  3. Nasentupfer
    Das ist die schlechteste Variante die Druse zu diagnostizieren und macht nur Sinn aus zähen, gelben Eiter. Bei fehlendem Nasenausfluss ist ein Nasentupfer nicht sinnvoll!
    -> schlechte Methode bei mangelndem Nasenausfluss

Kein Test hat eine 100% Treffsicherheit: das bedeutet leider, dass selbst  wenn der Test negativ auf Druse ist, das Pferd jedoch Druse haben könnte. Das nennt man ein falsch negatives Ergebnis, daher wiederholt man die Test 3. mal im Abstand von einer Woche. Die Drüse-Diagnostik ist dadurch sehr teuer!

Behandlung und Maßnahmen bei Druse 

Die Pferde brauchen Ruhe und sollte sofort abgesondert werden, wenn Fieber auftritt. Die Abszesse im Kehlgang werden mit Zugsalbe und Wärme behandelt bis sie sich nach außen öffnen und der Eiter abfließen kann. In einigen Fällen macht es auch Sinn die Abszesse chirurgisch zu spalten. Die Behandlung mit Antibiotika ist umstritten in der Literatur. Sie werden eingesetzt, wenn 1. die Abszesse offen sind, 2. im Frühstadium vor der Abszessbildung oder 3. bei Verdacht auf Abszessbildung im ganzen Körper, also bei einer Streuung des Erregers.
Wiesen sollten 4 Wochen nicht genutzt werden und im Stall sollten verschiedene Hygienemaßnahmen durchgeführt werden. Neue Pferde sollte in Quarantäne gestellt werden für 2 bis 3 Wochen, leider keine gängige Praxis. Die prophylaktische Impfung wird nicht empfohlen, wenn die Druse schon ausgebrochen ist, sollte unter keinen umständen geimpft werden!!

Du willst erfahren wie es im akuten Fall abläuft, dann höre in diese Folge des Podcasts rein – deine Veronika

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Podcast Episode #3 Impfungen beim Pferd Teil II

Podcast Episode #3 Impfungen beim Pferd Teil II

Episode #3 Impfungen beim Pferd Teil II

Impfungen beim Pferd sind die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Infektionserkrankungen und deren Verbreitung – es geht dabei um den Schutz des Einzeltieres, des Bestandes und der gesamten Pferdepopulation.

Non-Core-Komponenten – Impfempfehlung
(Impfung empfohlen bei Gefährdung)

  • Tollwut (100% Schutz, Information vor Urlaubsreisen einholen)
  • Hautpilz (besonders zu empfehlen bei Jungpferde beim Einreiten)
  • Druse (Impfung bei Ausbruch ABZULEHNEN!)
  • Rotaviren (Fohlen-Durchfall-Erkrankung)
  • EVA (Equine Virus Arteritis, Hengste im Deckeinsatz, meldepflichtig)
  • West-Nil-Virus (2019 in Deutschland nachgewiesen!)
Impfungen beim Pferd

Reaktionen nach einer Impfung beim Pferd

Impfdurchbruch:
Das Pferd wird krank durch Viren aus der Umgebung/von andere Pferde – die Impfung erfüllt ihre Aufgabe nicht, trotz dass das Pferd geimpft ist. Ursachen für eine ungenügende Impfwirkung sind zum Beispiel das unsachgemäße lagern von Impfstoffen, impfen von bereits kranken Pferden oder gestresste Pferde, Impfintervalle werden nicht eingehalten, fehlerhafte Grundimmunisierung und so weiter.

Impfreaktion/Impfschaden:
In den meisten Fällen kurzfristige lokale Schwellung, Gliederschmerzen und Fieber. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen mit langfristigen Gesundheitsproblemen.

