Autor: Veronika Klein

Blutbild beim Pferd

Blutbild beim Pferd

Welche Werte sind sinnvoll? Was sagen die Werte aus und was nicht!

in dieser Episode erfährst du etwas über das Blutbild beim Pferd

Blutbestandteile

Das Blut setzt sich zusammen aus einem zellulären Anteil und dem Blutplasma – zusammen wird es als Vollblut bezeichnet.

Blut = Blutzelle und Blutplasma
Häufig fällt auch der Begriff “Serum”, dabei handelt es sich um das Blutplasma ohne die Gerinnungsfaktoren.

Blutzellen – 3 Zelltypen

  1. rote Blutzellen (Erythrozyten)
  2. weiße Blutzellen (Leukozyten)
  3. Blutplättchen (Thrombozyten)

zu 1. rotes Blutzellen

Die roten Blutzellen beinhalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, dieses bindet den Sauerstoff und so transportieren die “Erys” den Sauerstoff durch den Körper. Diese Zellen werden in dem roten Blutbild bestimmt, daneben werden verschiedene prozentuale Anteile der Zellen und Verhältnisse bestimmt. Dazu zählen der Hämatokrit (Volumenanteil der roten Zellen im Vollblut in %) oder der MCH (mittlerer Hämoglobin-Gehalt eines Erys).

Was macht Sinn und was nicht?

zu 2. weiße Blutzellen

Diese Zellpopulation ist Teil des Immunsystems und beinhalten Lymphozyten, neutrophile, basophile und eosinophile Granulozyten sowie Monozyten. Alle zusammen werden als Leukozyten bezeichnet. Ein Anstieg oder aber auch ein Abfall sind Hinweise auf eine Infektionserkrankung.

zu 3. Blutplättchen

Oder auch Thrombozyten genannt sind Teil des Gerinnungssystems. Bei Blutungen bilden die Thrombozyten einen Propf und verschließen so den Ort der Verletzung – sind klinisch Gerinnungsstörungen sichtbar, kann diese Zellpopulation verändert sein. Bei zu langer Lagerung von Blut kleben die Thrombozyten manchmal zusammen und es entstehen falsch niedrige Werte in der Blutanalyse, daher sollte die Blutprobe entsprechend aufbereitet werden vor der Analyse.

weitere Blutwerte….

Elektrolyte? Organwerte, wie Leber oder Niere? Muskelprofil? Stoffwechselstörungen im Blut diagnostizieren? Im Blut können noch unendlich viele weitere Werte bestimmt werden, du willst mehr zu diesem Thema hören, dann weiteres in dieser Podcastfolge und im Onlinekurs Pferdegesundheit sowie dem Webinar “Blutbild beim Pferd – immer sinnvoll?”

ganzes Kapitel zum Thema Blut inkl. Blutbild

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360 Grad Pferd:
Hier geht es zu einem Interview mit einer Tierärztin über das Blutbild vom Pferd – zum weiterlesen.

Episode #42 Stuten und Fohlenfütterung Teil 2

Episode #42 Stuten und Fohlenfütterung Teil 2

Fütterung von tragenden Stuten, Saugfohlen und Absetzern 

Frühträchtigkeit
Unser erstes Rationsbeispiel ist für eine trächtige Stute im 8. GM / im 8. Trächtigkeitsmonat, den in der Niedertracht im 1. – 7. Trächtigkeitsmonat muss die Stute, wie in der letzten Episode begründet, moderat im Erhaltungsbedarf, jedoch bei vollwertigerMineralergänzung gefüttert werden.

Spättrachtigkeit
Erst ab dem 8.Trächtigkeitsmonat (Rationsbeispiel 8. GM)  steigt der Bedarf an. Dann im letzten Trächtigkeitsmonat (Rationsbeispiel 11. GM) sollte bereits auch schondasselbe Zuchtfutter gefüttert werden, dass nach der Geburt eingesetzt werden soll. Die Höchstleistung aber erreicht die Zuchtstute erst zum Ende des 1. Laktationsmonats. Hierzu (Rationsbeispiel   2. LM). 

Saugfohlen
Der 2. Teil dieser Episode bespricht die Fohlenfütterung. Zuerst die Bedeutung der Biestmilch und die Entwicklung bis zum 3. Lebensmonat. Ab dem 3. Lebensmonat reicht dann die Muttermilch alleine nicht mehr aus, eine gezielte Zufütterung sollte begonnen werden (s. Beispielsrationen Fohlen 3. – 6. Monat).

Absetzer
Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit der Aufzucht von Absetzern und den großen Unterschieden in der Aufzuchtintensität (Beispielsrationen für Absetzer).

Episode #41 Sehnenschaden

Episode #41 Sehnenschaden

Episode #41 Sehnenschaden

Sehnenschaden, eine Schreckensdiagnose:

 Das bedeutet nämlich eine ganz lange Pause für das Pferd, schlechte Heilung und eine hohe Rückfallrate – aber warum ist das so und was kannst du dafür tun, dass die Heilung gut verläuft und dein Pferd danach wieder einsatzfähig ist?

Sehnen verbinden
Muskel mit Knochen

Sehnen sind die Verbindung zwischen Muskulatur und Knochen. Sehnen dienen also der Bewegung, da sie die Kraft der Muskeln auf die Gelenke und Knochen übertragen. Ganz im Gegenteil zu Bändern, diese verhindern übermäßige Bewegung und verbinden Knochen mit Knochen. Die für uns relevanten Sehnen laufen am Pferdebein entlang, an der Vorderseite verläuft die Strecksehne und auf der Hinterseite der Gliedmaßen die Beugesehnen. Zu den Sehnen gehören die oberflächliche Beugesehne (OBS), die tiefe Beugesehne (TBS) und der Fesselträger (FST). Der Fesselträger hat eine besondere Struktur, da er noch viele Muskelfasern enthält im Gegensatz zu der OBS und der TBS. Je nach Aufgabe der Pferde, werden die jeweiligen Strukturen unterschiedlich stark belastet- das Springpferd mehr die TBS, das Galopprennpferd mehr de OBS.

Diagnostik Ultraschall

Die Sehnen sind aus straffen Bindegewebe, das sich aus elastischen Fasern zusammensetzt, bei einer Zugbelastung kann sich die Sehne um 4% verlängern. Einzelne Sehnenfasern bilden Sehnenbündel und werden von einer Sehnenscheide ummantelt. Die Blutversorgung ist sehr schlecht, darin liegt auch die Begründung, dass die Heilung so schlecht verläuft. Reparaturstoffe könne nur bedingt hintransportiert werden und Abfallprodukte werden nur verzögert abtransportiert. Sehnenerkrankungen sind eine sehr häufige Lahmheitsursache – du willst mehr erfahren, dann höre doch in diese Episode rein 🙂

Zum Weiterlesen: “Der Spanier hat Sehne” www.pfridolinpferd.com und Tipps zum Wiederaufbau nach einem Sehnenschaden gibt’s bei der Pferdeflüsterei und bei Listen to your Horse.

Zum Schluss noch etwas Werbung in eigener Sache, ich habe ein

Webinar “Erste Hilfe am Pferd, was tun, bis der Tierarzt kommt?” gegeben und aufgrund der Anfragen hab ich mich hingesetzt und es nochmal aufgezeichnet, sodass du diese Aufzeichnung nun erwerben kannst 🙂
Ziel des Webinars ist dir einen Einblick in den Theorieteil des Praxisseminars zugeben, damit du zu Hause schon einige Punkte sofort umsetzen kannst.

Deine Veronika

Mein erstes Webinar – “Erste Hilfe am Pferd – was tun, bis der Tierarzt kommt?”

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Episode #40 Gewichtsverlust

Episode #40 Gewichtsverlust
Episode #40 Gewichtsverlust

Abmagerung beim Pferd

Abmagerung ist ein häufiges Problem und die Ursachen sind sehr vielfältig, daher ist ein systematisches Vorgehen bei der Ursachenfindung wichtig! Das Pferd kann gesund sein und es liegt ein Managementproblem vor oder wir haben ein krankes Pferd und der Tierarzt muss hinzugezogen werden.
Diese Punkte solltes du überprüfen:

  1. Futter
  2. Futteraufnahme
  3. Futterverwertung
  4. Energieverbrauch
  5. Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Traktes

Jeder dieser einzelnen Punkte ist genau zu betrachten.

  1. Das Futter: Qualität, Menge, Rationszusammenstellung, Fütterungsmanagement
  2. Futteraufnahme: vermindert durch mangelnden Appetit, Zahnerkrankungen, Schluckbeschwerden
  3. Futterverwertung: Magengeschwüre, Darmentzündung, Parasiten, Tumore, Lebererkrankungen
  4. Energiebedarf: erhöht durch Trächtigkeit, Laktation, Stress, chronische Schmerzen, hartes Training, Wetterbedingungen wie Kälte
  5. andere Erkrankungen: Lahmheiten, Nieren-, Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen

Schau dir die Checkliste an und drucke sie dir aus, dann kannst du bei deinem Pferd alle Punkte systematisch durcharbeiten.

Checkliste Abmagerung

Nach der Episode hast du einigen Input, um der Ursache auf den Grund zu gehen – viel Spaß beim Hören.

Deine Veronika

Episode #39 Fohlenfütterung

Episode #39 Fohlenfütterung
Episode #39 Fohlenfütterung

Fohlenfütterung jetzt im Herbst!? Bei Fohlenfütterung denken wir ans Frühjahr, wenn die meisten Fohlen mit dem Weideauftrieb geboren werden.

Frühe, im Winter geborene Fohle bedauere ich, auch wenn sie vielleicht einen Entwicklungsvorsprung zu den Fohlenschauen mitnehmen. Licht, Luft und Bewegung im Frühjahr auf der Weide ist durch nichts zu ersetzten.

Dennoch halte ich es für wichtig, bereits jetzt über Fohlenfütterung nachzudenken, denn der Einfluss der Fütterung auf eine gesunde Fohlenentwicklung beginnt schon jetzt, in der frühen Trächtigkeit der Mutterstute. Also „Dinner for two“!

Das Foto zeigt die Gewichtsentwicklung des Fötus in Mutterleib. In der Niedertracht 1. bis 7. Trächtigkeitsmonat ist eine Gewichtsentwicklung bis nur 10% des Geburtsgewichtes dargestellt. Im 8. bis 11. Trächtigkeitsmonat explodiert das Gewicht. In der Niedertracht ist einen Fötus im 4. Trächtigkeitsmonat abgebildet. Obwohl der Fötus unter 3-4% des erwarteten Geburtsgewichtes wiegt, also ca. 1 – 2 kg bei einem Geburtsgewicht von 50 kg, sieht man, dass der Fötus bereits vollständig ausdifferenziert ist. In diesen 3 bis 4 Monaten haben sich aus nur einer befruchteten Eizelle alle Gewebe aus unterschiedlichsten Zellen (Haut, Knochen, Gelenke, Muskeln usw.) klein aber vollständig entwickelt.

Episode #38 Paddock Trail

Episode #38 Paddock Trail
Episode #38 Paddock Trail

Hallo ihr Lieben, heute schauen wir uns die Haltungsform „Paddock Trail“ an – mir begegnen noch zu oft Fragezeichen in den Gesichtern, wenn ich erzähle mein Pferd steht im Trail, das hat mich zu dieser Folge inspiriert. Am Ende dieser Episode kennst du die Vorteile dieser artgerechten Haltungsform, den Aufbau der Stallanlage und auch die Schwierigkeiten, die bei der Umgestalltung von konventioneller Boxenhaltung zu einer Offenstallhaltung mit sich bringen.

Ich denke jeder informierte Pferdehalter möchte sein Pferd auf eine artgerechte Haltungsform umstellen, da die erkannten Nachteile der bisherigen Boxenhaltung immer schwieriger hinzunehmen sind. Heute fehlt es allerdings noch oft an Alternativen, weil Pferdehaltungen aufgebaut in Anlehnung an die Ethologie der Pferde (also Lauftier, Dauerfresser, Herdentier und Frischluftfanatiker) erst noch flächendeckend umgesetzt werden müssen und die vorhandenen Gruppenhaltungen oft falsch umgesetzt oder selten mit Reitmöglichkeiten sprich einer Reithalle kombiniert sind. Mir ging es da genauso – bei meinen Schwiegereltern zu Hause leben die Zuchstuten das ganze Jahr draußen, die Fohlen laufen schon nach wenigen Stunden mit auf der Wiese und leben auch das ganze Jahr draußen bis sie 3 Jahre alt sind – ja und dann?? Dann beginnen die Probleme.

Die Boxenhaltung ist immer eine Haltungsform, welche die Bedürfnisse des Pferdes hinsichtlich der art- und verhaltensgerechte Unterbringung, Pflege, Bewegung und Ernährung massiv einschränkt – jedoch die häufigste Haltungsform darstellt. Bei uns im Umkreis definitiv die gängige Haltungsform.
Der Pferdebesitzer kommt lediglich einmal am Tag und bewegt das Pferd circa eine Stunde unter dem Sattel, dabei legen die Pferde 1 bis 2,4 km zurück. Das kann jeder gerne einmal mit einem GPS Messgerät oder dem Handy messen, in der Halle etwas schwieriger wegen dem GPS Signal, aber auf dem Platz garkein Problem. Daneben stehen den Pferden meist temporär Weideflächen zur Verfügung und bieten weitere 2 bis 4 Stunden Auslauf. Häufig stehen die Tiere einzeln auf der Wiese, aufgrund der Sorge vor Verletzungen, sodass kein Sozialkontakt möglich ist. Diese Flächen werden jedoch lediglich im Sommer genutzt, da im Frühjahr die Wiese zur Heuherstellung verwendet werden und im Herbst / Winter die Pferdehufe die Grasnarbe zerstören würden. Falls Winterausläufe vorhanden sind, verwandeln sich diese schnell in knöcheltiefe Matschlöcher auf denen der Kot untergetreten wird und kein Futterangebot mehr besteht. Die Pferde stehen bewegungslos und mit leeren Magen auf den Matschflächen. Vielleicht ist noch eine Führanlage in Gebrauch und die Tiere bekommen so eine weitere Stunde Bewegung. Insgesamt bleiben jedoch dann immer noch Stehzeiten von 18 Stunden am Tag übrig! Führe doch selber mal ein Bewegungstagebuch für dein Pferd und schreibe neben den bewegten Stunden auch immer die Boxenzeiten im Vergleich daneben, besonders jetzt im Winter eine traurige Bilanz. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen und bin vor und nach der Arbeit in den Stall sowie in der Mittagspause, um meinem Pferd soviel Auslauf wie möglich zu gewährleisten – was ein Zeitaufwand und irgendwie in der Zeitbilanz ein Tropfen auf dem heißen Stein.Weitere Probleme die sich aus der Boxenhaltung ergeben sind neben dem Bewegungsmangel (Lauftier), fehlender Sozialkontakt (Herdentier), Fütterungsprobleme durch lange Fresspausen (Dauerfresser), hoher Ammoniakgehalt in der Stallluft (hoher Bedarf an Frischluft) und ein hoher Arbeits- und Kostenaufwand durch das Einstreuen mit Stroh (kaufen, lagern, einstreuen, misten, lagern, entsorgen). Daraus entwickeln sich viele Erkrankungen, dazu zählen Verhaltensstörungen (koppen und weben), Atemwegserkrankungen (COB gibt es in Australien nicht, wo die Pferde draußen stehen), Lahmheiten, Koliken haben häufig ihre Ursache in den langen Stehzeiten