Impferkrankung:
Bei dem Lebendimpfstoff werden die Viren in ihrer krankmachenden Wirkung abgeschwächt, sodass eine Reaktion des Immunsystems mit Bildung von Antikörpern ausgelöst wird ohne den Impfling krank zu machen. Bricht nun die Erkrankung durch diese Viren im Impfstoff aus wird dies eine Impferkrankung genannt.

Was solltest du beachten, wenn du dein Pferd impfen möchtest? Turnierstart, Husten, Stallwechsel,…? Mehr Informationen in dieser Folge.

Höre auch in den ersten Teil zu Impfungen beim Pferd rein!
Episode #2 Impfungen beim Pferd Teil 1

Podcast Episode #2 Impfungen beim Pferd

Podcast Episode #2 Impfungen beim Pferd

Episode #2 Impfungen beim Pferd

Impfungen beim Pferd: Influenza, Tetanus und Herpes

Allgemeine Informationen zu Impfungen beim Pferd

Impfungen beim Pferd sind die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Infektionserkrankungen und deren Verbreitung – es geht dabei um den Schutz des Einzeltieres, des Bestandes und der gesamten Pferdepopulation. Anzustreben ist eine vollständige Bestandsimpfung, wobei alle Tiere eine vollständige Grundimmunisierung erhalten und dann je nach Einsatz nachgeimpft werden. Es entsteht eine stabile Impfdecke, die den bestmöglichen Schutz bietet.

Fohlen und Zuchtstuten impfen 

Die Immunkompetenz des Fohlens ist abhängig von der Impfhistorie der Mutter. Zu beachten ist, dass Pferde eine undurchlässige Plazenta für Impfantikörper haben, die Antikörper werden also erst nach der Geburt durch die erste Milch (Kolostrum) aufgenommen. Der Schutz dient dem Fohlen die ersten Lebensmonate, da die Antikörper der Mutter sich mit der Zeit abbauen, muss das Fohlen dann körpereigene produzieren – hier setzt dann die Fohlenimpfung ein (ab 6. Lebensmonat).

Leitlinien zu den Impfungen bei Pferden

Core- und Non-Core-Komponenten

1. Core-Komponenten (ständige Empfehlung): Influenza, Tetanus, Herpes
2. Non-Core-Komponenten (nur bei Gefährdung): Tollwut, Druse, Rotaviren

  1. Core-Komponenten

Die Grundimmunisierung besteht grundsätzlich aus 3 Impfungen (häufige Fehlerquelle!).

Influenza 

  1. Impfung Tag 0
  2. Impfung nach 4 bis 6 Wochen (LPO 28 bis 70 Tage)
    -> nach 14 Tagen Turnierteilnahme möglich
  3. Impfung nach 6 Monaten (LPO +21 Tage)
    -> 7 Tage nach der Impfung Startverbot auf einem Turnierdanach:
    – Influenza für Freizeitpferde jährlich / Turnierpferde halbjährlich

Zusammenfassung:
– Übertragung der Influenza-Viren über eine Tröpfcheninfektion
– Atemwegserkrankungen mit hohen Fieber, Husten und Apathie
– hoher Infektionsdruck bei Ansammlungen von Pferden (Turnier)
– aktuelle Ausbrüche (2019)

Herpes

  1. Impfung Tag 0
  2. Impfung
    – nach 4 bis 6 Wochen (Todimpfstoff)
    – nach 3 bis 4 Monaten (Lebendimpfstoff)
  3. Impfung nach 6 Monatendanach:
    – Herpes für alle immer halbjährlich
    – Zuchtstuten, tragend: Schutz vor Abort
    Lebendimpfstoff: 4. und 8. Trächtigkeitsmonat
    Todimpfstoff: 5., 7., und 9. Trächtigkeitsmonat

Zusammenfassung:
– Herpes-Viren Typ 1: neurologische Symptome und Verlust der Trächtigkeit im letzten Drittel (Abort)
– Herpes-Viren Typ 4: Atemwegserkrankungen
– bilden Latenz aus, einmal infiziert bleibt eine lebenslange persistierende Infektion, die bei Stress aktiviert wird (vgl. Lippenherpes beim Mensch)