Die Alternative stellt die ganzjährige Offenstallhaltung dar. Da gibt es einmal die Wiese mit Unterstand, hier stehen die Pferde aber ebenfalls viel herum und bewegen sich erschreckenderweise kaum wesentlich mehr, da sie als Dauerfresser an ihren Fressplatz gebunden sind. Die Böden sind in der Regel nicht befestigt, sodass spätestens im Winter die Pferde durch die Matsche waten müssen und Pferde mögen keine Matsche. Durch fehlende Abwechslung entsteht Langeweile und die rangniederen Pferde werden durch die Ranghöheren gestresst, sodass die Verletzungsgefahr steigt. insgesamt gleichen die Flächen entweder abgewirtschaftete Steppen im Spätsommer oder einer Schlammwüste im Winter. Im Frühjahr und im Herbst  sind die Wiesen dann zu nährstoffreich und zuckerhaltig für das Steppentier Pferd und führen oft zu Übergewicht, Hufrehe und Stoffwechselerkrankungen (z.B. EMS). Durch fehlende Trainingsmöglichkeiten an Offenställen kann dem Übergewicht und dem Bewegungsmangel nicht entgegen gewirkt werden und so stellt sich die Frage welche Haltungsform nun die bessere ist?

Klar das sind Extreme um das Problem etwas zu verdeutlichen, also nehmt mir diese Formulierung nicht zu übel.

Weitere Offenstallvariante sind dann der Aktivstall und der Paddocktrail, wir schauen uns heute den Trail genauer an.

Paddock Trail auf Gut Scheidt

Unser Motto ist es aber statt über die vorhandenen Gegebenheiten zu jammern, etwas an der Situation für unsere Pferde zu verbessern und naturnahe, artgerechte Pferdehaltungen umzusetzen. Erster Plan von meinem Mann und mir: einen Hof zu kaufen und diesen umzubauen, aber nach 6 Monaten Behördengängen, Frust und jede Menge Geld, das wir verbrannt haben-positiv betrachtet Lehrgeld bezahlt haben. Haben wir aufgegeben Aber wie es manchmal so ist, schließt sich eine Tür, geht eine andere auf. Ein familiengeführter Stall in unserer Gegend wollte umbauen und hat mich nach Rat gefragt – Schublade wieder auf! Die Boxen sollten abgebaut werden und ein Offenstall sollte her – aber was gibt es, was macht Sinn und ist bezahlbar. Wir haben uns für den Paddocktrail entschieden.

Was ist jetzt das besondere am Trail?

Das Paddock-Trail Konzept oder auch Wanderwege für ein gesundes Pferdeleben genannt.

Das Paddock Trail Konzept von Jaime Jackson, der Hufschmied war, wird als fortschrittlichste Haltungsform unserer Zeit angesehen. Jaime Jackson studierte 20 Jahre wildlebende Hauspferde und erkannte, dass diese jeden Tag auf genau den selben Wegen wandern, die verschiedene Ressourcen verbinden. Diese Wege werden durch das Paddock Trail Konzept nachgeahmt.

Die Pferde leben dabei auf einem befestigten Paddock in Form eines langen Rundweges um eine Weidefläche, der verschiedene Stationen wie Liegeflächen, Fressstellen, Lecksteine, Wasser und interessante Plätze verbindet. Heu wird aus Heuraufen gefüttert, die auf dem Trail großräumig und in höherer Anzahl als Pferde, verteilt sind. Dadurch wandern die Pferde von Heustation zu Heustation. Wasser und alle weiteren Stationen, sind möglichst weit voneinander entfernt. Dabei wechselt die Bodenbeschaffenheit im Verlauf mehrfach zwischen Sand, Gesteinsbrocken, Kies und Schotter, zudem erhöht sich die Reizvielfalt durch Steigungen, Holzstämme und eine Wasserfurt. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, wer sich Inspirationen holen möchte, braucht nur das Internet fragen, es ist unglaublich was die Leute für ihre Pferde gebaut und gebastelt haben! Diese speziell angelegten Laufwege bieten eine vielfältige Bewegungsmöglichkeit mit einer kontinuierlichen Futteraufnahme.

Aus dieser Haltungsform ergeben sich folgende Vorteile:

Das Bewegungsverhalten –  in der Natur geht das Pferd 16 Stunden täglich in langsamen Schritt mit gleichzeitiger Futteraufnahme

Die ständige Bewegung durch die räumliche Verteilung der Funktionsbereiche führen zu einer zurückgelegten Wegstrecke am Tag von 5 bis teilweise 20 km, obwohl der eigentliche Rundweg nur zwischen 500 und 800 m beträgt = das starke Anreizsystem führt zu konstanter und natürlicher Bewegung. Dies konnte durch GPS Messungen in verschiedenen Trails nachgewiesen werden. Ich setze euch in den Blogpost ein Bild von einer unserer GPS Messungen. Dauerhafte Bewegung bedeutet für das Lauftier Pferd körperliche und emotionale Gesundheit. Unabhängig von der Witterung ist eine Bewegung in allen drei Grundgangarten möglich und die unterschiedlichen Arten der Bodenbeschaffenheit trainieren den Bewegungsapparat optimal = Trainingsmehrwert durch Stimulus von Huf und Beinen sowie Achtsamkeit und Trittsicherheit, die Verletzungsgefahr sinkt also auf Dauer. Die Gelenke sind geschmeidig, die Muskultur durchblutet, die Sehnen stark und an wechselnde Belastung gewöhnt. Ein schlechter Boden auf einem Turnier wird diesen Pferden in der Regel nicht zum Verhängnis. Übrigens sind die Aufwärmzeiten vor dem Reiten verkürzt wenn mal Zeitmangel besteht, ist das dann nicht ganz so schlimm im Vergleich zu einem Boxenpferd. Natürlich gibt es hier und da eine Hautverletzung oder eine Schramme, sieht zwar nicht so dolle aus, aber ist mir tausendmal lieber als eine Sehnenentzündung, einer Hufgelenksentzündung, Hufrollensyndrom oder einem Arthroseschub, die halten einen länger vom Reiten oder Turnier gehen ab.

GPS Messung  

Sozialverhalten – Pferde sind in Gruppen lebende Tiere mit ausgeprägten Erkundungsverhalten

Gruppenhaltung ist völlig harmonisch, wenn alle Ressourcen wie Heu, Wasser und Bewegungsfreiraum der Natur des Pferdes entsprechend verteilt sind und die Herde mit sorgfalt zusammengestellt wird. Beim Paddock Trail stehen den Pferden mehr Heustationen zur Verfügung, als Pferde in der Gruppe leben. Die Stationen sind weit voneinander entfernt auf dem Trail. Jedes Pferd kann so unabhängig von seinem Rang absolut entspannt und in aller Ruhe fressen. Durch die, auf dem Rundweg verteilten Stationen, können sich alle Pferde auf Wunsch aus dem Weg gehen und ihren Freiraum genießen. Zudem wird durch die Reizvielfalt das Erkundungsverhalten befriedigt und es werden Verhaltensstörungen vermieden. Bei der Eingliederung von neuen Pferden ist es unruhig in der Gruppe keine Frage und die Nerven sind strapaziert von allen Beteiligten, aus diesem Grund empfehle ich nur in den Sommermonaten zu integrieren, wenn die Wiese offen ist und die Pferde deutlich mehr Platz haben sich aus dem Weg zu gehen. Zum anderen ist es schön für die Herde, wenn von September bis April kein Wechsel stattfindet – unser Herde und unsere Nerven genießen die Zeit sehr! Wir hatten auch Pferde, die wir leider nicht integriert bekommen haben, besonders wenn die Pferde alt und krank oder sehr hengstig waren-hier wurde die Integration zum Schutz für alle Beteiligten gestoppt. Das ist sehr traurig, aber sollte vorher im Einstallervertrag klar verankert sein, dass eine Integration nicht gewährleistet werden kann.

Ruheverhalten – mehrere Ruhephasen am Tag mit Sicherheits- und Komfortbedürfnis

Da sich alle Stationen nur auf dem Trail befinden, wird der Liegebereich nur zum Liegen interessant und sehr ruhig. Zudem wird der meiste Kot im Bereich der Heustationen abgesetzt, sodass die Ammoniakbelastung stark gesenkt wird im Vergleich zur Boxenhaltung mit Stroh, Atemwegserkrankungen werden also vermieden. Wir haben Pferde im Trail, die noch nie in der Box gelegen haben und nun plötzlich ständig flach auf der Seite liegen und schnarchen tagsüber und der Kumpel nebenan steht und wache hält. Ich weiß noch im ersten Sommer war das Gras sehr hoch und beim überblicken der Wiese fehlten Pferde, es brach Panik aus und alle liefen wild herum und schauten wo die Pferde ausgebrochen sein könnten, aber der Zaun war unbeschädigt und die Toren zu, schlußendlich fanden wir die fehlenden Pferde flach liegend in der hohen Wiese, das Gelächter und die Erleichterung waren groß.

Futteraufnahme – kontinuierliche, bodennahe Aufnahme von strukturierten, kargen Futter

Die Heufütterung erfolgt ad libitum aus engmaschigen Heutnetzen, sodass lange Fresspausen nicht entstehen. Der Verdauungstrakt ist auf eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme angewiesen, da das Futter im Darm durch Darmbakterien aufgeschlossen wird. Diese fangen jedoch bei Fresspausen über 4 Stunden an abzusterben, die Pferde leiden folglich unter Magengeschwüren, Kotwasser und Koliken.


Bei Sportpferden, tragenden Stuten oder alten Pferden ist eine Zufütterung von Kraftfutter manchmal nötig, um ihren Energiebedarf zu decken, die Pferde werden per Hand bei uns außerhalb des Trails gefüttert. Das ist sicherlich etwas aufwändig und es gibt andere Lösungen wie Futterautomaten oder Fressständer, aber die sind dann natürlich mit höheren Investitionskosten verbunden. Durch die Bepflanzung am Rand des Rundweges mit Büschen und Bäumen haben die Pferde zusätzlich ein abwechslungsreiches Gehölzfutter.
Die Weidefläche kann temporär (wetterabhängig) und ganz individuell (Ernährungszustand, Hufrehe) genutzt werden, dadurch wird die Aufnahme von frischen Gras eingeschränkt und die Weideflächen geschont oder kann für die Heugewinnung genutzt werden. Zudem wird der hohe Licht- und Frischluftbedarf gedeckt.

Die Pferde sollen jedoch nicht auf regelmäßiges Training verzichten, da auch diese Haltung das Bewegungserfordernis nicht komplett kompensiert und durch die ad libitum Heufütterung eine hohe Energiezufuhr entsteht. Insbesondere leichtfuttrige Pferde müssen zusätzlich bewegt werden, damit sie ihr Idealgewicht halten können. Sportpferden hingegen müssen so trainiert werden, dass sie die gestellten Aufgaben auf den Turnieren (Springen, Dressur, Vielseitigkeit) lösen können.

Kurz zu unserem Trail im speziellen – es ist ein reiner Wallachtrail, also eine Männer WG, uns wurde als Offenstall-Neulinge erstmal mit den Wallachen anzufangen, da sie ruhiger sind in der Gruppe. Wir haben Rentner, die nicht mehr geritten werden, Jungpferde, die noch nicht oder gerade angeritten werden, Freizeitspferde und Turnierpferde zusammen stehen. Bei den Turnierpferden haben wir ein M-Dressurpferd, 2-LDressurpferde, ein M-Springer und zwei die auch Vielseitigkeit gehen. Es war schon ein mumliges Gefühl als der Stalltrakt entkernt wurde, also alle Boxen raus, damit dort die Liegehalle entstehen konnte – danach gab es kein zurück mehr, waren ja keine Boxen mehr da. Die ersten Nächte haben wir wirklich schlecht bis garnicht geschlafen und letztes Jahr war es ja Wetter technisch eine Katastrophe regen, regen und nochmal regen und der super Sturm – die Pferde fanden es garnicht so schlimm, aber für uns war es schwer zu akzeptieren. Von allen Seiten haben wir Gegenwind bekommen, das könnt ihr doch nicht machen, Turnierpferde kann man nicht in den Offenstall stellen, das ist viel zu gefährlich und so weiter und dann sind uns die Herrschaften auch noch einmal abgehauen, seitdem sind alle Toren doppelt gesichert – es ist nichts passiert, aber das Gerede könnt ihr euch ja vorstellen! Das Jahr der Umstellung war aufregend und manchmal wirklich nervenaufreibend bis einen in den Wahnsinn-treibend, aber schlussendlich würden wir es immer wieder machen und die Stallbetreiber planen nun die restlichen Boxen auch abzuschaffen und noch einen Stutentrail zu bauen. = Insgesamt konnten wir beobachten das die Lebensqualität der Pferde steigt und unsere Pferde wieder in die Box zu stellen ist undenkbar für uns! Die Alten sind mobiler geworden, die nervösen ruhiger und die klemmigen gehen mit mehr Freude beim reiten – eine absolute win-win Situation, wie sagte eine Einstellerin so schön „hätte mir das vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass mein Pferd so umgänglich wird im Trail hätte ich mir und meinem Pferd viel Schweiß, Tränen und Kummer erspart!

Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich und ich hoffe sehr, dass noch mehr Reitställe umdenken und dann umbauen-es geht auch in Pensionsställen mit Einstellern. Und damit wünsche ich euch Mut zu neuen Wegen – wer sich wagt, gewinnt glückliche Pferde.

Liebe Grüße eure Veronika

Mehr Informationen zur Herdenzusammenstellung und alten Pferden im Offenstall findet ihr bei:

www.team-shettysport.com

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Episode #37 Rationsbeurteilung

Episode #37 Rationsbeurteilung
Episode #37 Rationsbeurteilung

Bedarfsermittlung – Rationsberechnung – Rationsbeurteilung

In der Episode 33 haben wir uns mit der Bedarfsermittlung, also dem Nährstoffbedarf von Pferden beschäftigt und den Bedarf des Pferdes „Musterknabe“ als Beispiel ermittelt.

Diesem Tagesbedarf haben wir in Episode 35 einer Futterration gegenübergestellt. Mit Hilfe des Rationsberechnungsformulars konnten wir so den Nährstoffbedarf und das Nährstoffangebot abwägen. Das Ergebnis dieser Rationsberechnung ist die Grundlage für unsere Rationsbeurteilung in dieser Episode.

Mit der Rationsbeurteilung wollen wir ermitteln, welchen Einfluss – Abweichungen vom Bedarf – also Mangel oder Überschuss – auf Gesundheit und Leistung haben. Und auch die Bedeutung der wichtigen Verhältnisse wollen wir besprechen. Damit können wir frühzeitig Mängel in den Futterrationen erkennen und haben die Chance ernährungsbedingte Störungen zu vermeiden. Denn häufig führen Fehler bei der Fütterung, die die Anpassungsfähigkeit des Pferdes überschreiten, zu Erkrankungen.
Dazu folgende Fragen zur Rationsbeurteilung:

1. Erfüllt die Ration die arttypischen Ansprüche des Pferdes?

2. Ist das Pferd satt und zufrieden?

3. Ist die Energie- und Eiweißversorgung bedarfsdeckend?

4. Sind Fehler in der Mineralstoffversorgung zu erkennen?

5. Welche Veränderungen im Einsatz der Futtermittel sind sinnvoll?

   

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Episode #36 Reitsafari in Afrika

Episode #36 Reitsafari in Afrika
Afrika 2017
Wir gehen auf Reitsafari

Heute erzähle ich euch mal nichts über Krankheit und Verderben, sondern ich nehme euch mit auf unsere Reitsafari nach Afrika. Es war ein großer Traum von uns und Rückblickend würde ich sagen:

der beste Urlaub, den wir gemacht haben!