Impfungen Pferd Tetanus

Tetanus (Wundstarrkrampf)

  1. Impfung Tag 0
  2. Impfung nach 4 bis 6 Wochen
  3. Impfung nach 1 Jahrdanach alle 2-3 Jahre zu wiederholen

Zusammenfassung:
– Ein MUSS für alle Pferde (Rentner, Fohlen, Turnierpferd, Freizeitpferd)
– 100% Schutz, gut verträglich, kostengünstig,
– Erreger kommt überall vor und dringt über kleinste Hautwunden ein
– eine Infektion für in der Regel zum Tod

weitere Impfungen beim Pferd behandeln wir in der nächsten Episode Impfungen beim Pferd Teil 2

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Podcast Episode #1 Pferdekrankheiten

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Willkommen zum Podcast Kernkompetenz Pferd hier dreht sich alles über Pferdekrankheiten und wie du dein Pferd gesund erhältst!

Pferdewissen über Pferdekrankheiten

Du möchtest mehr über dein Pferd erfahren? Mehr Sicherheit in medizinischen Fällen, wenn dein Pferd krank ist? Keine Verunsicherung durch Außenstehende, sondern Sicherheit durch Fakten und fundiertes Wissen? Dann bist du hier richtig 🙂 viel Spaß beim reinhören und besser werden! Wir bauen deine Fachkompetenz aus! #besseralsgestern #informierterPferdemensch

=> und damit hallo Zusammen und herzlich Willkommen, ich bin Dr. Veronika Klein, Fachtierärztin für Pferde, Reiter, Trainer und Chiropraktiker und freue mich auf eine spannende Zeit mit euch!

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Seit Januar 2018 gibt es hier alle 14 Tage eine neue Podcast Episode zu dem Thema Pferdegesundheit und Pferdekrankheiten.

Über eine aktive Mitgestaltung freue ich mich besonders, ihr habt Themenwünsche?

Dann schreibt mir eine Email veronika@kernkompetenz-pferd.de

Ziel: gesunde Pferde – weniger Pferdekrankheiten

Meine Vision

Die Welt für unsere Pferde zu einem besseren Ort zu gestalten –
indem ich Reitern helfe ihre Herzenspferde nachhaltig gesund und glücklich zu erhalten #informierterPferdemensch

Meine Mission

Vermittlung von theoretischem Wissen und praktischen Fähigkeiten zur Thematik Pferdegesundheit – einfach, sachlich und umsetzbar für jeden

Mein Versprechen 🐴🎓🎤 #besseralsgestern

#🐴 pferdegerecht
– unabhängig von Methoden, Theorien und Lehren, sondern fürs Pferd

#🎓 fundiertes Pferdewissen
– unaufgeregt, kompakt, verständlich und umsetzbar

#🎤 zugänglich für jeden, von überall, zu jeder Zeit
– Nutzung von moderne Medien in Zeiten der Digitalisierung

Konzept

Podcast Kernkompetenz Pferd
“Aus Leerzeiten – Lernzeiten gestalten”
Hört euch während der Autofahrt, der Hausarbeit oder beim Sport eine Episode an und bildet euch mühelos und kostenlos über euren Partner Pferd fort.

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Erste Hilfe am Pferd
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Viele Krankheiten lassen sich vermeiden, lerne mehr über Pferdeanatomie, die Organfunktionen und die häufigsten Erkrankungen und erspare deinem Pferd und dir den Tierarztbesuch 🙂 spart Zeit, Geld und Nerven!
für mehr Infos

Tierschutzgesetz:
§ 2 Jeder der ein Tier hält oder betreut muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Er darf die artgemäße Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Zudem muss er über die Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen. 

Daher sollte jeder der Umgang mit Pferden hat, sich kontinuierlich fortbilden zum Wohle der Tiere!

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