 

Der Text enthält Werbelinks* und/oder werbende Inhalte – hier erfährst du mehr.

Aber fangen wir am Tag der Anreise an – wir sind mit dem Auto nach Frankfurt gefahren, haben dort außerhalb das Auto geparkt und sind mit dem Shuttlebus zum Flughafen. Dann zum Check in und bummeln im dutyfree. Insgesamt sind es 10 Stunden Flug nach Johannesburg. Der Flug ging schnell und war sehr angenehm. Wir sind über Nacht geflogen, haben geschlafen. Vor Ort sind wir von der Lodge abgeholt worden, die haben schon auf uns gewartet, hat wirklich alles super geklappt. Im Auto haben wir dann etwas zum trinken bekommen und dann ging es weiter auf der Straße, ungefähr 3 Stunden in die Gegend Limpopo (malariafrei). Über unbefestigte Straßen ins absolute nirgendwo! Und dann waren wir auch schon da – wir wurde total nett begrüßt und wir kamen aus dem Staunen garnicht mehr raus, so schön war es! Die Lodge heißt übrigens Horizon horseback. Im großen Haupthaus werden die Mahlzeiten alle eingenommen und es stehen immer Kekse und Getränke (nicht-alkoholische und alkoholische) zur Verfügung. Der Pool ist eine Wucht mit dem unglaublichen Ausblick auf die Savanne und dem dahinter liegenden See – dort sollen wir nicht schwimmen gehen, da dort die Hippos baden.

Mehrere kleine Häuser stehen auf der Fläche, sodass insgesamt 12 bis 15 Gäste Platz haben. Über eine kleine Terrasse gelangen wir in unser Schlafzimmer, da steht ein riesiges Himmelbett mit Rosenblüten auf der Decke – irgendwie wie im Märchen. Ich schaue zum Fenster raus und da steht ein Zebra, jetzt sind wir wirklich angekommen in Afrika! Im hinteren Teil des Häuschen ist unser eigenes Badezimmer mit Badewanne und Toilette. Das Wasser kann hier gefahrlos aus dem Wasserhahn getrunken werden, was ja nicht imm der Fall ist in Afrika.

Wir richten uns in Ruhe ein und lesen die Informationsmappe, dann können wir es nicht abwarten und schlüpfen in die Reitsachen – oben im Haupthaus gibt es Kuchen und Kaffee oder besser Torte!! Ein Wahnsinnstorte und verboten lecker! Wir sind übrigens Ende März auf Reisen gegangen also quasi Herbst in Afrika – wir hatten 2 Regenschauer in der ganzen Zeit und sonst angenehme Temperaturen, tagsüber nicht zu heiß und abends nicht zu kalt.

Jetzt lernen wir auch noch die anderen Gäste kennen, eine Truppe an lustigen Damen aus Norwegen, ein Pärchen aus Slowenien und ein Pärchen aus Irland, die zusammen mit seiner Mutter da sind. Die Mama hatte die Reise gewonnen, so ein Glück will ich auch mal haben und hatte dann ihren Sohn und seine Freundin eingeladen sie zu begleiten. Beide sind in unserem Alter und wir verstehen uns auf Anhieb super-alle sprechen englisch und es ist eine total nette und lustige Truppe. Wie sich herausstellt, sind die beiden aus Irland auch Tierärzte, sie für Pferde und er für Kleintiere – lustige Zufälle gibt es.  Die beiden haben wir auch im Verlauf des letzten Jahres immer mal wieder auf internationalen Tierärztekongressen getroffen und sind dann dieses Jahr zusammen nach Kanada geflogen zum Rindertreiben auf Pferd, aber das ist eine andere Geschichte. Zurück nach Afrika – die Lodge hat ungefähr 100 Pferde, die natürlich alle draußen leben. Werden sie zum reiten gebraucht, wird gerufen und dann sieht man die Herde auf die Lodge zu galoppieren, ein unglaublicher Anblick. Die Pferde sind gepflegt und in einem sehr guten Zustand, sie werden für uns geputzt und gesattelt und dann dürfen wir endlichen in den Sattel.

   

Es wird ein gemütlicher erster Ausritt, immer mit 2 Guides (einer vorne, einer hinten). Die Wege sind aus Sand, wie extra zum galoppieren angelegt. Wir kommen auf eine große weite Fläche und dort steht eine riesen Zebraherde, mit den Pferden kommen wir unglaublich nah dran und können ein paar Fotos machen. Auch sehen wir die ersten Affen und die Nilpferde im See. Die Gruppe ist so aufgeteilt, dass die sicheren Reiter zusammen gehen und wir nehmen eine rasante Galopptour, auf der Strecke gibt es sogar eingebaute Naturhindernisse, die wer möchte nehmen darf. Für uns als Vielseitigkeitsreiter natürlich eine Wucht! Die Pferde sind einfach super!

            

In der Lodge wieder angekommen, wird schnell geduscht und dann gibt es Abendessen. An der Stelle sei gesagt ich bin echt pingelig mit essen! Ich esse gern gesund und frisch und verabscheue fastfood, dass ist auf solchen Gruppenreisen meist echt schwierig – so nicht hier! Ich komme heute noch ins schwärmen, wenn ich an das Essen dort denke!! Die Einheimischen bereiten jeden Tag das Essen frisch zu mit lokalen Zutaten, ach war das herrlich! Wir essen alle zusammen am großen Tisch und es ist einfach nur gesellig und wunderschön – dann fallen wir hundemüde in unser Himmelbett und lauschen den Tönen der nächtlichen Tierwelt!

  

Plan für die nächsten Tage morgens reiten, zurückkommen Mittagessen + ausruhen und nachmittags nochmal reiten, das ist ein Tagesablauf nach meinem Geschmack. Ich könnte jetzt wieder über das Frühstück schwärmen, aber lassen wir das ihr habt verstanden: das Essen war toll! Heute reiten wir zum Zeltcamp, einen halben Tagesritt entfernt. Auf dem Weg sind unglaubliche Aussichten und plötzlich stehen 5 Giraffen vor uns, Wahnsinn wie nah man zu Pferd an die Wildtiere rankommt. In der Gegend gibt es übrigens keine Elefanten, Löwen und Nashörner, es ist also völlig ungefährlich. Jede Menge Gnus, die mit uns galoppieren. Mittags angekommen im Camp versorgen wir die Pferde, sie haben einen extra Offenstall neben dem Camp. Jetzt wissen wir auch was das Wort Glamping bedeutet! Die Zelte haben alle eine eigene Toilette und eine Art Dusche (Trichter mit Wasser) zum kurz abduschen wirklich wunderbar.

  

Sogar einen Pool gibt es, in den wir nach der Reittour erstmal alle reinhüpfen. Abends gehen überall kleine Lampen an, damit wir den Weg finden, am Hauptzelt ist ein Lagerfeuer entfacht und eine Lange Tafel hergerichtet unter freiem Himmel, bei den Tierlauten und ruhigen Schnauben der Pferde klingt ein wunderschöner Tag aus.

Am nächsten Tag geht es wieder zurück in die Lodge, nachmittags steht dann das nächste Highlight auf dem Programm: Polo Cross – ich wusste ehrlich gesagt nicht was das ist – Polo kenne ich, aber Polo cross war mir kein Begriff. Statt Poloschläger hat man ein kleines Netz am Ende des Stabes, den Ball nimmt man in den Käscher auf, wie in ein Fischernetz und galoppiert dann auf das Tor zu der anderen Mannschaft oder versucht den Ball zum Mitspieler zu werfen – was wirklich schwer war. Mein Pony war Profi, schnell, flink und voller Ehrgeiz. Wir haben so laut uns gegenseitig angefeuert, dass wir abends alle völlig heiser waren. Was ein Erlebnis! Einen Nachmittag durften mein Mann und ich auf die cross country Strecke, meine Stute hat alle Hindernisse super gemeistert und hat mir immer ein gutes Gefühl gegeben. Eine echte Leistung wie ich finde von den Pferden, schließlich kannte ich die Stute da ja erst 3 Tage. Die Hindernisse sind nicht mehr alle in Schuss, aber für ein paar kleine Hüpfer ist es wunderbar und reicht auch völlig für ein eher unbekanntes Pferd-Reiter-Paar. Die Truppe der eher unerfahrenen Reiter haben einen Schrittausritt gemacht in der Zeit, es ist also für alle gesorgt.

                 

Abends haben sich dann alle Reitgruppen mit Pferden wieder getroffen und zwar auf einer Anhöhe und es gab den berühmten Sundowner. Sundowner bedeutet es wird Sekt und Knabbereien mit dem Jeep gebracht, die Pferde werden an den Bäumen angebunden und dann sitzen alle auf dem Fels und genießen den Sonnenuntergang. Als die Sonne untergegangen war, ist es plötzlich wirklich dunkel! Dann haben wir uns auf die Pferde geschwungen und die Zügel langgelassen, so sind wir sicher nach Hause gebracht worden, trotz eingeschränkter Sicht. Reiten im dunklen hatte ich so auch noch nicht probiert.

                         

Ach man möchte gleich wieder hinfliegen – eine weitere Sache, die ich seitdem von meiner To-do-Liste streichen kann, ist schwimmen mit dem Pferd. Ich bin zwar schon oft durch das Wasser geritten und auch schon öfters am Meer, aber so richtig schwimmen mit Pferd, dass hatte ich noch nicht erleben dürfen. Nach dem Ausritt haben wir die Pferde abgesattel und sind wir in den Bikini geschlüpft und da keine Hippos in Sicht waren durften wir in den See. Ich habe mich mächtig erschrocken als meine Stute plötzlich anfing zu schnaufen und zu schwimmen, ein erst gruseliges Gefühl, dann aber unvergesslich.

  

Insgesamt kann ich nur sagen, hatten mein Mann und ich den Urlaub unseres Lebens und ich glaube, es wird schwer den zu toppen – die Pferde, die Menschen, die Natur, die Aktivitäten, das Essen –

ein insgesamt gigantischer Abenteuerurlaub!

So ich hoffe dir hat diese andersartige Podcastfolge gefallen, wenn ja, würde ich mich sehr über feedback freuen! Es ist immer schön, von euch zu hören! Vielleicht hast du ja einen Tipp für mich, wo wir den nächsten unglaublichen Reiturlaub verbringen sollten.

Pferde sind definitiv Lebensfreude und die beste Art seine Lebenszeit zu verbringen!

Und damit bis zum nächsten Mal –Liebe Grüße deine Veronika

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Episode #35 Rationsberechnung

Episode #35 Rationsberechnung

Episode #35 Rationsberechnung II

In der letzten Episode, Pferdefütterung Teil 15, haben wir uns im Rahmen der Rationsberechnung mit der Bedarfsermittlung beschäftigt. Den Bedarf eines Pferdes haben wir an einem Beispiel ermittelt.

Unser „Musterknabe“ ist ein ca. 500kg schwerer Warmblutwallach. Er wird auf Turniereinsätze vorbereitet und wir haben seine Bewegungsleistung als mittlere Arbeit eingestuft. Den Bedarf von „Musterknabe“ haben wir dann mit Hilfe der Bedarfstabelle ermittelt. Das Ergebnis, den Tagesbedarf von „Musterknabe“, haben wir ins Rationsberechnungsformular eingetragen. Und dies ist der Einstieg in unser heutiges Thema die Berechnung einer Tagesration.
Tabellen
und Formulare findet ihr wieder in den Shownotes.

5 Futterwerttabelle 2018

6 Rationsbeispiel

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Episode #34 Arthrose

Episode #34 Arthrose

Episode #34 Arthrose

Arthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung – was ist das? Was kannst du unternehmen, wenn dein Pferd diese Erkrankung hat und kann man Pferde mit Arthrose noch reiten? Diese und andere Fragen klären wir in der heutigen Episode. Viel Spaß!

 

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Episode #33 Bedarfsermittlung

Episode #33 Bedarfsermittlung
Episode #33 Rationsberechnung

Unser Ziel ist ja eine art- und bedarfsgerechte Fütterung.

Besonderheiten des Pferdes bei der Futteraufnahme und Verwertung haben wir schon besprochen und in den letzten Episoden auch die Futtermittel, die Träger der Nährstoffe.

In dieser Episode geht es um den Nährstoffbedarf eines Pferdes in Anhängigkeit von Körpergewicht, Leistung, Rasse, Typ und Alter mit dem Ziel eine bedarfsgerechte Tagesration anbieten zu können.

Pferde werden häufig mehr nach “Gefühl” gefüttert. Die Möglichkeit, durch eine Rationsberechnung und –beurteilung Mängel in den Futterrationen frühzeitig zu erkennen wird zu selten genutzt. Damit wird die Chance vernachlässigt ernährungsbedingte Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und vorzubeugen.

1 Futterzustand BCS
2 Energiebedarf MJ ME
3 Bedarfstabelle
4 Rationsberechnungsformular

Veronika bietet auch eine professionelle Rationsberechnung und -beurteilung an.

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Episode #32 Mischfuttermittel

Episode #32 Mischfuttermittel
Pferdefütterung Teil 14 Mischfuttermittel

Eine art- und bedarfsgerechte Fütterung haben wir ganz am Anfang als unser Ziel festgelegt.

Bei der Besprechung der Einzelfuttermittel in den letzten Episoden, den Raufutter- und Kraftfuttermitteln mussten wir jedoch feststellen, dass keines dieser besprochen Einzelfuttermittel, alleine dem Bedarf des Pferdes vollkommen gerecht wird.
Selbst unser Grünland, die Weide und auch das Raufutter Heu ist alleine in der Regel nicht vollwertig genug. Es fehlen zunehmend wichtige Wirkstoffe und Spurenelemente, wie durch die Analysen von Bodenproben nachzuweisen ist. Erst nach einer Bodenprobe und dann einer bedarfsgerechten Aufdüngung des Grünlandes, kann diese Vollwertigkeit von Weide oder Heu wieder erreicht werden. Alternativ muss eine ergänzende Zufütterung erfolgen.
Wird dies nicht beachtet, kann dies zu einer unzureichenden Versorgung bei Zuchtstuten in der Trächtigkeit führen. Zuchtstuten stehen hauptsächlich auf der Weide, eine Unterversorgung kann verantwortlich sein für eine der häufigsten Erkrankung von Jungpferden, der OCD, der angeborenen Chip-Erkrankung in Gelenken.

Deshalb denken wir in dieser Episode über Mischfuttermittel nach!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

Dein Pferd läuft steif, verwirft sich oder stolpert ständig? Rittigkeitsprobleme sind sehr häufig in der Praxis und die Therapieformen vielfältig – Chiropraktik, Osteopathie, Physiotherapie und so weiter – was ist was? Gibt es Unterschiede? Heute erfährst du mehr über die verschiedenen Behandlungen.

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Episode #31 Mein Pferd hat Rücken

In der heutigen Folge lernst du die Begriffe Chiropraktik, Osteopathie, Physiotherapie und Akupuntur zu unterscheiden und warum ein Pferd NIE einen Wirbel ausgerenkt hat. Wie oft hört man in der Stallgasse “mein Pferd hatte einen Wirbel raus und der Therapeut hat ihn wieder eingerenkt”. Wäre das der Fall, also der Wirbel wäre ausgerenkt, dann wäre das Tier querschnittsgelähmt!

Die Begriffe der verschiedenen Berufsbezeichnungen sind in Deutschland nicht geschützt und es ist nicht ersichtlich welche Ausbildung der Therapeut hatte, die ihn dazu befähigt das Pferd zu behandeln. Nicht jeder Therapeut muss Tierarzt sein und auch wenn die Ausbildung in Anführungsstrichen nur in einem Wochenendekurs absolviert worden ist, heißt das natürlich nicht, dass  dieser Therapeut per se keine gute Arbeit leistet-trotzdem schadet etwas mehr Hintergrundwissen über Anatomie und Pathologie nicht.

Was ist nun zu tun wenn dein Pferd Rückenschmerzen hat, steif läuft oder sich immer zu einer Seite im Genick verwirft? Zunächst sollten wir auf Ursachenforschung gehen:

– ein schlecht passender Sattel
– ein Sturz oder Festliegen in der Box
– einseitige Belastung durch immer gleichbleibendes Training
– ein schlecht sitzender Reiter (auch der Reiter darf zu Physiotherapie gehen)
– Bewegungsmangel
– Schmerzen in den Gliedmaßen – jede Lahmheit führt zu einer Kompensation im Rücken
– aber auch eine Zahnbehandlung oder eine Vollnarkose können zu Blockaden in den Gelenken nach sich ziehen.

Bei einer Blockade eines Gelenkes besteht eine Bewegungseinschränkung zweier Knochen, im Falle des Rückens zweier Wirbel, aber natürlich kann auch das Kiefergelenk betroffen sein nach einer Zahnbehandlung. Der Wirbel ist also nicht raus, sondern nur eingeschränkt in seiner Bewegung. Ich stehe morgens auf und möchte mit meinen Fingerspitzen mit durchgestrecken Knien die Zehenspitzen berühren – morgens 5:30  ich bin eingeschränkt in meiner Bewegung, nach ein paar Übungen geht es dann schon besser. In der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark und an jedem Wirbel tritt an der Seite ein Nerv aus, der das umliegende Gewebe und die inneren Organe versorgt. Kommt es in diesem Bereich zu Schwellungen, einer Blockade oder degenerativen Veränderungen wird das Loch aus dem die Nerven austreten verengt und der Nerv wird gereizt und kann seine Funktion nicht vollständig leisten. Muskeln brauchen einen störungsfreien Nervenimpuls, um die Bewegungen geschmeidig und richtig auszuführen-sonst kommt es zu Verspannungen und Schmerz. Und das kann richtig weh tun, ich durfte einen solchen Hexenschuss erleben vor einigen Jahren, während einer Reitstunde hatte ich plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken und konnte mich gefühlt nicht mehr bewegen, ich musste mich vom Pferd heben lassen-selbst das Lachen hat Schmerzen verursacht. Jeder der Rückenschmerzen kennt oder mal mit einem steifen Nacken aufgewacht ist, weiß wie unangenehm das ist. Wenn du bei deinem Pferd nun Symptome festgestellt hast, Verwerfen, steif zu einer Seite, Kreuzgalopp, zieht nicht richtig an die Hand ran oder andere Rittigkeitsprobleme sollte sich ein Therapeut dein Pferd anschauen.

Aber wer soll jetzt kommen? Chiro, Osteo, Physio, Tierarzt, Akupunkteur, die Liste kann man sicher noch weiterführen.

Das Ziel der verschiedenen Therapieformen ist es dem Pferd seine vollständige Gelenkbeweglichkeit wieder herzustellen. Der Weg dorthin und die zugrundeliegenden Theorien sind allerdings unterschiedlich.

Fangen wir mit der Chiropraktik an:

Die Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die bei vielen Gesundheits- und Rittigkeitsproblemen des Pferdes eingesetzt werden kann. Sie stellt die Gelenkbeweglichkeit der Wirbelsäule wieder her und ermöglicht so dem Pferd sein volles Leistungspotential zu nutzen. Dabei werden zur Untersuchung und zur Therapie lediglich die Hände verwendet. Die Gelenkbeweglichkeit wird überprüft und wenn diese eingeschränkt ist wird ein Impuls oder besser ein gezielter Reiz – in Form von einer gezielten, schnellen und kraftvollen, aber sehr kleinen Bewegung, einem kleinen Stoß durchgeführt um die Blockade zu lösen. In der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark und schon kleine Fehlstellungen in den Gelenken der Wirbelsäule verändern den Informationsfluss im Rückenmark, also dem Nervensystem und damit die Funktion vieler Anteile im Körper –Muskeln und inneren Organen. Bei der Chiropraktik wird also die Funktionsstörung im Nervensystem behandelt, kurz das Wirkprinzip basiert auf einer neurologischen Therapie. Natürlich stellt die Behandlung auch die reibungsfreie biomechanische Funktion im Bewegungsapparat wieder her, die Gelenkflächen gleiten wieder problemlos. Zudem wirkt der gezielte Impuls schmerzlindernd. Stell dir vor du haust dir mit dem Hammer auf den Finger, was machst du? Du schüttelst deine Hand, die Nervenbahnen für Bewegung leiten den Impuls schneller als den Schmerzreiz, sodass du diesen weniger spürst. Das Selbe Phänomen bewirkt die Schmerzlinderung bei der Chiropraktischen Behandlung durch die schnelle kraftvolle Bewegung. Die Behandlung beinhaltet demnach einen neurologischen, einen biomechanischen und einen schmerzlindernden Effekt. Um mal die Problematik der Berufsbezeichnungen deutlich zu machen – ein Chiropraktor, hat Chiropraktik 5 Jahre studiert an einer Universität, ein Chirotherapeut ist ein Humanarzt der eine Zusatzausbildung gemacht hat und eine Chiropraktiker hat eine Ausbildung an einer Heilpraktikerschule erlangt, steht also Heilpraktikern und Ärzten offen. Und die Osteopathie ist nochmal etwas anderes. Die Osteopathie behandelt auch Bewegungseinschränkungen von Gelenken und beschäftigt sich auch mit den inneren Organen. Hier liegt der besonderen Augenmerk auf der Blutversorgung der Gewebe, sodass die Versorgung mit Nährstoffen aber auch die Entsorgung von Schlackestoffen gewährleistet ist. Ganz grob Chiropraktik Augenmerk auf das Nervensystem, Osteopathie auf die Durchblutung – die arterielle Regel, das Ziel und der Weg sind aber sehr ähnlich. Ja, ich weiß sehr grob, wer das Thema vertiefen mag, darf sich natürlich im Internet schlau machen, das würde hier aber den Rahmen sprengen.

Physiotherapie:

Die Pferdephysiotherapie ist ein Behandlungsstandard nach Verletzungen und Operationen, wie aus der Humanmedizin bekannt. Zusätzlich wird die Physiotherapie angewendet zur Leistungssteigerung bei Sportpferden, wie z.B. bei Fußballprofis. Die werden ja vorher, nachher und im Spiel von Physiotherapeuten betreut und behandelt. Ein Hauptteil der Behandlung umfasst die Erkrankung der Muskeln und Sehnen-vereinfacht ausgedrückt, könnte man sagen die Physiotherapie behandelt überwiegend das Weichteilgewebe. Neben den manuellen Methoden wie der Massage (Stresspunktmassage), Lymphdrainage oder Mobilisation werden auf technische Hilfsmittel zugegriffen wie zum Beispiel der Magnetfeld-Decke, dem Matrix-Rhythmus-Gerät oder einem Solarium.

Zum Schluss noch zur Akupunktur:

Seit tausenden Jahren schätzt man die Akupunktur in China als wirksame Hilfe bei Schmerzen, funktionellen und psychischen Erkrankungen. Heute hat auch die Veterinärmedizin die Akupunktur in ihr Behandlungsspektrum aufgenommen – bei vielen Beschwerden ist die Akupunktur als Therapie anerkannt. Ich setze die Akupunktur gerne bei Atemwegserkrankungen oder Augenentzündungen unterstützend ein, besonders bei chronisch kranken Patienten mit COB oder PA. Aber auch in Kombination mit der Physiotherapie und der Chiropraktik setze ich sie ein zum lösen von Verspannungen.

Noch ein paar Worte zu “der hat einmal am Bein gezogen und war wieder weg”: bei der Arbeit mit langen Hebeln wird nicht nur das blockierte Gelenk im Rücken behandelt, sondern auch noch alle anderen die zwischen Huf und Rücken liegen. Dadurch können Bänder, Gelenkkapseln und Muskeln überdehnt werden; Zerrungen und Entzündungen können folgen. Reißt man gewaltsam am Bein, kann das zudem die Gefäße des Lymphsystems, des Blutsystems und auch des Nervensystems schaden.

Ein steif gehendes Pferd muss nicht immer Rückenschmerzen haben, Differentialdiagnosen müssen in Betracht gezogen werden – Hufrehe, PSSM, Kreuzverschlag, eine Ahornvergiftung oder auch Gliederschmerzen durch hohes Fieber sind mögliche Ursachen und müssen von Tierarzt abgeklärt werden. Auch sollte jedes Pferd vorher einmal im Schritt und im Trab angeschaut werden, wenn das Pferd eine dicke Sehne hat und auf dem Bein deutlich lahm geht, kann zwar im Anschluss eine physiotherapeutische Behandlung Sinn machen, jedoch muss erst das Problem in dem Bein behandelt werden, sonst nimmt der Körper immer wieder eine Kompensationshaltung ein.

Und zum Schluss eine Behandlung durch den Therapeuten kann kein entsprechendes Training und gutes Reiten ersetzen oder schlecht sitzendes Equipment ausgleichen – ein Therapeut kann nicht einmal die Hände auflegen und zaubern. Ein Mensch der Rückenschmerzen hat, geht auch nicht einmal zur Physio und ist geheilt – nein, er geht regelmäßig, macht zu Hause seine Übungen, nimmt am Rehaprogramm teil und macht Krankengymnastik. Und jeder weiß, bleibt man nicht dran, kommen die Beschwerden wieder. Dass heißt, nach der Behandlung muss zu Hause im Stall am Training und am Reiten gearbeitet werden. Schön ist es wenn Trainer, Sattler, Reiter und Therapeut zusammenarbeiten, denn im Team sind positive Veränderungen im Sinne des Pferdes am Besten möglich – Man hat ja nie ausgelernt!

Episode #30 Kraftfutter

Episode #30 Kraftfutter
Episode #30 Kraftfutter – Hafer & Co

Heute geht die 30. Folge an den Start – Jubiläum!
Über euer Interesse freuen wir uns sehr – gerne lasst uns doch zur 30. Folge einen Kommentar dar!

Wann benötigt das Pferd Kraftfutter?
-> Erhöhter Leistungsbedarf besteht zum Beispiel bei der Laktation oder Kälte.

Welche Getreidearten werden in der Pferdefütterung verwendet?
-> Hafer, Gerste, Mais, Dinkel und Reis besprechen wir in dieser Folge. Weizen und Roggen sind dagegen Brotgetreide und für Pferde ungeeignet. Außerdem geht Werner auf weitere Komponenten ein wie Öl, Soja und Bierhefe.

Viel Spaß beim Zuhören und schlauer werden 🙂

Episode #29 Lebererkrankungen

Episode #29 Lebererkrankungen
Episode #29 Lebererkrankungen

Heute beschäftigen wir uns mit einem häufigen Befund in der Pferdepraxis
und zwar mit erhöhten Leberwerten im Blutbild.

Die Leber ist das regenerationsfähigste Organ im Körper und kann sehr viel kompensieren bevor es zu klinischen Symptomen kommt. Klar erkennbare Symptome einer Lebererkrankung treten erst auf, wenn 70 bis 80% der Funktion zerstört ist. In der Regel wird ein großes Blutbild als Kontrolluntersuchung durchgeführt oder weil das Leitsymptom Leistungsminderung und Apathie im Vordergrund steht, also sehr unspezifisch.

Dann kommt der Laborbericht und man stellt fest, die Leberwerte sind erhöht und jetzt? Dann tauchen die Fragezeichen auf, woher kann das kommen? Ist das gefährlich? Was kann ich tun, um die Werte wieder zu normalisieren? Informationen erhälst du in dieser Episode!

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Zudem stelle ich euch heute meinen Kooperationspartner wehorse vor. Wehorse ist die Lernplattform für Pferd und Reiter und mit dem Gutscheincode “kernkompetenzpferd” (alles zusammen und klein) bekommst du als Hörer des Podcast exklusiv die Mitgliedschaft bei wehorse zu einem Vorteilspreis von 9,90€ statt 14,90€/Monat. Wir möchten Fortbildung für eure Pferde fördern!

 

Episode #28 Heu oder Silage? Teil 12

Episode #28 Heu oder Silage? Teil 12

Episode #28 Heu oder Silage?

Heute geht es weiter mit Raufutter – nicht nur Wiesenheu ist Raufutter und unser Thema heißt ja Heu oder Silage – deshalb müssen wir uns heute mit alternativen Raufutterkonserven beschäftigen. In den letzten Jahren wird auch im Pferdebereich häufig Heu von Silage abgelöst. Der Grund: ein Vorteil für den Landwirt ist, dass bereits nach zwei Tagen anwelken die Silageballen gepresst und gewickelt werden können, das sind etwa zwei Tage weniger Wetterrisiko als bei der Heuernte.

Aber Silage ist nicht gleich Silage, wenn überhaupt suchen wir für für Pferde eine Silage als Raufutter!

Episode #27 Hufrehe

Episode #27 Hufrehe

Episode #27 Hufrehe

Hufrehe ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der es zu einer Entzündung des Hufbeinträgers kommt und eine deutliche Lahmheit hervorruft. In den meisten Fällen beschränkt sich die Erkrankung nur auf die beiden Vorderhufe. In seltenen, schweren Verläufen können jedoch alle vier Hufe betroffen sein. Das Hufbein ist in der Hornkapsel durch den Hufbeinträger aufgehängt, durch die Entzündung lockert sich diese Verbindung. Die klinischen Auswirkungen sind eine Senkung und/oder eine Rotation des Hufbeins.

Nach heutigen Wissenstand wird die Hufrehe eher selten durch Giftstoffe (Nachgeburtsverhalten, Darmentzündung, Aufnahme von Giftpflanzen), eine Kohlehydratüberladung (Getreideüberschuss, fruktanreiche Gräser) oder durch Überbelastung (Galopp über harten Boden) ausgelöst. Übergewicht, jahreszeitliche Einflüsse und mangelnde Bewegung gelten als prädisponierende Faktoren (Risiko), ausschlaggebend ist aber vorallem eine Insulindysregulation für die Entstehung von Hufrehe insbesondere bei dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) und der Dysfunktion des Hypophysen-Zwischenlappens (PPID). Viele Studien aus den letzten Jahren konnten zeigen, dass 70-90% der Hufrehe-Erkrankungen hormonell bedingt sind.

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